Willkommen
   
  Meine Modelle
   
  Neue Projekte
   
  Motorensammlung
   
  Fernsteuerungssammlg
   
  Modellbau und -technik
   
  Modellbaumarkt
   
  FMBC Austria
   
   
   
  Modellflug und ÖAeC
   
  Links
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   Hangflug Impressionen - Gerlitzen 2013
 
 
 Schon oft war es mein Wunsch, im alpinen Gelände Segelflug zu betreiben. Bereits einmal habe ich vor zig
 Jahren mit Clubkameraden den Versuch gestartet, auf der Gerlitzen mit einem kleinen Starkwindsegler zu
 fliegen. Es gelang aber nur bedingt, da für den Flitzer zu wenig Aufwind bestand. Ein weiterer Versuch in
 dieser Runde, in Tirol, scheiterte daran, dass wir uns nicht vorstellen konnten, dass langsam aufsteigende
 Winde unsere Segler (ohne E-Antrieb natürlich) tragen würden. Darüber hinaus gab es nur steinige Lande-
 möglichkeiten mit viiiiiel Kuhkacke.

 2013, nach meinen schweren Gesundheitsproblemem, konnte ich wieder einen Versuch starten. Mit meinem
 Klubkameraden Peter kam ich nach mehr als 20 Jahren wieder auf die Gerlitzen, um dort einige Tage im
 Berggasthof zu logieren und natürlich zum Segelfliegen. Um für verschiedene Windverhältnisse gerüstet zu sein,
 nahm ich die DG 300 (3,6m mit E-Antrieb), den Oldtimer Mistral (4,5m) und den Easyglider von meinem lieben
 Sohn Stefan mit. Zu gerne würde ich mit der alten Varioprop 12 mit dem WIK-Salto fliegen, aber da reicht
 der Platz zum Fliegertransport im Auto nicht aus. Schließlich hat Peter ja auch einige seiner tollen Segler mit
 und was man sonst noch so am Berg benötigt.

 Nach zeitiger Abfahrt um 05.30 in Korneuburgs Salzlacke wurde unser Fahrtziel um ca, 10 Uhr erreicht. Die
 Bergtemperatur auf der Gerlitzen lag bei ca. 20 Grad (in Korneuburg 33 Grad) - ahhhh, das war angenehm.
 Nach Bezug der Zimmer und einer Stärkung erfolgte der Abstieg zum Pacheiner-Hotel, zum deutlich besseren
 Fluggelände (wegen meist passender Windrichtung). Dort lagen zwar Modelle herum, doch noch wagten es die
 Piloten nicht, in die Luft zu gehen. Zwar flogen bereits zahlreiche Paragleiter in der Luft herum, doch das
 genügte den Modellpiloten offenbar nicht zum Start.

 Dann zurück, der Aufstieg zum Gipfelhaus. Eine Qual, denn 500m (statt der von Peter vermeinten 50m Entfern-
 ung) und gut 100 Höhenmeter belasteten uns beide ziemlich stark. 

 Oben angelangt packten wir unsere Easyglider und wagten Flüge an der, dem Wörthersee zugewandten Seite.
 Der Wind strich entlang dieser Hangkante und weiter draußen begann die Thermik gut zu tragen. Ein Flug ohne
 E-Antrieb stellte jedoch ein Risiko dar, da wir nicht wußten, wie lange man sich hier ohne Hangaufwind oben
 halten kann, bzw, ob man eine Thermik findet, die wieder nach oben führt. Die Thermiken gabs zu Hauf, doch
 waren sie meist weiter draußen, sodass die kleinen Glider nurmehr schwer zu sehen waren. Hier half Peters
 Leutfarbenlackierung, denn die konnte man auch als kleine Fläche am Himmel immer noch gut erkennen. Trotz-
 dem, das Modell war dann weit weg und das minderte den Fluggenuss.

