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Von Beginn an:
Also meine
Klemm-Familie basiert jeweils aus einem Bauplan einer
bekanten Scale-Modellbauzeitschrift. Beide Modelle
wurden etwa um 1993 von Franz Maierhofer gebaut.
Ich kaufte sie ihm ab und nahm anschließend an einigen
F4C- und Semis Scale-Wettbewerben mit gemischtem Erfolg
teil. Zuerst kam die kleine Elektro-Klemm mit
ca. 1,8 m Spannweite auf's Flugfeld. Das leichte Modell ermöglichte es
damals, mit einem MPX-Getriebemotor mit fixem
Propeller,
mit einem 8 Zellen NiCd-Akku ein komplettes F4C-Scale-Flug- programm
samt Figur "Durchstarten" und Kunstflugfiguren zu absolvieren,
was je nach Windverhältnissen bis zu 12 Minuten!
dauern konnte.
Später kaufte ich die große Variante M 1:4,9 mit 2,6m
Spannweite und baute einen OS 91 FS Surpass
ein, der eine Klasse für sich war, da er immer perfekt
gelaufen ist. Als ich die Modelle
liegen ließ, weil ich mir mit Porschefahren meine
Freizteit ver- trieb, schenkte ich die kleine Variante Freund Albert.
Er kam damit leider nicht so gut zurecht;
schade. Das große
Modell überlebte lange unbeschädigt, bis ich es verkaufte. Dieses
Modell war bis auf die Randbögen weitestgehend maßstäblich nachgebaut.
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der große Klemm 25 d VII R
Video

die kleine Klemm
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Die
Wiederinbetriebnahme meines "Methusaelm der Lüfte"
In
früheren Zeiten war ich mit meinen "nicht auf den Punkt
gebrachten" Scalemodellen auf mehreren Wettbewer- ben. Auch mit der Klemm erreichte ich in kleinen
Starterfeldern manchmal auch die vorderen Ränge. Das Mo- dell flog gut
doch war es für mich nicht mein Topmodell. Das Modell
musste damanls pflegeleicht,
überschaubar und mit guten unkritischen Flugeigenschaften
sein, damit ich Modellflug neben dem Beruf ausüben
konnte. Der Bau-und Trainingsaufwand war nur
begrenzt möglich. Zusammengefasst war die große Klemm ein Modell, wert zur Aufbewahrung für spätere Einsätze.
Nun,
nach 20 Jahren wird
also diese große, M 1:4,9, Klemm 25 d VII R, entstaubt und reaktiviert. Ein Update
der Empfangsanlage steht auch an, obwohl die Microprop
PCM von damals auch heute noch problemlos funk- tioniert. Dennoch möchte ich heute die Vorteile meiner (heute
schon alten) MC 18 / 35 Mhz nicht mehr missen, denn Expo usw. ist
schon einen gute Sache, wenn man es
braucht. Die Heimholung
in die Fliegerwerft, sprich meine Garage, klappte und die Zerlegung konnte beginnen.
Doch wo ist
eigentlich der Empfänger?, wo der Tank???- Hmm? Wie
lässt sich die Motorhaube abnehmen, da war
doch soooowas, irgendwie, irgendwoooo......? In 20 jahren vergisst man einiges.
- Deswegen gibt es diese Homepage - zum nachlesen und
nachschauen.
Um für eine spätere
Reaktivierung eine Gedankenstütze zu haben, schreibe ich
jetzt alles mir Wichtige auf:
Der Bugoberteil der
Alu-Motorhaube ist mehr oder weniger fix und braucht nicht
abgeschraubt werden wenn man zum Motor möchte!
- Der Unterteil,
er ermöglicht den direkten Zugriff zu allen Motorteilen
samt Auspuff- system, ist mit zwei Schrauben an der Vorderseite
der Haube befestigt. Also zwei Schrauben vorn und zwei auf Höhe Vergaser, die man ansonsten nicht
erreichen kann. Das ist ja auch
nicht notwendig, denn sie führen und halten die Haube in
je einem "Ausziehschlitz". Die Demontage geht also so: Die Düsennadelverlängerung
ausbauen, dann die beiden
vorderen Schrauben durch die Front-Lufteintrittsöffnung
deutlich lösen und die Haube in Richtung Propellernabe vorschieben bis sie in den
Führungsschlitzen und den Ausnehmungen für die
Schraubenköpfe frei kommt. Fertig.
Der Akku und
früher auch der doch noch massige PCM-Empfänger, sind im
Rumpfbug nach dem Feuerspant
untergebracht. Auf
der Rumpfunterseite nach dem Motorspant ist eine
Abdeckung aus Alublech. Nach deren Entfernung hat man Zugriff zum Empfänger, dem Empfängerakku (heute NH
Eneloop 2000/5Z) und früher einer Einzelzelle für die Leerlaufglühung (NC 2400) und zum Auspuffrohr.
