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   FVA-10B  -  Rheinland  (verkauft)
 


 Nach dem ich einige Segler habe, die wenn naturähnlich sehr unhandlich sind
 (über 4,7m Spw), oder E-Segler bis 1,8m Spannweite, die mir nicht gefallen, ent-
 stand der Wunsch nach einem schönen und interessanten Segelflugmodell,
 welches leicht zu handhaben ist.  Das Flugverhalten soll normal, also halb ther-
 misch und halb windverträglich sein und etwa 3m Spannweite haben. - Ja, und
 erschwinglich soll der Flieger auch noch sein.  Bei der Suche wurde ich bei
 Lindinger fündig und um 159.- konnte ich einen 2,8m Segler mit  großer Nachbau-
 genauigkeit beschaffen. Gehe ich nach einem Internetforum,  dann ist das Modell
 wirklich günstig und genau meinen Vorstellungen entsprechend.

 
 Anschließen möchte ich nach dem Bau des sehr genau nachgebildeten Modells ein wenig über die Historie
 des Originalflugzeuges. In der Flugtechnischen Vereinigung Aachen wurde im Rahmen einer universitären
 Studie beginnend im Jahr 1926 der Grundstein für die spätere Entwicklung des 16m Segelflugzeuges gelegt.
 Die Prototypen FVA 10A waren erfolgreich doch bei der Landung sehr kritisch, da der Hecksporn zu früh am
 Boden auftraf und die Maschine nicht stärker angestellt werden konnte. Die damals erstmalig an einem Flug-
 zeug verwendeten Spoiler reichten nicht aus die Geschwindigkeit ausreichend zu vermindern, sodass Unfälle
 passierten. Besonders hervorhebenswert ist die Tatsache, dass diese Maschine 1936 als erstes Segelflug-
 zeug erfolgreich die Alpen überquert hat. Um die damaligen technischen Leistungen ins rechte Bild zu rücken,
 ist das niedrige Flugzeuggewicht von nur 92 kg! zu nennen. - Ab 1937 wurde dieser Flugzeugtyp von Felix
 Kracht umkonstruiert und weiter verbessert. Nach ausreichender Flugerprobung kam die Maschine in die
 Serienfertigung. 29 Flugzeuge wurden bis 1939/-40 gebaut (Kriegswirren). Einige FVA 10B haben den Welt-
 krieg überlebt und sind im Museum Wasserkuppe, in England und in Polen und ... zu sehen.

 
 Baubericht

 Die Schachtel ist schlicht und einfach, nicht mal ein Bild oder Daten des Inhalts sind aufgedruckt. Doch dass
 hier gespart wird ist OK, wichtig ist, dass es in der Schachtel nicht gespart wurde. Dem scheint auf den ersten
 Blick nicht so zu sein. Schön aufgeräumt und alle Baugruppen sind gut gegen Verrutschen gesichert. Wenn
 man möchte könnte man die Box für das fertige Modell wieder verwenden, denn das Höhenleitwerk könnte
 demontiert werden. Ich beginne mit den Bremsklappen, deren rote Farbe einem die "Augen einschlägt" und
 lackiere sie reinweiß. Das muss man oft tun, denn die rote Farbe durchwirkt das Weiß eindringlich bis es end-
 lich deckend wird. Im Internetforum las ich, dass der Klappenschacht einer kleinen Aufdopplung bedarf, damit
 sie bündig zu Flügeloberfläche sitzen. Stimmt, und ich habe etwa 1mm auf die unter den Klappen sitzenden
 Flügelrippen aufgeklebt.  Anschließend muss man sich den Kopf darüber zerbrechen, wie man die Klappen-
 servos einbaut, denn mit den vorgebogenen Gestängen geht das nicht. Also wurde das Gestänge geändert und
 mit einem Gabelkopf versehen, der dann am Servo eingehängt werden kann. Der Mechanismus funktioniert
 hervorragend. Auch die Querruderanlenkung war einfach zu realisieren, obwohl die zarten Gabelköpfe des
 Bausatzes mein Sehvermögen und das Gefühl in den Fingern forderten.
 Der Einbau der Servos für Quer und Klappen bedurfte im Voraus der Umpolung zweier Servos. Der Grund dafür
 ist die beabsichtigte Verwendung meiner neu überholten Multiplex 434 Mhz (UHF) Fernsteuerung aus den
 Mittsiebzigern, die ja nicht so mirnix-dirnix  Mischungen ermöglicht. Daher verwende ich zwei V-Kabel wodurch
 eben die Umpolung je eines Klappen- und eines Querruderservos notwendig ist. Sowohl das Klappenservo als
 auch das Querruderservo wurden mit Superkleber angeheftet - fertig. Beim Einziehen des Servokabels in den
 Flügel ist der Stecker nur schwierig durch den Rippendurchbruch zu bekommen, aber es geht.
 
