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In Erinnerung an meine Jugend fiel mir
ein, dass ich einmal von meinen Eltern einen
alt aussehenden Schnellzugwagen aus der DDR bekommen
habe. Es war ein Oberlicht-Speisewagen der
Firma Schicht, der mit Innenbeleuchtung und -ein- richtung
ausgestattet war. Am Kleinbahngleis leuchteten die
Tischlampen im Wagen, was mich sehr
beeindruckte und mir bis heute gefällt.
Zum Versuch einen
"kleinen Orientexpress" zusammen zu stellen, beschaffte
ich mehrere Oberlichtwagen von Schicht und
Liliput, die an einer BR 38 hängen sollten. Doch
die BR 38 sprach mich nicht an, sodass ich auf einen
günstige und schwere BR 18 Ausschau hielt. Da
kam mir das Angebot der BR 18 von Trix International sehr
gelegen. Das ist noch alte Technik und wie für die
Ewigkeit gebaut.
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BR 18.601, Trix Express
International
Video |
Das
Service
Die Lokomotive
macht äußerlich einen sehr guten Eindruck, doch war nich zu
übersehen, dass der Vorbesitzer offenbar die Kupplung
zwischen Tender und Lok gekürzt hat. Wenn in der
Bogenfahrt dadurch kein Problem auftritt, ist es mir recht.
Das Motrogeräusch der Lok ist etwas rauh, was auf zu
geringes Zahngrundspiel zurück geführt werden kann.
Außerdem läuft die Lok nicht ganz rund, will heißen,
dass hier Arbeit auf mich zukommt, jedoch denke
ich, dass diese Reparatur keine große Sache werden
sollte.
Nun, da eine Betriebsanleitung der Lok vorhanden ist,
konnte das Gehäuse rasch abgenommen werden. Zu sehen
war ein neu aussehender Motor samt Getriebe. Öl sah der
Antrieb bisher wohl kaum. Wegen der rauen Laufgeräusche
wurde das Zahnspiel des Motorritzels neu eingestellt,
wobei auf dem Rollenprüfstand der Motor so
justiert wurde, dass er am höchsten dreht und die
Antriebsgeräusche deutlich geringer waren. Auch der
Schneckenantrieb der Radachsen wurde kontrolliert und
leicht geölt.
Nach dem Zusammenbau wurde
eine Probefahrt am Testoval begonnen. Sofort fiel auf,
dass es Fahrwerks- probleme gibt. In der
Bogenfahrt in einer Fahrtrichtung begann sich das
Vorlaufdrehgestell aufzustellen und mehrmals
folgte eine Entgleisung. Dabei entgleiste oft die letzte
Antriebsachse obwohl in der Bogenfahrt zu sehen
war, dass die erste Antriebsachse aufzusteigen begann.
In der Rückwärtsfahrt traten all diese Probleme nicht
auf. Außerdem war bei langsamer Fahrt zu hören, dass
etwas mit dem Kurbeltrieb nicht stimmt.
Zuerst
wurde jedoch dem Problem des Vorlaufdrehgestells
nachgegangen. Es stellte sich nach lengen Tests heraus,
dass die Halterungslasche des Drehgestells nicht
ausreichend Freiweg in der Höhe hatte und außer- dem
in einer Richtung seitlich nicht genügend weit
ausweichen konnte. Es gelang durch ein wenig Abfräsen am Drehpunkt
der Haltelasche das Problem zu lösen. In jeder
Fahrtrichtung bleiben die kurveninneren Räder nun immer
auf dem Schienenkopf. - Also doch keine einfache
Servicegeschichte.
Jedoch löste die
Drehgestellüberarbeitung das Entgleisungsproblem nicht.
Jednefalls war zu erkennen, dass die
Haftreifen der vorderen Achse über die Radlauffläche
vorstand, was den ohnedies seltsam niedrigen Spurkranz
(vom Vorbesitzer abgedreht?) natürlich noch leichter aus den Schienen hebt. Folglich
kam es zum Tausch der vorderen Haftreifen.
Bei
der Zerlegung der Zylinderhalterungen und Steuerungen
trat der Verdacht auf, dass die Räder zur jeweils gegenüberliegenden
Stellung falsch auf den Achsen saßen. Üblicher Weise
haben meine Loks diese Stellung so, dass dabei
ein 90-Grad-.Winkel vorliegt. Bei dieser Lok standen die
Ausgleichsgewichte einander jedoch fast 150
Grad gegenüber. Nach der Bereinungung der
Fehlstellungen, was wegen der schwachen Haftung der Kunststoffbuchsen
auf den Achsen, die für meinen Geschmack leider viel zu
gering ist, die Justierung erleich- terte,
ergab sich Verbesserung. Die
nachfolgende Probefahrt mit den neuen, dünnen (und
leider etwas schmä- leren) Haftreifen bewieß die richtige
Radstellung, denn nun lief die Lok auch in
Langsamfahrt rund und rucklos. Allerdings lag noch immer
eine leichte Entgleisungstendenz vor, die durch die
Spurweiteneinstellung der Antriebsachsen verbessert
werden konnten.
