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   Minimoa (Pollack)  -  Restaurierung und Motoreinbau
 
 

 
 Ein Modellflugfreund hat die Minimoa im Internet gekauft und beim Erhalt festge-
 stellt, dass sie mehrere schwere Mängel hat. Er wagte dennoch seinen ersten F-
 Schleppflug und das Modell blieb ganz!  Insbesondere die Ruderscharniere und
 deren Verklebung stellen jetzt ein umfangreiches Arbeitsfeld bei der Instandset-
 zung dar. - Da es sich inzwischen herumgesprochen hat, dass ich gerne verkom-
 mene oder beschädigte Modelle wieder vollständig repariere und danach damit
 fliege, komme ich gelegentlich zu Modellen, die ich mir wegen des großen Bau-
 aufwandes selbst nie gekauft hätte.

 Auch diesmal geschah es so, denn ich tauschte eine voll ausgestattete C 130
 Hercules mit 2,55m Spannweite gegen diese zwar vollständige und bruchfreie,
 aber sehr zu überarbeitende Minimoa mit GFK-Rumpf, ein. Einen Wertvergleich
 unterlasse ich, wohl wissend, dass ich die ehemals ausgegebenen mehr als
 1000.- in den Wind schlage. Da ich die Hercules nach 9 Jahren Lagerung am
 Dachboden aus Unsymphatiegründen endlich los werden wollte, sie aber zu realen
 Konditionen unverkäuflich war, ging ich den Tausch gegen die Minimoa ein.
 Zwar muss auch die Hercules mit den Akkus auf die heutige Technik umgerüstet
 werden, doch ist der Gesamtzustand des Modells ausgezeichnet. Der neue Be-
 sitzer könnte mit der bestehenden Ausstattung fliegen, doch aus Sicherheits- und
 Handlinggründen ist das nicht empfehlenswert; der neue Besitzer sieht das zum
 Glück auch so.

 Anders als das sonst üblich ist, konnte ich beim Erstflufg dieser Minimoa dabei
 sein und Bilder und ein Video aufnehmen. Der katastrophale Flug des Modells
 konnte vom Vorbesitzer mit Bravour positiv abgeschlossen werden. Das Modell
 überstand ohne Schaden diesen Höllenflug und besteht nun die Möglichkeit, es zu
 überholen und verwendbar zu machen. Damit auf den flachen Hängen in der Umge-
 bung damit geflogen werden kann, muss ein Elektroantrieb eingebaut werden.

 Historie Original:
 Gö 3 - Minomoa (Mini-Moazagotl), Hersteller Schemp-Hirth,
 Erstflug 1935 (ohne Störklappen),
 Spannweite: 17m, Länge: 7m, Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h

 Technische Daten Modell von Pollak:
 M 1:5, Spannweite: 3400 mm, Länge: 1380mm, Fluggewicht: 4000g,
 Motor: Joker 5060, Akku 5S/3600, Prop 15x8, Leistung: 3,1kg Standzugkraft
 bei 36A
 Baujahr: 2015





Restaurierte Minimoa mit E-Antrieb




Minimoa (GFK) 
vor der Restaurierung




 Bestandsaufnahme und Restaurierungsbericht

 Nach der Besichtigung der Tragflächen zeigte sich, dass alle Scharniere getauscht werden müssen. In diesem
 Arbeitsschritt muss auch der bestehende Ruderspalt von 5mm auf das mögliche Minimum verringert werden.
 Weiters werden die geteileten Querruder wieder zu einem durchgehenden Ruder rückgebaut und das überflüs-
 sige Servo ausgebaut. Auch am Höhenruder muss die Reparatur der Scharniere durchgeführt werden.

 Der Rumpf ist äußerlich grob gesehen in Ordnung, sieht man von Kleinigkeiten ab. Doch im Rumpfbug ist eine
 Schleppkupplung eingebaut und etwa 1,1 kg Blei eingeschäumt worden. Da ein E-Motor eingebaut werden
 soll, muss der Rumpf abgesägt und das Blei samt dem Schaum entfernt werden. Bedingt durch den Einsatz
 eines Lipo-Akkus 5S muss Platz für diesen Akku geschafft werden. Das bedingt, dass das derzeitige Servo-
 brett entfernt werden muss. Die Servos werden in den Bereich des Kabinenspantes verlegt und damit auch die
 Bowdenzüge umgelegt. Zur Einhaltung des Schwerpunktes muss in den Bugbereich mit Motor und Akku und
 Regler wieder ersatzweiss das Gewicht eingebracht werden - Und so kommt das Ersatzgewicht zustande:
 Motor  380g, Akku  600g, Spinner und Prop 16x10  110g, Regler  80g, Zusatzblei  220g  (Summe 1390g).
 Am Ende der Restaurierung wird der Rumpf neu lackiert.


