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    Piper PA 30 Twin Comanche (Segull)
 
 
 Die angekaufte Seagull Piper PA 30 Twin Comanche bringt neuen Elan in meine
 Modellfliegerei. Bedingt durch meine Beschwerden im Rücken wird der Start und
 das Hantieren mit am Boden stehenden Modellen mit Verbrennermotoren schon
 langsam nahezu unmöglich. Trotz meiner schmerzlichen Erfahrungen mit dem
 Rücken und dem daher beabsichtigten Verkauf meiner Verbrennertwins, werde
 ich hoffentlich weiterhin noch ein zweimotoriges Modell betreiben können, welches
 alleredings mit Elektromotoren angetrieben sein wird.

 Damit wird mein Modellflug zwar noch "synthetischer" und für mich unschöner,
 denn die Geräuschkulisse der E-Motormodelle ist weit von der Realität und weit
 vom Klang der Verbrennermodelle entfernt. Auch die Vernbrennermotore sind nur
 sehr bedingt in der Lage, ähnlich wie ein Flugmotor zu klingen. Aber es geht nicht
 anders, also muss ich zufrieden sein.

 Mit diesem ARF-Bausatz kaufte ich mir, den Internetforen nach, bewusst reichlich
 Arbeit zu, denn es sind etliche kleine Dinge zu montieren, zu verkleben, nachzuar-
 beiten, umzuarbeiten usw., damit alles gut aussieht, funktioniert und hält. Den Ein-
 bau von Motoren Reglern und den Antriebsakkus zu verwirklichen, stellt ein aus-
 reichendes Betätigungsfeld dar. Am Ende soll ja ein lmöglichst leichtes und form-
 schönes Modell auf der Piste stehen.

 Da ich von der abgestürzten Hercules die Akkus, Regler und Motore übrig hatte,
 war der Entschluss das Modell zu kaufen und zu bauen, rasch gefasst. In der dunk-
 len Jahreszeit, in die für mich noch dazu einen Spitalsaufenthalt hineinfiel, war die
 Aufgabenstellung, das Modell zumindest halbwegs ordentlich und schön zu bauen,
 eine gute Motivation. 

PA 30 - Piper Twin Comanche
Flugvideo



 Technische Daten:
 Spannweite: 1950mm, Länge: 1330mm, Gewicht: Modell mit Servos 4,95kg, Fluggewicht: 5,98kg,
 Motore:Turnegy 3542/1000kV, Prop 11x5,5 (Standschub je Motor 2,0kg),
 Regler: 2 x Hobbyking 60 SBEC (6A), Akkus: 2x 4S 5200mAh (500g)
 Schwerpunkt: 110mm (ab Nasenleiste)
 Ruderwege: HR: +/- 12mm, Seitenruder: +/- 25mm, Querruder: +/-12mm, Klappen: 25° / 45°



 Bau der Seagull/SimpropTwin Comanche

 Meine bereits seit zwei Monaten bestehenden Rückenbeschwerden führten letztlich zu einem dreiwöchigen
 Spitalsaufenthalt mit OP, samt nachfolgenden Schwächen, welche den Baubeginn vorerst nicht zuließen. Doch
 nach den Weihnachtsfeiertagen im Jänner 2019, nach dem Abbau der Modellbahnplatte meiner Enkel am
 Bautisch, konnte endlich mit den Bauarbeiten am Modell begonnen werden.

 Nach dem Öffnen der Lieferkartons findet man gut aussehende Bauteile und viele Zubehörteile, die zur Fertig-
 stellung des Modells notwendig sind. Doch das Studium der Bauanleitung fällt schwer, denn in einigen Punk-
 ten ist sie teilweise realitätsfremd bzw. unvollständig. Aber das ist für mich ja der Grund, weshalb ich dieses
 Modell ausgewählt habe, da ich es liebe, wenn etwas Hirnarbeit notwendig ist, damit man ein schönes und gut
 fliegendes Modell auf das Fahrwerk stellen kann.

 Schon jetzt erkenne ich, dass durch die Situierung der zwei relativ schweren Lipo-Akkus, die EInhaltung des
 Schwerpunktes noch großes Kopfzerbrechen bereiten wird. Cleverer Weise, oder weil die Bauart des Modells
 es bedingt, befindet sich am Rumpfheck eine "Bleikammer," in der reichlich Blei zum Ausgleich der Kopflas-
 tigkeit Platz hat.

