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   Chance Vought F4U - Corsair (Version 2, verkauft)
 

 
 Das vorhandene Modell der F4U Corsair  ist interessant und fliegt grundsätzlich sehr gut. Einzige Schwachstelle
 ist noch immer das Fahrwerk, welches durch die um 90 Grad beim Einziehen rotierenden Räder noch einen
 zusätzlichen Problempunkt in sich birgt. Nachdem ich beim letzten Start das schier unzerstörbare CmPRO-
 Modell nun doch leicht beleidigt habe, sind einige Nacharbeiten mit etwas Harz und Lack erforderlich gewesen.
 Wegen der Unmöglichkeit halbwegs die gleiche Oberflächenfarbe und -beschaffenheit nachzumachen, bleibt
 also nur eine Neulackierung übrig.

 Nachdem unserem Clubchef (und mir auch) die originale Farbgebung nicht unbedingt einen Freudenschrei
 entriss, wurde nach einer anderen und von vorn besser sichtbaren Version einer Corsair Ausschau gehalten. In
 einem berühmten englischen Flugzeugmuseum steht/flieg die nun nachempfundene Version der Corsair.

 

 Die Ausgangssituation:  Während des Starts dreht der  gut 25 Jahre alte 20 ccm
 Enya Viertakter mit dem 14x7-Dreiblattprop einfach nicht schlagartig hoch. Das
 bedingt, dass bereits mit angehobenem Rumpfheck einige Zeit gerollt werden
 muss. Zur Verhinderung des Vorkippens bei Drehzahlsteigerung, wegen des ho-
 hen Rollwiderstandes, wird zart gezogen, gehalten und gewartet bis die Rollge-
 schwindigkeit "passt".  Insbesondere auf der Rasenpiste nimmt das einige Sekun-
 den und viele Meter (ohne Gegenwind ca. halbe Pistenlänge)  in Anspruch. Und
 wenn dann  der Motor seine Höchstleistung bringt, denkt man,  jetzt wirds dann
 gleich gehen und zieht noch einen Deut mehr, um flach abzuheben.

 Gerade dann tut es das Modell aber schon von allein, ist aber aerodynamisch
 noch nicht  wirklich so weit.  Bei meinem Modell zeigt sich dann eine Abkippten-
 denz nach links. Auch nachträgliches Ausbalanzieren mit Blei hat hier keine echte
 Verbesserung gebracht. 

 Wäre der Start direkt gegen den bockigen Wind gewesen, hätte es bestimmt kein
 Problem gegeben. Doch bei dem damaligen extremen und deutlich spürbarem
 Querwind (bis zu 90Grad) hätte es für den Start offenbar noch einer längeren
 Rollstrecke bedurft, bei der ständig voll mit dem Seitenruder entgegen gehalten
 werden musste, um schön in Pistenachse zu starten. Leider gelingt mir die
 Verwendung des Seitenruders meist nicht ohne Mitbeinflussung des Höhenruders,
 sodass ich damals ein wenig zuviel Höhe "erwischt" hatte und auch durch das volle
 Gegensteuern mit den Querrudern, dem Nachlassen am Höhenruder, die Strömung
 nicht genügend zum Anliegen gebracht werden konnte und es zu einer Bodenbe-
 rührung gekommen ist. Zum Glück war das Feld erst einen Tag zuvor umgeackert
 worden und die Erde war weich, sodaß keine schweren Schäden zu verzeichnen
 waren.

 Die Schäden: Der Flügel wurde durch Abscheren der Kunststoffschrauben unsanft
 vom Rumpf getrennt und ein Federbein stark gebogen und aus dem Fahrwerksträ-
 ger herausgerissen.  Am GFK-Flügelmittelstück führte das zum Aufplatzen der Naht
 an der Nasenleiste. Die bereits verstärkten Fahrwerksbefestigungen erlitten keine
 Schäden. An einem Querruder entstand ein kleines Cut. - Am Rumpf entstanden im
 GFK diverse Knickspuren von der Servohalterung für die Preßluftsteuerung, die
 sich auch von der Rumpfinnenwand löste. Durch die Tränkung der Knicklinien mit
 Superkleber ergab sich eine leichte Aufwölbung der Rumfaußenwand an diesen
 Stellen - also musste alles geschliffen, gekittet und lackiert werden. Die Motorhau-
 be hat nur kleine Kratzer abbekommen. Der Prop war erstmals dahin.  Der kleine
 Schaden am Fahrwerksbein konnte rasch behoben werden. Der  Fehler meiner
 Federbeine liegt nun am Führungsschlitz des Federbeines/Radträgers, der sich

