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     Mein Porsche 911 Turbo (930)
 
       
 
 Mitten im Leben passiert es, dass man eine wichtige Entscheidung treffen muss,
 welche große Auswirkungen auf den Beruf und die Freizeit hat. So erging es mir,
 als ich die Gelegenheit bekam, stellvertretender Abteilungsleiter zu werden.
 Ich entschied mich für den Beruf und musste mein Hobby, den Porsche Classic
 Club aufgeben, da ich an jedem zweiten Wochenende (und manchmal öfter)
 Wochenenddienst hatte. Das ließ eine aktive Clubleitung nicht mehr zu und auch
 keine Beteiligung an Clubveranstaltungen. Daher standen danach meine Autos still,
 mussten natürlich jährlich technisch geprüft und gewartet werden, was unnötige
 Ausgaben ergab.

 Schweren Herzens trennte ich mich daher von zwei meiner Lieblinge, dem 911T/RS
 und dem 924 Carrera GT die ich bei Dr. Konradsheim glücklich gegen einen tollen
 930 Turbo eintauschen konnte.

 Der 911 Turbo aus dem Jahr 1983 wies eine Motorleistung von 330 PS auf und
 stand ein maximales Drehmoment von 400 mkg zur Verfügung. Das gab dem
 Wagen reichlich Speed und Schub und es genügte das Vierfganggetriebe, welches
 großteils dem des 917 glich. Im Gegensatz zu den anderen Porsche, die mit zu-
 nehmender Motordrehzahl besser beschleunigten, brachte der 930 eine phenome-
 nale Beschleunigung hervor, die aber deutlich länger dauerte, da ja die Gänge
 länger ausgenützt werden konnten. So weit ich mich noch erinnere konnte man im
 ersten Gang bis 90 km/h, im zweiten Gang bis 130 km/h. im dritten bis 180 km/h
 und in der Vierten bis 260 km/h beschleunigen. Im Stadverkehr reichte theoritisch
 der erste Gang, aber mit der Vierften konnte man trotzdem auch von 40 km/h locker
 herausbeschleunigen, so dass den anderen Vérkehrsteilnehmern der Mund offen '  
 blieb.

 Letzlich stand nach dem neuen Job auch dieses edle Fahrzeug in der Garage und
 diente mir beim Flugmodellbau als Abstellfläche, oder der Hecksspoiler mit einem
 Brett abgedeckt, als zusätzliche Arbeitsfläche. Ehrlich, das ist eines 930 nicht wür-
 dig. - Dr. Konradsheim nahm das Auto nach etwas mehr als drei Jahren gerne
 wieder zurück, reparierte eine Kleinigkeit und ich bekam wieder so viel, wie ich
 quasi bei Ihm beim Kauf/Tausch bezahlt hatte.

 Das Auto war ein toller Sportwagen, der seine Stärke in Langstrecken und beim
 Reisen erkennen ließ. Er wäre mir für Rundstreckeneinsätze oder Rallies viel zu
 schade gewesen.