Die obere
Rumpfabdeckung vor dem Cockpit aus Alu ist ebenfalls abschraubbar und ermöglicht
den Zugang zum Tank und zum Gasservo (und ehemals,
dem
Mikroschalter für die Glühung).
Und hinter dem Cockpit,
dort wo der Kofferraum ist, kann der Deckel
geöffnet werden und man erreicht die Servos für Höhe und
Seite. - So das wärs also
zum Thema was ist wo und wie komme ich dort hin.
Der vor langer Zeit verwendete Sprit mit
Synthetiköl, etwas Rizinusöl und 5% Nitro hat zwar
leichte Spuren am
Motorgehäuse hinterlassen,
war aber im Motor gnädig und hat kaum Rost gebildet.
Natürlich wurde der Motor damals vor der
Lagerung zusätzlich gut
eingeölt und durchgestartet und das Öl dürfte sich dabei
gut verteilt und die Rostbildung verhindert haben. Nun
ging es an den Neustart. Der Tank und seine Innereien
wurden geprüft, dann vollgetankt und der Motor ohne Motorhaubenunterteil
gestartet. Da ich mit der Bedienung der Choker_ klappe
nicht glücklich wurde, - man kann einen Inbusschlüssel
in die Haube einführen und gelangt in ein Über- schubrohr,
welches den Schlüssel in den Schraubenkopf führt und das
schließen der Chokerklappe ermöglicht. Dann
musste der Starter herhalten
und durch die Propellerdrehung ansaugen - und .... knatter der Motor
mal, läuft er alsbald mit voll geöffneter Gastrimmung an. Erläuft
auf Anhieb und ohne raues Lagergeräusch und fast ohne Einstellungsänderung. Auch der Vollgas und
Leerlauftest funktionierte gut, sodass der Glühakku
unnötig und entfernt werden konnte. Beim Auspuffrohr musste der Silikonschlauch zur Abdichtung erneuert werden. Dort wird es sehr heiß und das vertägt nicht jeder
Silikonschlauch. Der nachfolgende Probelauf war erfolgreich.
Die
Fernsteuerung wurde nun geprüft und es mussten einige
Drehrichtungen und Servomitten geändert werden. Wieder tauchte eine Frage auf, wie war denn das mit
dem Expo damals? Das hat es mit den modernen
Moduleinschüben zwar auch schon gegeben, doch
ich weis nicht ... habe ich das damals verwendet? Nein. Der
Erstflug wird es zeigen wie und was mit einer moderneren
Anlage eingestellt werden kann. Jedenfalls habe ich zu
den baulich begrenzten, maximalen Ruderausschlägen
vorsorglich beim Querruder ein Expo von 25% und bei der Höhe von 20% eingestellt. Aufgrund der Modellgröße und dem
Charakter des Modells werden die möglichen Ausschläge
genügen, so wie das vor bals 20 Jahren ja auch der Fall war.
Der
erste Start ...
fand bei
leichtem westlichen Querwind statt. Zuvor wurde ein
Rolltest gemacht, denn aus dem Gras heraus wurde der Flieger
noch nie gestartet. Obwohl die Räder 100 mm Durchmesser
haben und das Gras gemäht war ergaben sich die üblichen
Zweibeinprobleme = Kopfstand. Das Gras bremste dermaßen, dass es
nicht möglich war langsam zu rollen, ohne dass ein
Kopfstand erfolgte. Beim zweiten Startversucht wurde
daher voll gezohen und Vollgas gegeben. Das ist für den Flieger das Konzept, so startet er
immer. Man
muss dann nach ein Paar Metern rollen das Höhenruder normalisieren und den Flieger am Fahrwerk noch
beschleunigen lassen, aber dann geht es auch schon
langsam nach oben. Alles in Allem eine
unbefriedigende Rollsituation, schrecklich!
Das Querruder musste nicht
getrimmt werden, doch seine Griffigkeit mit dem
eingestellten Expo war unange- nehm. Beim Höhenruder
machte sich der aufs Maximum vergrößerte Weg nachoben
im Flug giftig bemerkbar. Schließlich, nachdem der Flieger
mit der Höhe auf Horizontalflug eingetrimmt war, - und
so schnell geht das Ding ja auch nicht -, habe ich die im Flug (eigentlich unvernünftig!) die Expoeinstellungen gelöscht. Siehe da,
das
Modell fliegt dann auch noch ganz gut, und hat man
sich gewöhnt, eigentlich besser als mit Expo.
