|
Manchmal
stellt sich in Zeiten der Modellbespannung mit Folien
dann doch die Aufgabe, ein mit Papier bespanntes Modell auszubessern oder das aus Holz gebaute Modell
aus zB nostalgischen Gründen mit Papier zu bespannen.
Wie geht das?, das fragen sich auch manche Modellbauer, die in ihrer grauen Modellflugvorzeit oft
mit Papier bespannt haben, es jedoch entfallen ist (wie
mir). Hier aus einem Internetforum übernommen
und als Gedächtnisstütze
gedacht, die gängigen Me- thoden. der "Papierbespannung". Ein Beitrag über
Bespannung mit "Bespannseide" wurde eben- falls
übernommen, weiters eine Verarbeitungsbeschreibung für "Polyestervlies". Grundsätzlich gilt, dass
Hersteller zu ihren diversen Bepannprodukten Anleitungen
erstellt haben.
Methode
Papierbespannung "Classic"
Tapetenkleister
mit warmem Wasser anrühren, leicht zähflüssig.
Tapetenkleister mit Pinsel dünn auf Holz auftragen. Etwa
1-2 Stunden
ziehen lassen.
Trockenes Bespannpapier
auflegen, zuschneiden, andrücken und um die Kanten
ziehen, wie man es von der Bügelfolie her kennt. Die Oberfläche
muß bei diesem Arbeitsgang mit 8-12g Bespannpapier bereits glatt und perfekt gespannt sein, bei 21g Papier dürfen
hier noch leichte Wellen vorhanden sein. Ober- und Unterseite müssen bei diesem Arbeitsgang zugleich
aufgezogen werden, um Verzüge zu vermeiden.
Das Bauteil muss immer
symmetrisch bearbeitet werden, weil Bespannpapier ganz
enorme Spann- kräfte entwickelt. Ober- und
Unterseite beim Flügel sind immer gleichzeitig in
feuchtem oder trocke- nen Zustand zu lackieren. Beide Seiten müssen beim Trocknen
daher immer
gleichgut belüftet sein.
Dann 12h
trocken lassen. In keinem Fall darf bei dieser Methode der Flügel flach auf
dem Baubrett aufgespannt werden! Er muß beidseitig
identisch gut belüftet werden (aufstellen), sonst kommt es zu Verspannungen.
Kleine Verzüge können hierbei entstehen, sie
verschwinden jedoch beim nächsten Arbeitsgang:
Die
Bespannung mit dem Blumensprüher einsprühen. Über die
jetzt entstehenden Wellen im Papier bitte
ebensowenig wundern, die gehen alle wieder raus, wenn
das Papier trocken ist. Papier darf im feuchten Zustand
nicht berührt werden! Nun etwa 24h trocknen lassen.
Verzüge
können nach der Trocknung mit dem Fön
korrigiert werden. Die Restfeuchte im Holz wird genutzt,
um letzte Korrekturen vor dem Spannlackauftrag
vorzunehmen. Vor dem Spannlackauftrag alle
Verzüge herauszuföhnen ist eine wichtige Maßnahme!
Verdünnten
Spannlack (Aceton als Verdünnung verwenden) auftragen.
Nicht verdünnter Spannlack spannt filigrane Rippenflügel
(unter 1,5mm Rippen, ohne Aufleimer) zu stark,
die Rippen brechen unter der entstehenden Spannung! Der Flügel muß
vor dem Spannlackauftrag knochentrocken sein.
Wer hier zu eilig war, bekommt weiße Flecken beim
Trocknen des Spannlackes zu sehen! Gleiches gilt für
Arbeit an regnerischen Tagen: Wenn es zu
feucht ist, gibt es weiße Flecken! Diese Flecken sind
kaum noch zu entfernen, auch ein erneuter Spannlackauftrag kann nur bedingt helfen.
