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   DG 300/17   (Multiplex)                                                            OE - 0234
 

 
 DG 300/17  (Multiplex)

 Zu diesem Modell kam ich unvorbereitet. Bei der Weihnachtsfeier des Klubs
 wurde die DG 300/17 eines Bekannten versteigert. Offenbar hat jedoch die be-
 achtliche Spannweite von 3,75m, bzw mit den Zusatzflügelenden von 4,2 m, die 
 Interessenten abgeschreckt. Das optisch sehr ansprechende Modell war gut ge-
 baut. Durch die lange Lagerung hat sich die Farbe des Rumpfes etwas geändert,
 doch es stört mich kaum. Es gelang mir die Ersteigerung des Modelles um 200.-
 Euro. Ich finde den Preis OK, denn es ist ein flugfertiges schönes Modell. - Das
 schon als Oldtimer zu bezeichnende Modell war seit seinem Bau, etwa 1992, 
 noch nie geflogen worden. Das Einfliegen bleibt mir also und das war auch gut.


DG 300/ 17 (Multiplex)
Flugvideo

 
 Das Modell wurde voll ausgestattet mit allen Servos und einem 35 Mhz JR-Empfänger angeboten und hat
 Bremsklappen, Schleppkupplung und ein Einziehfahrwerk. Einzig der
ehemals weisse Kunststoffrumpf hat
 nach 20 Jahren am Dachboden seine Farbe ins leicht Gelbliche geändert, doch stört mich das nicht wirklich.
 Das Modell bleibt wie es war; das schwergängige Fahrwerk wurde natürlich leichtgängig gemacht. Außer-
 dem musste ein stärkeres Servo bei der Schleppkupplung eingebaut werden. Inzwischen ist ein 2,4Ghz Jeti-
 Empfänger eingebaut worden.

 Technische Daten

 Spannweite: 3,75m (mit Flügelverlängerung 4,2m), Länge: 1,54 m, Gewicht: 5kg
 meine Ruderausschläge: Q:+20/-10mm, Höhe: +/-10mm, Seite: +/-25mm
 Schwerpunkt: 75mm, EWD: ~ 1,5 Grad
 

 Der Schwerpunkt wird in der Betriebsanleitung mit 95-100mm (bei den Holmstählen) ab Nasenleiste
 angegeben, doch in Internetforen wurden 70 - 80mm als ideal gepriesen. Habe den Schwerpunkt für den
 Erstflug bei 75mm eingestellt und kam damit gut zurecht. Der SP kann mit einem vierzelligen Akku gut einge-
 halten werden. Das Gewicht des Modells liegt knapp um 5kg, also sollte es am Hang zügig fliegen können.
 Zusätzlich wäre in den Tragflächen noch die Einbringung von zwei Ballast-Stäben aus Blei möglich; dzt. kein
 Thema.  Anmerkung: Die EWD wurde nach dem Flug mit etwa 1,5 Grad gemessen.

 Überprüfung des Modells und Nachbesserungen vor dem Erstflug

 Trotz des sehr vertrauenerweckenden Aussehens des Modells fand ich eine Schwachstelle, die ich beheben
 musste. Der Vorbesitzer hat mit den Fahrwerksklappen wohl seine Not gehabt. Nach anfänglichen Versuchen
 mit Scharnieren landete er dann bei der Variante Silikonscharnier. Leider war diese Version sehr unpräzise
 und haben die Jahre am Dachboden das Material wohl nicht verbessert. Also entfernte ich die Klappen und
 von denen das Silikon und klebte mit Stabilit neue Scharniere an. Jetzt steuert das ein- und ausfahrende Rad
 die Deckel, die von zwei zarten Federn zugezogen werden, wenn das Rad im Rumpf eintaucht.
 
