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   78.134  DB  (Liliput Wien)  -  Servicearbeiten
 
 
 Beim Internetsurfen suchte und stolperte ich wieder über eine gefällige Lok aus
 dem Hause Liliput Wien. Natürlich gäbe es so eine Lok auch von Märklin, Fleisch-
 mann usw., doch bevorzuge ich Modelle aus österreichischer Erzeuguzng, deren
 Eigenheiten ich gerne kennen lernen möchte. Als kleiner Sammler dieser öster-
 reichischen Marke, konnte ich mich lange Zeit nicht entschließen zu kaufen, schlug
 dann aber bei einem sehr günstigen Angebot doch zu. Den Angaben des Verkäu-
 fers nach, soll die Lok gut laufen, doch funktioniere die Beleuchtung nicht.

 Nach dem Eintreffen der Lok stellte sich die Sache aber etwas anders als nach
 dem Angebot angenommen dar. dar. Die Lok läuft unrund, da die Radstellungen
 nicht stimmen. Weiters führen beidseits lose Schubstangengleitstücke ihr munte-
 res Eigenleben, was zur Verkantung der Steuerungsteile und damit zu unrundem
 Lauf der Lok führt. Daneben haben einige Räder einen Seitenschlag. Außerdem
 hat ein Vorbesitzer die Lok in Betriebsnummer 78 454 umnummeriert und die
 Metallgriffstangen überlackiert, jedoch mit schwarzem Glanzlack und ungenau. Zu
 der ruckeligen Fahrweise dürfte auch ein größeres Kontaktproblem beitragen.
 Zugegeben, der Preis ließ das erwarten, denn er war für diese Lok sehr niedrig.

 Da ich aber Arbeit suche, sind das alles lösbare und fordernde Aufgaben, die am
 Ende eine schöne Lok aus ehemaliger Wiener Produktion ergeben werden. 

 78 134, DB, Liliput Wien
Fahrvideo

 
 Das Service der BR 78

 Das Zerlegen der Lok ist wie bei vielen Liliput Loks rasch erledigt, wenn man weiß, dass die kleine frontseitige
 Wurmschraube herausgedreht werden muss. Dann kann man das Gehäuse vorne anheben und leicht nach
 rückwärts schieben und es ist frei. Dann leigt das Innere vor einem und man kann entscheiden, was zu tun ist.
 Mein sonst übliches "Benzinbad" kann diesmal zwar entfallen, denn so gut ist das bei den Sitzen der Räder
 auf den  Achsen ohnedies nicht immer, da das "Lösöl", wie der Waschbenzin heißt, in den Sitz eindringt und
 ihn lockert. Nach der Korrektur der Radstellungen, - waren nicht im 90 Gradwinkel versetzt sondern in gleicher
 Position -, und etlichen Fahrversuchen wurde klar, dass das Service auf eine Generalreparatur hinausläuft.
 Und von wegen Beleuchtung, da war alles ausgebaut.
 
 In der Folge wurden alle lockeren Achsen zerlegt, und aufgekerbt und die Radscheiben in der richtigen Rad-
 stellung aufgepresst und mit Loctide grün gesichert. Nachträglich wurde jedes Rad auf Seitenschlag kontrolliert
 und nötigenfalls nach gebessert bis sie nahezu schlagfrei laufen. Geduld war angesagt.
 Ein Problem zeichnete sich bei den Radkontakten ab, die schon mal reichlich verbogen worden sind und auf
 der Plusseite hätten mehr sein können. Hier wird mit zusätzlich angelöteten Radschleiferresten auch bei der
 Mittelachse ein zusätzlicher Kontakt geschaffen. Da sich das so gut machen ließ, wurde auch auf der anderen
 Seite ein Zusatzschleifer angelötet.

 Bei der Probefahrt war eine "Neue Lok" zu sehen. Ohne der beidseitig montierten Steuerrung  ief die Lok
 sehr gut und in allen Richtungen und Bögen. Um bei den Radschleifern der Plusseite Kurzschlüsse infolge
 Achsverschiebung in Kurven, wurden Isolierbandstreifen am Fahrgestell befestigt. Nun ist diese Gefahr auch
 ausgeschaltet (vorläufig).
 Nach der Montage der Steuerungen erfolgten wieder lange Probefahrten. Besonders in einer Fahrtrichtung
 traten wieder kleine Kurzschlüsse auf, die bei den Schub.- und Steuerstangen durch kleine Blitze sichtbar
 wurden. Es stellte sich heraus, dass der infolge Spurverringerung, nun auf der Plusseite vorstehende Achs-
 stummel der Mittelachse mit der Kuppelstange Kontakt bekommt und ein kurzer Kurzschluss entsteht.
 Das Problem wurde so gelöst: Aus PVC-Kunststoff wurde eine Scheibe ausgestanzt und auf der Radscheibe
 mit Sekundenkleber befestigt. Nun kann die Schubstange nicht mehr an den Achstummel  ankommen und es
 blitzt nimmer. - Problem gelöst (vorläufig).

