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   Alpina 4001   (Multiplex)   -   Reparatur
 

 
 Da meine Freunde wissen, dass ich gerne kaputte Modelle vor der Verschrottung
 rette und wieder repariere, bekomme ich gelegentlich ein reparaturbedürftiges
 Modell geschenkt. Diesmal ist es ein Alpina (Multiplex), gekauft/gebaut 2000, den
 ich von meinem Freund Ernst aus Krems geschenkt bekommen habe. Er hat so
 viele andere und spannendere Bauprojekte, sodass ihn die Reparatur nicht mehr
 reizt und er mir eine Freude mit den tollen Modell machen wollte. - So bin ich in
 meinem fortgeschrittenen Alter doch noch zu einem Alpina gekommen, den ich
 in den Jahren nach 1978 und zusätzlich zur SB 10 5m von Carrera gerne gehabt
 hätte. Ich konnte damals sehen, wie gut mein Klubkollege und Freund Berti damit
 geflogen ist.

 Das beschädigte Modell hat auf einer Tragfläche, von einem Zusammenstoß in
 der Luft, ein ordentliches Stück Nasenleiste und Flügelmaterial verloren und es
 wurde auch die Flügelsteckung im Rumpf und den Rumpf beschädigt. Zum Glück
 ist die Tragfläche nicht ganz gebrochen, sodass nur der vordere Teil des Flügels
 und danach die Steckung zu reparieren sind.

 Das Modell ist als Elektrosegler aufgebaut gewesen. Dem Modell muss  wieder
 ein E-Motor eingebaut werden, und in den Vierklappenflügeln die Servos für die
 Querruder und die Wölbklappen. Die Servos für Höhen- und Seitenruder blieben
 auch im Rumpf.


Alpina 40001(MPX), Symbolfoto
Flugvideo



 Technische Daten:

 Spannweite: 4000 mm, Länge: 1670 mm, Fluggewicht mit E-Antrieb: 4,3kg,
 Motor: Joker 4250-5 V3 820kV, Propo: 13x5, 57A
 Stromversorgung: Lipo 4S 5000, Regler: 60A/80A SBEC Hobbyking, Empfänger: Jeti R 12,
 Schwerpunkt: 100 mm, EWD: +1°,
 Ruderwege: Querruder: +22mm/-12mm, (bei Butterfly: +20mm, Höhe: +/- 10mm - nicht verwendet),
 Wölbklappen: +1mm/-2mm, als Bremsklappe: -25mm (Werte aus Bauanleitung!), Seitenruder: +/- 45mm,

 Die Alpina 4001 wird repariert und wiederbelebt

 Da bei dem Crash aus einer Tragfläche ein Stück ausgebrochen und das Steckungsrohr im Rumpf ausge-
 brochen worden ist, sonst aber keine Schäden am Modell entstanden sind, ist mir das Geschenk sehr will-
 kommen.

 Die Reparaturen

 bestehen aus dem Verstärken des Nasenleistenbereiches durch Schäften von Hartbalsaleisten.
 Um das Reparaturstück möglichst stabil zu bekommen wurden zu Verstärkung 1mm Sperrholzstreifen aufge-
 klebt. Die ausgebrochenen Styroporstücke wurden mit Styroabfallstücken ausgefüllt und diese dem Profilver-
 lauf angepasst. Diese Klebungen wurden mit Ponal Leim ausgeführt.
 Anschließend wurde die Oberseitenbeplankung aus hartem 2mm Balsaholz ebenfalls mit Ponal aufgeklebt.
 Die Unterseite wird zuerst mit einer Glasseidenmatte verstärkt und mit 2mm hartem Balsaholz mit Epoxyharz
 aufgebracht. Nach dem Aushärten der Klebungen erfolgte das Abschleifen und Angleichen des Flügelprofils.
 Schließlich konnte die Schadstelle wieder mit Bügelfolie verschlossen werden.
 
 Die Teile für die Flächensteckung sind nicht ganz einfach zu beschaffen gewesen. Endlich, bei Lindinger,
 findet sich anstelle des originalen 12mm Rundstahles ein Kohlefaserstab. Fast nicht zu glauben, werden
 auch Kohlefaserrohre mit 14 und 12mm Durchmessern angeboten und von mir gekauft. Dumm nur, der
 Stab passt nicht ins Rohr hinein. Leider fehlt der Hinweis im Internet, dass der Stab nicht ins Rohr passt,
 oder dass es ein Kombiangebot beider Teile gibt. Zum Glück und in schlauer Vorausschau, habe ich noch
 ein anders Set mit einem Holmrohr plus passendem Alu-Steckungesorhr gekauft. In dieses Steckungsrohr
 passt der CFK-Stab ganz genau.

