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    1020.46  ÖBB   -   Service mit Umpolung eines Altmodells
    1020.43  ÖBB   -   Service mit Umpolung 
    1020.46  ÖBB   -   Service mit Umpolung                                                            KLEINBAHN
    1020 014-5  ÖBB   -   Umpolung
    1020 46  ÖBB  als  E 94 056  DR  -  Service mit Umbau  auf AC
    1020.46  ÖBB   -   Restaurierung
 

 Eine Kleinbahn Berglok, die 1020, war in meinen späten Kindheitstagen ein
 finanziell unerfüllbarer Wunschtraum. Mit meiner Märklin Startpackung, die mir
 das Christkind zu Weihnachten 1954 unter den Chgristbaum gelegt hatte, war
 ich mit der BR 24 und den Personenwagen überglücklich. Wenige Jahre da-
 nach kam das Interesse auf, die preislich deutlich günstigeren KLEINBAHN-
 Loks irgendwie auf den Märklin Schienen zum Laufen zu bringen. Doch im
 Alter von 8 bis 10 Jahren, reichten meine minimalen Kenntnisse über Wechsel-
 und Gleichstrombahnen nicht aus, um den EInsatz einer Kleinabhn Lok am
 M-Gleis zu ermöglichen.
 
 Schließlich konnte ich mir eineige Kleinbahn Schienen, einen Trafo und eine 
 kleine Dampflok kaufen. Damit war der Beginn zum Zweileiterbetrieb gelegt.
 Ständig blätterte ich danach in ruhigen Stunden den KLEINBAHN Katalog von
 vorne nach hinten und zurück durch, immer bei der 1010 und ganz besonders
 bei der starken 1020, der legendären Berglok, hängen zu bleiben. Der Wunsch
 nach dieser Lok erfüllte sich erst Jahrzehnte später. Mit den notwendigen Kennt-
 nissen im Umgang mit Modellbahnen, gelang es mir einige 1020 Modelle zu
 reparieren und sie wieder fahrbereit zu machen.

 Irgendwann kam eine 1020.43 zu mir. Sie war rot und aus jüngerer Produktion.
 Sie lief erstmals in den Jahren um 2010 auf einem Testoval, als ich mich mit
 meinen Kleinbahnloks zu beschäftigen begann. Jedoch hatte ich immer den
 Wunsch, eine Lok aus den Jahren um 1955 zu bekommen, wo ich sie immer
 intensiv bewundert hatte. - Nun ergab sich, dass in der nächsten Nachbarschaft
 ein Bekannter eine große Modellbahnanlage hatte und mir seine jahrzehntelang
 gelegenen Loks zur Wartung übergab. Weiters bat er mich, die Lok umzupolen,
 damit er sie auf seiner Roco Anlage einsetzen kann und damit Zusammenstöße
 verhindert werden.  So kam es dazu, dass ich mit ihm die umgepolte 1020.43
 tauschen konnte und ich die grüne alte 1020,46 bekommen konnte.

 2021 konnte ich einem verdächtig günstigen Angebot einer 1020 014-5, also
 einer ganz modernen Variante der Berglok nicht wiederstehen und kaufte sie.
 Unglaublich, die Lok wies keine Fehler auf und läuft seither ohne jegliche
 Störungen und mit leisem sonoren Laufgeräusch der Mabuchi Motore.

 2022 entschloss ich mich, eine im Originalzustand befindliche, aber sehr reno-
 vierungsbedürftige 1020.46 (mit Schiebeziffern) zu ergattern.

 Die Umrüstung einer weiteren 1020.46 auf Wechselstrombetrieb und die op-
 tische angleichung an eine E 94 056 stand nach der erfolgreichen AC-Umrüs-
 tung zweier 1010 von Kleinbahn am Plan. Die gleichzeitige umfangreiche und
 komplette Restaurierung der alten Lokomotivewird in einer gesondertern Seite 
 beschrieben: 1020.46  AC
 

 Technische Daten 1020:
 Versionen Produktionszeit:  ~1955: 200mm, Gewicht: 520g,
 2 Rundmotore, Zinkal Räder,
 Versionen ab ~1990: 2 Mabuchi Motore und neue Räder mit Kunststoffnaben


1020.46 (Kleinbahn)
Fahrvideo

1020.43 (Kleinbahn)
Fahrvideo

1020.46  aös E 94 056  (Kleinbahn)

1020.46 (Kleinbahn)
Fahrvideo


1020 014-5 (Kleinbahn)
Fahrviodeo
 1) 1020.46 meines Freundes wird überarbeitet und umgepolt