Neu lackieren oder Flügel befeuchten muß man
im Normalfall nicht, denn Spannlack ist im Endeffekt auch nur ein
"Kunststoff", der sich unter Wärmeeinwirkung wie
ein Thermoplast verhält und Korrektu- ren zuläßt
Spannlackauftrag nur bei Bedarf wiederholen (ev. Gewicht beachten), wenn Spannkraft nicht
ausrei- chend ist. - Also
Vorsicht!
Finishlack
(Zaponlack, Bootslack oder sonst ein Lack - heikel) auftragen, sofern gewünscht. Der
Finishlack macht das Bespannpapier
wesentlich unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und
macht die Oberfläche glatter, was speziell bei Staubfängern
(=Standmodellen) sehr wichtig ist. Der Flieger wird sonst
sehr schnell grau und unansehnlich.
Alles
ist fertig - aber oh Schreck - ein leichter Verzug hat
sich nun doch eingeschlichen. Keine Sorge, wir nehmen
denFön ganz vorsichtig und tun so, als
hätten wir einen Folienflügel. Wir wärmen die
Fläche großflächig an, spannen sie in der
erforderlichenen Richtung vor und lassen sie in vorge- spannter
Haltung auskühlen. - Sämtliche Verzüge lassen sich so auch noch nach Jahren entfernen.
Zeitaufwand
für eine Bespannungen nach dieser Methode: etwa 2-3 Tage.
Methode
Papierbespannung "Express"
Holz mit Porenfüller oder unverdünntem Spannlack
einpinseln. Das Papier
wird grob zugeschnitten, aufgelegt und mit einem Aceton
durchtränkten Lappen festgeklebt. Das Aceton löst den
zuvor aufge- tragenen Lack an und verklebt das
Papier mit dem Untergrund. Bei einigen Grundierungen (?)
kann man das Papier sogar aufbügeln, hier ist
also Raum für unkonventionelle Experimente vorhanden.
Trocknen des aufgeklebten Papiers mit eine, Fön (=1500W Werkstattfön, zur Not
auch Haarfön). Zuvor papier mit Wasser einsprühen.
Den Fön nicht zu dicht dranhalten,
sonst gibt es braune Stellen oder Brandlöcher und die wollen
wir nicht. Für gleichmäßiges Trocknen mit dem Fön sorgen.
Verzüge danach mit Wasser einsprühen und dann
mit dem Fön korrigieren. Den Fön so lange
drauf- halten, bis der Flügel leicht dampft.
Dann warten. - Wenn Bespannung weißlich wird, aufpassen!
Dann nur noch kurz draufhalten, denn der
Spannvorgang setzt schlagartig ein, wenn Papier
trocknet!
Spannlack und Finisch siehe
Methode "classic"
Zeitaufwand ca. 1-3h.
Entscheidender
Nachteil: Es gibt leicht eine etwas fleckige Oberfläche
beim Aufkleben des Bespannpapiers. Daher ist diese
Methode speziell für Flugmodelle mit farbigem
Finishlack geeignet. Dennoch geht diese Variante
natürlich auch für Modelle im Klarlook, denn sie sollen
ja fliegen und hübsch aussehen kommt erst an zweiter Stelle.
Fazit: Die Methode "Bespannung
Express" ist für Flugmodelle ideal und bringt schnell
ordentliche Ergeb- nisse. Von der Torsionssteifigkeit ist ein solcher Flügel absolut top, bei zugleich
geringem Gewicht. Beides Punkte, die man bedenken
sollte, wenn man ein folienbespanntes Modell
mal wieder im Notabstieg mit flatternden Flügeln
heruntergeholt hat. Mit Papier flattert da nichts!!!
Bespannen mit Bespannseide nach einem Bericht
von Rudi T.:
Meine "Rippenbau-Fesselflugmodelle" sind mit Seide
bespannt. Die Seide ist dabei immer über die gesamte Beplankung gezogen und an der Nase/Randbögen
bzw. Endleiste mit 220iger gleich nach der
Verklebung abgeschliffen.
