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    E40 101 (Trix Express)  -  Gehäusereparatur und Radsatztausch
 
 
 Um meine Trix Express Sammlung um eine scheinbar seltene Lok zu erweitern,
 ersteigerte ich mir um wenig Geld eine alte Lok. Schon auf den Bildern konnte
 man erahnen, dass etwas mit der Lacklierung nicht stimmt. Es wird doch nicht die
 Zinkpest sein?

 Als das Modell vor mir lag war es dann klar, es ist die Zinkpest. - Nun wenn man
 denkt, dass das Modell schon bis zu 50 Jahre am Buckel hat, dann ist  der Fraß
 nur langsam gekommen und vom Aufquellen des Metalls ist hier nichts zu merken.
 Ich habe auch gelesen, dass es eine andere Art der Zinkpest gegen soll, bei der
 heller, wie Stein und nach dem Kratzen wie Staub aussehende Oberflächenän-
 derungen möglich sind. Das könnte hier der Fall sein. Und außerdem, diese meine
 Lackierung wird mich (Alten) bestimmt überleben.

 Mehr Sorge bereitet die technische Lösung für eine spätere Verwendung der Lok
 auf Roco-Gleisen und Weichen. Hiefür ist der Einsatz der Drehbank gefragt, denn
 die Räder müssen auf die Normmaße abgedreht werden.

       E 40 101 vorher und danach
 
 Gehäusereparatur und Umrüstung


 Die Arbeiten begannen mit der Zerlegung und Sichtung der Lok, sowie einem 12V-Test, damit man sieht ob sich
 noch alle Räder drehen. Der nächste Schritt war die Trennung des Gehäuses vom Fahrgestell. Danach wurde
 das Gehäuse aller Anbauteile wie Stromabnehmer, Dachleitungen, Fenster usw. komplett entledigt.

 Jetzt zeigte sich am Lokkasten das ganze Ausmass der Zinkpest und es konnte mit dem Reinigungsvorgang
 begonnen werden. Mit einem kleinen Schaber, einem Stichel und einer Messingdrahtbürste wurde versucht
 alle "Rostbeulen" und harte Aufquellungen abzuarbeiten. Zuletzt wurde auch eine Dremel-Drahtbürste verwen-
 det, doch war das Ergebnis nicht wie erwartet ausgefallen. Schließlich folgte zur Entfernung des Lackes ein Bad
 in Nitroverdünnung, wobei die Lackreste mit einem groben Pinsel weggebürstet worden sind.

 Nach der Reinigung konnte man alle "verpestete Stellen" sehen. Besonders auf der einen Lokseite hatten
 sich unübersehbare Vertiefungen gebildet die nach Auffüllung verlangten. Das erfolgte mit einem 2K-Spachtel-
 kitt. Die Aushärtung war rasch erfolgt und ich konnte mit einem 360-iger Schleifpapier daran gehen, die Kittstel-
 len zart zu beschleifen. Danach konnte lackiert werden.
 Das Gehäuse wurde mit "Flaschengrün", RAL 7006  und das Dach mit "Weißaluminium", RAL 6070 aus
 Spraydosen lackiert. Nach Trocknung der Lacke bekam das Gehäuse einen "Klarlack seidenmatt" Überzug,
 damit sich die Lackierung später nicht so rasch abgreift.
 
 Jetzt bin ich am Punkt angelangt, an dem es um die Entscheidung geht, ob das Lokmodell vorbildgetreu, also
 wie zum Zeitpunkt ihrer Auslieferung, aufgearbeitet werden soll, oder eher dem echten Loktyp entsprechend.
 Nachdem ich bereits den Fehler mit der Gehäusefarbe gemacht habe, die doch anders (Kobaltgrün) als die
 der damaligen Waggonfarbe (Flaschengrün) war, soll es mit der Dachlackierung also eher so gehen, wie sie
 auch beim Original war.
 Daraus folgt, es wird eine E40-Spezialversion, die sich an das Original der DB (E40 128, Museumslok aus
 Koblenz) weitgehend anlehnt. So wird es keinen weißen unteren Randstrich am Gehäuse geben und auch die
 sonst bei Trix weissen Handläufe an den Frontseiten kommen nicht in weiss, die Haltestangen bei den Einstie-
 gen werden nur abgeschabt und erscheinen dann in Metallglanz.. Die Jalousien des Maschinenraumes sind
 beim Original auch silbrig, was ich ebenfalls mit Abschaben des Lacks andeute. Die Stromabnehmer wurden
 rot gestrichen. Damit ist das Ergebnis zwar keine originale Trix Express Lok mehr - aber etwas anders gesehen
 doch wieder auch eine solche, die etwas mehr dem Vorbild  angepasst ist.

