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   Minimoa 3,40m (KRICK)  -  Reparatur nach Flügelbruch                          OE - 0230
 

 
 Ein Modellflugfreund aus alten Zeiten, Peter Ableitinger, Besitzer unzähliger Flug-
 modelle, hatte in seinem Fundus eine Minimoa von KRICK, im Maßstab von 1:5,
 die einen Flügelwurzelbruch hatte. Er rief mich an, ob ich Interesse an dem Wrack
 hätte, da er andernfalls den Flieger entsorgen würde. Ich war entzückt, denn ich
 repariere lieber alte Flieger, als neue zu bauen. Mir bereitet es Spaß, die Schä-
 den wieder vollständig zu reparieren und die Modelle wieder voll einsatzfähig zu
 machen. - Gelegentlich komme ich auf diesem Weg zu seltenen Modellen, die ich
 selbst nie zu bauen begonnen hätte, wie diese Minimoa.
 Ich brauchte mit gesteigertem Arbeitseinsatz nur eine Woche für die Reparatur
 meiner ersten und aus Holz gebauten Minimoa. Und die Arbeit hat Spaß gemacht.
 Wie die Reparatur ablief wird unten beschrieben.

 Irgendwie ergab es sich, dass ich an eine zweite Minimoa kam, die mit Ach und
 Krach den ersten F-Schlepp des damaligen Besitzers überlebte. Erstaunlich,
 dass die Minimoa von Pollack die unbeabsichtigten aber atemberaubenden
 Flugmanöver überstanden hat, was positiv für das Modell spricht. Anstelle das Mo-
 dell weiter für F-Schlepp zu verwenden, baute ich es auf E-Antrieb um, damit
 später auch Hangflug auf flachen Hängen möglich ist.
 Über den Umbau und die diversen Reparaturen und Flüge wird in der gesonderten
 Seite über die Minimoa von Pollack berichtet. Dazu bitte das Foto oder den roten
 Link anklicken..

 Nachdem die elektrifizierte Mnimoa schon in den Anfängen von mir krasse Lan-
 dungen ausgehalten hat und daher nicht mehr ganz neu aussieht, kaufte ich eine
 sehr schöne Minimoa von Royal dazu. Sie ist in einem sehr guten Zustand und
 sollte die anfänglich schon sehr strapazierte Minimoa ablösen. Inzwischen kam
  sie noch nicht zum EInsatz, da die Pollack Minimoa sagenhaft hält und fliegt.
 Doch wurden Störklappen nachgerüstet, die sich bei der anderen MInimoa bes-
 tens bewährt haben.
 Über die Störklappennachrüstung und die vielen anderen Detail zu dem Flieger ist
 in der speziellen Seite des Royal-Modells nachzulesen. Dazu das Foto rechts oder
 den roten Link anklicken.


 Historie vom Original:
 Gö 3 - Minomoa (Mini-Moazagotl), Hersteller Schemp-Hirth,
 Erstflug 1935 (damals ohne Störklappen),
 Spannweite: 17m, Länge: 7m, Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h

 Technische Daten Minimoa KRICK:
 Spannweite: 3400 mm, Länge: 1210mm, Fluggewicht: 3350g, Maßstab: 1:5
 Schwerpunkt: 100mm ab N.,
 Baujahr: ~1980


Beschreibung Mimimoa (KRICK)
Minimoa (KRICK)
Flugvideo


Beschreibung Minimoa (Pollack)

Minimoa (Pollack)
Flugvideo


Beschreibung Minimoa (Royal)
Minimoa (Royal)
Flugvideo


Minimoa E (Pollack)
Minimpa E2 (Royal)

 Bestandsaufnahme und Reparaturbeschreibung meiner ersten Minimoa von KRICK

 Mit großer Freude holte ich mir die Teile der Minimoa bei Freund Peter A. ab. Das Modell stammt aus den
 Jahren nach 1980, hat also schon einiges Hinter sich gebracht. Der Vorbesitzer hat eine Schleppkupplung
 eingebaut und bei einem Schleppflug soll es zu der Beschädigung gekommen sein. Der Freund hat alle
 Servos usw. im Modell belassen, sodass ich hier keine zusätzlichen finaziellen Aufwände hatte. Mit großer
 Freude erkannte ich rasch, dass mich die Reparatur nicht überfordern wirrd, sprich dass sie keine allzu kom-
 plizierte Sache werden wird. Etwas unangenehm war, dass die Stärke der Rippen und die Einbausituation der
 Flächenstahlaufnahme aus Messing nicht klar war. Zum Glück hat mein Freund Albert N. den Plan zu dem
 Modell, wo alles nachvollzogen werden kann. Mit der Hilfe des Planes, der Bauanleitung und vorallem der
 Stückliste gestaltet sich die Reparatur doch übersichtlich.

