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   Zobel  Torpedoboot   (Graupner Dachs)  -  2,4 gHz Flysky Steuerung
   Zobel - Dachs - Variophon S   (Graupner Dachs)  -  27 mHz Variophon  - Tipp-Fernsteuerung
 
 
 Ganz ganz selten kommt es im Leben vor, dass man ein persönlich sehr be-
 deu
tend bewertets Geschenk bekommt. Das passierte mir, denn mein Freund
 Ernst aus Krems, schenkte mir ein lange abgestelltes Torpedoboot, welches er
 von jemandem bekommen hatte, der es "Zobel" nannte. Es handelt sich dabei
 jedoch um das Modell des Bootes "Dachs" von Graupner. Das Boot ist bereits
 mit Motoren ausgerüstet gewesen, es fehlte nur das Lenkservo. Natürlich fehl-
 ten noch diverse andere Kleinigkeiten. Das Modell ist ein Modell aus Holz und
 wurde bei Graupner ab ~1966 als Schnellboot Dachs angeboten.

 Als Freund alter Modelle die eine Überarbeitung brauchen, kam mir das Ge-
 schenk sehr gelegen. Ich habe für mich und die Enkelkinder ja noch eine Mo-
 toryacht, die alte Graupner Condor, gekauft, die ebenfalls zu überarbeiten war.
 Da kam das Geschenk auch noch dazu und so werde ich mit schönen Arbei-
 ten längere Zeit beschäftigt sein und danach drei schöne Schiffe haben. Aller-
 dings habe ich  an dem flotten Modellschiff Zobel ein größeres Interesse als an
 der eleganten Condor, da es nahezu einsatzbereit ist und auch flotter gefahren
 werden kann.
 Schon bei der Abholung wurde mir klar, dass der Erbauer das Boot "Zobel"
 nicht optimal nachgebaut hat. Ich möchte das nicht kritisieren, es macht mir
 auch nichts aus, denn wer weiß wie das Schiff aussehen würde, hätte ich es ge-
 baut. Und die Verschönerungsarbeit macht mir ja immer großen Spaß. Um bald
 damit  fahren zu können, wurden alle wichtigen Arbeiten rasch erledigt.
 
 Technische Daten Zobel (=Dachs,M 1: 45):
 Länge: 95cm, Breite: 15,5cm, Gewicht: 3,1kg, Tiefgang: 50mm,
 Tempo: ~4,8km/h.
 Motore: 3 x Monoperm Super  6V/9W,
 Regler: 2 x Robitronic RS 132 Speedstar 2,
 Akku: 2 x Lipo 2S2700 parallel, Propeller: 3 je 40mm Dm., 2 gegenläufig,
 Betriebsdrehzahl vorw: ~3150U/Min, Rückw: ~1400U/Min,
 Fernsteuerung: Flysky FS.i6 2,4Ghz- Fahrt-Stop-Retour, Ruder, Motorab-
 schaltung der Außenmotore, Beleuchtung, Telemetriesensoren für Motortem-
 peratur und Akkuspannung
 

Torpedoboot Dachs / Zobel (Graupner)




Fahrvideo Waldteich




Fahrvideo Werfthafen 2023


 
Die Aufarbeitung des Schiffes beginnt

 Gleich nach dem Heimtransport wurde eine genaue Beschau des Bootes durchgeführt. Da das
 Modell lange Jahre gestanden hat, muss die Funktion der Motore und Stevenrohre zuerst einem Test
 unterzogen werden. Die Motoren laufen auch mit einem 4-Zelligen NiMh-Akku und machen einen
 guten Eindruck, scheinen aber keine Kraftprotze zu sein. Früher hatte man diese Motore als Standard
 in den größeren Schiffsmodellen verwendet. Der Fahrtest wird zeigen ob mehr Leistung und damit
 andere Motore notwendig wären.

 Vordringlich wurde der leichte Außenwandschaden oberhalb der Wasserlinie mit Sekundenkleber
 behoben. Auch von der Innenseite wurde die Stelle mit Sekundenkleber versiegelt. Es war nur eine
 leichte Eindellung, die auf diese Weise verstärkt und abgesichert woden ist. Der Balsaholz-Rumpf
 weist zahlreiche Eindruckstellen auf und ist auch im Bereich der Wellenaustritte kaum beschliffen
 worden. Daher wird das Modell ein wenig überholt damit es für die ersten Erprobungsfahrten bereit
 ist. Eine weitgehende Ausbesserung diverser Bauteile kann später erfolgen.

