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    Telecont- und Variophon-Steuerungen - Erfahrungen für den Ankauf etc.         
   Rudermaschinen - Überblick und Erfahrungen und einfache Messmethode               
 
 
 Für Eilige:

 Um Interessenten unangenehme Erfahrungen beim Kauf alter Tippsteuerun-
 gen zu ersparen bzw. aufzuzeigen worauf man achten soll, habe ich meine
 unerfreulichen und kostspieligen Erfahrungen zur den Robbe Telecont und
 den Graupner Variophon Steuerungen, sowie meine Selbshilfe zur Feststel-
 lung der Senderfunktion durch laienhafte Messungen, nachstehend detailiert
 festgehalten.
 Schon jetzt der Hinweis, die Steuerungen mit Germanium Transistoren die
 heute noch funktionieren, können leider morgen schon schadhaft sein.
 Davon sind Produkte anderer als der genannten Hersteller nicht ausgenom-
 men. - Der Alterungsprozess der Bauteile bedingt wie beim Menschen mit
 höherem Alter eben diverse Ausfälle.
 Nachdem Rudermaschinen für den Betrieb von Fernsteuerungen wichtig
 sind, wird darüber in gesonderter Seite berichtet.

 Die Vorgeschichte als Einleitung

 Nachdem ich seit meiner Jugend Interesse an den um 1960 erhältlichen Fern-
 steuerungen für Flugmodelle hatte und erstmals eine Telecont Steuerung sehen
 konnte, war es mein Bestreben, irgendwann so eine Steuerung zu bekommen.
 Noch in der Jugend hatte ich eine OMU 8K Steuerung mit riesigem Röhren-Sen-
 der mit extra Bleiakku und Anoden Batterie sogar in Verwendung in einem
 Schiffsmodell, doch sind mehr Erinnerungen kaum mehr vorhanden. Sie hat ein-
 wandfrei funktioniert! - Noch während der Suche nach einer Telecont Steuerung
 konnte ich eine komplette Variophon S 8K Steuerung kaufen, die ich fast bis
 heute verwende.
 Es macht mir Spaß mit meinen "Alltsteuerungen" nachvollziehen und erleben
 zu können, wie Modellbauer vor 60 Jahren ihre Modelle steuern konnten. Der
 Unterschied zu heutigen Steuerungen ist enorm groß.

 Meine Tipp-Steuerungen die viele Erkenntnisse brachten:
 
 OMU 8K Röhrensender mit Empfangsanlage mit Kinematic, Duomatic,
 Variophon 4K Sender, defekt gekauft (später mit MPX Sender bestückt),
 Telecont Sender S2 9K, 27mhz, defekt,
 Variophpon S 8K, mit Empfangsanlage und Graupner Rudermaschinen OK,
 Telecont S1 3K, 40mhz, mit Empfänger und Rudermaschinen, defekt,
 Telecont E1 3K, 27mhz, Empfänger Grundstufe, defekt,
 Telecont S2 9K, 27mhz, mit Empfänger und Ausbaustufe, defekt.
 Viele Reparaturen folgten.

 1) Robbe Telecont Erfahrungsbericht

 Zusammengefasst ist zu sagen, dass alle meine Telecont Sender und Emp-
 fänger nicht funktionierten, was nur weinige Gründe hatte:
 Bei den Sendern war immer der HF-Teil wegen Transistorschäden unbrauch-
 bar. Sie konnten nur mit neuen Silizium Transistoren, die eine neue HF-Plati-
 ne erforderten, repariert werden.
 Bei den Telecont Empfängern gibt es vor allem die Schwierigkeit von außen
 nicht immer erkennen zu können, ob es sich um einen 27mhz oder einen
 40mhz Empfänger handelt. Auf den Typenschildern ist das oft nicht einge-
 schlagen oder nicht beschriftet, sodass man die Empfangsfrequenz nicht er-
 kennen kann , da die optische Erscheinung identisch ist.
 Hat man das Glück ein Set kaufen zu können, könnte man davon ausgehen,
 dass die Sende- und Empfangsfrequenz zusammenpassen wird.
 Bei meinem 40mhz-Telecont Set war wegen der Unkenntlichkeit ein 27mhz
 Empfänger dabei und mein als 27mhz Empfänger gekauftes Stück aus einem
 Modellbau Konvolut erwies sich als 40mhz Empänger. Die Empfänger wurden
 im Zuge der Reparaturen vom Elektroniker den jeweileigen Sendern zugeordnet.