 Interessant ist bei dem Modell ja auch die Flügelbefestigung die ohne Gummiringe im Rumpf auskommt, da sie
 aus zwei die Flächenhälften verbindenden Stahlstiften besteht, welche jeweils im Flügel mit einer Klemm-
 schraube angeschraubt werden.
 Nun startete ich mit den Vorbereitungen der Montage des Seitenruders und des Höhenleitwerkes. Beim HLW ist
 die Anlenkung mit den Minigabelköpfen und Miniruderhörnern ein Geschicklichkeitsspiel der Sonderklasse. Also
 habe ich sie modifiziert und einen anderen Ruderhebel verwendet, damit der Anlenkungsstahldraht nur einfach
 abgebogen wird und so seitlich in die Löcher des Hebels eingeschoben werden kann. Durch die Steifigkeit des
 Stahldrahtes und des Bowdenzugrohres kann des Draht nicht von selbst aus dem Ruderhebel herausrutschen.
 Somit bleibt das Höhenleitwerk demontierbar. Dann wurde die EWD ermittelt und von 3,5 Grad auf 2,5 Grad
 verringert, sowie die Parallelität der HLW-Achse zu Tragflügelachse durch geringes Unterlegen auf einer Seite
 hergestellt.
  Das Seit
enruder wird mit der schmalen Dämpfungsfläche mit einem 6mm Rundstahl und einem Verdrehungs-
 schutzbolzen am Rumpf befestigt. Leider ist das im Rumpf eingelassene Rohr nicht genau im Rumpfmittel und
 nicht im rechten Winkel zur Flügelebene, sodass nachzuarbeiten war. Der Stahl wurde aus Gewichtsgründen
 durch einen Holzrundling gleicher Dimension ersetzt. Derzeit ist offen, ob die Seitenruderdämpfungsfläche
 angeklebt oder anderweitig befestigt werden soll. Ihre allfällige Entfernung erleichtert die Montage des
 Höhenleitwerks.
 Die Anlenkung des Seitenruders mit den dünnen Stahlseilen wurde ohne Verwendung der Minigabelköpfe rea-
 lisiert. D.h. die Seile wurden direkt durch die jeweilige innerste Bohrung im Lenkhebel gezogen, durch die
 Quetschhülse gefädelt, die Hülse gequetscht und schließlich die Quetschung mit Sekundenkleber gesichert.
 Servoseitig wurde ebenfalls eine andere Anlenkung gewählt: Beim Höhenruder erfolgt die Anlenkung durch
 einen Gestängeanschluss. Die Seitenruderseile wurden jeweils in eine Augenschraube eingefädelt, welche
 ebenfalls in Gestängeanschlüssen längenverstellbar befestigt wurden.
                       
 Während des Einbaues und der Anlenkung der Servos stellte sich schon heraus, dass meine Multiplex-
 434 Mhz-Fernsteuerung eben nicht mehr ganz auf dem heute bei Sendern üblichen Programmier-Standard
 steht. Es gibt noch keine Expofunktion, keine Mischer, auch keine variierbare Mischungsmöglichkeit Quer-Seite
 mit Übersteuerbarkeit des Seitenruders, sondern nur einen Kombiswitch. Das bedeutet, dass man wieder einze-
 lne Servos umpolen muss, dass bei geswitchter Schalterstellung die gekoppelten Servos auch in die gleiche
 Richtung wirken. Bei fortgeschrittenem Alter und doch schon merkbarer Sehschwäche fallen die Lötungen bei
 den Nanoservos schon verdammt schwer. Dann, die Ruderwegverkürzungen können nur je Knüppel auf einen
 Kanal geschaltet (gesteckt) werden. Dummer Weise ist mein Sender ursprünglich ein Mode 2-Gerät, sodass für
 das Höhenruder am linken Knüppel (weil ja eigentlich der Gashebel dort ist) keine Verkürzungsmöglichkeit
 besteht. - Ein Umbau ist zwar auch heute noch möglich, aber.... Und alle Mitten und Differenzierungen muss
 man wie ehemals mit den Anlenkhebeln und deren Positionen bewerkstelligen. Früher ging das auch alles,
 warum sollte es heutzutage nicht auch funktionieren.

 Noch ein Wort zum Empfänger. Der ist, verglichen mit heute, ein Riesending. Nachdem das Modell jedoch in
 der Nase ohnedies 300g Blei vorgeschriebener Weise benötigt, ist das Gewicht und die Größe des Empfän-
 gers ein Zusatzplus für die 434-Anlage. Ich möchte die Anlage dennoch verwenden, da ich davon ausgehe,
 dass ich damit weitgehend ungestört fliegen werde können. Somit geht es, dass ich mit meinem Big Lift die
 Rheinland hochschleppen kann, egal ob ich 35 Mhz oder 2,4 Ghz verwende, denn die 434 Hz sind weit von
 beiden Frequenzen entfernt. - So lernt man die moderne Sendertechnik heutiger Tage schätzen.
 
 Wenn ich so schaue, dann merke ich, dass ich mich schon beim Bau der Kabinenhaube und des Cockpits
 befinde. Tja die Flächen sind mit Servos bestückt, ebenso der Rumpf, es fehlen noch die V-Kabel für Klappen-
 und Querruderservos, aber das ist ja keine Hexerei mehr.  Das Blei wird noch ein wenig Kopfzerbrechen
 bereiten, denn es soll ja ganz nach vorn, und für Akkus ist auch noch Platz zu schaffen.  Also da gibt es noch
 Tüfteleien.....

 Bevor es noch zum Erstflug gekommen ist, habe ich das Modell verkauft / eingetauscht.

 

Bausatz die Knickfläche das Göttinger-Profil Bremsklappen vor Montage
montierte Bremsklappen Querruderantrieb Seitenruderanlenkung Höhenruderanlenkung
abgeänderte Seitenruderbefestigung  das "zarte" Höhenruder  Servos und Empfängereinbau   
die ausgebaute Pilotenkanzel  das fertiggestellte Modell 
   
das Original   dazu das Modell im Vergleich