 Als nächstes Kapitel wurden die Beleuchtungen hergestellt, da die Originateile ja fehlten. Bei der vorderen
 Beleuchtung wurde eine Massefahne in die bestehende Bohrung für das Lämpchen M4 eingelegt und das
 Lämpchen eingeschoben. Dann wurde eine Drahtverbindung vom Gleichrichter direkt an den Mittelpol des
 Lämpchens angelötet. Bei der hinteren Beleuchtung wurde aus einer beschichteten Printplatte eine Lampen-
 halterung hergestellt. Die beschichtete Seite an der das Lämpchen anliegt, wurde mit einem kleinen Draht-
 stück mit dem ursprünglichen Lötpunkt verbunden. Der Mittelkontakt des Lämpchens wurde mit einem Kabel
 mit dem zweiten Pol des Gleichrichters verbunden. Damit das Lämpchen an die Beschichtung der Printplatte
 angepresst wird, wurde aus einem Streifen Berylliumblech eine Klammer hergestellt, die über den fixen Halter
 in der Lok drübergeschoben werden kann. Ist jetzt fix und damít fertig. MIt nun aufmontiertem Kessel war die
 Lok betriebsbereit. Der Test der Beleuchtung war unbefriedigend, denn bei der Heckbeleuchtung kann man
 an den unteren Scheinwerfern noch etwas Licht vom Lämpchen erkennen, vorne sind sie finster und es leuch-
 tet nur das obere Licht. Hier wird noch versucht nachzubessern.

 Dann der Langzeit - Fahrtest. Nun, mit dem montierten Gehäuse, wird das zuvor angenehme, leise singende
 Motorgeräusch, unangenehm laut. Zwar immer noch leiser als die Liliput BR 18 451, aber grenzwertig. Da
 lobe ich mir die BR 75 von Piko, denn die läuft angenehm leise.(nicht zu vergleichen mit älteren Piko BR 52
 usw). Nach einer viertelstündigen Fahrt fiel mir auf, dass das Scheibestück von der Schubstange zum Zylinder
 nicht ordentlich montiert ist. Die Korrektur brachte aber auch kein besseres Fahren der Lok.
 Nachdem die Lok noch immer etwas eierte, versuchte ich die Seitenschläge der Räder zu verbessern. Das
 gelang halbwegs, doch bemerkte ich, dass  erste Achse kein Seitenspiel hat. Ursache war, dass die Lager-
 büchse auf einer Seite sich mit der Achse mitdrehte und bremste. Das Spiel wurde vorsichtig vergrößert, doch
 blieb ein kleine Achsstummel dummer Weise auf der Pluspolseite vorstehend und gelegentlich kurzschleißend.
 Das hatten wir ja schon mal....

 Alle Achsen wurden wieder am Gleis auf seitliches Spur-Spiel kontrolliert, sodass künftig das Radinnenmaß
 eine Spurweite von 14mm (+0,5) betragen soll. Damit läuft die Lok ordentlich in Bögen und über Weichen.
 Allerdings zeigt sich ein Problem auf einer Weiche beim Aufschneiden, welches sonst üblicher Weise die
 Vorlaufachsen der Lok schaffen und nicht entgleisen. Die nicht anliegende Weichenzunge ist schadhaft ver-
 kürzt, was das Entgleisen fördert. Da der Eindruck entstenden ist, dass der Vorläufer zu leicht ist, wurde an
 der Unterseite ein Stück Blei angeklebt. Jetzt kann die Weiche auch mit hoher Geschwindigkeit ohne Entglei-
 sung überfahren werden. -  Der jetzige Fahreindruck der Lok ist gut. An die Geräuschkulisse habe ich mich
 gewöhnt, höre aber derzeit nicht gut, da ein Ohr total verlegt ist, was die Situation erträglicher macht.


       
DB BR 78 134 - jetzt 78 454      
       
Reparaturbegtinn-Gehäusedemontage Motor sieht gut aus der Kardenantireb Antrieb zerlegt
Schleifkontakt 1 Schleifkontakt 2 mit losgelöstem Rad Ausbau der Achsen Blick auf den Schneckenantrieb
die Teile für den Zusammenbau fertig Lokfahrgesdtell für erste Testfahrten die Radstellungen passen jetzt Ansicht des angelöteten Schleifers 
alle drei Achsstummel abgeschliffen - kein Kurzschluss mehr Eigenbau hintere Belauchtung  Stromversorgung für vorderes Lämpchen  Ansicht EInbausituation des Lämpchens 
   
Versuch Eiegener Lichtleiter - erfolglos; es kommt original auch kaum Licht durch aufgeklebtes Blei-Zusatzgewicht am Vorläufer