 Grundsätzlich gibt es bei den Telecont Empfängern eine 3K Grundstufe, die
 mit einer 2K- oder 6K-Ausbaustufe erweitert werden kann.
 Die Rudermaschinen werden auf den Empfängern nach bestimmten Schalt-
 eignungen angesteckt, damit man mit den jeweiligen Senderfunktionen Ein-
 oder Zweikanal Rudermaschinen betreiben kann.
 Bei Graupners Varioton Anlagen gibt es einen Empfänger an den meherere
 Schaltstufen angesteckt werden können.

 Meine Rudermaschinen die aus dem Bereich Robbe stammen sind für mich
 nicht sehr für Einsätze geeignet. Einerseits zu groß, andererseits schwach
 und technisch ...für mich eigenartig.
 Die Möglichkeit bei Telecont Graupner Rudermaschinen verwenden zu kön-
 nen ist erlösend, erfordert aber eine Änderung des Steckersystems an den
 Graupner RM-Kabeln. Die Graupner RM sind klein, leicht stark und heute
 noch beschaffbar.

 Eine Telecont Steuerung mit Graupner Rudermaschinen wird in meinem
 Fahrgastschiffsmodell Liberty verwendet.

 2) Graupner Variophon Erfahrungsübersicht

 Deutlich funktionsfähiger erscheint das Graupner Variophon-/Varioton-System.
 Von meinen gekauften Sendern war der 4K Sender von vorneherein als defekt
 angekauft worden. Er gefiel mir und ich hoffte, ihn vielleich irgendwann aktivie-
 ren lassen zu können. Später habe ich das Gehäuse zum Einbau einer MPX-
 Senderelektronik
verwendet.

 Grundsätzlich gibt es bei Graupner nur 27,12mhz Sender, die mit Variophon
 beschriftet sind. Bald wurden die Sender mit Wechselquarzen ausgestattet und
 als Variophon S bezeichnet. Diese Sender mit Wechselquarzen brauchen die
 neuen baugrößeren und schwereren Superhet S Empfänger, wenn gleichzeitig
 andere Anlagen betrieben werden sollen. Diese Sender sie können aber auch
 die einfachen Pendelaudion Empfänger steuern.
 Pendelaudion Empfänger können nur von einem Sender gesteuert werden,
 sodass ein Parallelbetrieb von zwei Modellen nicht möglich ist!
 An jedem Varioton Empfänger werden die für einzelne Knüppelfunktionen oder
 Tasten (10K Sender) die zugeordneten Schaltstufen am Empfänger angesteckt.
 An jeder Schaltstufe kann eine Rudermaschine angeschlossen werden.
 Mit dem achtpoligen Spezialkabel BNr 3679 können auch Rudermaschinen
 mit anderer Betriebsspannung als 2,4V (zB Kinematic mit 4,5V) angeschlos-
 sen werden und die anderen Rudermaschinen weiter mit 2,4V funktionieren.