 Gemäß Bauanleitung wurde also mit dem Einkleben der Ruderblätter begonnen. Danach wurde probeweise
 ein Querruderservo montiert, um zu sehen wie genau die Teile alle gefertigt sind. Schließlich wurde mit der
 offensichtlich schwierigsten Aufgabe, dem EInbau von elektrischen Einziehfahrwerken in den Flächen und im
 Rumpf, begonnen.

 Einbau der elektrischen Einziehfahrwerke

 Grundsätzlich ist das Modell mit einem Fixfahrwerk und schönen Federbeinen ausgestattet. Der EInbau
 eines elektrischen oder pneumatischen Einziehfahrwerks ist nicht vorgesehen worden, jedoch die Verwen-
 dung eines mechanischen Einziehfahrwerks. Da jedoch ein elektrisches Einziehfahrwerk eingebaut werden
 soll und die beiliegenden Federbeine auch verwendet werden sollen, ergibt sich daraus einiges an Bastelar-
 beit, wie man das auch in Internetforen lesen kann. Eine umfangreiche "Umkonstruktion" der Fahrwerks-
 schächte steht also ins Haus, insbesondere beim Bugfahrwerk.

 Mit der Bauanleitung in der Hand, begann ich mich mit dem Einbau eines Einziehfahrwerkes auseinander zu
 setzen. Kurz, - von der Einbauhöhe des Fixfahrwerkes ausgehend -, würde die Höhe mit dem elektrischen
 Fahrwerksantrieb auch annähernd passen. Jedoch passt die im Bausatz vorgefertigte Ausnehmung im Flügel
 nicht für die Länge des Federbeines mit dem Rad, wenn das Einziehfahrwerk eingefahren ist, denn dazu
 müsste die Öffnung für die Radmulde ca. 3cm näher zur Wurzelrippe wandern. Zufällig fand ich in meinen Er-
 satzteilschätzen vorgefertigte Kunststoff Radmulden, welche für die Länge der Einziehfahrwerksbeine passen.
 Da sie neu und unbeschnitten sind, lässt sich damit auch die bestehende Ausnehmung in der Beplankung über-
 decken, sodass von den originalen Radmuldenöffnung nichts mehr sichtbar ist. Allerdings müssen diese derzeit
 roten Radmulden mit weißem Lack überlackiert werden.
 
 Eine Geduldprobe wäre die Anfertigung der "Montagekeile", die sich zwischen den im Flügel eingeharzten
 Holzklötzen zur Fwk-Befestigung und den Befestigungsplatten der Einziehfahrwerke befinden. Die Keile die-
 nen zur Erreichung richtigen Schrägstellung der Fahrwerke, die wegen der Flügel-V-Form nicht einfach nur
 eingeschraubt werden können. Die original vorgesehene Fahrwerksaufnahme ist nicht richtig konstruiert und
 ausgeführt. Der Passklotz am Fixfahrwerk hat diese Differenz durch Keile ausgeglichen und bereits aufgeklebt
 und so steht das Fahrwerk richtig. Von der Stellung des Fixfahrwerks wurden Schablonen angefertigt, die
 beim Einbau der Einziehfahrwerke für die richtige Stellung verwendet werden.

 Als Vereinfachung werden anstelle der "Keile" 10mm Kieferleisten auf die originalen Auflagen aufgeklebt. Da-
 raus ergibt sich, dass das Fahrwerk auf der Flügelhinterseite etwas über die Flügelunterseite heraussteht,
 vorne ein wenig unter der Kontur bleibt. Daraus resultiert, dass die Fahrwerke leicht ausgestellt (zur Flügel-
 spitze hin) stehen. Das bleibt vorerst so und kann nach einem erfolgreichen Erstflug behoben werden, falls es
 stört. Wichtig ist hingegen, dass die Fahrwerksgrundplatte beim Festschrauben nicht verspannt wird.
 Zur Verstärkung der Fahrwerksaufnahmeklötze im Flügel, können auf deren Unterseite zusätzlich Kieferdrei-
 kantleisten angeklebt werdern (bisher nicht durchgeführt).

