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   BR 01 / F800  (Märklin) - Umbau und Einbau von Mobatron-Sound
 
 
 Eine meiner  BR 01 von Märklin trägt noch die alte Nummer, nämlich F 800. Die
 Lok kaufte ich gebraucht als 3-Leiter Gleichstrom Märklin Lok. Da sie nicht auf
 dem Zweileitersystem eingesetzt werden kann, wurde eine Rückrüstung auf
 Wechselstrom geplant. Nachdem kein Zeitdruck dafür bestand, ergab sich die Idee
 einer weiteren Umabeitung auf einen früheren Loktyp der 01, der mit Wagner-
 Windleitblechen ausgestattet war. Der letzte Gedankensplitter an Umbauideen
 war, die Lok mit einem analogen Soundsystem auszurüsten. Der Umbau der Lok
 machte Spaß und hält mich in Schwung.

 Nun findet man beim Stöbern bei ebay immer wieder interessante ältere Modelle,
 die vom Sammlerwert gesehen, meist eine höhere Wertigkeit haben als andere
 typgleiche Loks. So fand ich das hier zur Restaurierung beabsichtigte Modell einer
 BR 01, Nr 3026. Das Besondere ist dabei, dass es für mich ein frühes Modell  möglichst aus den Jahren 1958 - 59 sein sollte. Damals hatten diese Loks die
 Modellnummer F 800 und ich denke, erst später dürfte dann die Unterscheidungs-
 nummer 3026 dazugekommen sein. Oder war es gleichzeitig? Egal, ich habe eine
 interessante Lok dazubekommen, die ich schätze.

BR 01 / F800 vorher Witte-Leitbleche
BR 01/F800 nachher  Wagner-Leitbleche Fahrvideo
 
 Das für mich Besondere an dieser Lok war, dass sie wie bei Märklin üblich, mit einem Schleifer versehen ist,
 jedoch mit Gleichstrom betrieben wird. Nun habe ich nachgelesen und herausgefunden, dass HAMO Gleich-
 stromloks gebaut hat, jedoch konnte ich nicht herausfinden, ob das in meinem Fall auch wirklich zutreffend ist,
 denn es könnte mir auch ein Bastelobjekt in die Hände gefallen sein. Weiters habe ich erhoben, dass man ja
 auch HAMO-Dauermagneten bei Wechselstromloks nachrüsten kann und dann Gleichstrombetrieb möglich
 ist. Inzwischen bin ich schlauer geworden und weis, dass HAMO nur Zweileiter-Gleichstromloks gebaut hat.
 Offenbar muss es also die Märklin-Lok auch im Dreileitersystem mit Gleichstrom offiziell gegeben haben.
 Gleich wie, dass meine Lok ein älteres Modell aus den Jahren bis 1960 ist, scheint mir heute halbwegs sicher.
 Zu dieser Zeit war ich sechs Jahre alt und konnte von so einer Schnellzuglok nur träumen und war überglück-
 lich, dass ich damals zu Weihnachten eine Anfangspackung mit einer BR 24 bekommen habe.

 Nachdem ich meine Loks aus dem Zweileiter-Systemkreis mangels Anlage ohnedies nicht fahren lassen
 kann/konnte, so dachte ich, wird auch dieses Modell eben nicht fahren. Doch auf der Wiener Modellbaumesse
 2013 wurde ich von den Märklinfreunden aufgeklärt, den Motor als Gleichstrommotor zu belassen und die
 Fahrtrichtungsumkehr mit modernster Technik aus dem Digitalfahrbetrieb, zu bewerkstelligen. Somit könnte
 diese Lokomotive dann auch im analogen Märklin Wechselstrombetrieb gefahren werden. Wie nachfolgend
 beschrieben, kam es dann aber doch anders.


 Die Restaurierung, Umrüstung für Wechselstrom, Einbau eines Soundsystems und der Umbau
 mit Wagner Windleitblechen
 
 Nach dem Erhalt der Lok wurde eine genaue Prüfung durchgeführt, was an dem Modell anders ist als auf
 den Bildern von den selben Loks im Internet. Optisch war zu erkennen, dass die Pufferbohle eine andere
 ist, nämlich eine die den sonst üblichen Kupplungshaken aufnehmen kann. Das zu beheben wird auch eine
 Herausforderung der Feinmechanik werden, oder ich bekomme die notwendigen Ersatzteile für den Umbau.
 Weiters fehlen sämtliche Silberdraht Leitungen am Kessel und die Griffstangen beim Führerstand. Weiters
 fehlt die Lichtplatte für die Stirnlampen und alle Gehäuseschrauben. Der Tender stammt vermutlich von einer
 01 neuerer Baujahre ist aber nicht aus Metall. Doch dazu passen tut er schon.
 
 Nachdem die Äußerlichkeiten geprüft wurden, ging es an die Mechanik und den Motor. Da gab es nicht viel
 zu bemängeln, abgesehen von den Ölern, deren Einlagen zerfallen waren und gleich entfernt worden sind.
 Nach deren Erneuerung entstand die brennende Frage: ..."und mit Gleichstrom läuft sie?" - Mit Hilfe eines un-
 mittelbar verfügbaren regelbaren Netzteiles konnte der Test erfolgen und siehe da, sie läuft perfekt in beiden
 Richtungen. Bei dem etliche Minuten dauernden Testlauf verlor sich das Vorlaufdrehgestell, doch genügte es,
 die Schrauben wieder festzuziehen. Nun muss auf die Lampenhalterung und den Lampenbügel gewartet wer-
 den und nach deren Montage kann Kontakt zu den Märklinfreunden wegen des Decoders aufgenommen
 werden.