 Mein erstes angekauftes Variophon S Set funktionierte bis 2026, doch seit me-
 nen Messungen ergab sich Unsicherheit. Andere später zugekaufte 8K- und
 10K-Sender funktionierten weitgehend, was die Fähigkeit zum Senden betrifft.
 Ausfälle ergeben sich gelegentlich bei den wenig benutzten Tastern von K9 und
 K10 und/oder den Knüppelkontakten, die manchmal oxydieren. Die Herstellung
 der Kontaktivität ist leider nicht einfach.
 Mein erster Variophon S 8K-Sender wurde seit 2020 im Flugmodell Amateur
 und im Torpedoboot Dachs (Zobel) zuverlässig verwendet. Doch ein nachste-
 hend beschriebener Frequenztest zeigte unerklärbare wechselnde Frequenzan-
 zeigen bei der Messung auf, sodass die Weiterverwendung unsicher wäre.
 Noch dazu funktioniert plötzlich Kanal 3und 4 nicht mehr. Trotz Funktionskon-
 trolle mit einem Superhet Empfänger mit passendem Quarrz funktionierte die
 Steuerung in angemessener Reichweite, wie früher auch.
 Nachdem ich mehrere Sender habe, und solche mit höherer Ausgangsleistung,
 ist es künftig vernünftiger einen anderen Sender zu verwenden.

 Die 2025 als totaler Zufallskauf erhaltene Variophon 40,68mhz Anlage wurde
 vom Elektroniker überprüft und sie ist wie alle anderen Steuerungen von ihm
 abgeglichen worden und ist in einwandfreiem Zustand. Leider ließ sich nicht
 mehr eruieren, wer die Steuerung umgebaut hat, denn der muss Insiderwissen
 gehabt haben.

 Zum Schluss möchte ich erwähnen, dass auch die früheren Graupner Anlagen
 zB. die Bellaphon Anlagen 27mhz und 40mhz, sinngemäß zu den Varioton-
 oder den ähnlichen Telecont- Sendern funktionierten. Leider habe ich sie nicht
 zur Erprobung verfügbar.

Telecont 9K Fernsteuerung
Funktionsvideo




Telecont im Fahrgastschiff Liberty
Fahrvideo Werfthafen




Variophon S 8K Fernsteuerung
Funktionsvideo




Variophon S 8K im Torpedoboot Dachs
Fahrvideo Waldteich




Variophon 8K 40,68 (EInzelstück)
Funktionsvideo




Variophon 40mhz in MS Helgoland





Variophon 2 4K
Funktionsvideo




Variophon 2 im Segler Phönix





Rudermaschine Unimatic





Abstrahlungsmessung mit µA-Meter an
Variophon Sender





Abstrahlungsmessung mit µA-Meter an
Telecont Sender S2
 
 
 Um mir einen Überblick über die Funktionsfähigkeit meiner meist einzeln zugekauften Sender zu
 beschaffen habe ich eine einfache Prüfmethode gesucht. Dabei stieß ich auf ein empfindliches
 Messgerät, ein µA-Meter. Trotz fachlich gesehen missbräuchlicher Anwendung liefert es Werte,
 die zeigen, ob bei der  Antenne überhaupt eine Abstrahlung erfolgt. Nachstehend wird der Vorgang
 bei der Ermittlung von Vergleiswerten zwischenden Sendern eingehend beschrieben. Die Ergeb-
 nisse können hier an Besispielen nachgelesen werden.

 Ein Beispiel:

 Bei einem Kauf eines Variophon Set Angebotes 2025 (Sender, Pendler Empfänger und 2 Schalt-
 stufen, Schalterkabel , Bellamatic) entstand beim ersten Test mit einem ausgerüsteten Segelflug-
 modell Phönix ein Chaos, weil der Sender trotz bestem µA-Abstrahlwert mit einem Varioton Emp-
 fänger (27mhz) die Rudermaschinen nicht in Bewegung setzte.
 Zum Glück verfüge ich bereits über einige Sender und Empfänger, mit denen ich meine Tests
 durchführen kann. Daher wurde mit dem Pendler aus dem Set eine erste Probe durchgeführt, die
 ebenso ergebnislos verlief, da sich danach ergab, dass der Senderakku nicht genügenaufgeladen war.
 Bei der vorangegangenen Fehlersuche mit Stirnrunzeln und Umschau fand sich ein kleiner Aufkleber
 auf dem Empfänger, auf dem 40,68 stand. 