 Das Steckungsrohr wurde zum Rumpf passend abgesägt und mit den angesteckten Flügeln in die richtige
 Position gebracht und behutsam mit Sekundenkleber angeheftet. Nach Entfernen der Flügel begann das Ein-
 harzen des Steckungsrohres im Rumpf. Alle wichtigen Details an der Außenhaut wurden abgeklebt und das
 Harz konnte eingebracht werden. - Da Harz ja sehr flüssig ist, wurde es mit MicroBallon verdickt, sodass es
 eben nur noch ein wenig fließt. So konnte es an die notwendigen Stellen gebracht werden, wo es überwie-
 gend blieb.Um es zwischen Rumpfoberseite und Steckung zu halten, wurde der Rumpf in der Aushärtungs-
 fase am Rücken liegend belassen.

 Nach dem Aushärten (mind. 24 Std) wurde mit der Bearbeitung der mit dem Harz ausgefüllten Schadstelle 
 am Rumpf begonnen. Mehrmals wurden die Flügel angesteckt, um sie künftig ohne Schwierigkeiten montie-
 ren zu können. Einige kleine Nachbesserungen waren allerdings schon erforderlich, speziell die Berichtigung
 der Länge des CFK-Holmverbinders, der lt. Bauteilliste einige mm zu lang war.

 Die Demonatge der angesteckten Flügel ist einfach, denn es reicht ein alter Propeller, der neben der MPX-
 Flächenklick eingesteckt und nach unten gedrückt wird. Durch die keilförmige Form der Propellerblätter wird
 der Klick gelöst und der Flügel kann abgezogen werden.

 Etwas heikel wird die farbliche Ausbesserung des Rumpfes, der ja in den Jahren einen Gelbstich bekommen
 hat. Zur Farbsprayauswahl muss ich mit dem Rumpf zum Forstinger gehen und hoffte einen passenden Farb-
 ton zu finden. Ganbz genau passt der Farbton leider nicht. Aus Gewichtsgründen kann nur die Umgebung der
 Schadstelle lackiert werden.

 Von der Motorisierung bis zur Auswiegung.......

 des Alpina musste ohne Tipp des Vorbesitzers ausgewählt werden. Er wusste nur, dass ein billiger Fern-
 ostmotor eingebaut war. Dem Konnte ich viel abgewinnen, denn ich kaufe nur preiswerte Motore, auch wenn
 sie nicht das non plus ultra sind. Ein Motor der Hausmarke von Lindingfer, ein Joker wurde gekauft, der für
 Modelle bis 4,5kg geeignet ist, und mit dem ich zurechtkommen muss. Da ich brauchbare 4-zellige Lipos
 habe, konnte ich Geld einsparen. Entscheidend war noch, dass ich auch einen vorhandenen  60A Regler
 verwenden kann. Um nach dem Einbau des Motors mit dem Akku und Regler den Schwerpunkt einstellen
 zu können, wurde das Akkubrett mit 5 Min-Epoxy eingeharzt.

 Die Flächenservos aus China, Corona CS-238 MG,sind dann doch noch eingetroffen, aber um nicht noch
 länger auf die Servos zu warten, wurden zuvor Servos aus eigenen Lagerbeständen eingebaut. Anstelle
 zweier CS 238 MG wurden zwei Hitec HS 85 MG für die Querruder verwendet. Die Servos wurden mit
 Doppelklebeband eingeklebt und mit einem Balsastück gegen verrutschen gesichert. Am Deckel wurde noch
 ein Stück 1mm Balsabrett aufgeklebt, der ein Lockern des Servos verhindern soll.

 Der neue Motor J4250-5 V3 850kV, passt ganz genau in den Rumpf und auf den Motorspant. Der teure
 Spinner mit Lüftungsloch passt nach dem Abschleifen des Rumpfes um ca. 2mm nun ganz genau in den Kontur-
 verlauf. Nach dem Anschließen des Motors an den Regler lief er sofort in die richtige Richtung.

