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   V 200 035, DB (Trix Express)  -  Umbau für Normgleis,Schleiferplattenreparatur und Kupplungstausch
 


 Wer gerne bastelt und tüftelt, der baut auch gerne Loks bestimnmter Hersteller für
 ein anderes System um. So machte ich das auch bei dieser alten V 200 von Trix.
 Die Idee war, die Lok für das Märklinsystem umzubauen. Doch nach der Öffnung
 des Gehäuses war auch das Innenleben der Lok neuwertig, wie neu eben. Da tat
 es mir dann wieder leid, das aus den späten Fünfzigern stammende Modell zu
 bearbeiten. Leider liegt es so nur in der Schachtel und fährt nie auch nur einen
 Meter.
 In einer Zeit der Tristess suchte ich mir Arbeit und fand sie in der V200 von Trix.
 Ich möchte die Lok auf ein normales Zweileitersystem, ZB Roco, umbauen. Und wie
 das funktioniert folgt unten.
 


V200 von Trix Express für
Betrieb auf Normalgleisen umgebaut
Fahrvideo
                        
 V 200 035, Trix Express - Änderung der Spurkränze und Stromabnehmer auf Normformat

 Die Trix V 200 ist ja eine Gleichstromlok die für das alte Trix-Gleissystem gebaut war, bei dem man auf einem
 Gleis theoretisch 3 Züge hat gleichzeitig  fahren lassen können; einer mit Oberleitung und Mittelkontakt; einer
 mit Mittelkontakt und rechter Schiene und noch einer mit Mittelkontakt und linker Schiene. Für die frühen
 Fünfzigerjahre war das eine Sensation, fast schon ein System wie die heutige Digitaltechnik im Kleinformat.
 Zu diesem Zweck hatten die Loks Schleifer die direkt auf die Kontaktschienen zugegriffen haben und je nach
 Aufstellung am Gleis, mit dem einem oder dem anderen Trafo gefahren werden konnten.
 Und hier setzt meine Idee an, ich baue die Lok um, sodass ich sie auf Rocogleisen betreiben kann. Zu diesem
 Zweck habe ich von Beginn an die Kontakte studiert, sie teilweise demontiert und anders wieder eingebaut.
 Der Mittelschleifer wurde dabei zu einem Seitenschleifer umgebaut.

 Die Hauptaktion beim Umbau betraf  die Änderung der Spurkränze, denn die von Trix sind höher und rumpeln
 daher über die Schwellen des Roco-Gleises, sie sind dicker und schaffen bei den Weichen die Spurhalter nicht.
 Also müssen sie am Spurkranz abgedreht werden, auf der Hinterseite 1mm und auf der Vorderseite samt Ände-
 rung des Spurkranzwinkels.
 Zuvor war jedoch die Demontage angesagt. Ich versuchte einen Abzieher zu bauen, doch da kam ich nicht nah
 genug heran. Schließlich nahm ich zwei Schraubenzieher die ich jeweils gegenüber ansetzte, am Fahrgestell
 abstützte und damit die Räder von den Achsen abhob. Danach wurden die Isolationsbuchsen ausgedrückt und
 es konnten die Dreharbeiten beginnen. Die einzelnen Räder wurden auf einer M3-Senkkopfschraube aufge-
 schoben und mit einer Mutter festgezogen. Die Schraube wurde im Amerikaner eingespannt und das Drehen
 konnte beginnen.
 Zweckmäßig war, zuerst den Außendurchmesser des Spurkranzes auf 13,5 mm und dann gleich die Innenseite
 in der Teife von ca. 4mm um 1mm abzudrehen. Dann wurde das Rad auf der Schraube umgespannt und der
 neue Spurwinkel und die Breite gedreht. Der Spurkranz erhielt jetzt am Steg etwa 1mm Breite und passt gut bei
 den Roco-Weichen bei den Spurhaltern hinein.- Nach dem Abdrehen wurden die Räder wieder auf die Achsen
 augfgedrückt.
 Leider war diese Spannmethode nicht optimal, sodass einige Räder unrund laufen. Die Lok wackelt daher ein
 wenig bei Langsamfahrt. Die Überfahrt über die Weichen gelingt auch im Kriechgang, denn die jetzt vier
 Stromabnehmer überbrücken die Stromunterbrechungen bei den Herzstücken der Weichen.