 Nachdem mir Fliegerfreund Berti bei der Entscheidungsfindung zum Fahrwerkseinbau geholfen hat, kann
 das vorhandene elektrische EInziehfahrwerk verwendet werden, da der Fahrwerksaufnahmebolzen entgegen
 meiner Meinung, doch entfernbar ist. Dadurch können mittels neu angefertigter Aufnahmebolzen die Federbei-
 ne nun  in der Fahrwerksmechanik eingebaut werden. -  Die Verwendung von Stahlfederbeinen wäre auch
 möglich, doch sind sie aus optischen Gründen ausgeschieden. Auf den Bildern unten erkennt man den Ände-
 rungsbedarf, da entsprechend der Markierung die Beplankung entfernt werden muss.
 Eine um 1 bis 1,5cm höhere Standposition des Modells ergibt sich nun aus der Verwendung der Pichler-Ein-
 ziehfahrwerke, welche eine Auswirkung auf die Montage des Bugfahrwerks hat, um die gleiche Anstellung des
 Rumpfes und der Flächen, am Boden zu erreichen.
 Am Bugfahrwerk musste das Federbein auf 5 mm Durchmesser aufgebohrt und außen teilweise abgedreht
 werden, damit es nicht am Fahrwerks-Getriebegehäuse anliegt und Getriebeschäden verhindert werden.

 Nach dem Einbau der Hauptfahrwerke wurde der Einbau des Bugfahrwerks in Angriff genommen. Auch hier
 geht es  im vordersten Rumpfbereich nicht ohne baulicher Änderungen ab. Da die Einbaulage einige Grade
 geneigt erfolgen sollte, damit das Federbein etwas nach vorne geneigt steht, bedarf das eines tiefen EInbaues
 der Fahrwerksmechanik im Schacht, damit das eingefahrene Rad die Rumpfkontur nicht/kaum überragt. Der
 provisorische Einbau des Bugfahrwerks ergab, dass die Einbauhöhe annähernd passt. Nach einem Flugver-
 such kann eine Erhöhung der Bugfahrwerkshöhe nachträglich vorgenommen werden.

 Unbedingt musste die Bugradanlenkung umgebaut werden, da der am E-Fahrwerk befindliche Lenkhebel zu
 lange ist und in Konflikt mit der Fahrwerksschachtwand kommt. Daher mus die Anlenkung zu einer Seilanlen-
 kung umgebaut werden. Ein Aluanlenkhebel aus Restbeständen passte auf den Fahrwerksstift. Der Einbau
 des Lenkservos und die Herstellung der Anlenkseile stellte kein Problem dar.

 Und was ist beim Praxistest geschehen?

 Nach Fertigstellung des Modells wurden die Servo- und Fahrwerksfunktionen sehr oft überprüft, ob alles in
 Ordnung ist. Leider fiel ein Fahrwerk oft unregelmäßig aus, es konnte nicht ausfahren. Die erste Vermutung
 war, dass die hölzerne Aufnahme das Servogehäuse beim Festschrauben verzieht. Tatsächlich spielte das
 eine gewisse Rolle, war aber nicht die Ursache der Fehlfunktion. Es wurde eine neue Fahrwerksmechanik
 eingebaut und siehe da, der gleiche Fehler trat auf. - Logische Folge, es kann nurmehr am Servokalbel und
 den Steckern liegen. Tatsächlich ist ein Kontaktfehler im Servostecker aufgetreten, der möglicher Weise durch
 einen nicht zur Gänze eingeschobenen Servosteckerkontakt verursacht wurde.

 Mit Sorge sehe ich der Festigkeit der Fahrwerke (Pichler) entgegen. Zwar funktionieren die Federbeine sehr
 gut, ob sie alle Belastungen für die Fahrwerksmechaniken abfedern klnnen, wird sich zeigen.


Motorträger und Motorhauben die Standard-Fixfahrwerke im Bausatz die Tragflächen der Rumpf
die Ruder sind eingeklebt Ansiocht des Bausatz-FRixfahrwerkes wegen Verlängerung infolge Fwkme-chanik Spezialabdeckung nötig Federbein hat Kontakt mit FWK.Gehäuse
EZFW um 5mm länger die neuen Stahlstifte Federbeineauf Fahrwerken montiert Fedrebein am Bugfahrwerk montiert
die einbau-Ausgangssituation die vergrößerte Fahrwerksöffnung provisor. Fahrwerk mit Radmulde eingebaut
Fahrwerke provisorisch eingebaut  Lenkhebel Bugfahrwerk muss gekürzt werden  Bugfahrwerksschacht vor Umbau neue Fahrwerksaufnahme 
Fahrwerk provisor. montiert  der Lenkhebel muss entfernt werden und eine Seilanlenkung eingebaut werden  der neue Lenkhebel der Seilanlenkung
Seilanlenkung mit Servo fertig Ansicht Einbaulage    
Auflage und Befestigung für Spitze  Rumpfspitze montiert  Ansicht Rumpdunterseite mit Servokabeln  
  