 Die Arbeit kann losgehen...

 Um den Rumpf für das angeführte Vorhaben verwenden zu können, müssen alle bisherigen Bowdenzüge und
 das alte Servobrett, sowie der in Rumpfmitte befindliche Propfen für die Bowdenzüge entfernt werden. Beim
 Abbohren des alten Servobrettes wurde die Rumpfseitenwand beschädigt und musste mit einer Lage Gewebe
 verstärkt werden.

 Der Einbau des Motorspants verlief ohne große Probleme. Er wurde in die Rumpföffnung gepresst und mit
 Sekundenkleber fixiert. Auf der Innenseite wurde der Spant mit 5-Minutenepoxy eingeharzt. 
 Weiter ging es mit der Herstellung eines Akkubefestigungsbrettes und dessen nachfolgende Einharzung im
 Rumpf. Zwischenzeitlich wurden die Flächenpositionierungsstifte neu eingepasst und eingeharzt.
 Als weiterer Arbeitsschritt erfolgte die Bespannung der mehreren kleinen Löcher in den Tragflächen.

 Mittendrinnen musste die Entscheidung über die Kanalanzahl und die Beschaffung eines Empfängers getrof-
 fen werden. EIn GR 18 Hott-Empfänger wird eingebaut und später ein GR Vario. Als Regler kommt einer von
 Robbe zum Einsatz mit 80A (100A). -  Die Kanalbelegung:  M, S, H3, H8, Q2, Q5, W-Klappe6, W-Klappe7.
 Wölbklappen und Querruder können in Butterflystellung zur Verringerung der Landegeschwindigkeit verwendet
 werden.
 
 Nun folgt der Einbau der Servos. Aufgrund der zwei getrennten Höhenruder werden zwei Servos benötigt; dazu
 kommt noch ein Servo für das Seitenruder. Das Servobrett wurde so gestaltet, dass allenfalls längere Akkus
 verwendet werden könnten. - Die außen liegenden Servos betätigen die Höhenruder, das kleinere Mittelservo
 bewegt mit einer Seilanlenkung das Seitenruder.

 Als nächster Arbeitsschritt erfolgte die Demontage aller Rudergelenke bei den Tragflügeln. Die verbleibenden
 Scharnierbohrungen werden mit Balsorundmaterial verklebt. Anstelle der Stiftscharniere wird jede Ruderfläche
 mit drei Polyesterscharnieren ausgestattet und montiert. Dadurch kann der Ruderspalkt drastisch reduziert
 werden. - Die vom Erbauer vorgesehene Halbierung der Querruderflächen wird beibehalten. Mittels eines
 Mischers werden die auch als Störklappen (Butterflystellung) zu verwendenden inneren Klappenteile den
 Querrudern zugemischt und folgen deren Bewegungen. Für die Störklappenfunktion können sie gesondert
 geschaltet werden.

 Mit den Lackierarbeiten wurde die Endfase der Restaurierung eingeleitet. Mit einem zum originalen Lack
 passenden Duplicolor Autolack (große Sprühdose) wurde der nachgebesserte Rumpf lackiert. Die Nase des
 Rumpfes wurde am Folgetag mit rotem KH-Lack übersrüht. Ebenso wurden die Tragflächenenden und das
 Seitenruderblatt mit rotem Lack gespritzt. Es gab keine chemischen Probleme mit den Lacken.

 Weiters wurde eine neue Kabinenhaubenbefestigung gebaut. Danach konnte der Regler auf Klettbandern im
 Rumpf befestigt werden. Schließlich wurde der neue HOTT-Empfänger gebunden, im Modell angeschlossen
 und unter den Servos untergebracht.