 Die Frage, ob der Sender vielleicht tatsächlich mit 40,68mhz sendet, wurde erst nach Öffnung des
 Sendeteiles festgestellt und am Großquarz die Frequenz abgelesen. Tatsächlich wurde ein Groß-
 quarz mit 40,68mhz vorgefunden.
 Nun gab es bei Graupner nie eine Steuerung Variophon 40mhz zu kaufen, sodass mich die Frage
 plagte, was strahlt der Sender wirklich ab? Der Verkäufer konnte die Frage wegen des Umbaus
 nicht beantworten, da sein Vater schön länger verstorben war und er davon nichts wusste.
 Um die Frequenz-Frage zuklären wurde das Surecom Messgerät aktiviert und es zeigte den Wert
 40,6785mhz an.
 Die Erprobung mit dem zugehörigen Empfänger konnte danach erfolgreich abgeschlossen werden
 und von mir der Sender als sehr gut geeignet eingestuft, sodass er im Schiff MS Helgoland verwendet
 wird.
 
 Aber: Eine fundierte Aussage zur Sender- oder Empfängerfunktion kann nur von einem Fachmann
 mit einem Oszillographen getroffen werden!

 Eine Folge der Testserie:

 Ergänzend zu obigen "Laienhaft-Tests" wurden einige Sender mit dem Surecom Messgerät nicht
 nur wegen der Sendefrequenz sondern auch wegen  der angezeigten Sendeleistungswerte dBm
 gemessen.
 
Es ergab sich bei meinem bisher verwendeten Variophon S Gebrauchssender, dass das Frequenz-
 messgerät
keine stabile und nur annähernd bei 27mHz liegenden Frequenzwert anzeigte, sondern
 ständig zwischen 31,... bis 38,...mHz und mehr,
wechselnde Werte.
 
Die praktische Erprobung verlief trotzdem positiv, sowohl mit Pendler Empfänger als auch mit dem
 frequenzscharfen Superhet Empfänger. Die niedrige Senderabstrahlung ergab bei der Reichweiten-
 messung mit eingeschobener Antenne und Empfänger mit eingerollter Antenne in der Garage,
 nur 10m. Mit um zwei Elemente ausgezogener Antenne war wieder die Funkton gegeben.
 Der vor Jahren durchgeführte Flug mit dem Amateur Motorflugzeug und die Fahrten mit dem Zobel
 (Dachs) mit regulären Antennenlängen hatten keine Störungen erkennen lassen.

 
Dennoch sehe ich das unklare Messergebnis als Zeichen der Unsicherheit und verwende künftig
 den neu auf Si-Transistoren aufgebauten Variophon Sender (vom Horst) oder gute Sender für die
 Fahrten mit meinen Schiffsmodellen

 
Zwischenzeitlich fand sich ein Freund aus dem Forum, der mir drei meiner mit kleinen Kontaktproble-
 men behafteten Sender repariert hat. - Derzeit habe ich an voll funktionierenden Variophon Sendern
 einen 2/4K Handsender, zwei 10K Sender, drei 8K Sender, die alle mit 27mHz artbeiten. Dazu kommt
 noch ein 8K Sender mit 40mHz. - Ich habe einen 10 K Sender mit Knüppel Kontaktproblem einem an-
 deren Freund und Elektroniker verschenkt, der mit einige meiner "halbtoten" Schaltsufen repariert,
 damit ich auch hier Reserven habe.

 Typisches Ereignis:

  Seit einem Jahr funktioniert der spezielle Horst-Sender immer perfekt und sehr leistungsstark. Doch
 plötzlich nach einigen Tagen beim Einbau und Test der Empfangsanlage in der Condor ist er tot.
 Von meinem Variophon-Beginn an hatte ich einen defekten Variophon 4 Sender aus 1962 und weiß
 vom Vorbesitzer, dass so ein Sender Schaden nimmt, wenn man ihn ohne eingesteckter Antenne
 einschaltet. Der Leistungstransitor soll dadurch angeblich beschädigt werden.