 Bei meinen Testungen des ein- und ausfahrenden Fahrwerks musste ich erkennen, dass das Graupner 507er
 Servo schwer an der Leistungsgrenze lag. Es wurde gegen ein 6 kg Hitec Servo ausgetauscht, das jetzt aus-
 reichend Kraft hat, die Klappendeckel gegen die Federspannung aufzudrücken. Zum Tausch des Servos
 musste jedoch das Fahrwerk ausgebaut werden. Ich denke, dass es von Multiplex vorgesehen war, dass das
 Fahrwerk mit den  zwei hinteren Stutzen in einem Spant geführt wird und ebenso im vorderen Spant, wo es
 durch eine Sperrholzbrücke in den Ausnehmungen gehalten wird. Nach Lösen der beiden Schrauben und ent-
 fernen der Brücke konnte das ganze Fahrwerk herausgezogen werden. Der Servotausch war jetzt eineinfach,
 Jetzt funktioniert das Fahrwerk sehr gut und ich bin zufrieden.

 Der Test vor dem ersten Flug, einem F-Schlepp ergab, dass das Servo für die Seilauslösung ebenfalls zu
 schwach war. Das JR 507er Servo wurde daher gegen ein stärkeres Robbe 3003 ausgetauscht, welches bei
 7kg Zug am Schlepphaken einwandfrei auslöst.

 Die notwendigen FAI-Kleber wurden angebracht, also könnte ich theoretisch schon starten. Nur der Wind, ein
 Helfer und ein geeigneter Hang oder eine Schleppgelegenheit fehlten noch zur Erprobung.

 Flugbericht vom Erstflug

 Am 21.4.2016 erfolgte in Königsbrunn am Wagram endlich der Erstflug des Modells und damit mein erster
 Schleppflug. Eine bärenstarke Piper Pawnee mit mehr als 3m Spannweite und rund 15 PS ermöglichte ei-
 nen steilen aber eher langsamen Schleppflug. Der Start war unspektakular, ausser dass der Segler ohne
 Ziehen nicht abheben wollte. Bis nach dem Ausklinken in ~300m musste ich das Modell steuern, denn erst
 danach hatte ich Gelegenheit die Höhentrimmung voll zu nützen. Rasch eingetrimmt, fliegt der Flieger toll, ich
 habe ein sehr gutes Reaktionsgefühl vom Modell und dann geht es los. Ohne viel Kopfzerbrechen dezent an-
 stechen zur Rolle. Unheimlich, sie gelingt nahezu perfekt, lediglich in der Rückenflugfase hatte ich minimal
 zu viel gedrückt. Gleich danach ein Abschwung mit Speed und ein Looping. Alles gelingt als ob ich schon
 immer mit dem Modell geflogen wäre. Wegen der Landereihenfolge muss ich meine Experimente beenden
 und zur Landung ansetzen. Der Flieger schwebt schön ein, dass es für mich eine Freude war. Die zuvor zur
 Höhenvernichtung ausgefahrenen Bremsklappen (auf nur einstöckige Version umgebaut) wirken sehr ange-
 nehm und gut doch habe ich zu viel Höhe beigemischt und muss leicht drücken. Kein Problem, die Landung
 gelang perfekt. Mein Freund der mich zu seinem Klub als Gast mitgenommen hat, musste sich wegen mir
 und dem Modell nicht schämen.

 Beim zweiten Schlepp versuchte ich dann die sehr schwachen Thermikfelder auszunützen um oben zu blei-
 ben. Ohne große Anstrengung gelang das sehr gut; auch ohne Vario. Ich versuchte dann die Langsamflug-
 eigenschaften zu testen und siehe da, er fliegt auch langsam und man kann die Höhe halten. Ein Kollege
 musste landen, der zuvor mit dem Vario jeden Thermikschub nutzte. Und bei mir war es auch so weit. Zu
 zweit hätten wir auf der Piste nicht Platz gehabt, daher musste ich eine andere Landevariante wählen.
 Glücklicher Weise hat der Klub zwei in L-Form verlaufende Pisten, sodass ich mir eine Außenlandung er-
 sparen und die Querpiste zur Landung verwenden konnte. Alles verlief ohne Schwierigkeit, wenn gleich
 der letzte Teil der Landung, das Ausschweben, mit den Bremsklappen rascher als gewünscht wegen dem
 kreuzenden Modell abgebrochen werden musste und daher nicht ganz perfekt aussah.