Auf jeden Fall konnte nun
die am Trafo eingestellte Vorwärtsfahrtgeschwindigkeit
etwas erhöht werden, ohne dass eine
Entgleisung erfolgte und die vorderen Antriebsräder
nicht mehr aufstiegen. Es zeigte sich bei den Probefahrten
jedoch, dass der Schwerpunkt der gußeisernen Lok sehr
hoch liegt und sie daher leicht aus den Schienen
kippt; bei der Rückwärtsfahrt verträgt die Lok seltsamer
Weise mehr
Fahrt. Das Getriebegeräusch ist während der Testfahrten
ein wenig leiser geworden, wobei es bei der
Rückwärtsfahrt noch etwas leiser ist.
Inzwischen
konnte ich eine sehr günstige Trix Express BR 01
beschaffen. An der wurde versucht, die Radsätze abzudrehen,
da ein neuer Radsatz für die Lok über 60.- € teuer
ist und kaum ein Radsatz angeboten wird. Bei der
Arbeit an der BR 01 fiel auf, dass der Spurweite eine
wichtige Rolle zufällt, die für eine reibungsarme Bogenfahrt
ausschlaggebend ist. Also die Spurweite wurde auf innen
14mm eingestellt. Das auch deshalb, da ich die
Spurkränze eher ein wenig dicker gelassen habe und ca.
1,5mm hoch.
Davon gelernt, wollte ich die
Fahreigenschaften der BR 18 weiter verbessern. Bei der
Lok hakt es ja auch an ungenügend fest auf den
Achsen sitzenden Kunststoffbuchsen der Radscheiben.
Tatsächlich konnten durch die Verringerung der
Spurweite auf 14mm die Fahreigenschaften im Bogen
verbessert werden. Als jedoch das Gehäuse
montiert war zeigte sich, dass irgendwo ein kleiner
Kurzschluss zustande kam. Nach Abnahme des Gehäuses
blieb jedoch der Kurzschluss bestehen und die Lok
ruckelte kläglich. Also musste nach dem neuen Fehler gesucht
werden.
Durch die Zerlegung der 01 wissend,
begann ich nun auch das Fahrwerk der 18zehner zu
zerlegen. Alles wurde mit Spezialbenzin
abgewaschen und danach die Radachsen mit der Beißzange
an den Enden eingekerbt. Das kann helfen, dass
im Verbund mit Loctide Haftmittel die Räder künftig
besser in Position bleiben werden. Das Problem
mit dem Seiten- und Höhenschlag der Radscheiben ist
damit aber noch nicht gelöst. Den Seitenschlag kann
man mühsam bei ausgebautem Schneckentrieb optimieren,
den Höhenschlag mit neuen, nicht gequolle- nen
Haftreifen (die nicht mit Waschbenzin zusammentreffen
dürfen!). Die Haftreifen werden erst nach deren Lieferung
neu montiert. Durch die neue Befestigung
der Räder auf den Achsen und ihre richtige EInstellung
läuft die Lok nun besser. Auch beí erhöhter
Spannung bleibt sie im Gleis. Grund dafür dürften die
provisorisch montierten Haftreifen auf der
ersten Achse sein, die mit den nur 1mm hohen
Sprurkränzen eine bessere Radführung ergeben. Einzig ein Kontaktproblem
besteht bei umgekehrter Lokfahrt. Um das zu verbessern
wird am Vorläufer ein zusätzlicher Radschleifer
eingebaut. Wie die Testfahrten zeigten wurde der Fehler
dadurch nicht behoben. Also musste am letzten
Drehgestell des Tenders Radschleifer nachgerüstet
werden. Siehe da, jetzt darf ich zufrieden sein, die Lok
läuft elektrisch perfekt.
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die Zerlegung beginnt |
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Motor und Getriebe wie neu |
Draufsicht auf das Fahrgestell |
... die Unteransicht |
Anblick der Radantriebes |
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die Zylinder sind abgebaut um zu den vorderen
Haftreifen zu gelangen |
Abbau der Radscheiben zur Reinigung |
auch das Fahrgestell muss sauber werden |
nachgerüstete Radschleifer |
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