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Ein besonderes Modell ist
sie, die Lightning P38. Im 2. Weltkrieg wurde sie
"Der gabelschwänzige Teufel" genannt. So weit man
nachlesen kann war der schnelle Jäger doch auch ein
Flugzeug mit Herausforderungen für die Piloten.
Das Modell im SemiScale Stil weist ebenso fliegerische
Feinheiten auf, die besonders in hoher
Landegeschwindigkeit gipfeln. Das Modell weist eine
Spann- weite von 2,15m und ein Fluggewicht von
8,2kg. Der eher unterdurchschnittlich dimensionierte
Antrieb erfolgt bei mir hier durch
2 Motoren mit je 7,5ccm Hub- raum. Wie aus der Länge des
nachstehenden Berichtes ersichtlich, ist der Bau dieses
Modells kein Honiglecken, auch wenn die "Holzwürmer"
dergleichen
Modelle nur mit einem matten Lächeln
würdigen.
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P 38 J - Lightning Video
vom Erstflug |
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BAUBERICHT ARF-Modellbausatz Lightning
P38J
(KMP) |
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Vorweg ein
Paar Tipps für Interessierte an Modellen dieser
Bauweise: Modellpiloten mit längerer Erfahrung im Umgang
mit eher kritischen Modellen sei gesagt, sie fliegen,
auch wenn man es auf den ersten Blick nicht
glauben möchte. Alle Flächen und Leitwerke vor der Verklebung mit dem Einstellwinkelmesser ausmessen
und
seitengleich justieren - der Konturenverlauf liefert
besonders bei dieser Bauweise stark abweichende
Anstellwinkel. Betreffend Einstellwinkeldifferenz kann
man auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Achtung das
beeinflusst natürlich die Schwerpunktlage. Und wenn nun
trotzdem das Interesse an dem Modell so groß ist,
empfehle ich trotzdem vor dem Kauf, spätestens aber vor
dem Baubeginn, in den Internet-Foren nach genau diesem
Modell zu suchen und diese zu studieren! Man liest dort
viel über den Bau und Erfahrungsberichte zum Thema
Motoreneinsatz, Fahrwerkseinsatz, Flugtechnik usw. (Google
aufrufen und zB "KMP P38" einge- ben und suchen und
es findet sich rasch ein Forum). -
Doch nun zu meinem Modellbau.
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Der Anblick des Baukastens ist erbauend. Die Rümpfe, das
Mittelstück, die Motorgondeln, alles in einer Größe die
ich mir so nicht erwartet hätte. Massive Rümpfe und
Flächenstücke, die kleinen Ansteckflügel und das
Höhenleitwerk, sieht alles sehr vielversprechend und
vertrauenerweckend aus - zumindest auf den ersten Blick. Geht man ins Detail und betrachtet kritisch, dann zeigen
sich doch einige Stellen an denen nachzuarbeiten ist.
Insbesondere passte bei dem Modell die Flügelanformung
an die Pilotenkanzel nicht; weder an der Flügelober- seite
noch an der Unterseite. Dummer Weise habe ich mich an
die Rumpfkontur gehalten und die Flügel nach der Oberseitenkontur angeklebt habe - der Fehler von mir
war, dass ich beim verkleben die Anstellwinkel nicht
beachtet habe, in der Hoffnung die Rumpfkontur würde
stimmen. Die Kurve war somit eingebaut. - Bei der
zweiten P38F wird das sicher nicht mehr so gemacht.
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Auch die Verklebung der Flügelrohre sieht sehr be.....
aus (linkes Bild im Rumpf hinten). Sie hält einen Flug
aus und eine harte Landung, doch dabei lockert sich dann
doch der
Sperrholzkasten um die Rohre. Mit ordent- lichem
Nachkleben und ausharzen der Befestigung der Rohrkästen
am großen Rumpfspant bekommt die Geschichte aber
wieder Stabilität. - Also die zuvor weiche Befestigung
hat sich im Flug für mich nicht merklich ausgewirkt.
Ein interessanter Punkt ist die Gesamtverklebung der
einzelnen Teile, denn es handelt sich dabei um einen
kompletten Rahmen, bestehend aus dem Flächenmittelstück
mit der Kanzel, den beiden Rümpfen und dem
Höhenleitwerk!
Die Feinheit dabei ist neben des Anstellwinkeln der
Flügelmittelstücke rechts und links, die exakte
Einstellung einer Einstellwinkeldifferenz, die ja nur an
vorerst noch nicht verklebten Flügelteilen erfolgen kann. Wenn die erforderlichen Werte, hier ist Erfahrung
gefragt, nicht bekannt sind bleibt nur das blinde Vertrauen in den Hersteller des Modells.