 
Die Lok stammt aus den Jahren um 1967 und hat jahrelang gelegen und etwas verstaubt. Nachdem ich
 als Freund alter Technik gelte, tauschte ich schließlich meine rote 1020.43 mit einem Freund gegen seine
 alte, grüne 1020.46 um.
 Am Gleis zeigte sich bei der alten 1020.46 Lok keine Regung, die Motore sind verharzt. Nach der Zerle-
 gung der Lok wurden beide Motore auseinandergenommen und mit Waschbenzin greinigt. Ebenfalls
 geschah das mit den Fahrgestellen. Bei den Motoren dürfte entweder falsches Schmieröl verwendet
 worden sein, das zur Verharzung führte, oder es hat sich Watte aus den Schmierbohrungen in die Lager
 hineingezogen. Jedenfalls  wurden die Motore geölt mit synthetischem Turbinenöl, wodurch Verharzungen
 vermieden und Ölfilme für Notlaufsituationen geschaffen werden. 
 
 Die Stromabnehmer auf den Drehgestellen greifen standardmäßig nur auf je 2 Achsen Strom ab. Sie wur-
 den zur Verbesserung der Kontaktgabe auf langen Weichen, um je einen dritten Schleifer erweitert. Später
 wurde die vom Vorbesitzer deaktivierte Umschaltfunktion der Stromabnahme vom Gleis oder der Oberlei-
 tung wieder aktiviert. Auch die Befestigungen der Lampenfassungen des Vorbesitzers wurden überarbeitet
 und sie funktionieren wieder beidseitig. Im Zuge der Arbeiten wurde die Lok umgepolt, sodass sie auf zB.
  der Roco-Anlage meines Freundes im normalen Betriebsablauf mitlaufen kann.

 Nachdem die Lok durch die Änderung der Stirnbeleuchtung nicht mehr gänzlich im Originalzustand befand,
 wurden die Dachstromabnehmer dunkelrot gestrichen.  Ein grosses Problem der alten Kleinbahnmodelle
 aus den 60iger Jahren ist die Abplattelung von Lackstücken von den Gussteilen. Daher wurden nach der
 Reinigung die Drehgestelle und der Lokrahmen neu gestrichen. Die beiden Vorbauten in Dunkelgrün
 wurden mit speziell angemischter Farbe ausgebessert.  Die Lok läuft wieder sehr gut.
 
       
die Lok vorher die zerlegte Lok ein Bild für die Verkabelung  
vor dem Zusammenbau die fertig montierte Lok    
 2) Tauschobjekt 1020.43  -  die Rote wird umgepolt

 In den vielen Schachteln fand sich auch eine ÖBB Berglok, der Baureihe
 1020.43 in rot, eine Lok von
Kleinbahn aus den 70er-Jahren. Wie ich zu der Lok
 kam, entzieht sich meinen Erinnerungen; vermutlich habe ich sie als Bastelobjekt
 irgendwie ergattert?

 Nachdem ich meine Loks gelegentlich auf der Anlage von Freund Walter werde
 fahren können , muss ich sie zuvor technisch prüfen, in Schuss bringen und vor
allem umpolen. Bei dem Check fand ich vor allem viel Schmutz vom früheren
Teppichbahning vor.

1020.43 (Kleinbahn)
Fahrvideo

 Nach dem Zerlegen musste wegen der starken Verschmutzung die ganze E-Lok mit Spezialbenzin
 gereinigt werden. Die zwei Motore wurden auch zur Gänze zerlegt und gereinigt. Bei der anschließen-
 den Montage der Motore wurde alles geschmiert und bei den Kohlebürsten auf Leichtgängigkeit
 geachtet. Anschließend wurden die gereinigten Schleifer um einen weiterern Schleifer für die dritte
 Achse erweitert und an- und die Motore eingebaut.
 Noch ein Problem wurde behoben, nämlich die bei Kleinbahnloks gegenüber allen anderen Herstellern um-
 gekehrte Motorlaufrichtung. Da die Lok auf Walters Roco-Anlage fahren wird, war eine Umpolung notwen-
 dig, da es sonst nicht möglich ist, sie auf den Strecken im Verbund mit anderen Loks zB von Roco, mitfah-
 ren zu lassen. Bei der Verkabelung musste die ursprüngliche Möglichkeit, über den Dachstecker von Unter-
 leitung auf Oberleitung umzuschalten, wieder aktiviert werden.

 Nach der Endmontage konnten die Probefahrten beginnen. Na ja, alles war so schön verlaufen, aber in
 Kurven schleifte die Antriebsspindel irgendwo am Lokgehäuse. Ein wenig vom Mittelgehäuse abgefeilt
 nützt nichts. Bei der genauen Beschau stellte ich fest, dass bei einem Motor die Antriebswendel auf der
 Motorachse sehr weit beim Bürstenlager sitzt und dort das Gehäuse bei Unebenheiten berührt. Also
 wieder die Vorbauten abbauen und die jeweilige Wendel zum Ende der Motorwelle hin verschieben. Jetzt
 passt alles und die Lok fährt zumiondest im kalten Zustand leise.  Die unangenehmen Geräusche können
 durch Lockern der Befestigungsschraube verringert werden.
 
