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   Mallet Dampflok BR 53 im Eigenbau  -   Bau einer 2x3/3 Mallet-Tender Dampflok aus Altteilen
 
 
 Angeregt durch den erfolgreichen Bau einer BR 96 Mallet Lok entstand die Idee
 auch eine Mallet Lok mit Tender zu bauen. Die wesentlichen Teile dazu waren
 leicht und günstig greifbar und viel Zeit hatte ich auch.

 Die unangenehme Situation während der Corona Virus Krise bot massig Gele-
 genheiten, sich zu Hause beschäftigen zu müssen. Das erste Projekt im Rah-
 men Quarantänezeit war der Bau einer Mallet Lok, die der BR 96 nahe kommt
 und die zufriedenstellend funktioniert. Die Bauzeit der aus Altteilen bestehenden
 Lok nahm mehr als eine Woche in Anspruch. Nun ist sie fertig, aber ich muss
 noch immer daheim bleiben. Was lag näher, als eine zweite Lok zu bauen, die
 man um viel Geld auch bei Märklin hätte kaufen können. Geld ist nicht in Unmen-
 ge vorhanden aber Zeit und die genaue Vorbikldtreue ist auch nicht mein Maß
 aller Dinge.

 Daher besorgte ich mir wieder zwei kostengünstige ältere defekte Kleinbahn
 Lokomotiven 80 028, die noch die noch die etwas derben Schub und Kuppel-
 stangen haben und Zinkal-Räder. Um wenig Geld bekam ich zwei für meine
 Vorstellungen geeignete Loks, die durch langen Nichtgebrauch nicht fahrbereit
 waren. Aber das ist ja kein unlösbares Problem. Außerdem wird anstelle des
 antiken 16V Rundmotors, im  Antriebsfahrwerk ein Mabuchi Motor eingebaut.

 Auf den Erfahrungen vom BR 96-Projekt aufbauend, beschloss ich, wieder einen
 BR 44-Kessel von Märklin zu verwenden, der viel freien Innenraum bietet. Meiner
 Vorstellung nach soll diese zweite Mallet-Eigenbau-Lok einen Tender führen,
 sodass Wasserkästen entlang des Kessels wegfallen können. Ein  überzähliger
 Piko Kondensender war vorhanden, der nun zum EInsatz kommen konnte.

 Optisch soll die Lok einer BR 53 ähneln, wobei ich mich schon entschlossen
 habe, auf die Vorlaufachse zu verzichten, da das weitgehende und komplizierte
 Fräsarbeiten am vorderen Treibgestell erfordert hätte. Das wollte ich mir nicht
 antun.
 Dass bei meiner Lok auch am hinteren Fahrwerk eine Achse bei mir fehlen wird
 ist ein Manko mit dem ich mich abfinden kann. Dadurch entfernt sich mein Lok-
 Modell optisch mehr vom Vorbild, als mir lieb ist. Anstelle der Achsfolge 1C'D'
 gibt es bei mir nur C'C'. Einen zweiten Kessel für eine 3cm-Verlängerung zu  be-
 sorgen,  das möchte ich mir ersparen, da meine künftige Mallet-Lok nicht für Mo-
 dell-Konkurenzen  vorgesehen ist, sondern dient als Arbeitsbeitsbeschaffung zu
 günstigen Kosten dienen soll. Sie soll brauchbare Fahreigenschaften aufweisen,
 optisch ein interessantes Bild abgeben und den kleinen Enkeln und mir Spaß
 machen, wenn sie sich vom Doppelschornstein rauchend am Testgleis  bewegt.


"Prototyp" einer BR 53 000 im Eigenbau
Fahrvideo






Video Rangierfahrt


 
 Der Bau einer Mallet 2x3/3 Tender Lokomotive in Anlehnung an die BR 53


 Die Überlegung ist auch diesmal, zwei vorhandene, aus den 1970ziger Jahren stammende  Kleinbahn
 BR 80 Fahrgestelle gelenkig durch den Kessel zu verbinden, wobei wieder nur das hintere im Fahrerhaus 
 angetrieben werden kann. Daraus ergibt sich bei meiner "BR 53 Prototyp Version" die künftige Achsfolge
 der Lok von C'C' (anstelle 1C'D'). Beim vorderen, dem künftig geschobenen Fahrgestell, muss wieder
 alles nicht zum Betrieb Notwendige entfernt werden. Diesmal wurden die Fahrgestelle mit Halterungswin-
 keln aus 4mm Alublechstreifen versehen, die als Dreh- und Befestigungspunkte dienen. Diverse Anpas-
 sungen mußten innen im Bereich vor dem Fahrerhaus erfolgen, damit der Motor in engen Gleisbögen genü-
 gend weit im Gehäuse ausschwenken kann. Aber dafür gab es schon Erfahrungen vom Bau der BR 96.