Fix verklebt sind also beide Rümpfe mit den
Flächenteilen und der Pilotenkanzel und das Höhenruder
verbindet fix die beiden Seitenrümpfe. Abnehmbar sind
nur die beiden Flügelaußenteile. - Lieb irgendwie......
Alles in allem handelt es sich baulich um kein
Anfängermodell und kein transportfreundliches Modell, aber
es ist eben ein sehr reizvolles Flugzeug.
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Im Detail:
Zur Vorbereitung für die Flügelverklebung wurden alle
Teile mit Bohrungen versehen die für das Harz mehr
Haftfläche ergeben. Vor der Verklebung wurden noch
Passstifte verbohrt, damit mit dem eingeschobenen
Flügelrohr ein definierter Sitz der Flächen erfolgt. Wie
schon gesagt, vor dem Einmessen der Passstifte unbe- dingt
die Anstellwinkel rechte Fläche/linke Fläche prüfen.
Weiter geht es mit dem Höhenleitwerk und dem HR-Servoeinbau.
Ist der vordere Aufbau einmal teilfixiert , bedarf es
noch des Durchschiebens des Höhen- ruders durch die beiden
Seitenruderdämpfungsflächen. Das alles geht aber nur
dann, wenn man ein nicht allzu rasch aushärtendes Harz
verwendet.
Dann begann ich mit den Rümpfen und der Vorbereitungen
für den Fahrwerkseinbau.
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Schließlich wurden die Fahrwerke eingepasst und
festgeschraubt. Hier war Nacharbeit erforderlich, da in
den beiden Rümpfen kleine Abweichungen von der
Fahrwerksstellung vorhanden waren. Mittels Handfräser
konnten die Unterschiede leicht ausgeglichen werden. Schön wäre es gewesen, wenn das Bugrad ebenso
eine
Schrägstellung aufweisen würde wie beim Original. Das
bedürfte aber spezieller Fahrwerksnocken mit mehr als
90° Schwenkbereich. Ich half mir mit einer Korrektur der
Befestigungsebene, so dass eine leichte Schrägstellung
sichtbar wurde. Das Problem hier war, dass die Schräge
nur so weit möglich war, als das Bugrad noch innerhalb
der Rumpfkontur geblieben ist.
Zum Thema Fahrwerk noch ein Wort: Als unerfahrener
Preßluftfahrwerker war ich natürlich sehr angetan davon,
dass ein komplettes Einziehfahrwerk (linkes Bild) im
Bausatz dabei war. Doch bald zeigte sich im
"Trockentraining", dass die Qualität dieses wackeligen Fahrwerks nicht befriedigend ist, insbesondere dass die
Federn zum Notausfahren des Fahrwerks etwas zu schwach
sind. Überhaupt wirkte das Fahrwerk "brustschwach",
sodass der Neukauf eines Eurokit Fahrwerks (rechtes
Bild) erfolgen musste. DieseFahrwerksmechanki ist
brauchbar und hält auch einen extremen Aufsetzer aus.
Ein Wort zu den Fahrwerksschachtdeckeln: Ich habe die
Originalversion gebaut, also fixe Abdeckungen die die
Bewegung des Fahrwerks zulassen. Der Einbau von
Scharnieren und Anlenkungen würde zusätzliches
Mehrgewicht bedeuten und mit viel Klapparatismen verbunden sein, wodurch dem Wert des ansonsten ja
nicht
allzu streng dem Scalemaß entsprechenden Modell keine
grundlegende Aufwertung zukommen würde.
Die Anlenkung für die Bugradsteuerung wurde von mir
geändert u.z. so, dass sich die Stahllitzen kreuzen -
das ergibt eine exaktere Anlenkung. Schließlich ging es
dann an die erste Überprüfung des
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Dann folgte der Motoreneinbau. -
Die Motoren wurden schräg hängend montiert, sodass der
Schalldämpfer mittig in den Rumpf ragt und mit einem
Silikonknie die Abgase ins freie umgelenkt werden.
Danach habe ich den Einbau der Servos für die
Fahrwerklenkung und für das Preßluftfahrwerk
vorgenommen. Der Empfänger und die
Bordglühanlage wurden ebenfalls platziert und langsam füllte sich
der großvolumige Rumpf.
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Schließlich kam das Bauende näher und das Modell nahm
Form an. Die Auswiegung des Schwerpunktes ergab
natürlich wieder
einige Detailarbeiten, denn der Akku musste ganz nach
vorne hin und von entsprech- endem Gewicht sein.
Zusätzlich noch einige Grämmer Blei und der vorgegebene
Schwerpunkt passte. Die Aufkleber auf das Modell gepeppt
und es konnte zum Erstflug gehen.
