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Technische
Grunddaten FT 240: Hubraum: 40ccm,
Bohrung: 30,4mm, Hub: 27,4mm Anmerkung:
Der FT 300 (50ccm) unterscheidet sich nur durch
den Bohrungsdurchmesser von 33,6mm
Reparatur des OS FT 240
Interessant ist, dass der Motor "nach hinten"
zerlegt wird; d.h. die Kurbelwelle und alle anderen
Teile im Gehäu- se werden nach hinten aus dem Gehäuse ausgebaut. Zuvor ist es aber
erforderlich die Kurbelwelle von den Kolben zu befreien.
Nachdem der Motor über geteilte Pleuellager verfügt müssen diese zerlegt und die
Kolben
ausgefädelt werden. Bei diesem Arbeitsschritt war
festzustellen, dass die Pleuel komplett aus Bronze
sind. - Danach ist der hintere
Deckel abzuschrauben um die Nockenwelle heraus zu
bekommen und die Kurbelwelle mit leichter Nachhilfe herauszuschlagen.
Betrachte ich das Innenleben des Motors, dann dürften
meine Konservierungsmaßnahmen mit Waffenöl, Motoröl und
MOS2 offenbar weitgehend erfolgreich gewesen sein. Doch
das "Rizinus-Harz" aus alten Zeiten war in der Kugellagern
noch genügend zu
finden. Letztlich ist es der in diesem Fall kaum zu
erkennende Rost, der sich in den Lagerflächen und auf
den Kugeln angesetzt hat und nun Unebenheiten macht die
hör- und fühl- bar geworden sind.
Nun die Frage war ja, woher und wodurch kommt das
schreckliche Klopfen her und ob Abnützungsspuren die
Frage beantworten könnten. In erster Linie lag ein Verdacht auf Pleuellagerschaden
vor. Dann die Meinung, dass es mit dem Ventiltrieb
zusammenhängen könnte? - Nein.
Doch als die Kurbelwelle mit den darauf befindlichen
Lagern vorlag konnte man bei der Drehung an der
Propellernabe sehen, dass sie leicht verbogen ist. Die Vermessung auf der Drehbank
zeigte es dann genau auf: zwischen dem ersten Hauptlager und
dem Propellerlager ist eine Verbiegung von 1,1mm! zu
messen. Außerdem ist das hintere Hauptlager auf der
Kurbelwelle lose und hat Spiel ! - Ist das vielleicht
die Ursache des Klopfens? - Damit ist zumindest ein
Fachbetrieb erforderlich, der die Welle wieder gerade
biegt, oder mir fällt selbst etwas ein.
Die Frage mit der Lagerluft in den Pleuellagern konnte nun
auch geklärt werden. Nachdem die Pleuel wieder mit der KW verschraubt worden sind,
wurde in allen möglichen Positionen versucht, "klapperverdächtige
Lagerluft" zu spüren.- Nichts.
Der Ventiltrieb weist ebenfalls keine sichtbaren Fehler-
und Abnützungsspuren auf, scheidet also als
Klapperquelle auch aus.
Nun, nach meinen Biegeversuchen war das Ergebnis nicht
zufrieden stellend. Es gab immer noch die Hälfte der
Unwucht und mein Schraubstock erhielt bereits den 2.
Scherstift an der Spindel; also was tun. Noch dazu
erbrachte ein Zusammenbautest mit den neuen Lagern und
auch mit der Nockenwelle, dass bei schwungvol- lem
Propellerdreh, ein klares Klappergeräusch zu hören war.
Es dürfte sich dabei um das Geräusch handeln, welches
der unrunde Zapfen der Kurbelwelle mit dem darauf
befestigten Nockenwellenantriebsrad, sowie das rund
laufende Nockenwellenrad hervorriefen. - Ich nehme es
vorweg: das war es auch, denn mit der neuen Kurbelwelle
gibt es dieses Geräusch nicht mehr.
Im Internet suchte ich nach
"OS spareparts" und stieß nach längerem Studium auf die
Homepage von hobbydirect.de. Dort war die Kurbelwelle
als kurzfristig lagernd gekennzeichnet. Nicht lange
überlegt bestel- lte ich eine und nach übersichtlicher
Bestellung und gleich Bezahlung erhielt ich die
Nachricht dass ich die KW innerhalb einiger Tage
bekommen werde. Nach fünf Tagen war sie wirklich da.
Jetzt wird der Motor wieder zusammengebaut und ich bin
schon auf den Probelauf gespannt, ob der jetzt ohne
Klappern ist oder nicht. Ich habe bereits die Antwort:
Das "Klappern" gehört scheinbar dazu, nur ist es mit
neuer Kurbelwelle kaum mehr störend. Der Testlauf ergab, dass die Motorleistung des 240 (= 40
ccm) praktisch mit der des 300 (= 50 ccm) identisch ist.
Mag sein dass der 50iger einen Latte mit etwas höhe- rer
Steigung drehen kann, weil sein Drehmoment das erlaubt.
In technischen Angaben kann ich dazu ergänzen, dass der Motor mit der 2-Blatt 18x8 Holzlatte max 8200 U/Min
brachte, mit der Graupner Sonic 16x10 3-Blatt
Luftschraube brachte er 9000 U/Min. Der Luftschraubenzug
mit der 18X8 ergibt 6,5 kg +; das ist ein brauchba- rer
Wert.
Nachdem der 50ccm Motor jetzt in meiner Bearcat
eingebaut ist bleibt für den restaurierten FT 240 nach
der Generalölung nur mehr die Schachtel ..... zumindest bis
auf Weiteres.
Ein Vergleich als Anmerkung:
Der OS FT 240 oder FT 300 ist ein brauchbarer Viertaktboxer der einfach zu
bedienen ist und akzeptable eistung bringt. Ein Motor
für nicht unbedingt für Motortechnikfreaks. Letzteren
bleibt als gediegener Viertakt- boxer der 50-er -Klasse
nur der FK 50 von Kavan. Wer ein solches gutes Stück besitzt sollte ihn nicht aus
der Hand geben, denn
seine Leistung und Laufkultur entstammt einer anderen Dimension, der Dimension des leider schon verstorbenen
Österreichers Franz Köppel.
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