 Berechnung der Motorleistung und nutzbaren Motorlaufzeit

 Um eine Hilfe zur Auswahl des Antriebsmotors zu haben, bekam ich von einem Experten, Hr. O.Czepa, eine
 einfache Berechnungsformel genannt. Sie ermöglicht die Errechnung der notwendigen E-Motorleistung in
 Abhängigkeit vom gewünschten Steigflugwinkel. Mit der errechneten Motorleistrung kann in Abhängigkeit des
 gewünschten Akkus und Reglers, aus den Motordatenblättern ein passender Motor ausgesucht werden.

 Vor der Berechnung ist noch zu erklären dass der Steigflug mit 0° der Horizontalflug mit Motor ist und dass
 der Steigflug im Winkel von 90° die Steigrate von 10m/Sek hat.

 Die Berechnungsformel für Motordimensionierung:
 gewünschter Steigwinkel in .m/Sek, x Modellgewicht in N (Newton), = ergibt doppelte Motorleistung in W.

 Beispiel Alpina:
 Sollwert Steigen: 5m/Sek (= max. 45° Steigwinkel),
 Modellgewicht: 4,3kg = 43N,
 gesucht: die Motorleistung ?
 
 Faustformel: Steigen x Gewicht = P (Propellerleistung), -  Motorleistung = 2 x P
 (Merksatz: Motoreingangsleistung = 2 x Propellerleistung)

 Rechnung:  5 x 43 = 215W  Propellerleistung x 2 = 430W  Motoreingangsleistung (Bruttoleistungswert)

 Stromberechnung: 430W : 14,4V (für 4S-Lipo) = 29,86 (30) A
 
 Berechnung der Motorlaufzeit zu obigen Angaben
 AK Akkukapazität (A),
 f= 0,85 Verlustfaktor

 Rechnung Motorlaufzeit:  5A x 0,85 x 3600Sek : 30A = 510Sek : 60 = 8,5Min

 
Der Rechnung nach reicht der ausgewählte Motor Joker j4250-5 V3 einwandfrei aus, um den Segler mit
 einem Steigwinkel um 45° nach oben zu bringen. Aus Sicherheitsgründen und wegen Messungenauigkeiten
 wird die halbe Motorlaufzeit für den Flugbetrieb herangezogen.
 


 Das Auswiegen und die Einstellung der Ruderwege

 Nun konnte mit dem Auswiegen begonnen werden. Der Rumpf wurde bei 100mm auf dieu SP-Waage aufge-
 legt und das Modell war schwanzlastig. Mit ca.120g Blei nach dem Motor eingeklebt und mit dem 4S 5000
 Akku mit 500g, wurde der richtige Schwerpunkt erreicht. Bei den ersten Flügen wird eine allfällige Nachbes-
 serung des Schwerpunktes erfolgen.

 Etwas aufwendig wird noch die Programmierung des MC 20 Hott Senders werden, da viele Einstellungen
 und Mischungen erforderlich sind, damit danach alle Klappen etc. gut funktionieren. Mein Freund Peter ist
 im Umgang mit den Programmiermöglichkeiten der MC 20 vertraut, doch fiel es ihm schwer, nach langer
 Zeit gleich die richtigen Einstellungen zu programmieren. Derzeit fehlt noch die Programmierung des Motor-
 stopps, eines Motor-Sicherheitsschalters und den Mischungen bei Verwendung der Stör- und Wölbklappen.
 Dennoch sollte nach der Kontrolle der EWD, sie beträgt 1 bis 1,5 Grad, einem Erstflug nichts mehr im Wege
 stehen.

 Der Erstflug

 Endlich passte es und der Erstflug war bei nahezu Windstille möglich. Mein Freund Peter war der "Werfer",
 denn am Mollmannsberg kann der Startwagen mit den riesigen Rädern nicht dienen. Der erste Wurf ging
 rasch zu Boden, denn die EWD mit 1 Grad ist im Moment zu gering. Mit 4 Klicks höher getrimmt und das
 Modell leicht aus dem Stand nach oben geworfen, glückte der Start sehr gut. Meine Sorge, dass der Motor
 mit dem kleinen 13x5 Propeller nicht stark genug wäre, ist unbegründet. Mit Drücken steig ich im Winkel
 von 45° und mehr nach oben. Der Motorstop ergibt einen weichen Übergang in den Normalflug.
 Im Flug danach erprobte ich die Wölbklappen, die jedoch nur für langsameren Flug mit Höhengewinn und zur
 Verwendung bei etwa 45° Ausschlag nach unten, als Bremshilfe eingesetzt werden. Es wurde nur die wenig
 Klappenstellung eingestellt und tatsächlich hatte ich den EIndruck, dass der Flieger ein wenig langsamer und
 mit geringerem Sinken fliegt. Doch nach dem kurzen Test wurde nicht weiter mit den Wölbklappen experi-
 mentiert. Und die Auswrikungen in Landestellung wurden noch nicht getestet.

