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   Service an einem Triebwagenzug  ÖBB 4130.02  (Kleinbahn)
 
 
 Der Triebwagentyp 4130 ist mir seit meiner Jugend ein Begriff, da er auch als
 Schnellbahntriebwagen in Wien eingesetzt war und ich ihn damals zu Fahrten von
 Floridsdorf nach Wien-Mitte u.z. oft in Anspruch genommen habe. Diese Garnituren
 waren eine für den Nahverkehr abgeänderte Ausgaben der ersten E-Triebwagen-
 garnituren, die im Inlandsfernverkehr auf Fernstrecken wie Wien-Bregenz usw.
 eingesetzt waren.

 Der Triebwagenzug besteht aus vier Teilen und ist in einem brauchbaren, wenn-
 gleich zu überarbeitendem Zustand. Abgesehen von Staub auf den Wagendächern
 sind beide Drehgestelle total verharzt und drehen sich die Motore nicht mehr. Daher
 habe ich wieder ein Objekt, an dem ich herumbasteln kann, welches ich wieder in
 einen schönen und funktionellen Zustand versetzen kann.




ÖBB 4130.02  "Transalpin"
 Das Service 

 Die WIederinstandsetzung begann mit einer Zerlegung aller Teile des Fahrgestells. Auch die vom Vorbesitzer
 modifizierten und nicht mehr funktionsfähigen Verdrahtung der Umschaltmöglichkeit zur Oberleitung, wurde ent-
 fernt und an den Motoren abgelötet. Danach wurden alle Teile mit Waschbenzin gereinigt. Die Drehgestellblen-
 den wurden mit Nitroverdünnung gewaschen um den alten Lack zu entfernen. Anschließend wurden die Rah-
 men mit Schwarz seidenmatt (Renovo-Lack) lackiert und getrocknet.

 Ein Motor musste  zerlegt werden, da es mit 12 V kaum anlief; es klemmte, wie so oft bei den alten Kleinbahn-
 motoren, das hintere Motorlager. Eine Bearbeitung des Motorwellenstummels mit feinstem Schleifpapier trug
 dazu bei, Reibespuren zu entfernen, sodass der Motor nach dem Zusammenbau wieder anstandslos läuft. Die
 Lagerstellen wurden danach mit Spezial-Synthetiköl geschmiert.

 Schließlich mussten, wegen der beabsichtigten Umpolung des Triebwagens, die bereits zuvor abgelöteten
 Schleifer auf je einer kleinen Isolierplatte wieder angeklebt werden. Die Methode ist mit der des Dieseltriebwa-
 gens VT 5046.14 identisch. Anstelle der Befestigung der Radschleifer am Motorkontakt erfolgt sie danach auf
 einer kleinen Printplatte die am Blendenrahmen der Drehgestelle aufgeklebt ist. Damit bleibt zum Motorkontakt
 gut 1mm Freiraum und zum Schutz gegen Kurzschluss; gegenüber den Motoren wird über den hinteren
 Schleiferteil zur Sicherheit ein Schrumpfschlauch aufgeschoben, um auch hier Kurzschlüsse zum Motorgehäuse
 oder zum Fahrgestellrahmen zu verhindern.

 Nach der Montage der Motore begann die Neuverdrahtung des Triebwagens. Danach erfolgte gelungene kurze
 Probefahrt am Testgleis. Dann wurde der ganze Zug einer Waschbenzinreinigung unterzogen, wobei die Wa-
 gendächer die meiste Arbeit bedeuteten. Schließlich wurden die Stromabnehmer und die Dachleitungen und
 Isolatoren gestrichen und somit sieht der alte Zug aus den 70iger Jahren wieder ganz toll aus. Ich habe eine
 große Freude damit, weil es mir gelungen ist, aus einem desolaten Zug wieder ein schönset Stück Kleinbahn-
 Geschichte wieder aufleben zu lassen und der Nachwelt zu bewahren.