 Um besseres Verständnis für die Konstruktion zu bekommen, habe ich den Flügel aufgezeichnet und die
 Rippen genau an den Stellen an denen sie sein sollen. eingezeichnet. Ebenso die Holme und die Bepülankung.
 Der Holmaufbau ist für mich ein wenig überraschend, denn für den Flächenrundstahl ist keine Verkastung von
 KRICK vorgesehen worden. Offenbar passt das so. - Nun habe ich den Plan bekpommen und siehe da, es ist
 für meine Baumethoden unglaublich, das Messingprofil für den Flächenstahl wird einfach auf den Holmsteg
 aufgeharzt. Nur mit viel Harz, wie es am Plan dargestellt ist, aber sonst nix, was das Profil sichert. Aber ich
 muss zugeben, diese Methode hat bisher ja auch funktioniert, also werde ich es auch so machen.

 Etwas heikel war die Herstellung der Rippen. Es wird ein 3mm Sperrholz dafür vorgeschrieben, im Bausatz
 sind aber nur Rippen aus Balsasperrholz enthalten. Die Anpassung der einzelnen Rippen an die später aufzu-
 bringende Beplankung erfolgt vor der Einklebung. Ich verwende mangels dieses Sperrholzes 4mm dickes
 Pappelsperrholz. Nur die abschließende Wurzelrippe ist aus Flugzeugsperrholz. Sie wurde bereits mit der
 Bohrung für den Flächen-Rundstahl und dem Schlitz für den Flächenhochkantstahl versehen und beide Halte-
 rungen an den Rumpf angepasst.

 Schwierig entpuppte sich die Herstellung der diversen etwa 10 cm langen Schäftungen. Man muss sehr vor-
 sichtig arbeiten, um die Rippen nicht zu beschädigen. Der Abbau der zwei betroffenen alten Rippen könnte
 eine größe Erleichterung bei der Bearbeitung einer ordentlichen glatten Klebefläche sein. So wurde es dann
 auch gemacht. Die Nasenleiste wurde auf etwa 15cm Länge geschäftet. Die Verklebung der Kieferleisten an
 den Schäftungen wurde mit Kaltleim durchgeführt. Teilweise wurde auch Sekundenkjleber eingesetzt.
 
 Mindestens gleich schwierig stellte sich die Produktion der fehlenden Rippen dar. Schwierig deshalb, da ja für
 die Beplankung einige Rippen über die Länge hin unterschiedlich hoch sind. Als Grundlage dienten die von
 meinem Freund Berti aufgehobenen Rippenstanzreste. Die konnten als Schablone verwendet werden und die
 Kontur auf das Pappelsperrholz übertragen. Die Rippen haben unterschiedliche "Höhen", da sie für die Be-
 plankung speziell ausgespart sind. Die kleineren Rippen sind jene, die zur Gänze mit einer Beplankung verse-
 hen werden. Doch nach Anfertigung einer zweiten Rippengarnitur war ein weitere Aufgabenblock erledigt.

 Die ersten neu eingeklebten Rippen waren jene, die keine Trennung am Steg des Hauptholms haben, wo bei
 den anderen Rippen zur Wurzel hin, der Messing Zungenkasten eingeharzt wird. Um die Rippen an der rich-
 tigen Stelle einzukleben, wurde der Planausschnitt am Arbeitsbrett befesteigt und mit Plastik überzogen. Mit
 diversen Gewichten wurde der Flügel an das Baubrett gepresst, damit die ersten Rippen genau eingeklebt
 werden. Schritt für Schritt folgen die nächsten Rippen. Zumindest die esrte Balsa-Rippe wird durch eine neu
 angefertigte ersetzt.

 Nun werden die Holme mit den Stegen versehen, damit sie gerade werden und die Fetsigkeit erhöhen. Dann
 wurden die Messing-Flügelaufnahmen eingepasst. Da die Einpassung am Rumpf erfolgen muss, sollte der
 Flügel am Rumpf angesteckt und die Messingprofile eingestellt werden. Doch die Maße für die Aufnahmen
 wurden von der falschen Seite des Rumpfes abgenommen. Sch....ade! Also mussten die Profile neu vermes-
 sen und eingerichtet werden. Da ich genau gearbeitet hatte, passte die Fläche von Beginn an. Danach konnten
 die Profile eingeharzt werden. Anschließend wurden die vorgeschriebenen Sperrholzstege eingeharzt. An-
 schließend wurde das Rechteckprofil mit Harz an den Steg und die Holme geharzt.