 Im Gegenmsatz dazu erklärte mir mein Elektronikexperte, dass das nicht so wäre Die genaue Erklä-
 rung habe ich mir nicht gemerkt. -  Der vom Elektroniker modernisierte Variophon Sender ist aus
 eben früher Fertigung aus 1962 und hat keinen Antennenschalter wie die späteren Anlagen.
 Inzwischen ist klar, dass einige Widerstände und ein Kondensator vor dem Modulator-Transistor er-
 setzt werden mussten, damit der wieder anschwingt. Tut errdas nicht, wird nicht gesendet.

 Nach Erhalt und Überprüfung des reparierten Senders funktionierte er, doch kam es neuerlich zu einem
 Sendeausfall. Am nächsten Tag und danach war wieder volle Funktion gegeben. Doch lässt sich der
 scheinbare Fehler für mich nicht ergründen, denn die im versuch damit gesteuerte Empfangseinheit rea-
 gierte  nur bedingt, mit einem anderen Sender jedoch schon. Umgekehrt konnte ich das mit einem ande-
 ren Empfangsset aber auch feststellen. ???? - Es bleibt also schließlich nur übrig, den Sender mit dem
 aktuell verwendeten Sender zu betrieben, der volle Funktion verspricht.

 Anmekung: Bei den Anlagen mit Prüfnummer ---/64 fließt erst Strom zum Sender, wenn der Antennen-
 schalter nach dem Einschieben der Antenne den Stromfluss einschaltet.
 
 Wegen der für mich nicht durchschaubaren Sendereigenheiten habe ich mir in den vergangenen Jahren
 eine Reihe von Ersatzsendern zugelegt und kann meine Schiffe damit jederzeit fahren.-  Man sieht also,
 dass bei den alten Anlagen alles Mögliche eintreten kann, auch wenn es einen Moment davor noch gut
 ausgesehen hat.

 Erfahrungsbezogen muss ich anerkennen, dass es bei Internetkäufen möglich ist, dass bei der erfolg-
 reichen Testung duch den Verkäufer am Vortag, das Gerät zurecht als OK beschrieben werden konnte,
 es aber später bei einem Käufer, dann doch nicht mehr funktioniert.

  Schlusswort:

 
Der Kauf von alten Fernsteuerungen ist (für mich) einerseits reizvoll, andererseits ein Risíko bei
 den Geldausgaben und dem was man dafür bekommt. Davon auszugehen, dass alles was ange-
 boten wird und schön aussieht, auch wirklich verwendbar ist, ist sicher ein Trugschluss!

 Beim Kauf von  Fernsteuerungen aus den Jahren ab 1960 scheint die Chance vollkommen
funktions-
 fähige Sender und Empfänger zu bekommen eher eingeschränkt zu sein. Bei den Variophon-Steue-
 rungen von Graupner hat offenbar die Verwendung qualitativ besserer Bauteile (daher teurer) eine
 längere Lebens- und Funktionsdauer ermöglicht. Meine Tipp-Sender haben meist allenfalls
Kontakt-
 probleme an den Mikroschaltern der Knüppel.

 Allerdings sehe ich bei meinen Varioton Empfänger Schaltstufen für die diversen Kanäle, dass dort
 die Bauteile wie Transistoren und
Elkos öfter defekt werden und die sehr heiklen Relaiskontakte
 oxydieren. Fast sehe ich die Fehlerquelle bei den Steckbuchsen noch bedeutender, denn sie haben
 oft unterbrochene Verbindungsdrähte zum Print, sodass oft nur die halbseitige Funktion möglich ist.
 Drückt
 man auf den angesteckten Stecker oder dreht ihn gering, dann funktioniert die Stufe wieder.
 So entsteht rasch die Meinung, dass die Stufe einen elektronischen Mangel hätte.
 Meine Kauferfahrungen bei Schaltstufen die als "funktioniert" angeboten werden, haben sich oft nur
 als Halbwahrheiten gezeigt, da die Stufen meist nurmehr halbseitig auf einem Kanal funktionierten.