 nach wenigen Landungen ausarbeitet.  Man muss sich also an das "Wackeln"
 der Räder gewöhnen und sich damit abfinden. Bei Verwendung des Modells auf
 Grasplätzen könnte längerfristig Abhilfe durch eine Scherenführung bringen, die
 keine Verdrehung im Federbein zulässt (von Robart gibt es so etwas, zumindest für
 1/4-Scale Modelle) oder ein einfach ein aus härterem Alu bestehendes Überschub-
 rohr im Bereich des Schlitzes anschrauben oder aufpressen oder ...,  wodurch die
 Materialstärke, also die Schlitztiefe und die Führungsstiftlänge vergrößert werden
 kann. Noch besser wäre es, einen Gleitstein an Stelle des Führungsstiftes zu
 verwenden. Aber dann  kann ich mir die Fahrwerksbeine gleich selbst bauen; da
 der Preis für Ersatzfederbeine erschwinglich ist, denke ich nicht wirklich länger über
 derartige Modifikationen nach.


 Die "neue Corsair":

 Soll also jetzt dunkelblau und hochglänzend werden. Als Vorbilder stehen die Red
 Bull - Maschine oder eine britische Corsair bereit (siehe Bilder oben). Wegen der
 besseren  Erkennbarkeit des Modells beim Landeanflug habe ich mich für die
 englische Version entschieden.  Neben der geänderten Farbgebung habe ich auch
 das Fahrwerk umgedreht:  bisher befanden sich die Räder irrtümlich näher der
 Rumpfmitte, sie gehören aber nach außen und wurden nun auch so montiert. Bin
 gespannt wie sich dadurch das Rollverhalten am Boden verändern wird.

 Insgesamt sind natürlich einige Dekagramm Lack zusätzlich aufgebracht worden,
 wodurch  sich der Schwerpunkt geändert haben könnte und das Flugzeug neu
 getrimmt werden muss. Wichtig ist die Startphase, dass ich hier gut wegkomme
 ohne abzukippen. Sollten die Flugleistungen wieder passen, werde ich irgendwann
 auch noch versuchen die Beschriftung am Rumpfheck anzubringen.

 Beim zweiten Erstflug des Modells hat sich durch die Lackierung der Schwer-
 punkt nach hinten verschoben, wodurch die Wendigkeit zugenommen haben dürfte.
 Habe Expo Querruder daher auf 35% erhöht. Ansonsten wieder die üblichen
 Probleme beim Landen:  Zu langsame Anflüge mit den Klappen fördern ein
 Durchsacken aus zB 20 cm Höhe, die das chinesische Fahrwerk nicht immer
 schadlos verkraftet. Ein Fahrwerk knickte beim Ausrollen sogar ein, verursachte
 aber Dank des weichen Rasens nicht einmal einen Kratzer.

 Betreffend die dunkle Lackierung kann ich nur sagen, dass ich froh bin, dass die
 Motorhaube hellgelb ist, denn beim Landeanflug ist gegenüber dem unbewachse-
 nen Erdboden oder den hohen dunklen Pappeln im Hintergrund, das Modell für
 mich relativ schwer auszunehmen.  Das Modell wurde nach dem "Werkstättenflug"
 in der neuen Farbgebung wie üblich geserviced, der Motor eingeölt und dann alles
 eingemottet.


 Inzwischen geht mir der Platz für meine Modelle aus und ich möchte mich von der
 Corsair trennen. Ausgehend von der idee, jemand im Club das Modell anzubieten,
 kam mir bei der Weihnachtsfeier der Gedanke, es im Club versteigern zu lassen
 und den Erlös für eine Behindertenorganisation zu spendieren. Der Club-EDV-
 Administrator erstellte eine Eingabemaske in der die Angebote zeitlich gereiht
 aufgenommen worden sind und der letzte Preis dann den Zuschlag an den Bieter
 ergab. Nach Ablauf der Frist bot ein Käufer 455.- für das Modell und ich bin zufrie-
 den, da ich fast die Hälfte des Betrages erwartet hätte. Am 3.1.10 war es dann so
 weit, der neue Besitzer holte die Maschiene ab. Ich hoffe dass bei seinem Erstflug
 alles so funktioniert wie bei meinen Flügen und er wie ich Spaß an dem Modell
 haben wird.


 Letzter Flug: 15.10.2009



























 




 










Die Bilder 4 - 7  in dieser Spalte sind Aufnahmen des Originalflugzeuges

 
       
So sah das Modell bisher aus ...    
neue Version angeglichen an eine  Corsair der ROYAL NAVY in der Sammlung Shuttleworth (s. oben)  
vor dem Start zum Testflug     der neue Besitzer der Corsair