 Montage der Rumpfspitze

 Nach der Bauanleitung wird die Rumpfnase über das Rumnpfvorderteil aufgeschoben und "irgendwo" ange-
 schraubt. Es gibt keine weiteren Angaben, wie die Nase einzurichten ist, daher wurde auf die von mir sonst
 übliche Variante mit einer Auflage und Befestigungsstücken für die Schrauben zurückgegriffen. Das Anpassen
 der Länge und Position Rumpfspitze war eine heikle Arbeit. Zuletzt wurden die Zierstreifen abgezogen und
 neu positioniert, da sie mit den vorhandenen Streifen am Rumpf nicht mehr fluchteten. Das Endergebnis ist
 gerade noch akzeptabel geworden.
 

 Montage der Motorträger, Elektromotoreneinbau und Montage der Motorhauben


 Im Anschluss an die Herstellung der Verdrahtung der Servos in der Tragfläche wurden die Motorträger in
 die vorgesehenen Schlitze eingehängt und eingeharzt. Nach dem Aushärten konnte das Kabel für die Regler,
 die in jedem Motorträger untergebracht sind, eingezogen werden. Gleichzeitig wurden die verzogenen Seiten-
 teile des Motorträgers durch einleimen einer Verstärkung begradigt und verstärkt. Weiters werden zur Erhö-
 hung der Festigkeit Dreikantleisten bei der Einharzung des Motorträgers und den folgenden Spanten einge-
 harzt. Danach war es möglich, die Kabel für die Regleransteuerung und die Stromkabel so zu verlegen, dass
 nach dem Einbau der Radmulden, die Kabel geordnet geführt sind.

 Schließlich wurden die Motorhauben angepasst und provisorisch montiert. Dabei war zu sehen, dass die
 Seiten der Hauben nicht ganz auf der Flügeloberfläche aufliegen, sodass sie bearbeitet werden mussten.
 Eine zusätzliche Befestigung am letzten Spant des Motorträgers erlaubt die Niederhaltung der Hauben zu
 optimieren.

 Nun folgte die Einrichtung des ersten Motors. Da ersichtlich war, dass anstelle der in der Bauanleitung ange-
 gegebenen 108mm es 118mm sein müssen, konnte der Motorspant ganz nach vorne geschoben und provi-
 sorisch angeklebt werden. Um die 10mm-Differenz auszugleichen wurde ein 10mm Balsastück hergestellt auf
 dem der Motor provisorisch angeschraubt wurde. Nun wurde der Motor in die Motorhaube hineingeschoben
 und die Spinnergrundplatte montiert. Jetzt wurde der Flügel hochkant gehalten, sodass der am Balsklotz mon-
 tierte Motor am Spant verschoben werden konnte. Vorsichtig wurde durch die ausgesägten Lufteinlässe die
 Lage des Klotzes markiert. Nach Abzug der Haube wurde der Motor wieder ausgebaut und auf den Markie-
 rungen am Motorspant eingerichtet, sodass die Bohrungen der Motorbefestigung markiert werden konnten.
 Danach wurden die Bohrungen im Motorspant hergestellt.

 In Motorbefestigungsvariante 1 sollte der Motor auf vier Schrauben, die im Motorträger festgezogen sind. 
 befgestigt werden. Das sollte die Möglichkeit bieten, dass der Motor mit Muttern in die richtige Lage gestellt
 werden kann. Leider stellte sich heraus, dass diese Montagemethode des Motors nicht funktioiniert. - Daher
 wurde auf die herkömmliche Methode mit Einschlagmuttern umgestellt. Nun wurden 10mm dicke Distanz-
 blöcke aus Sperrholz angefertigt, die nach der Einrichtung des Motors am Motorspant angeklebt werden.
 Durch die unterschiedliche Dicke der Klötze wird die Stellung des Motors an die Motorhaubenöffnung ange-
 glichen. Geduld ist hier sehr gefragt!