 Zugegeben, ich habe die wohl eher seltene Gelegenheit, alle meine Schaltstufen mit mehreren Sen-
 dern
 testen zu können, da wie gesagt, oft auch die Knüppelkontakte am Sender Kontaktproblemchen
 haben können. So ergibt sich dann doch klar, welcher Sender, welcher Empfänger und welche Schalt-
 stufe tatsächlich in Ordnung ist.

 Abschlussbeispiel:

  Mein Kauf im Juli 26 war typisch für ein gefinkeltes Angebot eines Variophon 4 4K Senders. Der
 hatte aber zwei Knüppelaggregate, sollte also ein 8K Sender sein. Tatsächlich ist er ein aber ein
 4K Sender, aber nur die nachgerüsteten Kanäle 5-6 und 7-8 funktionieren , die Kanäle 1-2 und 3-4
 sind jedoch tot. Der verkäufer hat nicht gelogen, der Sender ist ein 4K Sender. Als Ersatzteilspender
 ist er fast zu schade, denn er ist sehr leistungsstark. Daher werde ich versuchen ihn zu reparieren.
 
 In wieweit man sich bei solchen Internetkäufen absichern kann ist für mich unklar. Ich denke bei
 gewissen akzeptablen Summen auch nicht länger darüber nach und hoffe, einen Elektroniker zu fin-
 den,
 der die Schaltstufen repariert oder einen neuen Print anfertigt, der in das Blechgehäuse der
 Stufen passt und
mit den zugehörigen Tonkreisen und mit modernen Halbleitern etc.funktioniert.
 Dann wäre nurmehr das Ruidermaschinen-Steckerproblem zu lösen, denn da gibt es keine Lager-
 bestände mehr.


 
 Meine einfache Messtechnik zur Feststellung der Sendeleistung


 Als Folge der oben umschriebenen oft unerfreulichen Erfahrungen mache ich nach dem Auspacken
 einer gekauften Steuerung zuerst den Test, ob am Sender mit angeschlossenem Akku zumindest
 am vorhandenen Sender Anzeigegerät (wenn für Senderspannung oder Abstrahlung vorhanden)
 etwas angezeigt wird, sobald der Sender eingeschaltet ist.

 Die alten Tipp- und Proportional Fernsteuerungen arbeiten mit AM Modulation und müssen derartige
 Quarze verwendet werden, denn erst mit einem passenden Quarz und mit angesteckter Antenne kann
 eine Funktionsprobe nach meiner "Methode" erfolgen.
 
Kauft man sehr alte (vintage) Modellfernsteuerungen, so lernte ich aus meinen Erfahrungen mit meh-
 reren Zukäufen und den Erklärungen meines Elektronikers, dass man davon ausgehen muss, dass
 sie leider nicht mehr ordnungsgemäß und sicher funktionieren werden. Die Ursache liegt an nicht-
 mehr einwandfrei arbeitenden Bauteilen wie Germanium Transistoren, Elkos usw. 
 Manche Geräte sind jedoch immer noch intakt, was eher selten und nur eine Zeitfrage ist, wann
 deren Ausfälle auftreten werden

 Um für mich als Elektronik-Laien doch eine erste Aussage über das Funktionieren eines Senders
 treffen zu können, habe ich mir zwei kleine Messgeräte beschafft, die eine von der Senderantenne
 ausgehende Energie und Frequenz anzeigen können. - Logisch, dass für Elektronik Fachleute die
 Methode als lachhaft erscheint, mich lässt sie jedoch erkennen, ob ein Sender noch Chancen hat,
 verwendet werden zu können.