Jedenfalls
flog der Vogel und ich versuchte einen Looping, so eher
nach Art Spitfire, und wurde sofort vom Modell darauf
hingewiesen, dass es das nicht spielt. Auch die Rolle
mit Vollgas wird es nicht, da das Modell zu langsam ist,
also muss wie beim Original vor der Figur
etwas angedrückt werden.
Nachdem der Wind
zeitweise kräftig war wartete ich für die Landung einen
günstigen Zeitpunkt ab und holte das Modell herunter.
Ich rechnete in jedem Fall mit einem Kopfstand, denn
beim langsamen Rollen ist dann keine Ruderwirkung mehr da und .... Dennoch verlief die Landung
erfreulich und in Seglermanier mit abgestel- ltem Motor,
denn mit Standgas kommt der Flieger nicht
runter. Natürlich gabs am letzen Meter des Rollweges
eine leichte Verbeugung, aber das störte mich
jetzt nicht mehr. Um dem Modell wieder zu zeigen wie man
fliegt, muss es trainiert werden, das Ausrollproblem im Gras wird sich aber wohl nie zufriedenstellend lösen
lassen.
Wegen des Verdachts von Störungen auf 35 Mhz
entschloss ich mich dann vor einem weiteren Flug, nun doch auf Jeti 2,4 Ghz umzurüsten. Bei dieser
Gelegenheit versuchte ich den Schwerpunkt ein wenig nach
vor zu ver- legen. Bei den Arbeiten dachte ich
nach wie schwer das Modell eigentlich ist und konnte
mich an früher nicht erinnern; es müßte wegen
des Gewichtslimits damals um 5 kg gewogen haben. Also
wog ich das Modell und staunte: Der komplette flugfertige Rumpf wiegt 3400 g, die Flügel zusammen
1250 g, das macht nach Adam Riese gesamt 4650 g aus.
Ein Motorsegler also, wie es auch das Grundkonzept der
ersten Klemm Flugzeuge war.
Nach einem
neuerlichen Flug stellte sich die Schwerpunktkorrektur
mit dem leichten 2,4 Ghz-Empfänger im Flügelbereich und
mit der Zugabe von
50g Blei am Motorspant positiv heraus. Leider gab es bei der Landung
das Problem, dass ich beim Durchstarten am Flugplatzende das etwa 50cm aufgehäufte Erdäpfelfeld
touchierte, was mit einem gebremasten Überschlag endete.
Die Schäden an Motorhaube und Fahrwerk waren
insgesamt geringfügig, boten aber die Gelegenheit, das
Fahrwerk mehr nach vorn zu neigen, damit die
Rolleigenschaften im Gras besser werden. Um das zu
realisieren mussten die Federbeinaufnahmen leicht
modifziert und die Schubstreben um ca. 25mm verlängert
werden. Dadurch rückte die Postition der Räder um 2cm nach vorn. Das
sollte reichen und entspricht
auch mancher Dreiseitenansicht. Doch auch diese
Massnahme konnte die leidige Kopfstandtendenz nicht ausmerzen.
Der Grund für mieses Rollen im Gras war, dass der Motor bei niedriger
Drehzahl
mit seinem Propellerstrahl das Höhenleitwerk nur
ungenügend anbläst und es daher noch immer nicht wirkt.
Der Versuch mit einem Prop 15x8 anstelle des
14x8 löste das Problem fast zur Gänze. Auch im Flug
macht sich der größere Prop positiv bemerkbar,
so als hätte er trotz etwas niedrigerer Drehzahl, doch
sichtlich mehr Zugkraft.
Fliegerisch stellt
sich die Frage, was darf man mit dem Modell an
Kunstflugfiguren fliegen oder nicht. In meinen Scale-Dokumentationen
fand ich dann den Hinweis: Die mit dem Original und
daher auch mit dem Modell zu fliegenden Kunstflugfiguren sind in den
Herstellerunterlagen (s.u.) genau angeführt. Demnach
sind mit der Klemm 25d VIIR alle Kunstflugfiguren
zulässig, ausgenommen Überschlag (= Looping)
nach vorn und geri- ssene Rollen.
Motoreinstellung:
Sie erfolgt
durch Hauptnadel, außerhalb der Motorhaube. Die
Chokerklappe wird mit einen Schlitzschrauben- zieher
betätigt. Dazu muss der Schraubenzieher
durch das Loch in der Motorhaube eingeführt und in das
Führungsrohr geschoben werden. Dann läßt sich
der Schlitz finden und durch eine ca. 90 Grad-Drehung
schließt man die Klappe. Für das Ansaugen
genügen 3 Umdrehungen des Propellers; dann kann mit der
Hand oder dem Starter angestartet werden.
Nach den
vielen Jahren im Keller, habe ich auch die
Scaledokumentation wieder ausgepackt und möchte sie in Teilen zur schnellen Wiederauffindung hier
einbinden:
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