 Der nächste Arbeitsschritt war dann das Zerlegen des Fahrgestells. Damals baute man ja noch sehr aufwendig,
 sodass es viel Arbeit war. Alle Teile wurden in Waschbenzin gereinigt. Bevor die Achgsgetriebe und Achslager
 ausgebaut werden konnten, mussten die Pufferbohlen entfernt werden. Eine schwierige Prozedur, da sich die
 Befestigungslaschen nur schwer zum Aufbiegen bewegen lassen. Beim weiteren Ausbau aller Achslager müs-
 sen nochmals dünne Blechlaschen, - nur einmal brauchbar, dann brechen sie ab -, aufgebogen werden, um die
 Lager aus dem Rahmen herausziehen zu können. Dazu kommt noch beim Antriebsdrehgestell, dass die
 Schleiferplatine abgebaut werden muss. Auch hier vier Laschen die verdreht werden müssen, damit die Platte
 mit viel Mühe und Sorgfalt ausgehoben werden kann.

 Obwohl ich einen Satz Achsen mit Normprofil ersteigert habe, ihn aber erst in einigen Tagen bekommen werde,
 ich aber Zeit und Lust hatte, begann ich die Räder auf Normmaß abzudrehen. Diesmal mit noch mehr Vorsicht,
 damit danach guter Rundlauf zustande kommt. Als die Räder fertig waren konnten sie wieder auf die Achsen
 gepresst werden. Diesmal verwendete ich meine neuen kleinen Maschienenschraubstock. Das Ergebnis im
 Fahrbetrieb war nachher etwas besser als bei den beiden vorher umgearbeiteten Loks, dennoch aber nicht
 befriedigend. Na gut, damit muss ich wohl Leben. - Und die später eingetroffenen Trix-International-Radachsen
 wurden für ein anderes Projekt aufbewahrt.

 Damit die Achslager in ihren Drehgestellrahmen ohne umgebogene /abgebrochene Blechlaschen halten,
 werden sie, am Antriebsdrehgestell vom Motorträger ohnedies mit vier Schrauben zusammen gehalten. Am
 Laufdrehgestell wurde ein Aluminiumstreifen angefertigt der mit nur zwei Schrauben die Achslagerblöcke
 zusammenhält. Zur Verbesserung des Achsdrucks am Laufdrehgestell wurde auf dem Alustreifen ein kleines
 Bleigewicht (ca. 20g) aufgeklebt.

 Schwierig gestaltete sich nach den Lagereinbauten die Befestigung der Pufferbohlen an den Drehgestellen. Mit
 Unterlage einer 10x10 Kiefernleiste und hohem Druck, konnten die Blechlaschen wieder umgebogen werden,
 nicht aber ohne dass die Bohlen nachher noch leicht wackelten. Dem Problem bin ich mit je einem Tropfen
 Superkleber zuleibe gerückt. - Jetzt sitzen sie fest und in der richtigen Position!

 Die Verdrahtung war raschwieder hergestellt, die Stromschleifer für Zweileiterbetrieb montiert, sodass nun das
 Gehäuse fertiggestellt werden konnte. Nun stand die Montage der Stromabnehmer und Dachaufbauten an. Die
 Lackierung der Hochspannungsleiter am Dach in rot ging schnell vonstatten und bald sah alles sehr gut aus.
 Nun wurden die "Fenster" wieder eingeklebt. - Vor der Verlötung des Drahtes zum Stromwahlstecker tauschte
 ich die Lämpchen gegen LED-Lämpchen aus, die schon bei geringem Fahrstrom hell leuchten. Dann konnte
 der letzte Draht angelötet und das Gehäuse montiert werden.