 Nach drei Jahren Lagerung bei meinem Freund war die Lok nicht mehr wieder zu erkennen. Ein Motor
 lief normal, der andere nur in einer Richtung. Bei eingehender Beschau war zu sehen, dass der Motoranker
 beim Laufrichtungswechsel viel Spiel hatte.Die Reinigung und nachfolgende Zerlegung des Motors wurde
 zum EInbau zusätzlicher Distanzscheiben am hinteren Motorlager genützt. Nun war das Spiel deutlich ver-
 ringert. Das üblich sehr heikle hintere Motorlager wurde mit Kriechöl vorgeschmiert. Der Fahrtest war nun
 so, dass der Motor bei hoher Stromgabe in beiden Richtungen meistens lief, aber noch immer nicht wie
 so gut wie Motor 1.

 Der Test am Rollenprüfstand ließ nach langen Versuchen erkennen, dass es an den Schleifkohlen und de-
 ren Anpressdruck liegt, dass der Motor nicht anläuft oder weniger hohe Drehzahl bringt. Trotz neuerlicher
 Reinigung des Kollektors und des Kohlenhalters war das Problem noch nicht weg. Dann wurden die Schleif-
 kohle und die Bürste geprüft. Beide waren nurmehr etwa 4mm lang, was mich bisher nie beunruhigte, wenn
 bei einem Motor ein Service gemacht wurde. In diesem Fall, als letzte für mich denkbare Möglichkeit, wurde
 eine bessere Bürste und eine neue Schleifkohle eingesetzt. Siehe da, nun läuft der Motor auch schon bei
 niedrigem Fahrstrom in beiden Richtungen an.

 Allgemeine Feststellungen:

 Die sich aufdrängende Frage, wie lange das gute Anluafen des Motors so bleiben wird, dürfte damit
 beantwortet werden, dass zu großes Axialspiel verhindert wird, da dadurch die Kohlen immer mit optima-
 lerm Anpressdruck am Kollektor anlioegen. Ist das Spiel zu groß, kann der Kollektor sich weiter vom den
 Kohlen  entfernen, wodurch beim Nachrutschen die Federkraft der Anpressfedern nachlässt.


 Bei allen Überprüfungen und auch bei allen anderen Loks war festzustellen, dass sie nach langer Lage-
 rung oder seltenem Gebrauch, trotz Schmierung mit bestem Modellbahn-Schmieröl, einige Minuten Lauf-
 zeit brauchen, bis sie wieder ihre normale Fahrgeschwindigkeit erreichen.

 Weiters bewährte sich im Lauf der Jahre das Aufreiben der Lager in den Rundmagneten mit einer Reib-
 ahle 3 h 8, wodurch der Lagerdurchmesser um 0,014mm vergrößert wird. Ebenso können die zwei Befes-
 tigungsschräubchen des Bürstenhaltes am Rundmagneten zu Verspannungen führen, die beim Anlaufen
 des Motors zu Schwergängigkeit führen.

 Ebenso könnten verharzte Achsen verhindern, dass ein Motor anläuft!

       
die Lok ist schmutzig viel Schmutz im Getriebe der schmutzige Motor ein Schleifer
die gereinigten Motoren das gereinigte Fahrgestell vormontiert Lok mit fertiger Verdrahtung die einsatzbereite Lok
  3) 1020.46  -  Originalzustand bleibt (aber umgepolt)
 
 
Im Internet fand ich im Doppelpack mit einer 1010.01 eine 1020.46 , die so ich
 zu glauben weiß, aus einer älteren Serie stammt wie meine erste grüne 1020.46.
 Das Modell kam mit steckenden Motoren auf den Reparaturtisch. Einige Tropfen
 Löseöl wurden in die Lagerstellen des Fahrgestells und der Motore geträufelt und
 die anfangs steckenden Motore erwachten zum Leben und schnurrten leise.
 Dennoch erfolgte eine Kollektorwäsche mit Spezialbenzin. -  Weiters wurden klei-
 ne Lackausbesserungen vorgenommen.