 Bis jedoch der Motor in der richtigen Lage war, dauerte es und der Motorspant musste zweimal von der provi-
 sorischen Verklebung gelöst und neu eingerichtet werden. Das Dilemma entstand dadurch, daß sich die dün-
 nen Seitenwände des Motorträgers im vordersten Bereich nach außen wölbten. Um das bei der Neuein-
 richtung des Motorspants zu unterbinden, wurden mit Kabelbindern die Seitenwände zusammengezogen,
 sodass der Spant nahezu fest saß. Zusätzlich wurde auf der sonst offenen Oberseite zwischen den beiden
 ersten Spanten eine Sperrholzplatte eingeklebt, welche einen späteren Verzug des vorderen Bereiches ver-
 hindern soll.
 Nun konnte wieder die Haube montiert und durch neue Heftklebungen der Motorspant befestigt werden.
 Abschließend wurden die vorgeschriebenen Dreikantleisten an den Motorträger und die Seitenwände geklebt.
 Mit geringer Abweichung passt jetzt die Motorstellung genau und ist die Spinnerrückwand parallel zur Hauben-
 kontur.

 Die Frage ist, ob die von der Motorhaube vorgegebene Motorstellung in puncto Sturz und Seitenzug ent-
 spricht. Genau ist meine diesmal angewandte Motormontage nicht; ich verlasse mich auf den Bausatzher-
 steller, dass er das "so lala genau" gebaut  hat. Im Flug wird eine grobe Fehlstellung der Motore bestimmt
 bemerkbar sein, jedoch wird sie durch geringe Trimmung ausgleichbar sein.

 Nach den Anpassungen der Hauben und Motore wurden die Spinner montiert. Schreck kam auf, denn die
 Spinnergrundplatten  der Bauatzspinner sind stark verzogen und unverwendbar für den Flugbetrieb; für ein
 Foto kann man sie gerade noch verwenden. Doch da tut sich schon wieder ein kleines Problem auf, denn
 Spinner mit dieser Länge (Zuspitzung) sind nicht verfügbar. Daher muss wieder ein Kompromiss eingegan-
 gen werden, in dem um fast 13mm kürzere Spinner verwendet werden müssen.

 Bei der Gelegenheit der Montage der neuen Spinner werden die Motorhauben abgenommen und der Motor-
 träger im Sichtbereich durch die Kühlluftöffnungen grau gestrichen wird. Außerdem wird ein Motor getauscht,
 da er raue Laufgeräusch macht.

 Akkueinbau und Stromversorgung

 Dann wurde die Positionierung der Akkus und ihre Befestigung für den Flugbetrieb vorgenommen. Da der
 hinterer Teil der Akkus /4S5200 Wellpower) unter dem Tragrohr gut hineinpassen wurde für die vordere Befes-
 tigung eine Sperrholzplatte vorgesehen, die unter zwei seitlichen Halterungen an der Rumpfwand eingescho-
 ben wird.

 Betreffend die Stromversorgung der Motore und Regler wurde folgende Lösung gewählt:
 Beide Akkus werden mittels V-Kabel verbunden und beide Motoren beziehen darüber auch den Strom. Ein
 Regler wird als Masterversorger für den Empfänger und die Servos eingesetzt (6A), beim zweiten wurde der
 Pluspol aus dem Servostecker herausgezogen, sodass Regler 2 den Impuls und Minus via V-Kabel vom
 Empfgänger bekommt.

 Die Servokabel aus den Tragflächen (Quer, Klappe, Fahrwerk, Regler) und die Stromkabel werden beim
 Zusammenbau in den Rumpf geschoben und mit den Gegensteckern der Empfängerzuleitungen zusammen-
 gesteckt. - Nach der Einbringung der Akkus in den Rumpf werden diese mit dem V-Kabel verbunden und da-
 nach können die Akkus angesteckt werden. Nach dem Anstecken dauert es einige Sekunden, bis die Regler
 die Zellenzahl und die Betriebsfähigkeit signalisieren.