 Das Fliegen dort oben ist natürlich auch ein optisch ein Highlight. Die Bergkette der Karawanken auf der an-
 deren Seite des Villacher Beckens, die Wälder ringsum, der wolkenlose hellblaue Himmel, die angenehmen
 22 Grad und Sonnenschein bis die Haut brennt, das ist schon etwas , das war herrlich.
 Der Flieger schwebt weit vor dem Hang in Augenhöhe und plötzlich hebt sich kurz ein Flügelende. Jetzt anders-
 herum einkurven und schon steigt das Modell. Manchmal reichte auch ein Flug vom Hang weg und mangelangte
 in ein Aufwindfeld. Mein Jeti-Vario trug zwar zu spöttischen Aussagen der Modellflieger bei, doch zumindest
 zwischendurch ein Blick auf die Anzeige war interessant und zeigte oft 2m/sek Steigen an. Der Wert ging auch
 höher hinauf, wobei der Steig-Durchschnitt bei  etwa 0,5m/sek lag. Ein krasser Steigflug mit voller Motorleistung
 bringt etwa 17m/sek Steigleistung! Wegen des störenden Piepsens löschte ich schließlich die Alarme für Höhe
 und Variohöchstwert und änderte die Tonfrequenz des Variobeeps auf 500 Hz. Nun lag der Piepton nicht mehr
 in einer störenden Zahnarztfrequenz und er war auch leiser, weil schon am Rande unseres Hörbereiches.

 Hoch hinauf stiegen die Modelle, wobei Peter hier eher zurückhaltend und kürzer geflogen ist. Wie er sagte,
 hatte er mit den Augen eine Unsicherheit, die ihn zu weniger weiten Ausflügen zwang. Mir gefiel das weite
 herumfliegen nur zu gut und ich nützte die Möglichkeiten des Fernfluges mit dem Glider bis zur Grenze aus. Oft
 half nur ein leichter Kurvenflug der das Modell am Himmel aufblitzen ließ, damit man erkennen konnte wo sich
 das Modell befindet. Mehrmals wurde ein Abstieg mit einem Spiralsturz notwendig, denn sonst wäre das
 Modell entflogen. Einige Loopings und eine Rolle konnte ich mir auch bei deisen Thermikbedingungen leisten
 und das funktionierte auch.

 Unser "Haushang" hinter dem Gipfelhaus war flugtechnisch nicht günstig gelegen, doch ohne begrsteigerische
 Leistungen mit wenigen Schritten zu erreichen. Bei Thermik geht das, denn vor dem Hang finden sich ja zahl-
 reiche Aufwindbereiche die dann zu langen Flügen einladen. Mein längster Tagesflug mit dem Easyglider
 dauerte mehr als 44 Minuten; und das mit einer Motorlaufzeit von max. 30 Sekunden (auch mit Zwischenab-
 saufern).

 Der Glider bereitete bald zu wenig Spannung und so nahm ich die DG 300 um damit zu fliegen. Daheim hatte
 ich die Einstellwerte manuell  von einer MC 24 in die andere übertragen und nur kontrolliert ob sich alle Ruder
 bewegen. Ebenso erfolgte ein Ruderbewegungstest im Bastelraum des Gipfelhauses, der jedoch, wie sich
 später zeigte, sehr sehr oberflächlich ausgefallen ist. - Draußen am Hang dann der Trieb zu fliegen. Schnell
 schnell, alles bewegt sich, der Wind ist gut und Peter warf die DG 300 mit brummendem Antrieb in Richtung
 Hangkante.
 Bums, und schon lag das Modell wieder am Boden. Alle Klappen auf Vollausschlag für Bremsung, die
 Bremsklappen heraußen, na so kann ein Segler nicht starten. Was war also geschehen so dass es zu dem
 Kurzflug kommen konnte?
 In erster Linie, meine Schlamperei beim Rudercheck; geschwind geschwind, ich will fliegen. -  Nun, also die
 Schaltrichtung der Wölbklappen war verkehrt und als ich unmittelbar vor den Wegwurf auf den Sender sah,
 erkannte ich die Schalterstellung für ausgefahrene Klappen und korrigierte sie, ohne auf die Stellung am Modell
 mehr zu achten. Der Wegwurf mit dem folgenden Sinkflug bewog mich dazu den Motor abzustellen. Ich bewegte
 also den Gashebel nach hinten..., da fuihren zusätzlich die Störklappen aus, da der Motor ja über den
 Schalter am Gasknüppel geschaltet wird. Die Landung hörte sich hart an, doch war bis auf ein Störklappen-
 servo (Getriebe) alles unbeschädigt. Und danach, beim Groundcheck stellten wir fest, dass nur ein Querruder
 funktioniert hat, weil in der Modellgrundeinstellung nur ein Querruder eingestellt war. Also alles in allem war es
 viel Glück, dass das Modell zu Boden gegangen ist und nicht zum fliegen gekommen ist, denn mit nur einem
 Querruder und einem Einblattprop wäre das Fliegen dann sicher kein Vergnügen geworden.

