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Wenn man sich sehr ernsthaft mit dem schönen Hobby Modellflug befasst,
kommt man unter Umständen
in die Situation, dass man in eine Funktionärslaufbahn hineinschlittert. So erlebt, - ich
weiß wovon ich spreche. Und so geschah es bei
mir:
Nachdem mein Club, der UMFC Wien (Obmann Hr.
Czepa), keinen Modellflugplatz
hatte, begab ich mich auf die Suche und fand den HSV
Burg Kreuzenstein und konnte mit dem Sektionsleiter
Freundschaft schließen und auf diese Weise den UMFC-Mitgliedern eine Flugplatz "besorgen".
Aufgrund des hervorragenden Modellflugplatzes
begann ich mich für naturgetreue Modellflugzeuge zu
interessieren und wurde sehr aktiv und entwarf
und baute meine Modelle (Skyvan, Saab Ö 105, PC 6 -
Turboporter) selbst und ohne Hilfe. Mit der Saab
wurde ich beim FMBC Austria 1978 zu einem
Stand-Off-Scale-Wettbewerb eingeladen, ja fast genötigt. Ohne
jegliche Wettbewerbserfahrung und Regelkenntnisse trat
ich an und konnte trotz Absturz im Landeanflug unter
den 70 (!, so vielen wie nie wieder danach) Teilnehmern
noch den vierten Platz erreichen. Das motivierte mich
natürlich sehr, doch bemerkte ich, dass bei mir ein
Manko betreffend der Wettbewerbsregeln bestand.
Der ehemalige Bundesfachreferent Dr. Schneider und
sein künftiger Nachfolger Dr. Loebenstein begannen damals
mit der Erstellung und Veröffentlichung des Regelwerks.
Ich bekam dann Hinweise wo was zu finden sei. Mit dem
neuen Bundesfachreferenten F4C, Dr. Loebenstein, ergab sich
dann daraus später eine Art
Freundschaft. - Im Zuge des Regelwerkstudiums
durfte
ich den Bundesfachreferenten unterstützen und bei der
Werbearbeit für die Scale-Modellflugklassen
konnte ich ihm
gewisse Arbeiten abnehmen. Die Teilnahme an einem
Punkterichterkurs bei ihm war das Non plus Ultra. Durch diese mehrjährige
Zusammenarbeit mit ihm lernten mich die österreichischen
Scalepiloten, quasi als Mittelsmann zwischen ihnen und
dem Dr., kennen. Eines Tages kam es, dass Dr. Loebenstein nicht mehr genug Zeit hatte (wurde Primar) und
er die Funktion abgab. Damals meinten die
Piloten, dass ich doch das weiter führen soll und ich
wurde zur Übernahme des
Fachreferentenjobs aufgefordert und bin
gewählt worden. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn an
der Spitze zu stehen, ist nicht Meines.
Innerhalb von etwa 6 Jahren gelang es mir mit
intensiver Arbeit, das Interessan an der Scalefliegerei
in den österreichischen Clubs zu steigern und
sie zu Wettbewerbsveranstaltungen zu motivieren. Einige
Punkte- richterkurse folgten, um für die
Wettbewerbe auch ausreichend Werter zu haben.
Die
Aktivitäten eines Teilnehmers, meines späteren Freundes Karl Petz,
ließen aufhorchen und er wurde zu einem hervorragenden österr.
Scaleflieger, der zur Weiterentwicklung
der Klasse erheblich beitrug. Leider war Petz mit seiner internationalen
Erfahrung den meisten österreichischen Scalefliegern
langsam ein Dorn im Auge geworden, da er einfach immer
besser war - und das konnten einige nicht verkraften.
Seinen Neidern kam es gelegen, dass Petz sich
mit unsportlichem Verhalten wegen einer Fehlbewertung
bei der WM ins Abseits stellte (er wurde für
zwei Jahre gesperrt) und er seine
Aktivitäten in F4C in Österreich einstellte.
Damit
kam für mich auch der Moment der Besinnung. Nach dem
Streit wegen Petz und wegen der nicht
ausreichenden Qualifikation eines steirischen
Modellfliegers (der später Fachreferent
geworden ist), legte ich meine Funktion nieder.
Bestärkt auch deswegen, da der amtierende (steirische)
ONF,Gottfried Schiffer, hinter meinem Rücken
mit ihm gegen mich zusammenwirkte. - Der Ausstieg war auch aus
einem anderen
Grund notwendig geworden, nämlich wegen der Sorge um meinen
fünfjährigen Sohn, dem ich vorher
nicht die gebüh- rende Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Heute bereue ich das.
Obwohl mir bei der
F4C-Sitzung wieder einstimmig das Vertrauen geschenkt
wurde, auch von den Gegnern, lehnte ich ab
und schlug einen bestens entsprechenden Nachfolger vor.
Otto Schuch war es, der die Geschäfte perfekt
weitergeführt hat.
Meine
Leistungen als Bundesfachreferent F4 und als
Mannschaftsführer bei zwei Weltmeisterschaften bewogen den
ÖAeC Bundesvorstand schon zu einem frühen Zeitpunkt, mir das silberne und das
goldene Ehrenzeichen des ÖAeC zu verleihen. Ich habe
mich sehr über die Auszeichnungen gefreut und habe mich
dadurch sehr motivieren lassen.
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