 Der nächste Schlepp wurde zur Erprobung des Varios herangezogen.  Eigentlich wollte ich nur sehen, wie
 lange ich aus etwa 250m Höhe gleiten kann. Doch in der nur fragmentarisch vorhandenen Vormittagsther-
 mik bekam ich da und dort einen Aufwind. Nach 20 Minuten wurde es mir dann zu lange und ich landete
 schließlich. Die DG 300/17 ist aus meiner Sicht also auch sehr gut bei Tehrmik einzusetzen.
 
 Wie in vielen Foren beschrieben, lieben die Leute das alte Modell und wollen es nicht hergeben bzw. be-
 reuen die Weitergabe des Seglers. Ich verstehe das jetzt nur zu gut. Insbesondere das leise Luftgeräusch
 beim Flug gefällt mir sehr, es vermittelt Naturähnlichkeit zum Großflug.

 Weitere Schleppflüge folgten ...

 Bei den nächsten Schleppflügen bei thermischen Wetterbedingungen wurde erstmals mit den Ansteckflü-
 geln geflogen. Da die Flugeinstellungen mit der HR-Trimmung, - bedingt durch die Thermik -, einmal fast voll
 nach gezogen, dann wieder auf neutral gestellt, irgendwie schwierig waren, wurden danach die Ansteckflügel
 wieder abgenommen. Damit zusammenhängend konnte ich keine besondere Verbesserung der Flugleis-
 tungen feststellen. Die Flächenverleängerungen erscheinen mir für den Thermikflug sinnvoll.

 So zeigte sich der Flieger mit den Ansteckflügeln:  Bei Normaltrimmung erschien der Flug zu schnell, hoch-
 getrimmt begann das Modell zu pumpen. Der Kompromiss schien die Neutraltrimmung zu sein, die noch die
 besten Flugeigenschaften brachte. Man musste eben mit dem Höhenruder ständig zwischen den Auf- und
 Abwinden korrigieren. Die Flughöhe lag bei diesem Flug bei etwa 250m, was für mich bereits einen Deut
 Unsicherheit bedeutete und zu unsicherer Flugerkennung bei dem vorherrschenden hellen Himmel führte.
 Erkenntnis daraus: eine dunkle Färbung der Flächenunterseite ist unbedingt nötig!

 Im Schleppflug mussten 10% Hochtrimm bei geschlossener Schleppkupplung gegeben werden. Das bringt
 eine etwas höhere Fluglage hinter der Schleppmaschine, ohne dass ständig gezogen geflogen werden muss.
 Weiters sollte offenbar die Mischung Quer>Seite im Schleppflug abgeschaltet werden, da es sonst zu einem
 Aufschaukeln  des Seglers an der Schleppleine kommen kann, - sagte man mir -, ich merkte das aber nicht.

 Bin auf die nächsten Schleppflüge gespannt, da ich dann mit einer MC 20 Hott mit Jeti Box steuern werde.


DG 300/17 mit Ansteckflügeln
(4,2M Spw)
Doppelstock-Bremsklappen und Einziehfahrwerk   beim Schleppstart in Königsbrunn, 7.5.16 
die Servoanordnung  Einstellarbeiten am Tisch im Freien  Fahrwerkklappenausbau  eine demontierte "Silikon-Klappe" 
neue Scharniere angeklebt die zwei Anlenkaugen  ein Einblick ins Fahrwerk   die Haltebrücke wird abgenommen 
 das Fahrwerk wird herausgezogen das Fahrwerk kann jetzt entnommen werden  das Fahrwerksservo bestens zugängig Fahrwerk mit durch Federn gehaltene Klappen