 Zu beachten: Zuerst Sender einschalten, danach die Reglerkabel am Empfänger anstecken, zuletzt die
 Akkus anstecken. Darauf achten, dass die mit einem rotem Punkt versehenen Stecker zusammengesteckt
 werden. Am Flugende genügt das Abschalten des Senders, um den Anlauf der Motore beim Akkutausch
 zu verhindern


 Kanalbelegung:

 Empfänger Jeti R8 - 2,4Ghz, K1: Regler (Motore), K2: Querrurder 1, K3: Höhe, K4: Seite, K5: Querruder 2,
 K6: Bugradlenkung, K7: Einziehfahrwerke, K8: Landeklappen

 Einbau von Höhen-, Seitenruder und zugehörigen Servos und Abschlussarbeiten

 Nachdem die besonders kritischen Bauabschnitte erledigt sind, kann die Verklebung des Höhenruders und
 Seitenruders erfolgen. Dazu müssen die Tragflächen angesteckt sein, damit die "Paralleität" des anzukle-
 benden Höhenleitwerkes verglichen werden kann. Zuerst wird das Höhenruder mit 5-.Min Epoxy angeklebt.
 Das Einrichten des Leitwerkes ist schwierig, da durch die Motorgondeln keine eindeutige optische Schnitt-
 stelle entsteht, an der man eine Schräglage erkennen könnte. Da in der Härtungsfase das Kommando "essen
 kommen" erschallte, konnte nicht die notwendige Ausdauer beim "optischen Vermessen" aufgebracht werden,
 was promt in eine heikle Nacharbeit ausartete. Mühevoll musste eine Seite ein wenig angehoben werden,
 was durch schwieriges Aufschneiden der Klebung möglich wurde. Um bei der neuerlichen Klebung das Harz
 tiefer in den Spalt eindringen zu lassen, wurde es mit dem Fön angewärmt, sodass es flüssig wurde.

 Das Einkleben der Seitenruderflosse war dagegen nicht so schwierig, obwohl mir meine "optische Messung"
 sagte, dass der rechte Winkel nach dem Aushärten um einen Deut doch nicht so der rechte Winkel war. Im
 Flug wird man das aber kaum bemerken. 

 Mit dem Einbau der Steuerstangen zu den Ruderblättern ergab sich, dass sich die Betätigung des Stahldrah-
 tes für das Höhenruder nicht in das Bowdenzugrohr einbringen ließ. Mit einem langem Bohrer konnte vom
 Heck her ein Zugang hergestellt werden. In der Folge ließ sich der Stahldraht nur schwer bewegen, sodass
 weitere Maßnahmen notwendig waren. Letztlich half eine leichte Krümmung des Drahtes, sodass er leichter
 beweglich wurde. Als Servo für das HR wurde ein 8,5kg-Servo eingebaut, welches wohl die notwendige Kraft
 für die ordentliche Betätigung des Höhenruders aufbringt.

 Es geht dem Bauende zu. Nun mussten die Servos auf die richtige Mittelstellung und Funktuionsrichtung ge-
 prüft werden. Anschließend wurden alle Anlenkungen für die Servos hergestellt und montiert. Um die Optik zu
 verbessern wurde der Bugfahrwerksbereich  weiß gestrichen; es werden keine Bugfahrwerksklappen einge-
 baut. Zuletzt wurden die Randkeulen der Flügel aufgeklebt.

 Schwerpunkteinstellung

 Am Ende von Bauarbeiten an einem Flugmodell steht die Bestimmung des Schwerpunktes bzw. seine Ein-
 stellung. Es zeigte sich bei den ersten Auswiegeversuchen zu dem im Plan angegebenen Schwerpunkt von
 110mm ab Nasenleiste, dass das Modell sehr hecklastig ist. Daher musste zum Ausgleich am Bugfahrwerks-
 spant unter der Rumpfspitze ein alter Motorträger montiert werden, auf dem 300g (!) Bleiplattenstücke befes-
 tigt wurden. Wie sich das mit der Gewichtsangabe des Herstellers ausgehen kann ist mir ein Rätsel. Das
 fertige Modell hat jetzt ein Fluggewicht von 5,98kg!