 Provisorischer Einbau eines Reglers und des Seitenruderservos

 Um eine Wasserung und Auswiegung des Bootes vornehmen zu können, wurde ein (Auto-) Regler,
 ein Jeti-Empfänger und ein Seitenruderservo eingebaut. Ein Flachservo wird zur Steuerung verwendet,
 welches liegend eingebaut wurde.

 Zum Betrieb werden zwei parallele Lipos 2S 2700 mAh verwendet, welche vorläufig im Bugbereich
 unmittelbar vor den Motoren untergebracht wurden. Die Motore Monoperm Super haben 6V Betriebs-
 spannung (Höchstleistung von je 9W), also muss beim Einsatz darauf geachtet werden, dass nicht zu
 lange mit Überspannung ( zB. über 8V) gefahren wird. - Alle drei Motore werden vorerst gleichzeitig
 ein- und ausgeschaltet, wobei die zwei gegenläufigen Aussenmotore an einem Regler angeschlossen
 sind und der mittlere Motor auch einen Regler hat. Die Fahrtsteuerung wird mit dem Gasknüppel
 vorgenommen.

 Bei der Inbetriebnahme und Einschaltung der Empfangsanlage des Modells ist zu beachen, dass
 der Gasknüppel in Neutralstellung stehen muss, was Motor AUS bedeutet.
Knüppel nach vorne
 ergibt die Vorwärtsfahrt, nach hninten die Rückwärtsfahrt.

 
 Weitere Arbeiten mit Bleizugabe zur Trimmung des Bootes und an den Aufbauten folgen

 Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Auswiegung des Schiffes wurden zwei Wiegungen durch-
 geführt, bei denen einmal das Heckgewicht von 995g und das Gewicht des Buges mit 1003g ermittelt
 wurde. Das bedeutet, dass am Heck etwas mehr Gewicht angeordnet werden muss. Die beiden 2S
 Lipos werden bugseitig vor den Motoren am Boden liegend eingebaut, sodass  vorne weniger zusätz-
 licher Ballast in Form von Bleiplatten etc., eingebracht werden muss. Insgesamt wurden bisher ca.300g
 unter den Schiffschraubenwellen und vor den Motoren ca.300g direkt am Rumpfboden angeklebt. Die
 ca. 450g der beiden liegenden Lipos werden den Bug tiefer legen als den Heckbereich. Derzeit ist
 das von Graupner angegebene Richtgewicht noch nicht erreicht. Da die Absicht besteht, das Blei so
 tief als möglich im Rumpf unterzubringen kann im Heckbereich maximal eine Lage Bleiplatten ange-
 klebt werden. Erst bei der Auswiegung im Wasser wird sich zeigen, wo noch Blei fehlt.

 MIt dem Blei und den Akkus ergibt sich, dass der Bugbereich jetzt 1460g wiegt und das Heck 1400g.
 Damit sollte das Boot schon halbwegs entlang der Wasserlinie im Wasser liegen. Die Feintrimmung
 kann erst im Probebetrieb erfolgen. Mit diesen Werten kommt die Zobel der Gewichtsangabe von
 Graupner schon nahe.

 Um das Boot startklar zu machen, mussten die Aufbauten renoviert werden. Dabei wurde der vom Vor-
 besitzer eingebaute Getriebemotor für die Radarantenne aktiviert. Um die Antenne rotieren lassen zu
 können, wurde ein zweizelliger NiMH Akku mit 900 mAh auf der Deckunterseite angeklebt. Weiters
 wurde eine Ladebuchse und ein Schalter am Deck eingebaut. Darüber hinaus werden die Positions-
 lampen gegen solche mit Leuchtdioden ausgetauscht und am Mast eine Blink-Leuchtdiode angebracht,
 die auch zur Spannungsüberwachung dient. Die Leitungen zu den Dioden und ggf. anderen Verbrau-
 chern werden aus Lackdraht hergestellt und am Mast entlang angeklebt und danach grau überstrichen.

 Um die Deckaufbauten mit Strom zu versorgen zu können, ohne einen Kabelsalat im Rumpf zu haben,
 wurden am Heck und dazu passend auf dem Deck Kontaktflächen aus federndem Berylliumblech an-
 gebracht. Die an Deck befindlichen Verbraucher können nur funktionieren, wenn die Deckaufbauten
 am Rumpf aufgelegt werden. Wenn das Deck richtig aufliegt, kann es am Heck leicht niedergedrückt
 werden, damit der Kontakt hergestellt wird. Zur Sicherheit wurde ein Verriegelungshebel angebaut, der
 das selbständige Lösen des Decks verhindert. Sollen die Deckbeleuchtungen eingeschaltet werden,
 wird die kleine Schaltelektronik mit einem Schalter am Sender aktiviert.
 