Aber: In den
Foren gibt's allerlei zu lesen, wie das Ding geflogen
werden muss, als da wäre: Landung mit Drittelgas in Form
einer Schleppgas- landung. Als da wäre:
Höhenruderbeimischung 3mm hoch bei ausgefahrenem Fahrwerk,
wegen der Schwerpunktsverlagerung beim Ein-/Ausfahren.
Und am Besten einen Kreisel am Seitenruder, dass bei
Motorausfall durch den Kreisel die Schrecksekunde überbrückt werden kann.
Und, und, und,.... Ganz beson- ders wichtig bei kurzen
Hartpisten: Radbremsen, denn das Ding setzt
eben mit viel Fahrt auf.
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Lange verschoben wegen diesem und jenem ergab es sich
dann doch enmal, dass mein Sohn mit der Videokamera bereit stand und
der Erstflug erfolgen konnte. Nun ergab sich mit den Motörchen ein Proble- merl, da nämlich bei einem Motor
plötzlich Klappergeräusche (ausgeschlagenes Pleuelauge)
entstanden und nur durch anfetten ein weicherer Lauf
zustande kam. Mangels Ersatzmotor ging es zum Start.
Mit den für mich angenehmen Werten der Ruderausschläge
laut Bauanleitung und mit viel Expo am Quer- und
Höhenruder rollte ich zum Start. Beide Motoren liefen
schön synchron und schließlich öffnete ich langsam die
Vergaser und das Modell rollte an. Sofort nach dem Abheben zeigte sich schon die von mir oben erwähnte
Linkskurve und das fragliche Plus am Höhenruder wegen
des Fahrwerks. Durch die Quer- und Höhenruder- trimmung gelang es schließlich
das Modell "straight and level" zu fliegen. Das
herumkurven ging pipifein und weich, auch das Höhenruder
war für mein Gefühl goldrichtig eingestellt. Nun, die
Rolle war so, dass ich es nicht glauben konnte das ich
diese eher gezogene Rolle gesteuert habe. Der Looping
ging natürlich auch und dann mußte ein niedrieger, etwas
angestochener Geradeausflug kommen. Beim Hochziehen
merkte man dann, dass Power fehlt und ich wundere mich
jetzt nichtmehr, dass es da Freunde gibt, die dem Modell
sogar 15ccm Zweitakter einbauen. Schließlich hatte ich
fürs Erste den Eindruck das Ding fliegt (trotz ARF) und
nun ging's ans Landen. Eine weite Anflugschleife und
eine weit vom Platz angesetzten Sinkflugbeginn. Gas
raus, Fahrwerk raus, keine Klappen und das Ding sank
sofort. Ach, Drittelgas sagen die Spezialisten und dann
kam ein schöner Sinkflug zustande. Lediglich die Nerven
begannen plötzlich zu wackeln und damit auch das Modell;
da half die ganze Querruder-Expo-Einstellung nix. Mit
dem mal da und dort wackeln kam das Modell sehr rasch
nahe und ..... was tun?, denn just da sind bei unserem
Platz Verwirbelungen, und ehe ich das alles realisiert
und verarbeitet hatte, fiel das Modell in Fluglage platt auf
das Fahrwerk, es sackte einfach durch. Wie durch ein
Wunder kein größerer Modellschaden zu sehen, außer dem
Fahrwerk, bei dem das Bugrad abgebrochen war und die
Hauptfahrwerks-Federbeine verbogen worden sind. An den
Rumpfein- bauten traten keine Brüche auf, und auch die
Fahrwerksmechanik erlitt keinen Schaden. Durch den
Tausch der Alu-Federbeine konnte dieser Schaden rasch
behoben werden.
Insgesamt gesehen ist die P38J von KMP ein tolles
Modell. Baulich werden zwar die "Holzwürmer" damit nicht
glücklich, doch bedarf die bauliche Fertigstellung des
Modells einiges an Erfahrung alleine wegen der
Organisation der Einbauten in das Modell sowie deren zuverlässige Funktion. Der Einbau eines Kreisel für
das
Höhenruder ist sinnvoll und für meine doch gerade
ausreichenden Flugkünste wird noch ein Kreisel für die
Querlagenstabilisation nachgerüstet. Schließlich sorgt
die hohe Landegeschwindigkeit alleine ausrei- chend für Nervenkitzel. Sieht man von der Originaltreue aus Sicht
der F4C-Flieger einmal ab, hat man mit dieser P38 ein
Modell der Superlative das sehr erfahrenen Piloten mit
langen Modellflugpisten und ungehin- derten
Anflugsmöglichkeiten viel Flugvergnügen verschaffen kann.
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Vor dem Erstflug |
Video
Erstflug |
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Modell dreht
nach links |
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schönes
Flugbild |
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Landeanflug |
Landeanflug
flott aber doch nicht
schnell genug.... |
Bugfahrwerk
brach bei der sehr harten Landung |
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