 Der Alpina ließ sich sehr angenehm steuern, doch musste ich Seitenruder zum Querruder beimischen, damit
 die Kurven leichter zu steuern sind. Die Funktion der Störklappen wurde getestet, doch war zu viel Höhenruder
 zugemischt, was früher wirkt als die Bremsung durch die Klappen. Ein leichtes Hochsteigen war da, welches
 danach in einen leichten Sinkflug überging. Das Modell wurde etwas langsamer, doch war mir die Sinkge-
 schwindigkeit zu gering. Die Landung gelang recht gut.

 Nach Beimischung von mehr Seitenruder zum Querruder und der Reduktion der Beimischung von Höhe von
 15% auf 10% zu den Bremsklappen, wurde erneut gestartet. Wieder klappte der Start, doch muss ich wieder
 beim Steigflug mit dem Tiefenruder den Steigwinkel einstellen. Der Test beim Kurvenfliegen gelang besser
 und der Einsatz der Bremsklappen funktionierte ohne kurzes und merkliches Steigen nach der Ausfahrt der
 Bremsklappen. Scheinbar funktionierten die Bremsklappen nun auch ein klein wenig besser, bzw. ist das frühe
 Ausfahren notwendig, um in den Sinkflug zu kommen. Das Sinken funktioniert bei niedriger Fluggeschwindig-
 keit offenbar besser.

 Bei den Flügen wurde festgestellt, dass der Flieger auf Thermik gut anspricht. Da die Flüge vor allem bei der
 Erkundung des Modellverhaltens dienen sollten, wurden Thermiken nicht ausgenützt. Sicher ist, dass auch
 ich mit dem Alpina nun schöne Kreise fliegen kann, wenn ich die Thermik ausgenützen möchte.

 Der Festigkeitstest der reparierten Tragfläche erfolgte unbeabsichtigt aber mit positivem Ausgang. Irrtümlich
 fuhr ich anstelle den Motor abzustellen, die Bremsklappen voll aus. Diesmal ging der Flieger aber flott nach
 unten und nahm mit dem laufenden Motor immens Fahrt auf. Endlich kam ich drauf, den Motor abzuschalten
 und die Klappen einzufahren und einfach ganz vorsichtig zu ziehen. Mit lautem Pfeifen aber ohne sich durch-
 biegender Flächen fing ich das Modell ab und ging in den Horizontalflug über. Problemlos. Die zweite Landung
 gelang schon viel besser und näher.

 Beim Zerlegen wurden die EInstellungen diverser Ruder geprüft und siehe da, die Qierruderdifferenzierung war
 umgekehrt wirksam. Das wurde umgehend geändert und wird beim nächsten Flug zu angenehmeren Steuerma-
 növern beitragen. Weiters ist zu testen, ob der Schwerpunkt etwas weiter nach hintengelegt werden kann, damit
 die EWD auf 1°, wie im Bauheft angegeben, reduziert werden kann. Das Modell fliegt aber im Moment gut.

 Zusammengefasst betrachtet, habe ich einen tollen Flieger geschenkt bekommen, den ich gut repariert habe,
 da keinerlei Querruder- und Seitenruder trimmung für den Geradeausflug erforderlich waren. Ich habe eine
 große Freude und hoffe öfter mit dem Modell  zu fliegen, um die optimalen EInstellungen zu finden. Interessant
 auch, dass die Leistungsberechnungsformel von Hr. Czepa ein richtiges Ergebnis ergab, denn tatsächlich ist
 ein Steigflug unter 45°, also mit 5m/Sek (und sogar mehr, da der Motor stärker als nach der Berechnung ist)
 einwandfrei möglich


 
      Oberseite Leerstelle mit Styropor ausgefüllt 
Ansicht der Únterseite Oberseitenbeplankung wird mit Ponal aufgeklebt  Oberseite beplankt  Unterseite beplankt
der Rumpf Kabinenhaube mit ausgebautem Cockpit Flächen fertig gebügelt  Ansicht Rumpf und Flächen 
das Steckungsrohr wird eingeharzt  jetzt erkennt man den Alüina schon Seitenruder geschönt die Schadstelle lackierfertig 
jetzt lackiert   Akkubrett wieder eingeharzt  Ansicht Untzerbringung des Akkus Zerberus Wappen
Segler fertig