 Da üblicher Weise bei den Kleinbahnloks Zusatzgewichte dabei sind, so zB bei
 der Reihe 1010, verwunderte es mich, dass diese Lok kein Gewicht dabei hatte.
 Eben sah ich oben nach und entdeckte, dass die anderen Loks auch kein Ge-
 wicht haben. Logisch wäre das, denn die Motorverkleidungen auf den Drehge.
 stellen sind auch aus Metall und beschweren die Antriebsachsen. - Aber wenn
 ich schon dabei bin, dann fertige ich mir ein Zusatzgewicht an. Diese Verände-
 rung erlaube ich mir, denn für den Fall könnte man ja das Gewicht sofort wieder
 ausbauen.

 Für die Herstellung des Gewichtes fertigte ich aus härterem Karton eine
 "Schachtel" an, die die Abmessungen 27 x 35 x 23 mm hat. Um das Gewicht
 herzustellen verwendete ich Bleikugeln (die jeder Flugmodellbauer daheim hat)
 und 5-Minuten-Epoxydharz aus einer Tubenpackung. Ich füllte die Schachtel mit
 dem Harz, vermischte es und bließ mit dem Föhn hinein, damit das Harz dünn-
 flüssig wird. In das flüssige Harz schüttete ich langsam die Bleikugeln hinein, bis
 das Behältnis voll war. Abschließend füllte ich noch etwas Harz nach und bließ
 wieder mit dem Föhn drauf. Das Harz verlief sich und härtete alsbald aus.

 Das Gewicht wurde dann am Lokrahmen angepasst und die Bohrung für die
 Befestigungsschraube des Gehäusemittelteils hergestellt und etwas versetzt, ein
 M 2,5 Gewinde geschnitten, welches für die Halteschraube des Zusatzgewichtes
 dient. An den beiden oberen Längsseiten wurde je eine Abschrägung gefeilt,
 damit für die Kabel ausreichend Platz vorhanden ist. Zuletzt wurde da Gewicht
 noch mit mattschwarzem Lack lackiert.

 Das Gesamtgewicht der Lok liegt nun bei 768 g und ist um ~ 250g schwerer als
 das Standardgewicht der Lok ist.


1020.46, wurde  im Originalzustand belassen







       
die gereinigte 1020      
kein Zusatzbleigewicht vorhanden (?)  selbst angefertigtes Zusatzgewicht  das Zusatzgewicht ist am Rahmen .....  verschraubt mit M2,5 Inbusschraube
       
  4) 1020 014-5  -   die neue Rote (umgepolt)

 Ich konnte einen meiner Flugmodellmotore verkaufen und mir damit Arbeit in
 der Corona-Krise zukaufen. Unter den drei Loks war diese schöne 1020.014-5
 günstig zu haben. Der Preis war verdächtig niedrig, also erwartete ich Arbeit an
 den vielleicht durch Materialfehler geschädigten Fahrgestellen oder anderen
 Teilen.

 Nach dem Erhalt stellte ich die Lok auf das Gleis, schaltete ein und siehe da,
 die Lok lief einwandfrei. Ich sah sie von allen Seiten an, nahm das Gehäuse ab,
 doch ich fand keinen Fehler. Im Gegenteil, die Lok hatte schon die neuen Ma-
 buchi-Motore die einen angenehme Laufgeräusche garantieren. Lediglich das
 Gewicht der Lok hat sich gegenüber den Modellen mit dem alten Kleinbahn-
 Motor etwas verringert.

 Einzig war die Umpolung notwendig, damit die Lok auch anderswo fahren gelas-
 sen werden kann, ohne dass dort der Normbetrieb gestört wird. Dazu wurden die
 Anschlüsse der roten gegen die blauen Kabel getauscht. Weiters mussten die
 Dioden umgedreht angelötet werden, damit der Lichtwechsel richtig funktioniert.

 Die Lok zeigt mir, dass vor einiger Zeit bei Kleinbahn eine neue Aera angebro-
 chen sein dürfte, was der seit den Jahren nach dem Krieg bestehenden Marke
 bestimmt nicht schadet. Besonders interessant finde ich, dass die Rahmen-
 brücke an der die Drehgestelle befestigt sind, aus Kunststoff gefertigt ist. Die
 Drehgestellbelenden und überhaupt die gesamte Lok ist gegenüber den Vorver-
 sionen deutlich feiner und detailgetruere ausgeführt. Damit hat Kleinbahn mit den
 anderen Herstellern gleichgezogen, obwohl der Preis merklich unter den Fremd-
 fabrikaten blieb.

 Ein Bravo für österreichs älteste Modellbahnerzeugung! - die jedoch 2021 ihr
 bedauerliches Ende fand. Einige Jahrzehnte hindurch ermöglichte KLEINBAHN
 vielen Kindern ein finanziell sehr günstiges und schönes technisches Spielzeug.
 Schade!



1020 014-5, Kleinbahn
Fahrviodeo





       
       
      Motoranschlüsse Originalzustand
     
Ansicht von oben