       
Motorträger eingeharzt    die Motorhauben provi. aufgeschoben   
Ansicht Regler 60A und Stromkabel  Ansicht Motorträger mit Motorhauben  Ansciht Fahrwerk mit spez. Radmulde  zusätzliche hintere Haubenbefestigungen
Motorbefestigung Variante 1 der Motor wird angepasst   Motorbefestiigung Variante 2 
  endlich  nahezu genau im Mittel Kontur passt   Arbeiten für Motor 2 
erster Zusammenbau mit Motoren   Ansicht Fahrwerke   
Akkueinbau    Höhenleitwerk angeharzt Ansicht mit Seitenleitwerk
Ansicht mit gebrauchsfähigen Spinnern  
die Unteransicht nun auch HR- und SR-Servos eingebaut alle Servoanlenkungen montiert  
 
 Die Flugvorbereitung  -  mit "Rütteltest"

 Bei jedem fertigen Modell wird bei mir ein "Rütteltest" durchgeführt. Insbesondere bei den Verbrennerfliegern
 sind ja Vibrationen oft eine Fehlerquelle. Das fertig gebaute und aufgerüstete Modell wird im Hof aufgestellt
 und die Motore auf Volllast eingestellt und länger als eine MInute laufen gelassen. Danach folgt eine Kontrolle
 ob noch alles fest sitzt etc.

 Diesmal kam es aber zum ersten Schaden am Modell, an der Hauswand. Als ich mit dem Modell eine
 Runde im Hof fahren wollte, merkte ich, dass die Landeklappen ausgefahren sind. Das störte mich und ich
 betätigte einen Knüppelschalter, erwischte jedoch den falsch und verkehrt wirkenden Fahrwerksschalter und
 prompt begann das Fahrwerk einzufahren.
 Vor Schreck griff ich nach dem Gasknüppel des am Bautisch liegenden Senders, um den Fahrwerkschalter
 umzuschalten, damit das noch nicht ganz eingefahrene Fahrwerk wieder ausfährt, erwische dabei jedoch den
 ganzen Gasknüppel und gab damit ungewollt auch Vollgas.
 Der Flieger sauste daraufhin gegen die ohnedies nur 1m entfernte Hausecke, es krachte und die Maschine
 war somit noch vor dem Erstflug mit gebrochener Nasenleiste und einem losgerissenen Motor samt Beschä-
 digungen an der Motorhaube. Beide Motore liefen auf Vollgas und die Propeller wurden beim Anprall an der
 Hauswand abgebrochen. Der Motor neben dem Nasenleistenbruch hörte zum Glück von alleine zu laufen auf,
 noch bevor ich den Gasknüppel auf AUS stellen konnte.

 Die Schadenfeststellung ergab, dass beim stehengebliebenen Motor eine Befestigung des Motorkreuzes
 gebrochen war, was dazu führte, dass die Motorhaube hinter dem Spinner etwas eingerissen ist, dass eine
 seitliche Haubenbefestigung total ausgerissden ist und die andere aus der Klebeung gerissen worden ist.
 Weiters sind durch den Aufprall am Haussockel beide ABS-Randkeulen abgesprungen und eine ist der Länge
 nach eingerissen.

 Die Reparatur begann mit dem Motor, danach mit der Motorhaube und zuletzt mit der Nasenleiste. Nach dem
 Verschleifen wurde wieder Folie aufgebügelt und die Motorhaube und der Propeller montiert. Nun konnten die
 reparierten Randkeulen aufgeklebt und damit das Modell fertig gestellt werden.

 Da ein neuerlicher Rütteltest durchgeführt und einige Runden im Hof probegefahren werden sollten, wurde
 nochmals die Funktion der Ruder geprüft. Nun stellte sich heraus, dass durch den Modellüberspielung von der
 MC 24 zur  MC 24 Gold Edition, die Drehrichtung mancher Schalter anders als bei der alten MC 24 ist. Das
 war auch der Grund, weshalb am Vortag der Schaden entstanden ist. Nach der Umstelllung und genauen Kon-
 trolle funktioniert jetzt alles richtig.

 Erster Flugbericht

 Am 04.08.2019 erfolgte der Erstflug in Königsbrunn. Das Modell beschleunigte zufriedenstellend, ließ sich
 mit geringem Zug am Höhenruderknüppel aber nicht abheben. Mit mehr Knüppelausschlag stieg das Modell
 plötzlich unter einem Winkel von 45 Grad hoch und musste nachgedrückt werden. Vermutlich wurde mein
 Übersteuern auch durch viel zu groß eingestellten Ruderausschlag und/oder zu wenig Expo gefördert.
 Der Flug in böiger Luft war nicht schön anzusehen und zu steuern, haupsächlich deswegen, da das Höhenru-
 der zu viel Ausschlag hatte und sehr "giftig" wirkte. Nach Gewöhnung und Tieftrimmen um 7% . flog das
 Modell brauchbar horizontal dahin. Die Landung verlief turbulent, da Böen über der Piste auftraten. Doch mit
 Glück setzte die Piper im letzten Moment dann doch noch gut und ohne Beschädigung auf.

