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   Pneumatisches Einziehfahrwerk mit 90°- Drehung (zB. F4U-Corsair)
 

 Es ist in Österreich ein Krampf zu manchen Bauteilen und Zubehörteilen für
 Modellflieger zu kommen. Unser Modellbauhandel ist weitgehend sehr kunden-
 unfreundlich - in Österreich ist der Handel eben ein "MUSS-Geschäft" und die
 Kunden sollen sich ......

 Diese Feststellung ergibt sich aus 8 Monaten Wartezeit bei Fa. Schweighofer
 bei der Bestellung eines als lagernd geführten pneumatischen Einziehfahrwerks.
 Trotz Urgenzen, die übrigens nicht beantwortet werden, doch nachdem ich die
 Mail an alle anderen Schweighofer-Adressen auch geschickt habe, kam dann
 eine Antwort. Wie gesagt in Deutschlandsberg scheint KUNDENDIENST ein
 Fremdwort zu sein. - Ich glaube ich bin verärgert, oder? - Nun, die können mich
 mal.... als Kunde vergessen, - was denn sonst??

 Dumm ist nur, dass man auch andreswo nicht immer gut bedient wird!

 
Video von der Funktion


 Ich baue mir also das Fahrwerk eben selbst. Dazu verwendete ich ein Einziehfahrwerk, welches bei der B25
 mitgeliefert worden ist, aber weil es durch ein Besseres von EUROKIT ersetzt wird, jetzt für das Experiment
 F4U zur Verfügung steht.  Eigentlich ist ja nur der Drehmechanismus spannend an dem Fahrwerk, der ist das
 Rätsel bei den Corsair-Fahrwerken. Um es anderen Modellbauern zu erleichtern hier meine Version des
 Drehmechanismus, den man wie ich  glaube gut sehen kann.


 Zusätzlich noch eine Art Baubeschreibung:

 Dort wo der Fahrwerksstahl normalerweise Weise in der Fahrwerksnocke angeschraubt ist, werden die
 Schrauben entfernt, damit sich der Fahrwerksstahl drehen kann. Durch je einen Stellring oberhalb und unter-
 halb der Nocke (Muss diesbezüglich eventuell nachgearbeitet werden) wird der Fahrwerksstahl festgehalten.
 In den unteren Stellring wird zusätzlich ein Kugelbolzen eingeschraubt auf dem Später die Kuppelstange einge-
 klickt wird. Der untere Stellring muss unbedingt richtungsbezogen zur Radlaufrichtung montiert werden! Es ist
 dann notwendig den Fahrwerksstahl genau an der erforderlichen Stelle so anzufeilen, damit der Stellring eine
 klare, definierte Lage einnimmt und der Stellring gegen Verdrehung geschützt ist.


 Dann ist als nächster Schritt die Anfertigung einer dünnen Hart-Aluplatte (oder Stahlblech) für die Aufnahme
 des zweiten Kugelkopfes angesagt. Dazu ist eine Platte so groß wie die Fahrwerksauflage mit den beiden
 Löchern, plus einer über die Auflagebreite hinausragende Lasche herzustellen. Ins Zentrum der Lasche wird
 der zweite Kugelkopf  eingeschraubt. Die Lage der Lasche muss wie auf den Bildern ersichtlich vorgesehen
 werden.


 Wird das Fahrwerk definitiv montiert, muss die Platte mitgeschraubt werden. Sind die vier Fahrwerks-
 schrauben festgezogen, kann die Kuppelstange aufgeklickt werden. Nun ergibt sich beim ein- und ausfahren
 des Fahrwerks, dass sich wegen der starren Kuppelstange das Fahrwerk dreht. Die Feinabstimmung erfolgt
 dann mit der Längenveränderung der Kuppelstange. - Meine Kugelköpfe (ca. 3mmm Durchmesser) und die
 dazugehörigen Kunststoffösen sind von Kavan.

 
 Das hier gezeigte, derart gebaute Fahrwerk, stammt aus China, und das alleine ist nicht grundsätzlich
 negativ belegt.  Sicher ist aber, dass gerade bei diesem Produkt, die Dimensionierung bei allen Teilen an
 der untersten Leichtbaugrenze liegt. Das bedeutet, dass einzelne Teile nach kurzem Betrieb zu viel Spiel
 bekommen und überarbeitet gehörten.

 Bei meinem Fahrwerk hat sich vor allem die Fahrwerksstahl-Lagerung ausgeleiert, da das Aluminium der
 Nocke diesen Bewegungen und Belastungen nicht gewachsen ist.

 Heikel ist auch die Geschichte mit der Kuppelstange. Auch hier ist darauf zu achten, dass die Befestigungs-
 platte steif genug ist, denn sonst entsteht durch die Elastizität ebenfalls oder zusätzlich ein unerwünschtes
 Spiel.


 Das Problem des zu großen Lagerspiels wirkt sich beim Model so aus, dass sich beim Ausrollen des Modells,
 nach jedem Flug und jeder Landung eine stärkere Vorspur einstellt, die dann unmittelbar vor dem Stillstand
 immer einen Kopfstand des Modells verursacht. Letztlich kann eine Ausbüchsung mit Bronze hier eine
 Verbesserung bringen? - Nein, denn auch die arbeitet sich aus und es ist wieder wie zuvor. Allerdings zeigt
 die Praxis, dass die mit einer Langlochführung ausgeführten Federbeine beinahe noch mehr Spiel bekommen
 als die Fahrwerkseinheit. Da würde nur eine Scheren-Führung helfen (wie bei den Robart-Ferderbeinen)


 Derzeit warte ich noch immer auf das bestellte Fahrwerk. Nach zahlreinen Urgenzen bekam ich nach einviertel
 Jahren  dann doch ein Fahrwerk. Doch leider für eine andere Corsair, bei der die Federbeine um gut 3 cm
 länger sind. Also vielleicht benötige ich das irgendwann bei einem anderen Modell; noch dazu zweifach
 beaufschlagt, was dann bedeutet, dass es ohne Luft nicht einmal verriegelt. Nein, das ist nicht mein Traum.


 
voll ausgefahren Beginn des Einziehens eingefahren und gedreht
Funktionsbeispiel - Video: F 4 U - Corsair