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DG 300/17
(Multiplex)
Zu diesem Modell kam ich
unvorbereitet. Bei der Weihnachtsfeier des Klubs wurde die
DG 300/17 eines Bekannten versteigert. Offenbar hat
jedoch die be- achtliche Spannweite von 3,75m, bzw
mit den Zusatzflügelenden von 4,2 m, die Interessenten abgeschreckt.
Das optisch sehr ansprechende Modell war gut ge- baut.
Durch die lange Lagerung hat sich die Farbe des
Rumpfes etwas geändert, doch es stört mich kaum. Es gelang mir
die Ersteigerung des Modelles um
200.- Euro. Ich finde den Preis OK, denn es ist ein flugfertiges schönes Modell.
- Das schon als
Oldtimer zu bezeichnende Modell war seit seinem Bau, etwa
1992, noch nie geflogen worden. Das
Einfliegen bleibt mir also und das war auch gut.
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DG 300/ 17 (Multiplex)
Flugvideo |
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Das Modell wurde voll
ausgestattet mit allen Servos und einem 35 Mhz
JR-Empfänger angeboten und hat Bremsklappen, Schleppkupplung und ein Einziehfahrwerk.
Einzig der ehemals
weisse Kunststoffrumpf hat nach 20 Jahren am
Dachboden seine Farbe
ins leicht Gelbliche geändert, doch stört mich das
nicht wirklich. Das Modell bleibt wie es war; das
schwergängige Fahrwerk wurde natürlich leichtgängig
gemacht. Außer- dem musste
ein stärkeres Servo bei der Schleppkupplung eingebaut
werden. Inzwischen ist
ein 2,4Ghz Jeti- Empfänger eingebaut worden.
Technische
Daten
Spannweite: 3,75m (mit
Flügelverlängerung 4,2m), Länge: 1,54 m, Gewicht: 5kg
meine Ruderausschläge: Q:+20/-10mm, Höhe:
+/-10mm, Seite: +/-25mm Schwerpunkt: 75mm, EWD:
~ 1,5 Grad Der
Schwerpunkt wird in der Betriebsanleitung mit 95-100mm
(bei den Holmstählen) ab Nasenleiste angegeben,
doch in Internetforen wurden 70 - 80mm als ideal gepriesen.
Habe den Schwerpunkt für den
Erstflug bei 75mm
eingestellt und kam damit gut zurecht. Der SP
kann mit einem vierzelligen Akku
gut einge- halten werden. Das Gewicht des
Modells liegt knapp um 5kg, also sollte es am
Hang zügig fliegen können. Zusätzlich wäre in den Tragflächen noch die Einbringung von zwei Ballast-Stäben
aus Blei möglich; dzt. kein Thema. Anmerkung: Die EWD wurde
nach dem Flug mit etwa 1,5 Grad gemessen.
Überprüfung
des Modells und Nachbesserungen vor dem Erstflug
Trotz des sehr
vertrauenerweckenden Aussehens des Modells fand ich eine
Schwachstelle, die ich beheben musste. Der
Vorbesitzer hat mit den Fahrwerksklappen wohl seine Not
gehabt. Nach anfänglichen Versuchen mit Scharnieren
landete er dann bei der Variante Silikonscharnier.
Leider war diese Version sehr unpräzise und haben die
Jahre am Dachboden das Material wohl nicht verbessert.
Also entfernte ich die Klappen und von denen das Silikon
und klebte mit Stabilit neue Scharniere an. Jetzt
steuert das ein- und ausfahrende Rad die Deckel, die von zwei zarten Federn zugezogen werden, wenn
das Rad im Rumpf eintaucht. Bei
meinen Testungen des ein- und ausfahrenden Fahrwerks
musste ich erkennen, dass das Graupner 507er Servo
schwer an der Leistungsgrenze lag. Es wurde gegen ein
6 kg Hitec Servo ausgetauscht, das jetzt aus- reichend
Kraft hat, die Klappendeckel gegen die Federspannung
aufzudrücken. Zum Tausch des Servos musste jedoch
das Fahrwerk ausgebaut werden. Ich denke, dass es von
Multiplex vorgesehen war, dass das Fahrwerk mit
den zwei hinteren Stutzen in einem Spant geführt
wird und ebenso im vorderen Spant, wo es durch eine Sperrholzbrücke
in den Ausnehmungen gehalten wird. Nach Lösen der beiden
Schrauben und ent- fernen der Brücke konnte das
ganze Fahrwerk herausgezogen werden. Der Servotausch war
jetzt eineinfach, Jetzt funktioniert das
Fahrwerk sehr gut und ich bin zufrieden.
Der Test vor dem ersten Flug, einem F-Schlepp
ergab, dass das Servo für die Seilauslösung ebenfalls
zu schwach war. Das JR 507er Servo wurde daher
gegen ein stärkeres Robbe 3003 ausgetauscht, welches bei 7kg Zug am Schlepphaken einwandfrei auslöst.
Die notwendigen FAI-Kleber wurden angebracht,
also könnte ich theoretisch schon starten. Nur der Wind,
ein Helfer
und ein geeigneter Hang oder eine Schleppgelegenheit
fehlten noch zur Erprobung.
Flugbericht vom
Erstflug
Am 21.4.2016 erfolgte in Königsbrunn am Wagram
endlich der Erstflug des Modells und damit mein erster Schleppflug. Eine bärenstarke Piper
Pawnee mit mehr als 3m Spannweite und rund 15 PS
ermöglichte ei- nen steilen aber eher
langsamen Schleppflug. Der Start war unspektakular, ausser
dass der Segler ohne Ziehen nicht abheben wollte.
