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    E 46 0701 (Piko, Bakelit)  -  Restauríerung, Service
 
 
 
 
Ich habe inzwischen zwei E 46 0701 angeschafft, von denen ich eine Restaurie-
 ren, die zweite in Anlehnung an die tschechische E 499 umlackieren möchte.
 Von dieser farblich anderen Loklackierung gab es von Piko ja auch eine ähnlich
 aussehende E 46. Für diese Loks zahlt man sehr hohe Preise, also muss so eine
 ähnliche Lok in Eigenfertigung entstehen. In diese Richtung soll jedenfalls das
 Projekt laufen. Wie es gelingt, das wird man am Ende sehen.

 Dieses "Blau-/Weiss-Projekt" ist mit vielen zusätzlichen Detailarbeiten gespickt,
 denn die Lackierung bedarf einiger Vorarbeiten. Technisch sind grundlegende
 Reinigungsarbeiten erforderlich, die das Fahrgestell und den Motor betreffen.
 Und eine Verdrahtung der Beleuchtung kommt anstelle der ausgeklügelten Kon-
 taktgabe über Blechteile.


DR E 46 0701
Video

 Servicearbeiten an der ersten E 46 0701

 Zu Beginn wurden die Stromabnehmer demontiert, damit die Schrauben für das Gehäuse gelöst werden kön-
 nen. Jetzt konnte das Gehäuse abgenommen und die Blechgewichte beiseitegelegt werden. Wichtig ist, dass
 die Höhe der Lämpchen wie im Originalzustand bleibt, also 3 Platten unter der Lichtplatte. 

 Der nächste Schritt bestand in der Reinigung des Motors. Wie bei allen anderen Loks war auch hier zu erken-
 nen, dass schon vorher diverse Eingriffe erfolgt waren, was an einigen "Spuren" zu sehen waren. So weit
 möglich habe ich mich an Bildern aus dem Interent orientiert, die den Originalzustand der Lok zeigten.

 Da ich nun schon die Lokserie und ihre "Schwachstellen" kenne, habe ich die Lämpchen beidseitig mit einem
 Kabel verbunden, damit die Wackelei und Flackerei ein Ende hat. Danach konnte die Lok wieder komplettiert
 werden, um in einer längeren Fahrt zu zeigen, dass alles korrekt funktioniert. Jedoch wegen nachlassender
 Fahrgeschwindigkeit musste das Gehäuse nochmals entfernt werden. Nach neuerlicher Reinigung des Ankers
 mit Waschbenzin fuhr der Motorteil zwar, wurde aber auch wieder langsamer. Nun wurden die Schleifkohlen
 angesehen und die sahen seltsam, wie abgebissen, aus. Sie wurden plan gefeilt und wieder eingebaut.  Da
 noch keine Schmierung vorgenommen worden war, kam also Öl auf den Anker- und den Getriebezahnradla-
 gern zum Einssatz und siehe da, jetzt schnurrt der Motor wieder.

 Nach der Montage des Gehäuses wurden kleine Lackausbesserungen vorgenommen und eine Testfahrt
 unter Belastung mit dem Schienenschleifwagen und drei Trix Express Blechwagen durchgeführt. Alles schien
 fünf Minuten lang zu funktionieren, doch plötzlich bremste sich die Lok wieder ein. auch nach abhängen der
 beleuchteten Schnellzugwagen fuhr die Lok kaum mehr. Hingegen sah man Blitze bei einem der Räder. Also
 wieder die Lok zerlegt und der Motor am Gleis getestet. Nur mit Handanschub begann er zu laufen, wobei es
 aus dem Bereich des Ankers erheblich herausblitzte.

 Nun musste der Motor komplett zerlegt werden und der harte Schmutzbelag bei den Zahnrädern mit Wasch-
 benzin entfernt werden. Der Anker konnte nun auch besser gereinigt werden und dabei konnte auch der
 Fehler gefunden werden. Vermutlich wurde von mir bei der Reinigung des Ankers von außen, eine lose Win-
 dung mit dem harten Pinsel abgerissen, wodurch der Anker anstelle dreipolig nurmehr zweipolig versorgt war,
 was das unwillige Anlaufen des Motors usw. erklärt. Der wegstehende Draht verursachte die Blitze, wenn er
 gegen Masse Kontakt bekommen hat. Weiters fiel auf, dass die getriebeseitige Lagerbuchse der Ankerwelle
 aus der Halterung herausgefallen ist. Die Lagerbuchse wurde vorsichtig in ihre Aufnahme eingepresst (Grafit-
 buchse = benötigt kein Öl !) und mit Hilfe von Loctide fixiert. Um ein abgerundetes Motorservice zu haben,
 musste die Ankerplatte mit Schleifpapier überarbeitet werden.