 Vor dem ersten Fahrtest wurden noch alle Achslager dezent geölt und die Lok aufgegleist. Schon als sie anlief
 merkte man in der ersten Bogenfahrt, dass sie wackelt. Schade, denn woran es jetzt liegt, ist nicht mir nicht
 mehr nachvollziehbar, vielleicht sind es die ungleichen alten Haftreifen. Erfreulich ist, die Lok wackelt weniger
 als die E 10 138.
 
 Trotz den unerfreulichen Wacklern sieht die Lokomotive sehr gut aus und liegt optisch gut an der Vorbildlok. 
 Irgendwie reizt es mich, später eine E10, diesmal die ältere 003, umzurüsten und die fertigen Radsätze zu
 verwenden. Wie wird die nachher laufen? - Mal sehen.

 Nachreparatur am Antriebsmitnehmer:

 Gut ein halbes Jahr später beginne ich bei den Loks endlich passende Haftreifen zu montieren. Alle die ich
 bisher gekauft habe passen nicht, da zu schmal, was zu dem kläglichen Wackelverhalten der Loks beiträgt.
 Endlich finde ich passende, aber von Fleischmann mit der Nummer: 544001. Mühsam wurden mit viel Geduld
 und einem dünnen abgewinkelten Stahkdraht auch alle anderen Trix Express E-Loks nachgerüstet. Nun läuft
 die Lok wieder normal. An einigen Stellen wurden einzelne, schlingernde Räder durch Verkanten mit dem
 Schraubenzieher zwischen der positionierten Radstelle und der Drehgestellblende korrigiert.

 Bei einem späteren Fahrversuch hängte ich 8 Trix Express Blechwagen mit Beleuchtung an, für die ich etwa
 120g Anfahrzugkraft gemessen habe. Gleichwie, die Lok packt es, vorallem wenn das Antriebsdrehgestell
 fahrtrichtungsseitig gesehen hinten liegt. Mit Frontantrieb ist es wie bei den PKW's auch, da dreht sie leichter
 durch und bei starker Belastung dauernd. Nun, das wäre nicht das Problem gewesen.
 
 Bei einem der diversen Anfahrversuche, bei denen mit zu viel Stromgabe die Trixwagen in die Kreismitte (Roco
 Normalkreis)  kippen, bleibt die schöne Lok plötzlich hängen und der Motor dreht fast leer durch. Die Nachschau
 zeigte, eine Achse des Drehgestells läuft leer durch. Ohne gleich das gesamte Drehgestell zu zerlegen
 (Mörderhackn) nehme ich die Schleiferplatte ab, die ohnedies hätte weg müssen und siehe da, ein Mitnehmer
 hat sich gelockert und läuft leer auf der Antriebswelle durch. Zum großen Glück ist das Mitnehmerkreuz (!) aus
 Kunststoff nicht herausgefallen.  
 Die vereinfachte Reparatur bestand nun darin, dass ich die Stelle mit Nitroverdünnung reinigte und einen halben
 Tropfen Locktide grün aufbrachte. Dann schob ich den Mitnehmer über das Locktide und wieder auf dei Welle
 und in die richtige Position. Nach einer Viertelstunde, nachdem die Lok wieder fahrbereit war, funktionierte alles
 wie es sein soll.


       
das mAusgangsmodell Innenbeschau Fahrgestell oben Unteransicht
die Zinkpest ....   Die Reinigung mit Nitroverdünnung
hier sieht man die Zinkpestnarben ...jetzt verkittet lackiert mit farblos seidenmatt Überlackierung
Fahrgestell zerlegt Antriebezerlegt, beachte Kardankreuz zerlegtes Laufdrehgestell  Radzeichnung für Bearbeitung 
Dachaufbauten montiert      Vergleich der E10 mit meiner E 40
 Zusammenbau, am Laufdrehgestell Zusatzgewicht   Puffernachfertigung das Vorbild:  E 40 128
 fertig und probegelaufen ...