 Betreffend die Motorisierung hatte ich mich entschlossen, auf Wechselstromantrieb umzusteigen. Leichter
 gesagt als getan, denn schwups hatte ich ein zweites Fahrgestell mit Wechselstrommotor und Umschalter,
 sogar für Telexbetrieb. Hier den Motor auszubauen tat mir leid und so baute ich diese BR01 auch gänzlich neu
 auf. Das ist aber ein anderer Bericht .

 Bei den Erhebungen zum Modelljahr dieses Fahrgestells fand ich heraus, dass es sogar zwei Jahre älter sein
 könnte als die erste F 800 mit dem Telex. Die hier beschriebene F 800-DC wird in einiger Zeit auf Wechsel-
 strom umgerüstet und soll auch ein Soundmodul eingebaut werden. Die Montage von Wagner Leitblechen ist
 auch vorgesehen.

 Der äußerliche Arbeitsbeginn bestand in der Nachrüstung der Rohrleitungen aus silbernem Draht. Mühsam
 wurde ein Alu-Silberdraht mit 1,2 mm Durchmesser gefunden, den man für die Rohrleitungen am Kessel ver-
 wenden kann. Später wurden jedoch alle Leitungen durch einen 0.8mm Silberdraht ersetzt. Die Haltesplinte
 mussten ebenfalls aus dem Silberdraht gefertigt werden. Mit schlechten Augen und wenig Licht war das eine
 echte Herausforderung. Doch es klappte und ich gebe mich mit dieser Variante zufrieden. Zufrieden geben
 werde ich mich wohl auch mit der Pufferbohle ohne Haken. Die Lampenbügel mit Haken sind eine echte
 Rarität... Inzwischen habe ich eine Ersatzvariante gefunden, einen Lampenbügel aus schwarzem Stahldraht
 und leicht zu montieren.

 Zeit verging seit der Renovierung und ich erfuhr, dass es frühe BR 01 Loks mit Wagner Windleitblechen gab.
 Also besorgte ich mir welche werde sie umbauen. - Darüber hinaus entschloss ich mich, einen Dekoder für
 Wechselstrombetrieb zu beschaffen und einzubauen. Dazu eignet sich der Uhlenbrock FRU 55 500 am
 Besten. Es wäre zu schade, dass diese geänderte Lokrarität später nicht auf einer vielleicht einmal von mir für
 meinen Enkel eingerichteten Märklin M-Gleisanlage fahren können würde.

 2016 kam die Schlechtwetterzeit rascher als erwartet daher, sodass ich, um mich zu beschäftigen, mit dem
 Umbau der Gleichstrom-BR 01 beginnen konnte. Es wurde also mit einem FRU 55 500 von Uhlenbrock die
 Lok mit dem Gleichstrommotor wechselstromtauglich gemacht. Das ist ja eine einfache Aufgabe, denn die
 vier Kabel sind einfach zu verlegen.

 Mehr Aufwand war für den Einbau der Soundanlage notwendig. Entgegen der Einbauanleitung begann ich mit
 dem schwierigsten Teil, nämlich der Aufklebung der Steuerscheibe auf der Radinnenseite eines großen Rades.
 Ich wählte die Steuerscheibe für die Zweizylindervariante, der Lok, die übliche, da dann die Dampfstöße auch
 bei schneller Fahrt besser hörbar sind. Das ausschneiden aus dem mit anderen Steuerscheibentypen versehe-
 nen Folienblatt war nochnicht das Problem. Die Ablösung klappte auch noch, doch die Aufklebung war geduld-
 raubend. Hingegen war die gut beschriebene Anklebung des Optosensors gut gelungen.

 Vor der Herstellung Verkabelung musste eine dauernde Verbindung zwischen Lok und Tender hergestellt wer-
 den, denn die dünnen Kabel für das im Tender untergebrachte Soundsystem sind dafür ungeeignet. Dazu
 wurde ein 1mm breites Stück Messingrohr auf den Anhängestift aufgerückt und mit Sekundenkleber gesichert.
 Dann musste im Tender ein Durchbruch für die Kabel geschaffen werden. Schließlich muste das Tenderge-
 häuse bearbeitet und die darinnen vorhandenen Kunststoffstege entfernt werden. Jetzt war für das Soundmodul
 und den Lautsprecher genügend Platz vorhanden und sie konnten eingebaut werden.

 Die weitere Verkabelung erfolgte nach den Angaben von Uhlenbrock und des Soundsystems und endete
 erfolgreich. Die Lok fährt und der Sound funktioniert, für meine Beurteilung fast etwas zu laut.

 Zuletzt wurden die Witte-Windleitbleche gegen Wagner-Leitbleche ausgetauscht, um so eine anders aussehen-
 de BR 01 in meiner Sammlung zu haben. Damit konnte das Erscheinungsbild der frühen Produktionsserien der
 H 800 und dem Original wie BR 01 018 angenähert werden.

 
Ankaufszustand Änderung Stufe 1    
das Dampflok-Soundmodul         Video das Fahrgestello vor dem Umbau der Optogeber wird eingebaut der Optosensor 
Fahrgestell mit eingebautem FRU Einbau des Soundsystems im Tender die "fixe" Kupplung zw. Tender-Lok Ansicht abgenommenes Tendergehäuse
mit Lok
Umbau der BR 01 endgültig fertig