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Bei der Aufarbeitung von mehr oder weniger
brauchbaren DDR-E-Loks und einem Triebwangen
aus der alten Bakelit-Aera, aus den 1950iger Jahren und
danach, traten diverse Probleme auf. Um für
spätere Tage die gerade aktuellen Erfahrungen bei
der Instandsetzung oder Wartung dieser "Universalmotore"
in Erinnerung zu behalten, schreibe ich mir
die wichtigen Arbeiten auf. Mag sein, dass echte Spezialisten
mehr wissen und können, mir reichten die hier
beschrie- benen Reparaturen und Arbeiten, damit
die Motore wieder zufriedenstellend funktionieren und in
den Fahrzeugen eingebaut werden können.- Man
merkt, dass Sparsamkeit bei der Materialwahl und der
Herstellung der DDR-Loks, deren technische
Ausfertigung beeinflusst hat. Dennoch muss ich sagen, dass die einfachen Fertigungsmethoden doch
dauerhafte Motore geliefert haben. |

Standardmotor aus der Bakelitaera
Video |
Ein Motor wird überholt
Viele Motore aus meinen Piko Los wurden von
Vorbesitzern bereits "behandelt" und die hinterlassenen
Spuren zeigen, dass nicht unbedingt Fachleute
am Werk waren. Natürlich ist es schwierig, ohne
passendes Werkzeug, bestimmte Arbeiten
ordentlich durchführen zu können und mangelt es daran,
dann sieht man die Spuren an allen Ecken und
Enden. Ich möchte mich nicht als Fachmann in Sachen
DDR-Loks sehen, doch habe ich bereits einige
Erfahrung sammeln können, die mir die erfolgreiche
Instandsetzung meiner Motore und Loks
ermöglicht haben.
Oft werden die zur Verhinderung von
Funkstörungen angelöteten Kondensatoren und
Drosselspuren entfernt. Natürlich fährt
die Lok auch ohne diese Dinger, doch im Radio- oder
Fernsehgerät kann das zu Störungen führen.
Die Bauteile sind sicher nicht schuld daran, dass ein
Motor nicht oder schlecht läuft. Die
häufigsten Störungsquellen bei den Motoren
Bevor
ich einen Motor in Arbeit nehme, versuche ich ihn laufen
oder am Gleis fahren zu lassen. Dabei zeigt sich meist schon, woran es
krankt. In vielen Fällen führen Überölung und
fehlerhafte Kontaktgabe bei den Schleifkohlen zu
Laufproblemen. Hier hilft generell nur, den
Motor ganz zu zerlegen und ihn mit Waschbenzin
zu reinigen. Weiters gibt es mit den Achslagern
probleme, die wegen zu großem Spiel dazu führen, dass
die Antriebszahnräder nicht mehr genügend tief
ineinander greifen. Mehr darzu ist unten beschrieben.
Die Reparatur
Wird ein Motor zerlegt, muss
man darauf achten, dass die Distanzscheiben auf
den Schrauben mit den Rundschlitzmuttern,
zwischen dem Eisenkern und dem vorderen und
hinteren Alu Lagerschild, genau abg- elegt werden. Die
Scheiben können unterschiedlich dick sein, daher muss
jedes Scheibenpaket beisammen bleiben! Wird das
nicht beachtet, kann die Ankerwelle oder die
Getriebezahnräder in ihrer Drehung durch Ver- spannung beeinträchtigt werden. Die Kontaktfeder für den Blechbügel der
zur Stromversorgung der Stirnbeleuchtung dient, muss
nicht abmon- tiert werden. Ebenso können die
Spulen und Kondensatoren bleiben. Vorsicht
ist auch beim Anker und seinen am Kollektor
angelöteten Wicklungsdrähten angebracht. Die Lager
der Zahnräder sind zu reinigen und vor dem
Zusammenbau mit einem kleinen
Tropfen Modellbahnöl zu schmieren. Am
Kollektor, der bei meinen Motoren meist aus
messingfarbenem Metall bestand, sollte die Lauf- fläche
zart überdreht, oder zumindest etwas beschliffen
werden. Um zwischen den Kollektorteilen einen Kurz- schluss
zu vermeiden, müssen die Zwischenräume von Grafit- und
Metallspänen gereinigt werden. Ist eine
Ankerwicklung beschädigt, kann der Motor nicht selber
anlaufen! Mit Vorsicht kann man von der Anker- spule
eine Windung Draht abwickeln und den Draht neu anlöten. Weiters
kann es vorkommen, dass sich der komplette Anker auf
der Achse durchdreht. Der Anker ist nämlich auf
der Welle angeschraubt!