 Danach konnten die Verstärkungsleisten für die Beplankung eingeklebt werden. Da es bei den Rippen kleine
 Höhenunterschiede gab, mussten diese mit Aufdoppelungen versehen werden. Weiters wurde gegen den
 Verzug der Endleiste gearbeitet. Jetzt wurde die Wurzelrippe mit den notwendigen Öffnungen für den Flügel-
 haken und den Servokabelauslass versehen. Danach konnte die Rippe aufgeharzt werden. Anschließend
 wurde eine Steckprobe durchgeführt, die ohne Fehler möglich war. Bei der Überprüfung der Verzugfreiheit des
 gesamten reparierten Flügels trat eine kleine Unregelmäßigkeit auf, denn der reparierte Teil ist etwas verzogen.
 Das zeigt sich bei der Endeiste, die an der Wurzeklrippe ca. 2mm hochsteht anstelle dass sie aufliegt. Es wird
 versucht, mit dem Föhn den Verzug dauerhaft auszugleichen. Misslingt das kann nurmehr mit der Beplankung
 eine Korrektur erfolgen.

 Um den Verzug zu korrigieren wurde der Flügel am Rumpf angesteckt. Hernach wurde mit der Sprühflasche
 Wasser auf die Holme und Rippen gesprüht. Nach einer Wartezeit konnte der Flügel entgegen dem Verzug
 vorgespannt und mit dem Folienföhn die Konstrukton getrocknet werden. Während der Trocknungszeit blieb
 der Flügel vorgespannt. Nach dem Abkühlen erfolgte eine Kontrolle die eine Besserung ergab, aber noch nicht
 den Sollzustand. Eine nochmalige Prozedur erreichte schließlich den Sollzustand; der Verzug ist behoben.
 Allerdings muss bei der Aufbringung der Oberseitenbeplankung die Fläche eingerichtet und mit Gewicht
 beschwert werden, damit sich nicht wieder ein Verzug einstellen kann. Schritt für Schritt wurde die komplette
 Beplankung auf der aufgeklebt Flügeloberseite aufgeklebt.

 Zwischendurch habe ich das Seitenruder aufgeschnitten, um zu sehen, wo der Schaden liegt und was zur Behe-
 bung zu arbeiten ist. Für die weitere Reparatur muss zur Befestigung der bleibenden Bügelfolie oben eine Hilfs-
 rippe eingeklebt werden. Auf dieser kann dann auch die neue Folie aufgebügelt werden. Der demolierte alte
 Ruderblattrand wurde restauriert und eingeklebt. Als Verstärkung wurde ein 1,2mm Sperrholzsteg zusätzlich
 eingeklebt.

 Als die Oberseitenbeplankung bereits fest war, zeigte sich bei einer neuerlichen Kontrolle, dass die Behebung
 des Verzuges erfolgreich war. Damit war der Weg frei auch die Unterseitenbeplankung aufzukleben. Als näch-
 sten Arbeitsschritt wurde alles geschliffen und auch ein wenig gekittet. Danach wurde die Folie aufgebügelt.
 Abschließend wurden die Ziffern der Kennung aus Klebefolie ausgeschnitten und danach mit Seifenwasser
 aufgebracht. Das Seitenruder wurde danach auch noch foliert und auch die Anlenkung wieder montiert. Fertig.

 Um die Anstellwinkel beider Flügel zu prüfen wurde mit der elektronischen EWD-Waage nachgemessen. Dabei
 schnitt der reparierte Flügel gut ab, denn der Unterschied des Winkels zwischen Wurzelrippe und dem Knickbe-
 reich beträgt 0,2 Grad. Dei Messung am zweiten Flügel ergab zwischen Wurzelrippe und Knickbereich
 -0,9 Grad. Mit Wärmebehandlung der Oberseite des Flügels und mechanischer Vorspannung konnte die Ver-
 windung ebenfalls auf 0,2 Grad eingestellt werden.

 Die nächsten Arbeiten betrafen die Technik. Die Ladebuchse braucht einen speziellen Stecker, der Akku muss
 getetstet werden, in welchem Zustand er ist und nicht zuletzt ein Test aller Servos. Es ergab sich, dass der
 Akku durch einen neuen Eneloop 2000mAh Vierzeller ausgetauscht werden musste.

 Um das Modell flugfertig zu machen musste der Schwerpunkt überprüft werden.- Geht man von den Plananga-
 ben aus, muss der Schwerpunkt 100mm hinter der Nasenleiste liegen. Die Schwerpunktwaage darauf einge-
 stellt ergab, dass zusätzlich 215g Blei in der Rumpfspitze eingebracht werden mussten. In den freien Räumen
 unter dem Akkuplatz konnten Bleikugeln eingefüllt und mit 5 Minuten Epoxy vergossen werden. Zusätzlich
 wurden 75g oberhalb des Akkus angeschraubt, damit man dieses Gewicht wieder leicht entfernen kann. Der
 Vorbesitzer hatte dieses Zusatzgewicht nicht im Modell und es flogt seinen Angaben nach einwandfrei.

