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Die
Ausgangssituation: Während des Starts dreht der gut 25
Jahre alte 20 ccm Enya Viertakter mit dem 14x7-Dreiblattprop einfach nicht schlagartig hoch. Das
bedingt, dass bereits mit
angehobenem Rumpfheck einige Zeit gerollt werden muss. Zur Verhinderung des Vorkippens bei
Drehzahlsteigerung, wegen des ho- hen Rollwiderstandes,
wird zart gezogen, gehalten und gewartet bis
die Rollge- schwindigkeit "passt". Insbesondere auf der Rasenpiste nimmt das
einige Sekun- den und viele Meter (ohne Gegenwind ca.
halbe Pistenlänge) in Anspruch. Und wenn dann der Motor seine Höchstleistung
bringt, denkt man, jetzt wirds dann gleich
gehen und zieht noch einen Deut mehr, um flach abzuheben.
Gerade dann tut es das Modell aber schon
von allein, ist aber aerodynamisch noch nicht wirklich
so weit. Bei meinem Modell zeigt sich dann
eine Abkippten- denz nach links. Auch nachträgliches Ausbalanzieren mit Blei hat hier keine echte
Verbesserung gebracht.
Wäre der Start direkt gegen den
bockigen Wind
gewesen, hätte es bestimmt kein
Problem gegeben. Doch
bei dem damaligen extremen und deutlich spürbarem Querwind (bis
zu 90Grad)
hätte es für
den Start offenbar noch einer längeren Rollstrecke
bedurft, bei der ständig voll mit dem
Seitenruder entgegen gehalten werden musste,
um schön in Pistenachse zu starten. Leider gelingt mir die
Verwendung
des Seitenruders meist nicht ohne Mitbeinflussung des Höhenruders,
sodass ich damals ein wenig zuviel Höhe "erwischt" hatte und auch durch das volle
Gegensteuern mit den Querrudern, dem Nachlassen am Höhenruder, die Strömung
nicht
genügend zum Anliegen gebracht
werden konnte und es zu einer Bodenbe- rührung
gekommen ist. Zum Glück war das Feld erst
einen Tag zuvor umgeackert worden und die Erde war weich, sodaß keine schweren Schäden zu verzeichnen waren.
Die Schäden: Der Flügel wurde durch Abscheren der Kunststoffschrauben unsanft
vom Rumpf getrennt und ein Federbein stark gebogen und aus dem Fahrwerksträ- ger herausgerissen. Am GFK-Flügelmittelstück führte das zum Aufplatzen der Naht an der Nasenleiste.
Die bereits verstärkten Fahrwerksbefestigungen erlitten keine
Schäden. An einem Querruder entstand ein kleines Cut. - Am Rumpf entstanden im
GFK diverse Knickspuren von der Servohalterung für die Preßluftsteuerung, die
sich auch von der Rumpfinnenwand löste. Durch die
Tränkung der Knicklinien mit Superkleber ergab sich eine leichte Aufwölbung der Rumfaußenwand an diesen
Stellen - also musste alles geschliffen, gekittet und lackiert werden. Die
Motorhau- be hat nur kleine Kratzer abbekommen. Der Prop war
erstmals dahin. Der kleine Schaden am Fahrwerksbein konnte rasch behoben werden. Der
Fehler meiner Federbeine liegt nun am Führungsschlitz
des Federbeines/Radträgers, der sich
nach wenigen Landungen ausarbeitet.
Man muss sich also an das "Wackeln" der Räder gewöhnen und sich
damit abfinden. Bei Verwendung des Modells auf
Grasplätzen könnte längerfristig Abhilfe durch eine
Scherenführung bringen, die keine Verdrehung im Federbein zulässt (von Robart gibt es so
etwas, zumindest für 1/4-Scale Modelle) oder ein einfach
ein aus härterem Alu bestehendes Überschub- rohr
im Bereich des Schlitzes anschrauben oder aufpressen
oder ..., wodurch die Materialstärke, also die
Schlitztiefe und die Führungsstiftlänge vergrößert werden
kann. Noch besser wäre es, einen Gleitstein an Stelle des Führungsstiftes zu
verwenden. Aber dann kann ich mir die Fahrwerksbeine gleich selbst bauen; da
der Preis für Ersatzfederbeine
erschwinglich ist, denke ich nicht wirklich länger über
derartige Modifikationen nach.
Die "neue Corsair":
Soll also jetzt dunkelblau und hochglänzend werden. Als Vorbilder stehen die Red
Bull
- Maschine oder eine britische Corsair bereit (siehe Bilder oben). Wegen der
besseren Erkennbarkeit des Modells beim Landeanflug habe ich mich für die
englische Version entschieden.
Neben der geänderten Farbgebung habe ich auch das Fahrwerk umgedreht: bisher befanden sich die Räder irrtümlich näher der
Rumpfmitte, sie gehören aber nach außen und
wurden nun auch so montiert. Bin gespannt wie
sich dadurch das Rollverhalten am Boden verändern wird.
Insgesamt sind natürlich einige Dekagramm Lack zusätzlich aufgebracht
worden, wodurch sich der Schwerpunkt geändert
haben könnte und das Flugzeug neu getrimmt werden muss. Wichtig ist die Startphase, dass ich hier gut wegkomme
ohne abzukippen. Sollten die Flugleistungen wieder passen, werde ich
irgendwann auch noch versuchen die Beschriftung am Rumpfheck
anzubringen.
Beim zweiten Erstflug des Modells hat sich durch die
Lackierung der Schwer- punkt nach hinten verschoben, wodurch die Wendigkeit zugenommen haben dürfte.
Habe Expo Querruder daher auf 35% erhöht. Ansonsten wieder die üblichen
Probleme beim Landen: Zu langsame Anflüge mit den Klappen fördern ein
Durchsacken aus zB 20 cm Höhe, die das chinesische Fahrwerk nicht immer
schadlos verkraftet. Ein Fahrwerk knickte beim Ausrollen sogar ein, verursachte
aber Dank des weichen Rasens nicht einmal einen Kratzer.
Betreffend die dunkle Lackierung kann ich nur sagen, dass ich froh bin,
dass die
Motorhaube hellgelb ist, denn beim Landeanflug ist gegenüber dem unbewachse- nen Erdboden oder den hohen dunklen Pappeln im Hintergrund, das Modell für
mich relativ schwer
auszunehmen. Das Modell wurde nach dem
"Werkstättenflug" in der neuen Farbgebung wie
üblich geserviced, der Motor eingeölt und dann
alles eingemottet.
Inzwischen geht mir der
Platz für meine Modelle aus und ich möchte mich von der
Corsair trennen. Ausgehend von der idee,
jemand im Club das Modell anzubieten, kam mir bei der Weihnachtsfeier
der Gedanke, es im Club versteigern zu lassen und den
Erlös für eine Behindertenorganisation zu
spendieren. Der Club-EDV- Administrator erstellte eine Eingabemaske in der die Angebote zeitlich
gereiht aufgenommen worden sind und der letzte Preis
dann den Zuschlag an den Bieter ergab. Nach Ablauf der
Frist bot ein Käufer 455.- für das Modell und
ich bin zufrie- den, da ich fast die Hälfte des Betrages
erwartet hätte. Am 3.1.10 war es dann so weit,
der neue Besitzer holte die Maschiene ab. Ich hoffe dass
bei seinem Erstflug alles so funktioniert wie
bei meinen Flügen und er wie ich Spaß an dem Modell haben
wird.
Letzter Flug:
15.10.2009 |







Die Bilder 4 - 7 in dieser Spalte
sind Aufnahmen des Originalflugzeuges |