                                     
                  yA-Messgerät                                                          Surecom-Funkmessgerät


 Die erste Idee war, nicht nur ein Lebenszeichen durch eine Zeigerbewegung des µA-Messgerätes
 zu erhalten, sondern einen Vergleich der Anzeige mit einem in Gebrauch stehenden funktionierenden
 Sender zu bekommen. Dazu musste ich eine Methode finden, mittels gleichartiger Messdurchführung
 brauchbare Vergleichswerte zu erhalten.

  Daher wurde am Beginn die Antenne des yA-Messgerätes an die Antenne des Senders angelegt 
 und das Messgerät so eingestellt, damit es einen Mittelwert auf der Skala anzeigte. So sieht man,
 dass die Antenne etwas ausstrahlt. Der angezeigter Wert sagt aber nicht aus, ob die Sendeleistung
 für die Reichweite zB für Modellflug ausreicht und ob die Sendefrequenz für einen Empfänger passt.
 Jeder getestete Sender wird mit dem Abstrahlungswert des guten Senders verglichen und so wird
 sichtbar und abschätzbar, wie brauchbar der getestete Sender sein könnte.

 Für meinen Zweck genügte im ersten Schritt die vorhandene Ausrüstung mit dem µA-Meter. Doch
 auch die Anzeige einer Senderabstrahlung sagt noch nicht alles aus, denn auch die Frequenz die
 gesendet wird ist wichtig. Daher kaufte ich noch ein einfaches Surcom Frequenzmessgerät dazu.

                  
 Messung Sender 1:  25yA                                         Messung Sender 2:  15yA

 Zu obigen Bildern von den ersten Vergleichsmessungen an zwei Telecont S2 Sendern ist zu sagen,
 dass beide Sender meinen erprobten (kleinen) Reichweitentest auf 20m Entfernung im Hof erfolg-
 reich bestanden haben, obwohl der Empfänger mit nicht ausgerollter Empfängerantenne auf der
 Werkbank in meiner Werkstatt lag und die Senderantenne nicht ausgezogen war.

 Der zum Test herangezogene Sender war nach dem Kauf mit Anzeige NULL bei der Reparatur.
 Er ist nach seiner Reparatur bereits im Schiffsmodell Liberty erprobt und verwendet worden, wobei
 es keine Reichweiten- und Funktionsprobleme gab. - Daher nehme ich
 an, dass der andere Sende
 mit etwas geringerem Wert auch gut funktioniert. 
 In wie weit bei der Anzeige eine Abweichung von +/-10µA eine Auswrikung hat, ist unerprobt.

 Da bei zugekauften Altanlagen meist der Quarz fehlt und unklar ist, mit welcher Frequenz bzw.
 Modulation sie arbeiten, beschaffte ich mir ein weiteres Messgerät, welches weit mehr anzeigen
 kann (als ich verstehe). Es hilft es mir, die genaue Sendefrequenz in analogen Zahlen ablesen zu
 können und es zeigt auch Leistungswerte in dBm an.

 Durchführung einer Serien-Vergleichsmessungen an diversen Sendern mit Folgen

 Um einen Überblick über die Sendestärke meiner diversen Variophon Sender zu bekommen,
 raffte ich mich zu einer Vergleichsmessung auf. Grundsätzlich funktionieren diese Sender, doch
 wollte ich genauer wissen, wie die Werte liegen, wieviel die Abweichung beträgt und ob sie
 Auswirkungen auf die Verwendbarkeit hat.

                 
 Messung 40,68mhz-Variohon Sender                      Messung 27,12mhz-Varioton 2 Sender

 Mit dem µA-Meter wurde eine erste Messung am Einzelstück 40mhz Variophon Sender gemacht,
 dessen Ausschlag über den Endwert der Skala bei 50 hinausging. Die nachfolgende Messung
 am Variophon 2 Sender zeigte weniger an, sodass der Regler des Messgerätes nach mehreren
 Messungen anderer Sender auf einen künftig als Vergleichseinstellung dienenden Basiswert gestellt
 wurde.
 Mit einem grünem Stift markiert, wird diese Reglerstellung bei
allen weiteren Vergleichsmessu-
 gen verwendet. Der angezeigte Wert ist kein echter Messwert, sondern nur ein Vergleichswert!