 Mit viel Ärger über mich selbst und das irr eingeharzte Servo mit dem Getriebeschaden, besorgten wir uns am
 nächsten Tag ein Neues. Ich wollte unbedingt mit der DG 300 auf der Gerlitzen einen Flug durchführen. - Nun,
 die Fahrtstrecke hin und zurück vom Modellbaugeschäft sind gut 60 km, obwohl in Luftlinie vielleicht 10 km.
 Wegen einer irreführenden Ortsangabe durch den Kellner vom Gipfelhaus, schickte uns Peters Navi ein wenig in
 der Gegend herum und sogar bis ans Ufer des Ossiacher Sees. Dennoch, kurz vor 11 waren wir beim
 Modellbaugeschäft welches pünktlich um 11 öffnet. Zuvor mit Genuss noch ein Kaffee im gegenüber liegenden
 Espresso und nach dem Einkauf um 80.- erleichtert, wieder hinauf auf den Berg. Im Bastelkeller half mir Peter,
 er tauschte den Propeller und wirkte beruhigend auf mich ein. Ich hatte einen richtigen Grant, da sich die Ein-
 stellung der Bremsklappe zuletzt auch noch als Geduldprobe darstellte. Ahhh, aber es klappte dann doch wieder
 alles. Schließlich der nächste Flugversuch mit der DG 300 am Haushang, mit drehendem Wind ins Tal hinunter.
 Nicht günstig, aber ich wollte es wissen .... und hatte Glück. Nach wenigen Minuten Flugzeit landete ich den
 Segler wieder wohlbehalten.

 Nun, gelegentlich lies auch Peter seinen Easyglider aufsteigen. Er genoss das Fliegen auch, aber wegen
 seiner Augenunsicherheit ließ er sich auf keine langen und weiten Flüge ein. Sein Leitspruch: Die Sicherheit
 geht vor und schön ist es auch ohne zu fliegen hier oben.

 Am vorletzten Abend, nach dem Abendessen, so etwa um 19.00, konnte ich nicht widerstehen und packte
 nochmals den Easyglider aus.  An den Vorabenden sahen wir den Pacheinerfliegern zu, wie sie noch die
 Abendthermik ausnützten. Also was die können, das kann ich mit dem Easyglider auch am Gipfel oben. Zu
 dieser Zeit sind keine Fußgeher unterwegs oder andere die sich durch den Modellflug gestört fühlen könnten.
 Also raus mit dem Glider. Ein traumhaftes Fliegen, denn es weht nur ganz wenig der Wind und die Abend-
 thermik trägt den Flieger hoch hinauf. Meine Höhenangabe am Jeti-Vario wies 127 m über Grund aus, also war
 der Flieger echt 2116 m über dem Meeresspiegel.
 Peter übermannte es dann auch noch und er flog einige Minuten lang. Mein Flug in die untergehende Sonne und
 in die Dämmerung dauerte gut 38 Minuten und hätte noch länger sein können; mir wurde kalt und ich landete.