Achtung:
Das Schleifpapier dabei nur in eine Richtung = weg von
der bespannten Fläche ziehen. Also 90° zur
Nasenleiste in Richtung Unterseitem wenn die Oberseite
bespannt wurde....nicht hin und her.
Dort wo die Seide durchgeschliffen ist, pinsle ich
gleich mit verd. Spannlack nach und ziehe mit dem
Schleifpapier noch mehrmals über die
antrocknenden Bereiche..... Gegen die
Microlöcher ("Nadellöcher") hilft ausreichend verdünnter
Spannlack = mind. 50 % Aceton und abwechselnd diagonale Pinselführung.
Aber Vorsicht bei den ersten Aufträgen - den Pinsel
extrem flach halten und wirklich nur leicht an der Seide
"vorbei wischen", sonst rinnt die Chose gleich innen an
den Übergängen umher, da ist Papier we- niger
empfindlich - aber das werdet ihr ja sicherlich wissen.
6 - 7 Anstriche sind bei mir Standard.
An der Nase nach dem (gründlich getrockneten)
Spannlackanstrich nachschleifen, das ergibt einen
perfekten Übergang und keine ausgefransten
Ränder...
Die Seide ist Meterware von der Rolle, 90 cm breit und
20 g/m².
So mach's halt ich, aber jede andere Lösung ist
natürlich auch OK.

sein mit Seide bespannte Fesselflugmodell
Bespannen mit
Poyestervlies
(Modellbau G. Kirchert)
Das Bespannvlies in erforderlicher Größe für die zu
bespannende Fläche ausschneiden, dabei auf die
Faserrichtung achten. Wie auch bei Papier immer in
Längsrichtung und mit der glatten Fläche außen
(glänzt mehr) verwenden.
Vlies auf den mit
Spannlack vorgestrichenen Flächen auflegen und das Vlies
in der Mitte mit ver- dünntem Spannlack in
Richtung zu den Rändern hin, überstreichen. Bei
Tragflächen und Höhen- leitwerken immer zuerst
die Unterseite bespannen. Ansonsten immer drauf achten,
dass man die Papierüberlappungen kaum sehen
kann.
Nach dem Antrocknen alles abschleifen
und Endlackierung mit Spannlack durchführen.
ACHTUNG: Bespannvlies lädt sich
statisch auf, wodurch kleine Reste im bespannten Teil
landen, die das Aussehen stören könnten!
Bespannvlies ist unempfindlich gegen Verrutschen und
Faltenbildung. Etwaige Falten können mit einem
Bügeleisen oder Fön entspannt werden. - Bei
Reparaturen von Beulen oder Druckstellen kann
ebenfalls mit einem Bügeleisen oder dem Fön nachgespannt
werden. Bei kleinen Rissen ist "Hartkleber" das
ideale "Flieckwerkzeug".
Farbgebung auf bespannten
Flächen:
Bunte Bespannung kann
man durch Einfärben des Spannlacks mit Mischlack
farblich gestalten. Ebenso funktioniert eine
Mischung von zB 150ml, bestehend aus 90%
Spannlackverdünnung und 10% Spannlack, die mit
einem Teelöffel voll geeigneter Textil- oder Holzfarbe
eingefärbt werden kann. Verzierungen
können mit färbigem Bespannpapier auflackiert oder mit
Humbrol / Revell oder dgl. Farben gestrichen
werden.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass auf mit
Spannlack gestrichenen Flächen jeder Lack durch das Streichen
oder Besprühen, etc. aufgetragen werden kann, ohne dass
Runzelbildung zu erwarten ist. Fehlen
Erfahrungen mit den zu verwendenden Lacken ist eine
Erprobung auf einem Teststück sehr ratsam. ACHTUNG: Trifft
Spannlack auf Lacke die chemisch nicht auf
Spannlackbasis aufgebaut sind, kommt es zur Bildung
von Runzeln oder anderen Verformungen der Oberfläche!
|