Bis nach dem Ausklinken in ~300m
musste ich das Modell steuern, denn erst danach
hatte ich Gelegenheit die Höhentrimmung voll zu nützen.
Rasch eingetrimmt, fliegt der Flieger toll, ich habe ein
sehr gutes Reaktionsgefühl vom Modell und dann geht es
los. Ohne viel Kopfzerbrechen dezent an- stechen
zur Rolle. Unheimlich, sie gelingt nahezu perfekt,
lediglich in der Rückenflugfase hatte ich minimal zu
viel gedrückt. Gleich danach ein Abschwung mit
Speed und ein Looping. Alles gelingt als ob ich schon
immer mit dem Modell geflogen wäre. Wegen der
Landereihenfolge muss ich meine Experimente beenden und zur Landung ansetzen. Der Flieger schwebt
schön ein,
dass es für mich eine Freude war. Die zuvor zur
Höhenvernichtung ausgefahrenen Bremsklappen
(auf nur einstöckige Version umgebaut) wirken sehr
ange- nehm und gut doch habe ich zu viel Höhe
beigemischt und muss leicht drücken. Kein Problem, die
Landung gelang perfekt. Mein Freund der mich
zu seinem Klub als Gast mitgenommen hat, musste sich
wegen mir und dem Modell nicht schämen. Beim zweiten
Schlepp versuchte ich dann die sehr schwachen
Thermikfelder auszunützen um oben zu blei- ben. Ohne große Anstrengung gelang das sehr gut; auch ohne
Vario. Ich versuchte dann die Langsamflug- eigenschaften
zu testen und siehe da, er fliegt auch langsam und man
kann die Höhe halten. Ein Kollege musste landen,
der zuvor mit dem Vario jeden Thermikschub nutzte. Und bei mir war es auch so weit.
Zu zweit hätten wir auf der Piste nicht Platz
gehabt, daher musste ich eine andere Landevariante
wählen. Glücklicher
Weise hat der Klub zwei in L-Form verlaufende Pisten,
sodass ich mir eine Außenlandung er- sparen
und die Querpiste zur Landung verwenden
konnte. Alles verlief ohne Schwierigkeit, wenn gleich
der letzte Teil der Landung, das Ausschweben, mit
den Bremsklappen rascher als gewünscht wegen dem
kreuzenden Modell abgebrochen werden musste
und daher nicht ganz perfekt aussah.
Der
nächste Schlepp wurde zur Erprobung des Varios
herangezogen. Eigentlich wollte ich nur sehen, wie lange ich aus etwa 250m Höhe gleiten kann. Doch
in der nur fragmentarisch vorhandenen Vormittagsther- mik
bekam ich da und dort einen Aufwind. Nach 20
Minuten wurde es mir dann zu lange und ich landete
schließlich. Die
DG 300/17 ist aus meiner Sicht also auch sehr gut bei Tehrmik
einzusetzen. Wie
in vielen Foren beschrieben, lieben die Leute das alte
Modell und wollen es nicht hergeben bzw. be- reuen die
Weitergabe des Seglers. Ich verstehe das jetzt nur zu
gut. Insbesondere das leise Luftgeräusch beim Flug gefällt
mir sehr, es vermittelt Naturähnlichkeit zum Großflug.
Weitere Schleppflüge
folgten ...
Bei
den nächsten Schleppflügen bei thermischen
Wetterbedingungen wurde erstmals mit den Ansteckflü- geln geflogen. Da die Flugeinstellungen mit der
HR-Trimmung, - bedingt durch die Thermik -, einmal fast
voll nach gezogen, dann wieder auf neutral
gestellt, irgendwie schwierig waren, wurden danach die
Ansteckflügel wieder abgenommen. Damit
zusammenhängend konnte ich keine besondere Verbesserung
der Flugleis- tungen feststellen. Die
Flächenverleängerungen erscheinen mir für den
Thermikflug sinnvoll.
So zeigte sich der
Flieger mit den Ansteckflügeln: Bei
Normaltrimmung erschien der Flug zu schnell,
hoch- getrimmt begann das Modell zu pumpen. Der
Kompromiss schien die Neutraltrimmung zu sein, die noch
die besten Flugeigenschaften brachte. Man
musste eben mit dem Höhenruder ständig zwischen den Auf-
und Abwinden korrigieren. Die
Flughöhe lag bei diesem Flug bei etwa 250m, was für mich bereits
einen Deut Unsicherheit bedeutete und zu unsicherer Flugerkennung
bei dem vorherrschenden hellen Himmel führte. Erkenntnis
daraus: eine dunkle Färbung
der Flächenunterseite ist unbedingt nötig!
Im
Schleppflug mussten 10% Hochtrimm bei geschlossener
Schleppkupplung gegeben werden. Das bringt eine
etwas höhere Fluglage hinter der Schleppmaschine, ohne dass
ständig gezogen geflogen werden muss. Weiters sollte offenbar
die Mischung Quer>Seite im Schleppflug abgeschaltet
werden, da es sonst zu einem Aufschaukeln des
Seglers an der Schleppleine kommen kann, - sagte man mir
-, ich merkte das aber nicht.
Bin auf die
nächsten Schleppflüge gespannt, da ich dann mit einer MC
20 Hott mit Jeti Box steuern werde.
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