 Zusätzliche technische Angaben:
 Insgesamt ergab sich ein Fluggewicht von 3340 g. -  Aufschlüsselung des Gewichtes: Kabinenhaube: 80g,
 Höhenleitwerk: 80g, Rumpf: 2180g, beide Flügel: 1000g.
 Ruderwege (Einstellung für Erstflug):
 Querruder (gemessen am Anschluss an die feste Endleiste der Fläche): +12mm, -6mm,
 Querruder als Bremsklappe nach oben: +15mm (ca. 30 Grad)
 Höhenruder:
 Seitenruder: +/- 40 Grad

 Da das Modell keine Bremsklappen hat, habe ich angedacht, die Querruder nach oben zu stellen, um Auftrieb
 zu reduzieren und so stärkeren Thermiken entkommen zu können, ohne dabei einen Spiralsturz o.Ä. zu riskie-
 ren. Derzeit sind die Querruder um etwa 8-10 Grad hochgestellt. EIne zweckmäßige Einstellung muss erst
 erflogen werden.

 In Abwartung eines möglichen Erstflugtermines beschäftigte ich mich weiter mit der Minimoa. So konnte ich
 eine schon vorhandene Pilotenpuppe lackieren und einbauen. Das putz den Flieger auf.
 Dann musste das Geheimnis der Ladebuchse am Schalter geklärt werden. Nach der Zerlegung war zu erken-
 nen, dass die Anschlüsse ehemals anders waren. Nachdem es gelang, ein zufällíg vorhandenes Ladekabel zu
 finden, wurde versucht es zu verwenden. Doch kein Kontakt kam zustande. Die Zerlegung des Steckers führte
 dann zu einer umfangreichen Lötarbeit, die letztendlich ermöglichte, dass nur bei ausgeschaltetem Empfänger
 geladen werden kann. Auch das Gehäuse brauchte eine Überarbeitung, da es brüchig war. Jetzt funktioniert
 der Schalter mit Ladebuchse wieder, sodass der neue Eneloope 2000mAh-Akku eingebaut werden konnte.

 Zusammengefasst möchte ich sagen, dass ich mich freue, die Minimoa wieder ordentlich repariert zu haben.
 Insgesamt habe ich dafür 35 Stunden bei der Holzarbeit und bei der Bespannung aufgewendet. Leider
 konnte keine Folie im gleichen Farbton wie die alte Bespannung sit, gefunden werden. Der optische Eindruck
 ist trotzdem in Ordnung. Etwa 5 Stunden entfielen auf Materialbeschaffung und Planarbeiten. Wie das Rrgebnis
 zeigt, hat sich die Arbeit gelohnt.
 Jetzt muss der Erstflug auch noch passen, dann bin ich überglücklich.

 Von meinem Aeronautikspezialisten O. Czepa erhielt ich ein Bild seiner Freiflug-Minimoa aus den Jahren nach
 1940. Gesehen hatte erdamals nie ein Originalflugzeug, doch gab es Skizzen, nach denen er seine Minimoa 
 aufgebaut hat. Sogar im Winter wurde damals geflogen, was man am Bild an den Landespuren im Schnee
 ersehen kann.


       
       
die Zerlegung des Flügels beginnt   nun schon mit Plan als Bauhilfe die Rippen
erste Vorarbeit für eine Schäftung   die ersten Leisten sind geschäftet Nasenleiste wird geschäftet
alle Leisten bereit für die Rippen   die Klebarbeiten gestalten sich seltsam, aber es funktioniert die ersten zwei Rippen werden eingeklebt
die neuen Rippen sind eingesetzt  die Messing-Flügelaufnahmen  Anpassung der Flügelaufnahmen an den Rumpf  die Messingprofile werden eingeharzt 
auch die Sperrholzstege eingeharzt  fertig zum Beplanken  Seitenruder provisorisch repariert  Verstärkungssteg eingeklebt 
der Verzug wird korrigiert  Oberseitenbeplankung aufkleben  obere Beplankung roh fertig  untere Bepülankung wird geklebt 
Seitenruder ist fertig foliert Fläche fertig gebügelt  Ansicht Schleppkupplung ... und jetzt sogar mit Pilot
Bauarbeiteb abgeschlossen, fertig       
      Minimoa Freiflug von O. Czepa, ~ 1940