 Als Folge der Anforderungen an den Platzbedarf im Kesselgehäuse müssen die Fahrwerke teilweise  ge-
 kürzt werden. Anders als beim BR 96-Projekt, kann der Motor so weit nach hinten reichen, dass er mit der
 Gehäusekante abschließt. Der im Fahrerhaus befindliche Motor wird schwarz gestrichen, damit er später
 optisch nicht allzu störend aussieht. Da der Tender hinten dran hängt, sollte diese Lösung verträglich sein.

 Die Anfertigung der Alu-Haltebügel war einfacher als bei der BR 96, nimmt jedoch mehr Platz ein, sodass
 im Standardschornstein kein Rauchelement mehr eingebaut werden kann. Da die Vorbildlok jedoch einen
 Doppelschlot hat, kann zumindest im angefertigten vorderen Schlot das Rauchelement eingebaut werden.

 Alle Arbeiten am gut erhaltenen Kessel und Tender mussten vorsichtig erfolgen, damit keine Neulackierung
 notwendig wird. Daher mussten die Abtrennarbeiten mit einem Dremel mit Trennscheibe sehr vorsichtig und
 unbedingt mit einer Schutzbrille erfolgen.

 Einbau der Fahrgestelle

 Der Einbau der schon dafür vorbereiteten Fahrgestelle hat einen Knackpunkt, der sich durch die Mittenbe-
 stimmung des Gehäuses ergibt. Die leicht sichtbare Trennfuge der Gussform ist offenbar nicht die genaue
 Mitte, wonach die dort "falsch" gebohrten Löcher eine spätere minimale Verdrehung der Haltebügel erfordern.
 EIn weiteres Problem sind die Höhen der Haltebügel, die wegen der unterschiedlichen Höhen des Kessel-
 innenraumes um 3mm differieren. Das kann mit Distanzringen oder Beilagescheiben ausgeglichen werden.

 Bei den zwischendurch immer wieder durchgeführten Fahrtests kam es im engen Gleisbogen wegen der noch
 nicht optimierten Gehäuseauflage auf den Halterungen zu kleinen Kurzschlüssen zwischen der Schraube der
 Kuppelstange der Achse unter dem Fahrerstand, mit den dortigen Auftritten. Das konnte durch Abfräsen von
 Material und mit besserer Ausrichtung des Kesselgehäuses behoben werden.

 Um ein wenig mehr Gewicht auf die Fahrgestelle zu bringen, wurden aus Bleiplatten leider nur kleine Zusatz-
 gewichte gebaut. Angepasst an jedes Fahrgestell wurden diese dann demontierbar befestigt und mit der
 Rahmenfarbe rot gestrichen. Die mehrfache Erprobung der Beweglichkeit der Fahrgestelle erforderte meh-
 rere geduldraubende Nacharbeiten.

 Um die Sicht auf die Fahrgestelle optisch interessanter zu gestalten, wurden die bei den Vorarbeiten zur Kes-
 selverwendung unter der Trittebene neben dem Kessel befindlichen Luftkessel etc- abgetrennten Attrappen
 wieder so angeklebt, dass sie den notwendigen Freiraum für ausschwenkende Fahrwerksteile frei lassen.

 Die Festschraubung der Fahrwerke schlägt ein weiteres Kapitel auf, denn die M3 Senkkopf Inbusschrauben
 brauchen eine Senkung, die mit einem Handsenker hergestellt werden muss, mit dem man nicht abrutscht
 und das Gehäuse zerkratzt. Damit die Fahrwerke in jeder Richtung Spielraum haben, um die Unebenheiten
 von Gleisstrecken ausgleichen zu können, ist das Festdrehen der Schrauben nicht möglich. Um es zu ermög-
 lichen wurden auf die beiden Schrauben angepasst unterscheidlich lange Messingrohrstücke aufgeschoben
 und angeklebt und die Gehäusebohrung auf 4,5mm aufgebohrt. Damit kann man die Schrauben handfest
 anziehen und die Fahrgestelle haben damit ihren notwendigen Spielraum. Am Ende aller Arbeiten an der
 Lok werden die zwei Schrauben mit wenig Loctide grün gesichert. - Leider sind die Haltbügel nicht optimal
 gebogen, sodass trotz des Bohrungsspiels die Schrauben nicht fest angeschraubt werden können. Ursache
 sind die auf den Schrauben aufgeklebten Messinghülsen, die nicht axial verklebt sind. Dadurch entsteht eine
 leichte Schrägstellung der Hülsen, die zur Beschränkung des Spiels in bestimmten Fahrwerksstellungen führt.
 Um das Spiel zu erreichen, müssen die Schrauben wieder um eine halbe bis ganze Umdrehung am (Antriebs-
 fahrgestell) wieder ausgedreht werden.  Vielleicht stelle ich später einmal selbst gefertigte Passchrauben her,
 die dann ihren Zweck erfüllen können.