 Der Schwimmtest, die Auswiegung und die Behebung des Wassereintrittes bei den Rudern

 Endlich konnte das Boot in der Badewanne einem Schwimm- und Motortest unterzogen werden. Die
 schon zuvor im Rumpf gut verteilten Walzbleiplatten zeigten, dass das Boot vorne ein wenig zu tief
 liegt. Daher wurden hinter dem Empfänger eineinhalb Bleiplatten aufgelegt. Damit scheint das Boot
 fürs Erste gut eingetrimmt. Auch der Antrieb wurde getestet und ist abzuwarten, wie flott das Boot fah-
 ren wird. Bei den Stevenrohren war kein Wassereintritt feststellbar. Der Tiefgang dürfte noch nicht ganz
 dem von Graupner angegebenen Wert entsprechen und kann erst bei der Probefahrt optimiert werden.

 Während der Lauftests trat an den drei Ruderführungsrohren etwas Wasser ins Heckteil ein.  Zur Behe-
 bung des Mangels wurden die Ruder ausgebaut und die Ruderwellen vor dem Wiedereinbau eingefet-
 tet. Als zusätzliche Abdichtung wurden auf die aus dem Rumpf vorstehenden Rohrenden kurze Silikon-
 schläuche aufgesteckt die ca. 1mm die Stutzen überragen und auf den Ruderwellen abdichten. Die
 Ruderwellen wurden so weit eingeschoben und festgeschraubt, dass die Schläuche am Ruder oben
 aufliegen und durch das Verengen des Silikonmaterials, an der Ruderwelle anliegen und abdichten.
 Diese Methode funktioniert.

 Einbau eines zweiten Reglers

 Infolge eines Reglerausfalls bei der alten Motoryacht Condor mitten auf einem Teich, fiel der Ent-
 schluss, in die Zobel einen zweiten Regler einzubauen. Mit Glück erhielt ich zwei Stunden nach dem
 Empfängerausfall bei der Condor, das nur mit einem Motor ausgerüstete Schiff wieder zurück. Die
 Ursache war ein überhitzter Regler, der wegen Überspannung abgeschaltet hatte. Allerdings ließ er
 sich via Fernsteuerung nicht wieder einschalten. Erst nachdem der Regler händisch abgeschaltet und
 dann wieder eingeschaltet worden ist lief der Motor wieder. Mit einem zusätzlichen Kühlkörper an der
 Unterseite des Reglers, kommt es im Test am Bautisch zu keinen Anzeichen von Überhitzung. Der
 Regler wurde aber durch einen für 3S Lipos geeigneten ausgetauscht.

 Um ein solches Debakel mit der Zobel zu verhindern, entschied ich mich, wie oft in den Foren ange-
 regt, einen zweiten Regler einzubauen, der nur den mittleren Motor mit Fahrstrom versorgt. Der Motor
 kann am Sender vom Gasknüppel weggeschaltet und mit dem daneben befindlichen Schieberegler
 der anfänglich benützten MC 24 gefahren werden. Die Wegschaltung der Außenmotore ist nicht un-
 bedingt notwendig und kann später vorgenommen werden.

 Fahrbericht

 Das Boot war schon sehr gut ausgewogen ins Wasser gelassen worden. Nach der ersten Fahrt
 wurden im Rumpfbug doch noch 150g Blei in Platten eingebracht, damit das Boot vorne etwas tiefer
 liegt und das Heck ein wenig höher kommt. Die Fahrgeschwindigkeit ist nach meinem Empfínden in
 Ordnung, reicht aber bei weitem nicht an die Fahrgeschwindigkeit der im Internet gezeigter Boote
 heran. Ich denke in den Jahren um 1957 war das auch nicht so vorgesehen. Mit den beiden parallel
 geschalteten Akkus (5400mAh) kann man bei mittelmäßigem Tempo deutlich länger als 15 Minuten
 fahren. Das nicht allzu schnelle Schiff eignet sich für meine Enkel als erstes schnelleres Boot beim
 Erlernen des Steuerns von Modellschiffen.
 Obwohl ich es nicht mit Höchgstgeschwindigkeit  fahren ließ, war es genussvoll mit dem Schiff zu
 fahren.Unangenehm fielen mir bei der Testfahrt die Laufgeräusche auf, die vermutlich von zu groß
 eingestelltem Axailspiel der Schiffschraubenwellen stammen.