 Am Morgen der Abfahrt war ich zeitiger munter und hatte meinen Koffer bereits gepackt und im Wagen verstaut.
 Ich wartete auf Peter und das Frühstück. Peter sah ich nicht und da kam mir der Gedanke zu fliegen. Bestärkt
 wurde ich durch die passende Windrichtung. Flugs und schon war der Glider in der Luft. Es waren erste kleine
 Thermiken zu erfliegen, dochoptimal war es nicht. Aber es ist die letzte Gelegenheit und noch immer erst 3/4 8
 und noch Zeit bis zum Frühstück. Nach 7 Minuten dann die Landung. Ach, es ist ja so schön hier, ein Start geht
 noch.
 Ja und dann kam Peter. Ab da ging nix mehr, der Wind hatte endgültig gedreht und nix hielt den schon beim
 Start komisch klingenden Motor des Easy bei Laune. Es ging nix mehr beim Motor. Ein sagenhafter Absaufer
 im Zeitlupentempo folgte, bis der Flieger hinter der Hangkante der Sichtbarkeit entschwand. Fix noch ein Mal,
 das habe ich noch gebraucht!  - Ein leises, eher nicht kritisch klingendes Landegeräusch war das letze Signal
 meines Fliegers. Nun musste ich ben den Abstieg über die Hangkante hinaus antreten. Auch Peter  konnte nicht
 sagen wo er meint, wo das Modell liegen könnte.

 Der Weg in die Tiefe war arg und ich rutschte mit meinen Kunststoffsohlen am trockenen Gras. Immer weiter
 ging es abwärts, doch vom Modell nichts zu sehen. bedingt durch die hinter mir liegende Krankheit begann ich
 mich vor dem Aufstieg zu fürchten, denn ich bin ja noch nicht bei vollen Kräften. Daher nahm ich den Aufstieg in
 Serpentinen in Angriff und weiter noch auch auf die andere Seite des Talkessels.  Als ich dann oben am
 Kamm angekommen war und eine kurze Schnaufpause einlegte, hatte ich den Verlust bereits eingerechnet.
 Den Blick schweifend in Richtung Peter, der nach einem Telefonat inzwischen mit meinem Sender zum Früh-
 stück gegangen ist, sehe ich keine 20 m neben und 5 m unter dem Weg wo wir anfangsgstanden hatten, den
 Segler in hohem Gras liegen. Der Weg dorthin... geschätzte 1,5 km. Na dann los. Ungefähr nach 20 Minuten war
 ich dam beim tatsächlich unbeschädigten Modell, schulterte es und ging, auf konstante Schrittfolge und
 Atemtechnick achtend, hinauf zum Gipfelhaus. Peter kam mir entgegen und freute sich, dass ich
 den Flieger nun doch gefunden hatte.  Das Frühstück gab mir schließlich wieder meine Ruhe zurück und stärkte
 mich für die Heimfahrt.

 Zusammengefasst war der Ausflug auf die Gerlitzen eine Herausforderung im Sinne des Hangfluges, für mich
 vielmehr aber ein Test, ob ich meine schwere Erkrankung nun doch überstanden habe und mit den Strapazen
 zurecht kommen konnte. Ja, es war ein gelungener und schöner Kurzurlaub. Neben den Flügen hat mein
 Begleiter Peter immer für interessanten Gesprächsstoff gesorgt, war immer hilfreich, wenn erforderlich, und hat
 mir damit insgesamt sehr geholfen. Ich hoffe dass ich ihn zeitweise nicht zusehr genervt habe, aber das hoffe
 ich, hat er seinem Temprament nach leicht verkraften können. Hangflug ist wirklich eine schöne Sache.
 
       
Mistral DG 300 Easy Glider die E-Glider vor dem ersten Start am Berg 
mal sehen was die beim Pacheiner bringen  der Blick in die ferne - keine Thermik  ... warten, warten, warten,...  und schön ist der Ausblick schon hier oben
irgendwann pack ich's dann ...vielleicht und wirklich, los gehts...  bei dem Elan da geht sogar der Hut ab..  weg mit dir 
dann ein herrlicher Flug  der Konkurrenzwirt Pacheiner  ... und von vorn, ein tolles modernes Haus, etwas teurer als bei uns unser Gipfelhaus 
 
das Frühstücksbuffet und die Frühstücksstube  im Bastelkeller der Servotausch abendlicher Besuch eines Manntragenden 
   
Horst ruft an ..., da geht nix mit fliegen ...oder war es zu wissen, wo sind wir jetzt, bitte die Koordinaten zeigen