 Klar ist, dass für gleiche Messergenisse bei den Messungen die am Sender angesteckte Antenne
 immer gleichlang sein muss, also die normal zusammengeschobene Antenne am Sender verwendet
 wird, weil sich durch die Länge der Vergleichswert verändert.
 Daher wird immer nur mit eingesteckter aber nicht mit ausgezogener Antenne gemessen.

 Die Messung muss immer in der selben Weise erfolgen und dabei ein Abstand von 5cm zum Sen
 dergehäuse eingehalten werden. Die Antenne des Messgerätes wird mit dem roten Ring an der
 Senderantenne angelegt. So sollten sich grobe Messabweichungen verhindern lassen.

 Für Fachleute ist das bestimmt eine sehr fragwürdige Messmethode, doch mir reichen die sich
 daraus ergebenden Abweichungen zur Einschätzung der Verwendbarkeit eines Senders aus.
 Vielleicht fundet sich jemand, der mich eines Besseren belehrt, das wäre fein.-Danke.

 Liste auf dieser Basis gemessenen Vergleichswerte der Sender:

 Variophon 2 4K 40µA, (Segler Phönix), 
 Variophon S 8K (erster und in Verwendung stehender Sender) 20µA, (ex Schiff Dachs), -13,7dBm,
 wechselnde Sendefrequenz aber funktioniert,
 Variophon 4/8K (Franz), (neu dazugekommen, mit 1 Knüppel defekt), 25µA, -8dBm,
 Variophon 8K (Gerrit) 15µA, (Schiff Condor und Dachs),
 Variophon 8K (Horst-Silizium) 40µA, (Schiffe Reserve)
 Variophon 8K (40mhz) 50µA, +2dBm, (Schiff MS Helgoland),
 Variophon S 10K (aus 2025) 50µA, -3,2dBm, (Reserve),
 Variophon S 10K 15µA, (K 7 defekt)
 Robbe Telecont S2 9K Nr1 (Horst-Silizium) 40µA, (Liberty Schiff), -4,4dBm,
 Robbe Telecont S2 9K Nr2 (Horst-Silizium) 12µA-20dBm, wechselnde Senderfeuqenz aber
 funktioniert

 Folgende Propotrionalsender wurden verglichen und dienten der Findung der Basis-Messeinstellung:
 Simprop Alpha 14K  50µA, (1965)
 Robbe Promars Topmodul 16K  50µA, (1980)
 Graupner MC 24 24K  50µA, (1975), +3dBm,
 Variophon-MPX-Umbausender 50µA, (ex Albin Köbis - Schiff)

 Es dürfte wohl so zu sehen sein, dass die tatsächlich einwandfreie Funktion von Sendern zwischen
 den Vergleichswerten 40 und 50µA liegt. In der Praxis sind aber auch die Sender mit 15µA noch
 verwendbar.

 Anmerkung: Obige Auflistung wurde mit dBm-Werten (Dezibel Milliwatt,= Leistungsangabe ) des
 Surcom Messgeräts ergänzt. Zu den Angaben der Werte mit einem - Minus davor Dabei ist zu
 sagen, dass bei null Sendeleistung ein Messwert von -28dBm steht und im Balkediagramm des
 Messgerätes kein Balken sichtbar ist. Je näher der Minuswert bei
0 liegt, desto besser ist die
 Sendeleistung, je größer der Minuswert, desto schwächer die Leistung.

 Es fehlt mir derzeit eine Einordnung, was die gemessenen Werte echt aussagen, wie sie sich auf
 die so wichtigte Reichweite im "mehr als 20m Test"  tatsächlich auswirken.