 Schließlich wurde (unnötig) dezent Öl auf die Lagerstellen der Zahnräder und auf die Ankerwelle gegeben.
 Danach konnte der Anker eingeschoben und die Kohlenhalterplatte wieder festgeschraubt werden. Die Ein-
 bringung der Schleifkohlen war rasch erledigt und der Antriebsmotor konnte wieder eingebaut werden. Nach
 dem Anlöten der Stromversorgung für die Beleuchtung wurden die Blechgewichte genau eingerichtet und das
 Gehäuse aufgesetzt und angeschraubt.

 Die neuerliche Probefahrt verlief zufriedenstellend. Nach der Montage der Stromabnehmer wurde sie ausge-
 dehnt fortgesetzt. Dennoch schein die Lok auch nach gut einer Stunde Testfahrt nicht die gleichen Fahrleis-
 tungen erbringen zu können, als die beiden anderen Loks. Der Motor nimmt deutlich mehr Strom auf bevor
 er sich zu drehen beginnt. Außerdem beginnt die Lok bei Vorgabe des Höchststromes, diesen nur langsam
 zu verarbeiten und die Fahrgeschwindigkeit nur langsam zu erhöhen. So etwas las ich schon anderswo, dass
 es das geben kann. Mein Verdacht fällt dabei auf die beiden eingegossenen "Dämpfungsspulen" (?), doch
 ob die wirklich schuldig an dem schwachen Betrieb sind, ist fraglich. Auffällig ist auch, dass der Trafo nach ei-
 nigen  Runden der Lok, mit angehängten drei beleuchteten Trix-Blech-Waggons, abzuschalten beginnt, da die
 Stromaufnahme zu hoch ist. -  Jetzt bin ich froh, dass die Lok jetzt gut läuft und dass das hoffentlich lange so
 bleibt. Ich teste noch weiter......

 Wochen später wieder eine Fahrt der Lok, bei der sich in einer Fahrtrichtung auf geradem Gleis, scheinbar
 die Räder des Antriebsmotors durchdrehten. Nun machte mich das neugierig und ich hantierte wieder an der
 Lok herum. Plötzlich fällt ein Drehgestell und auch der Motor aus dem Gehäuse heraus: die Haltefeder am
 Drehzapfen ging verloren.  - Nun hatte ich also wieder Arbeit.

 Letztendlich konnte ich feststellen, dass die Räder nicht  durchdrehten und dadurch Antriebsleistung fehlte,
 sondern, dass die angetriebenen Achsen durch ihr großes Seitenspiel bzw. wegen Abnützung der Verzah-
 nung, aus dem Zahnradeingriff herausrutschten. Dem kann man durch verbiegen der Blechlaschen an dem
 Achshaltebügel entgegenwirken. Seither läuft die Lok sehr gut.

 Lampentausch: Um die Zugspitzenbeleuchtung besser sichtbar zu machen, dürfen nur lange Lämpchen ein-
 gebaut werden. Mit kürzeren Lämpchen ist die Beleuchtung nur schlecht sichtbar.

 Nach nahezu zwei Stunden Fahrt und Spieles des Enkels  mit Spielzeugautos beladenen Waggons, läuft die
 Lok noch immer erfreulich konstant gut.

 Und in Kürze werde ich mich den Umlackierungen dieser Loktype in die Version weiß/blau, ähnlich der CSD
 E 499, und  Dunkelgrün, ähnlich BBÖ E 1041,widmen.


       
       
       
die Blechgplattenstapelung original    das originale Antriebsgestell  Antriebsgestell nach Service 
 
der zerlegte Motor mit Schmutz der gereinigte und reparierte Anker rechts sieht man die Verdrillung der gerissenen Windung  
       
 Lokomotiv-Vergleiche E 46 und Sammlung aller DDR-Altbauloks von Gützold/Piko 
       
meine Loks E 44 und E 46   Umlackierte E 46 als E 499 und E 1041  
 E 46 0701 und umlackierte Varianten    E 44 alle Typen