 EInbau eines Rauchelementes, aber keine Lok Beleuchtung

 Für die Lok eignen sich Rauchelemente mit Drahtanschlüssen am Besten. Da jedoch nur ein normales Ein-
 schubelement vorhanden war, wurde am Kontakt ein Draht angelötet. Um später die Demontage des Kessel-
 gehäuses für Wartungsarbeiten zu erleichtern, wurde das Kabel des Rauchelements mit einem Stecker ver-
 sehen, sodass der Kessel gänzlich abgenommen und das Rauchelement ausgebaut werden kann.
 Wegen der komplexen Gestaltung des Lokvorbaues und der Pufferbohle wurde auf eine Lok-Beleuchtung
 verzichtet.

 Fahrbericht

 
Aufbauend auf den Erfahrungen mit meinem BR 96 Prototyp, lag der zu erwartende Unterschied in der Zug-
 kraft der mit Zinkal Rädern ausgestatteten Lok. Die Zinkal-Räder bringen bei normaler Nutzung mehr Rei-
 bungskraft als die neuen verkadmeten (?) Messingräder, wodurch das Durchdrehen (Radschleudern) weniger
 stark auftritt. Bedingt durch das nicht übermäßig schwere Lokmodell ergibt sich, dass die Lok auf der Ver-
 gleichsstrecke 5 alte Kleinbahn Schnellzugwagen mit Zinklal-Fahrgestellen ausreichend gut auf der leichten
 Steigung ziehen kann. Denke ich an die Bahnhofslänge meines Freundes, wäre die mögliche Zuglänge ohne-
 dies mit 3 bis max. 4 Schnellzugwagen begrenzt. Und da wir keine Modellbahnanlage haben, ist die mögliche
 Zuglänge kein echtes Kriterium und dient nur zu Vergleichszwecken.

 Leider ist die Sache mit der Zugkraft bei Zinkal-Rädern nicht befriedigend. Wird die Wagenzahl so weit er-
 höht, dass das Treibfahrwerk durchdreht, führt das dazu, dass sich die Laufflächen der Räder beim Durch-
 drehen quasi "polieren" und immer glatter werden, wodurch die Reibung drastisch weniger wird. Mag sein,
 dass auch das mehrfache Reinigen der Fahrgestelle mit Waschbenzin (Lösöl) und die nachfolgende Nach-
 ölung der Achsen auch eine, die Reibung vermindernde Auswirkung auf die Laufflächen hatte.

 So weit ich aus meiner Erfahrung weiß, oxydieren Zinkal-Räder nach längerer Lagerung, werden dunkel und
 wieder "griffiger". Die Lok ist ja nicht für Dauerfahrten mit schwerer Last auf einer Modellbahnanlage vorge-
 sehen, daher muss ich mit der schwachen Zugkraft leben. - Das Einstechen von Haftringnuten wie bei der
 BR 96 ist wegen des weichen Zinkal-Materials für mich zu schwierig, denn ich bekäme wohl kaum die Räder
 wieder ohne Seitenschlag und mit festem Halt auf die zwei Achsen drauf. Daher können bei diesen Rädern
 keine Hattreifen aufgezogen werden.

 Sollte einmal Bedarf entstehen, eine starke Zugkraft der Lok zu brauchen, dann müsste man ím Triebgestell
 die Zinkal-Achsen gegen solche mit Kunststoff-Messing Rädern austauschen. Bei dieser Gelegenheit könnten
 wie bei der BR 96 auf zwei Rädern wieder Haftreifen installiert werden. Danach kann man  die Kunststoffspei-
 chen mit der Farbe der Zinkalspeichenräder überstreichen und die Schubstangen wieder montieren. Der op-
 tische Unterschied der Räder des vorderen und des angetriebenen Fahrgestells wäre allerdings bei genauem
 Hinsehen merkbar.

 Vielmehr ist erfreulich, dass wieder eine Woche Arbeit die Tristesse der Corona-Quarantäne vergessen ließ
 und dass eine interessante Lok mit guten Fahreigenschaften und nur leisen Motorgeräuschen entstanden ist.
 Sie fährt schön, sie raucht und meinen Enkeln und mir macht sie Spaß beim Ansehen.

 
BR 80 028, Kleinbahn, ~ 1970 Fahrwerk mit Zinkal-Rädern BR 44 Kesselgehäuse Märklin Kondenstender Piko
dei Fahrwreke mit den abgesägten Teilen fertig abgeschnittener Kessel  die Haltebügel Fahrgestelle mit Haltebügeln
  Fahrwerke für Zusammenabu fertig  erstmals Kessel montiert  Stellprobe am Gleis 
fertiger "Protiotyp" BR 53 000