Der Kunststoffteil
mit den Schleifkohlenhaltern und den Anpressfedern
muss auch gut gereinigt werden. Die Kohlenhalterungen
müssen innen gut gesäubert werden, damit die Kohlen
leichtgängig bleiben und der Druck der
Anpressfedern ausreichend stark für gute
Kontaktgabe ist. - Die Anpressfedern sind heikel und
dürfen nicht zu viel und oft verbogen werden.
Wichtig ist, dass der Teil der auf der Kohle aufliegt,
nicht eine Punktberührung hat und im Schlitz
der Kohle liegt. Der Federteil auf der Kohle ist ggf. so
zu biegen, dass er im Schlitz großflächig aufliegt
aber nicht an der Halterung anliegt, sodass der
Anpressdruck dadurch - wird.
Beim
Zusammenbau des Motors muss darauf geachtet werden, dass
die Distanzscheibenpäckchen wieder an der
gleichen Stelle montiert werden. Mit der Hand kann an
den Rädern gedreht werden, um zu sehen, dass der
Anker frei läuft. Danach können auch die gereinigten
Schleifkohlen (eine Graphit, eine Metall) eingesetzt werden.
Ein Probelauf zeigt ob die Überarbeitung des Motors
erfolgreich war.
Der Antrieb der Achsen
erfolgt durch das große Motorzahnrad und die
Achszahnräder, wobei hier oft alters- bedingte
Schäden zu beklagen sind. - Grundsätzlich sind die Achsen in
speziell geformten Kunststoffbuchsen
gelagert, die in das Alublech des Eisenkerns eingeschoben
werden. Um die Lagerbuchsen im Alu zu halten, werden
die Lager beider Achsen durch einen Blechbügel mit
zurechtgebogenen Laschen seitlich
im Alumi- nium gehalten, damit sie nicht herausrutschen
können. Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn die Achszahnärder
an den Rädern nicht genügend tief im großen
Antriebszahnrad Eingriff haben oder
durch zu viel seitliches Achsialspiel ausser EIngriff
kommen, sodass der Zahradeingriff nicht mehr
funktioniert. Die
Reparatur der Lagerbuchsen ist schwierig, da nur die Erneuerung oder der
Tausch der Lagerbuchsen auf der Achse hilft. Dazu
wäre es erforderlich, beide Laufräder von der Achse
abzuziehen und die Lager- buchsen auszuztauschen oder zu
erneuern. Schwierig ist das nachfolgend erforderliche exakte Aufpressen
der Laufräder, denn die sitzen danach nicht mehr so fest
bzw. meist nicht mehr ohne Seitenschlag auf der Achse.
Daher ist davon eher Abstand zu nehmen. - Das
gegenseitige Austauschen der vorderen mir der hin- teren Achse könnte
eine kleine Verbesserung bringen. Gleichzeitig können
mit den Blechlaschen des Blech- Achshaltebügelsbügels die Lager auf der
zahnradlosen Räderseite so weit nach außen geschoben
werden, sodass die Zahräder zum Alublech gezogen werden,
somit einen breiteren Eingriff im großen Zahnrad be- kommen
können.
Bei meinem als Reserve gekauften Motor fehlte
der Achshaltebügel. Aus einem Alu-U-Profil
5x5mm wurde ein Bügel angefertigt. Mit den verbogenen Laschen
können die Achslager nach außen gedrückt werden, da- mit
die Räder mit den Zahnrädern einen deutlich
besseren Eingriff mit dem Antriebszahnrad haben. Der
Motor ist ab sofort wieder einsatzfähig.
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ein schöner kompletter Motor |
vorderes Lagerschild abgenommen |
der Anker |
Kollektor überarbeitet |
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Motor mit mangelhaftem Antrieb |
Blechbügel abgenommen |
Achsen ausgebaut |
Achsen umgetauscht und montiert |
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überarbeitet: vorderes Lagerschild |
hinteres Lagerschild |
Untersicht großes Antriebszahnrad |
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Ansicht Getriebe und Lagerbuchsen |
Motor mit selbst angefertigter Achshalterung |
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