 Leider gibt es derzeit ein Problem mit dem Motor, der zwar in falscher Laufrichtung gut läuft, in der richtigen
 Drehrichtung aber arge Geräusche von sich gibt. Aber mit dem Programmieren des Reglers wird sich das
 geben. 

 Jetzt kann das Modell auf den Schwerpunkt gemäß den Unterlagen aus dem Internet, bei 110mm eingestellt
 werden. Um diesen Schwerpunkt zu erreichen, mussten oberhalb des Motors liegend 120g fix und 100g
 provisorisch eingeklebt werden. Der Erstfluf wird zeigen wie brauchbar diese Schwerpunkteinstellung ist.
 Als nächstes wurde die EWD überprüft und festgestellt, dass sie 0,0 Grad beträgt. Mit etwas Umarbeitung an
 der Höhenruderauflage wurde die EWD-Einstellung auf 1,5 Grad eingestellt. Der ertse Testflug wird zeigen ob
 die Einstellung passt. - Nach Aufbringung des Kennzeichens OE-0231 ist das Modell für den Erstflug bereit.

 Ruderwege (Einstellung für den Erstflug):
 Querruder +/- 25mm
 Querruderhälfte als Bremsklappe nach unten: 25mm
 Höhenruder: +/- 25mm
 Seitenruder: +/- 40mm

 Flugerprobung

 Der erste Start wurde von einem Startwagen aus durchgeführt, endete aber erfolglos.
 Der kräftige Motor verlieh dem Modell rasche Beschleunigung. Bei etwas Seitenwind, aber mit 13 km/h
 Durchschnittswindgeschwindigkeit hob der Segler abrupt ab und stieg steil nach oben, wobei der Wind unter
 die linke Tragfläche fuhr und das Modell nach links in einen messerflugartigen Flugzustand versetzte. Da ich
 von dem kurzen Lauf des Wagens und dem Abheben des Modells nach oben auch an Fahrt, sodass die Ruder-
 wirkung vermutlich auchschon zu gering war. Das Ergebnis war zuletzt ein Absturz aus etwa drei Metern Höhe
 auf die Rumpfnase. Danach kippte der Flieger beiseite.

 An den Flügeln lösten sich zwei Ruderklappen aber ansonsten traten keine schlimmen Beschädigungen auf.
 Am Seitenruder sind in der Bespannung Risse aufgetreten, die neu zufoliert werden müsssen. Nur der Rumpf
 bekam einige Einrisse, die aber einfach zu reparieren waren. Der Spinner des Motors und die Propellerblätter
 müssen erneuert werden.
 Diese Schäden sind inzwischen alle behoben und das Modell wieder Einsatzbereit. Mein Freund erlaubte es,
 an seinem Startwagen einen kleinen Ausschnitt vorzunehmen, damit der Flügel jetzt optimal auf der Auflage
 aufliegt. Mit der zusätzlich eingebauten Pilotenpuppe MUSS der nächste Startversuch gelingen.

  

Modellaussehen vor der Restaurierung ... beim ersten Schleppflug    Video die Arbeit beginnt - Bowdenzüge weg Motorspant schon eingeharzt
Motor: Joker 5060-5,5, 470 UV / 16x10   Motor provisorisch eingebaut Akkubrett wird eingeharzt
Flügelbespannung schadhaft Flügelbespannung schadhaft vor Reparatur: riesiger Scharnierspalt Höhenleitwerk mit neuen Scharnieren
Probe der Akkuposition Servos sind eingebaut  nun auch Seilanlenkung für Seitenruder fertig  Ruder neu, verstärkt und eng scharniert 
Randbögen lackiert  Rumpfbug lackiert  Höhenruder, erste Farbe  Ansicht Regler und Motor 
Ansicht Servos, unten Empfänger  Ansicht mit Akku  Ausgleichsgewichte oberhalb des Motors . provisorisch verklebt Ansicht vom  Aufbau der Rippenfläche
der Rumpf ist fertig   ... und so sieht die Minimoa jetzt aus ...  
      Minimoa ist jetzt einsatzbereit
Minimoa E vor dem Start       
  Erststart mit Startwagen - ein Chaos   die Schäden danach...   
  ... werden behoben    
 
wieder einsatzbereit, Schäden behoben ...der Pilkot darf nicht fehlen Startwagen an Modell angepasst