 Änderung der Fernsteuerung

 Beim Transport des Bootes bis zur Startstelle ohne einen Helfer, ist die ursprünglich vewendete
 schwere MC 24 ein Handicap. Beim Patrolboat des Konstantin wurde ja eine Exmitter EX 6 Proporti-
 onalsteuerung eingebaut, die einen kleinen leichten Handsender, den Exmitter EX 6 hat. Da es eine
 besser ausgestattete EX 7 gibt, wurde sie beschafft und im Zobel verwendet. Die Umstellung verlief
 problemlos und die Regler reagieren einwandfrei auf die Steuerbefehle. Die Steuerung des Motors
 erfolgt jetzt jedoch über Kanal 3! Die Beleuchtung und Radarantenne kann mit einem Schalter ein-./
 ausgeschaltet werden.

 Nachbesserung bei der Motormontage

 Bei genauer Beschau des Schiffes im Frühjahr 2021 fiel auf, dass ein Propeller kleiner ist. Die beiden
 anderen Props haben Durchmesser 40mm und einer links hatte 35mm, sodass er auch auf einen mit
 40mm Durchmesser ausgetauscht wurde. Dabei zeigte sich, wie alt das Schiff schon ist, denn es diese
 roten Graupner Propeller sind nicht mehr zu kaufen, sondern nurmehr schwarze.

 Im Zuge der Probeläufe am Bautisch gab es bei der rechten Welle (aus Sicht vom Motor weg) erheb-
 liche Vibrationen, die nicht von einer verbogenen Motorwelle verursacht werden. Alle Veränderungen an
 der Lage der Wellenkupplung änderte das Problem nicht, doch entstand der Verdacht, dass es an der
 Wellenkupplung liegt, die nicht rund und etwas abgewinkelt läuft. Zur Verbesserung der Situation wurde
 die Einbaulage des Motors angehoben, damit die Kupplung besser mit der Schiffschraubenwelle fluchtet.
 Dazu wurde der Motor um 3mm angehoben und neu angeschraubt. Dadurch wurde eine wesentliche
 Verbesserung erreicht. Die Geräuschentwicklung des Antriebes konnte durch die Reduzierung des
 Axialspieles der Schiffschraubenwellen merklich verringert werden. Vermutlich muss das Spiel auf
 nahezu NULL eingestellt werden.

 Neuerliche Änderung der Fernsteuerung

 Nachdem das Boot nach einem Jahr am Dachboden wieder herabgeholt wurde, stellte ich fest, dass
 nicht alles so funktioniert, wie ich dachte, dass es funktioniert hat. Da wäre die Möglichkeit der Abschal-
 tung der äußeren Motore, die nicht raliesiert worden sein dürfte. Jetzt sind die Außenmotore via Schalt-
 servo abschaltbar, sodass der mittlere Motor dauernd läuft. Daher wurde an ihm ein Temperatursensor
 befestigt. Bei der Erstfahrt sind kaum längere Strecken mit Vollgas gefahren worden und daher ist un-
 bekannt, ob die Motore überbelastet waren.
 Für die Möglichkeit der Motorabschaltung wurde ein altes Servo mit einem Mikroschalter eingebaut.
 Der Schalter liegt in der Stromverbindung vom Regler zum Motor.

 Ein neues Problem entstand bei den Tischtests mit Vollgas und weniger Drehzahl, indem der mittlere
 Motor nach einiger Laufzeit abschaltete oder sogar auf retour umschaltete. Der zuständige Regler wurde
 neu eingelernt und zur Sicherheit Ferritkerne an den Reglerleitungen zum Empfänger angebracht. Nun
 läuft der Motor (bisher) ordentlich. Ein kleiens Problem gab es auch noch bei der Beleuchtung die eben-
 falls zu flakkern begann, wenn die Motore liefen. Auch dort wurde ein Ferritkern angebracht der die Situ-
 ation deutlich verbesserte; obwohl abgeschaltet blinkt die Beleuchtung gelegentlich ganz kurz auf, was
 man bei der Fahrt kaum bemerken kann.

 Bei der nächsten Fahrt muss auf die Gewichtsverteilung infole Servoeinbau geachtet werden.
 
 
       
       
       
  Zobel in Transportbox die damals bei GR verwendeten Motore Rumpf-Frästeil - aus dem Prospekt
erste Fahrt am Waldteich       
der Slipwagen für das Schiff
 
Bilder aus der Werft 17.9.23  Fahrvideo Werfthafen 2023     
 Die Aufarbeitung
       
so bekam ich das Schiff
     
die Monoperm 6V Motore      
schon etwas überarbeitet      
       
       
  Prop 35mm und Ruder mit Dichtungen
 
  einsatzbereite Technik Antennenausgang Schiff mit der alten Varioprop12 
   
neuer Empfänger und Sensoren neu Schaltservo Motorenabschaltung