 Da das Modell dabei auf einem Fahrwerk zuerst aufkam, befürchtete ich sofort eine gröbere Reparatur, doch
 war alles noch intakt. Mit Erstaunen und Beruhigung konnte ich feststellen, dass die Druckgussnocken der
 elektrischen Fahrwerke dieses doch eher harte Aufsetzen gut und unbeschadet vertragen haben. Bei genauer
 Beschau war zwar zu erkennen, dass die Hauptfahrwersbeine minimal nach hinten verbogen waren, die knapp
 in die Radmulden passenden Räder aber noch anstandslos eingezogen werden konnten. Die Stahlsitfte welche
 die Federbeine halten sind etwas verbogen worden und mussten wieder gerade gerichtet werden.

 Da für den stabilen Horizontalflug tief getrimmt werden musste, ist leider noch ein wenig Blei in der Rumpfnase
 zu ergänzen; es sind NUR 20g. Damit dürfte die Tieftrimmung beim nächsten Flug zumindest geringer ausfallen.
 Damit bringt das Modell nun doch 6kg auf die Waage.

 Die im angestrebten Horizontalflug auftretenden Übersteuerungen liegen zum Teil an viel zu großen Ruderaus-
 schlägen. So weit ich weiß, habe ich mich an die Empfehlungen der Bauanleitung gehalten. Mag sein, dass die
 Überspielung der Modelleinstellwerte in die MC 24 Gold Edition ebenfalls geändert worden sind.Trotz EInstel-
 lung von 30% Expo auf Höhe und Querruder ist mein Flug sehr unruhig und instabil gewesen. Die Expoeinstel-
 lungen werden vorerst belassen, doch werden Höhen- und Querruder mittels Dualrate um 30% verringert. Ob
 das ausreicht, damit das Modell angenehm fliegt, wird sich zeigen.

 Da ich wegen des nicht unerheblichen, aber böigen Windes ohne Landeklappen gelandet bin, hatte ich den
 Eindruck, dass ich fast ein wenig zu langsam geworden war. Beim nächsten Flug gilt es das zu beachten!

 Für die gut 5 Minuten Flug mussten 1200mAh in jeden 5200er Akku nachgeladen werden. Das scheint mir
 günstig, sodass man mit naturähnlicher Fluggeschwindigkeit wohl an die 10 Minuten Flugzeit schaffen kann.
  
       
Halterung für Bleiplatten ("88g) Blei montiert bereit für den Rütteltest und Fotos  
nach dem Zusammenstoß Befestigung ausgerissen oben und unten Beschädigung  
die Nasenleiste wird geschäftet   Beplankung wird aufgeleimt wieder bebügelt und zusammengebaut
flugfertig: Piper PA 30 Twin Comanche ...      
       
 
vor dem Erstflug     so ist alles verdrahtet 
 
 Das Lagern von Modellen ist oft eine Quelle von Beschädigungen. So ist es auch hier geschehen, da ein
 harabfallendes Modell die Kabinenhaube beschädigt hat. Die kleinen Risse konnten mit Sekundenkleber ver-
 siegelt werden was natürlich eine Narbe hinterlässt. Und noch vor dem Erstflug hatte ich einen größeren
 Schaden  verursacht, in dem das Modell in die Hauswand rollte.  Da ich durch mein Ungeschick habe ich da
 rüber hinaus die ohnedies nur zu geringem Teil verwendbaren Videosequenzen des Erstfluges gelöscht.
 Ich hoffe, dass jetzt alle " 3 unguten Dinge"  meine die Pechsträhne und die des Modells beenden.

 Der nächste Flug

 Als Vorbereitung für den nächsten Flug wurden alle Ruder auf den in der Bauanleitung empfohlenen Richtwert
 eingestellt: HR: +/- 12mm, Seitenruder: +/- 25mm, Querruder: +/-12mm. Im Gras sollte noch die Geradeausfahrt
 mittels Bugfahrwerkseinstellung kontrolliert werden. Im Trimmspeicher wurde alle Werte gelöscht. Nach dem
 nächsten Flugversuch können die erflogenen Werte neu eingespeichert werden.