 Die Lok hat einen Fehler, nämlich die Höhe der Trix-Kupplungen, die zu keinen herkömmlichen Waggons passt.
 Für den Einsatz auf einer Anlage muss daher ein spezieller Zwischenwagen verwendet werden, an den die
 anderen Wagen angekuppelt werden können. - Trotz dieser "Eigenheiten" freue ich mich, dass es mir gelungen
 ist, die fast neu wirkende Lok nun auch für den eventuellen Fahrbetrieb verwendbar gemacht zu haben. Wenn
 man davon ausgeht, dass die Lok aus den späten Fünfzigerjahren stammt, ist das schon bemerkenswert. Hier
 ist noch alles aus Guß; die Arbeit hat sich gelohnt.

       
zerlegte Lok Ansicht der Unterseite   demontieren der Achsen  die bearbeiteten Räder und Achsen 
bearbeitete Achsen eingebaut  addemontage am Triebdrehgestell  montierte Achsen und neuer Kontakt   
so sieht sie fertig aus       
       
 
 Schleiferplatten-Reparatur 

 Nach dem Umbau der Radsätze fuhr die Lok einige Zeit ein Testprogramm und
 wurde weggestellt. Irgendwie ergab sich, dass ich den neu angefertigtenund mon-
 tierten Schleifer zurechtbiegen wollte und dabei einen Knacks hörte. Ich hörte einen
 leisen Knacks, wußte und sah aber nicht, wo etwas gebrochen sein könnte. Bei
 der nächsten Testfahrt fuhr die Lok im Richtung 1 hervorragend wie gewöhnlich, in
 die andere Fahrtrichtung war sie ruckartig und so, also stolpere sie über etwas. Die
 Frage trat auf, was verursacht plötzlich die schlechte Fahrt; es wird doch nicht das
 Kardangelenk die Ursache sein, denn das bedeutet die Zerlegung des Antriebs-
 drehgestells was zu einer operationsähnlichen Aktion führen würde. Es kam wie es
 kommen musste, ich zerlegte das Drehgestell um es reparieren zu können.


       der gebrochene Schleiferhalter

 Bei der Reparatur begann ich mit der Demontage der Schleifer. Nachdem sie weg waren zeigte sich der
 Fehler, die Schleifermontageplatte war gebrochen. Sie stellt auch einen Teil des V200 Drehgestells dar und ist
 aus bakelitartigem, leicht zerbrechlichem Material gefertigt. In dieses Kunsstopffteil sind die Halter für die
 Schleifer eingenietet und auf der Unterseite waren sind die Kabel angelötet.
 
 Nach längerer Beschau der Teile kam ich zum Schluss, dass ich diese Platte retten muss, denn ein Ersatzteil
 aus den späten 60iger Jahren werde ich wohl kaum bekommen. Also blieb nur die Selbsthilfe.

 Um besser an die Dinge herankommen zu können, nahm ich das Gehäuseoberteil ab und musste das Kabel
 der Beleuchtung vom Lötpunkt ablöten. Dann lag das ganze Chassis vor mit und ich begann das zu bearbei-
 tende Drehgestell von Rahmen zu trennen. Als nächstes wurden die vier Blechlappen die die Tragplatte an
 den Rahmen halten, aufgestellt und dann die Bruchstücke entfernt und nachgedacht, wie man das Teil reparie-
 ren könnte. Es gab nur eine Möglichkeit, nämlich eine dünne Pertinaxplatte auf der Unterseite des Teils anzu-
 kleben. Der eine ausgebrochene Schleiferhalter muss in der Platte untergebracht werden usw. Zur Bestimmung
 der Größe der Platte musste ich das gebrochene Teil provisorisch mit Sekundenkleber zusammanheften. So
 konnte ich das Ausmaß der Platte messen und die Bohrung für den neu einzusetzenden Schleiferhalter markie-
 ren. MIt viel Schleiferei konnte ich die Platte anpassen und mit dem losen Schleiferhalter einkleben. Das war
 einen knifflige Arbeit, da sie nicht zu dick werden durfte, da andernfalls die Platte auf dem Kardangelenk
 schleifen könnte.

 Es gelang, doch zeigte sich beim neuerlichen Zubiegen der Blechzungen, dass man sie nicht zu tief umbie-
 gen darf, denn dann schleiften vielleicht die Kabel zu den Schleiferhaltern oder die Pertinaxplatte am Kardange-
 lenk und das würde erheblich bremsen. Endlich fertig mit dem Teil erfolgte dessen Erprobung. Natürlich streifte
 etwas und ich musste neuerlich zerlegen. Schließlich war die richtige Position gefunden und eine Probefahrt
 begonnen und es zeigte sich ein weiteres Folgeproblem, nämlich der spezielle Schleifer in Selbstanfertigung
 streifte in einer Fahrtrichtung am Rad und bremste bzw. stellte sich auf und die Radhaftung litt darunter. Also
 wieder den Schleifer wegbauen und korrigieren.
 Als er endlich passte wurde wieder eine Testfahrt begonnen, die zwar befriedigend aber nich optimal war. Der
 Weichentest im Kriechgang zeigte es dann, vom schadhaften Kontakt fehlte aber der Strom und die Lok blieb
 liegen. Die neuerliche Kontrolle der Kontakte ergab, dass dieser Kontakt keinen Strom zum Motor bringt. Es
 war das Anlöten des Kabels am Schleifkontakt bei der Pertinaxplatte schwierig und ich sah nicht gut hin, um
 sicher zu sein, dass das angelötete Kabel einen Kontakt hat. Nein, es hatte ihn nicht. Also musste das Teil
 wieder ausgebaut werden und eine neuerliche Lötung erfolgen. Die nachfolgende Durchgangsprüfung war OK,
 also wurde wieder alles zusammengebaut. Als es fertig war kam die Durchgangsprüfung - ja, und wieder nix!
 Noch zwei Mal ging das so und ich meinte, dass es wohl am besten wäre, ein dünnes schwarzes Kabel  vom
 Schleiferhalter direkt zum Motor parallel zu verlegen. Gesagt getan, denn jetzt  funktioniert der Kontakt und sein
 Stromfluss wieder perfekt.
 Neben dem Kontaktproblem tat sich auf, dass die Befestigungszunge aus Blech nicht für mehrmaligen
 Gebrauch berechnet sind; und schon war eine abgebrochen. Nun, die Schleiferplatte muss ja von den Zungen
 nur nach oben gehalten werden, wobei ein Spiel ja ken Problem ist, da, wenn die Lok am Gleis steht, die
 Schleifer den Halter ja nach oben drücken. Also verlieren kann man das Ding nicht und der Motor wird durch
 eventuelles Schleifen der Kardankupplung an der Pertinaxplatte auch nicht belastet.

 Zusammengefasst, die Operation ist gelungen und die Lock fährtwieder geräuscharm und schnell wie bisher.
 
Schleifer demontiert 

Motor abgebaut 

Motorplatte abmontiert  Schaden sichtbar
die Bruchteile mit Blick auf die Kardan-
kupplung
Schleiferträger mit Pertinaxplatte  wieder montierte Schleifer  fertige Unteransicht 
       
 
 Einseitiger Kupplungstausch

 
Der Höhenunterschied zwischen der Trix-Kupplung zu Märklin, Piko oder Kleinbahn
 beträgt etwa 3-4mm. Zwar wird durch einen Kupplungsumbau die Originalität der
 Lokomotive aus dem Baujahr um 1960 gestört, was mich aber doch nicht zu tíefst
 trifft. Ichmöchte ja die Lok ja auch gelegentlich im Fahrbetrieb auf einer Roco-Anla-
 ge fahren lassen und mit Wagen mit Normkupplungen zusammenhängen können,
 ohne dass ich einen speziellen Zwischenwagen einsetzten muss, der dann wo
 möglich nicht zum Zugsbild passt.
 
 Da sich in meiner Ersatzteilkiste mehrere langhalsige Kupplungen von Märklin befanden, überlegte ich den
 Ersatz zumindest einer der Trix-Kupplungen. Der Höhenunterschied bedingt, dass die Märklinkupplung heftig
 zu biegen ist, denn der Kupplungskopf muss 4mm tiefer zu liegen kommen. Auf meinem kleinen Schraubstock
 schaffte ich die Kürzung des Kupplungshalses und das Bohren eines Loches für die Befestigung.
 Der Einbau gelang ohne Probleme und nach dem Ausrichten der Kupplung wurde der Test mit meinem Schie-
 nenreinigungswagen erfolgreich durchgeführt.

       
die schöne Originalkupplung der Märklin-Kuppelkopf   kuppelt sehr gut