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     SMS Radetzky                               Schlachtschiff der k.u.k - Marine Österreich - Ungarn
     Baubeginn, Rumpf- Antriebs- und Steuerungseinbau, technische Daten und Historie

   . Beschreibung der Baumotivation und der Beschaffung der Bauunterlagen
   . Deckbau, Stevenrohr-Lagertausch, Kasematten, Geschütztürme  (Seite 2)
   . Beginn Aufbauten, Brücke, Reling, Maste, Details, Rumpflackierung (Seite 3)
 
 . Weiterbau der Aufbauten, Schornsteine, Maste, Kräne, etc. (Seite 4)
   . Fertigbau der Brücke, Kasematten Deck, Schornsteine, Lackierung, Bretter Furnier (Seite 5) 
   . Fertigbau und Vorbereitung zur Erprobung, Rauchgenerator (Seite 6)
   . Endarbeiten bis zur Fertigstellung (Seite 7)
   . Bauteilzeichnungen (Seite 8)
   . Fahr- und Detailbilder vom fertigen Schiff
 
 

 Anmerkung zur Handhabung der Seite der SMS Radetztky:
 Die oberste Zeile im Seitentitel beschreibt den Inhalt in dieser Seite.
 Die Zeilen darunter sind mit den jeweiligen anderen Seiten verlinkt, 
 z.B: Zur Seite 3 gelangt man, wenn die Zeile 3 angeklickt wird, usw.

 
Vorweg technische Daten des Vorbildschiffs und vom Modell:

 Technische Daten SMS Radetzky:
 Stapellauf in Triest 1909, Inbetriebnahme ~1911. ~1919 den USA zugespro-
 chen (als alliierte der Entente) und von diesen an Italien übergeben, wo sie
 1920 abgewrackt wurde.
 Länge: 139m, Breite: 25m, Tiefgang: max. 8,1m, Verdrängung: 14.700t,
 Besatzung: 890 Mann,
 Maschinenleistung: 20.000PS, 3-fach-Verbundmaschinen. 2 Propeller,
 Höchstgeschwindigkeit: 20kn (37km/h)

 Technische Daten fertiges Modell M 1:100:
 Nachbau-Schiffszustand: nach 1915 - 1917 (also ohne Torpedonetze)
 Länge: 1390mm, Breite: 240mm,  fahrbereit Tiefgang: ~80mm,
 Fahrgewicht: 12.600g,  Fahrgeschwindigkeit: nicht gemessen,
 Motore: 2 x Bühler Motor 12V Typ 1.13.055.267, Laststrom 1,5A / 2,5Ncm,
 Propeller: 2 x 3 Blatt MS 55 DM /49 H,
 Leerlaufdrehzahl  Propeller bei 12,6V  ~3800U/Min, im Sender programmierte
 Betriebsdrehzahl vorw.: ~1850U/Min, rückw: ~750U/Min, 
 Doppel-Kardangelenke, Kugelgelagerte Wellen 450mm,
 ein Regler: New Rain 60A,  Fahr Akkus: 4 x 3S 3300 Lipo  parallel (13200mAh),
 Rauchgenerator Akku: 2S 3000 Lipo
 
 Stromverbrauch:
 Nach einer Stunde durchgehender Fahrt mit erhöhter mittlerer Fahrge-
 schwindigkeit wurden 1090 mAh verbraucht. Die 3S-Akkuspannung sank von
 12,5V auf 12,2V ab.
 
 Fernsteuerung:
 Flysky FS-i6X  2,4Ghz, Funktionen: Vorwärts-Stop-Retour, Ruder, Positions-
 lampen, Rauchgenerator, sowie Telemetriesensoren für Akkuspannung und
 Motor-Gehäusetemperatur

 Farbgebung (in Annäherung an den Bauzustand nach 1915):
 Aufbauten, Geschütztürme, oberer Rumpf: RAL 7001, Silbergrau,
 Ebene Flächen, ausgenommen Deck: RAL 7043, Verkehrsgrau B,
 Unterwasserrumpf: RAL 6035, Perlgrün, Wasserpass: dunkelgrau

 Gewichtsangaben:
 Rumpf mit Bleizuladung und 4 Lipo Fahrakkus:                                   4765g
 Einbauten wie Motore, Steuerung, Akkus, Rauchgenerator, etc:         1325g
 fertig gebautes, abnehmbares Mitteldeck:                                            1450g 
 restlische Auf- und andere Einbauten                                                   4953g
 Gesamtgewicht fahrbereites Schiff:                                                     12493g

 Modell-Baubeginn:  August 2022,  Bauende: Mai 2023,  Baustunden: ~810.


SMS Radetzky  (30.5.2023)
Fahrvideo Waldteich



Radetzky im Werfthafen  (29.9.2023)
Fahrvideo Werfthafen


meine Wissensquelle





Vorbild:
Schlachtschiff Radetzky (1909)
 Stückliste                            Verwendten Werkstoffe und Einbauteile etc.     
 Arbeitenliste Rumpf           
Arbeitsliste Rumpf
 Arbeitenliste Fertigbau      
Arbeitsschritte und ungefährer Zeitaufwand
 Baubericht                          Der Bau der Radtzky in kurzer Form
 Aufbewahrungsbox           Bau derTransort. und Aufbewahrungsbox

 Für Eilige:
 Detailaufnahmen und Fahrfotos


 Ein Schlachtschiff der k.u.k österreichisch-ungarischen Marine wird gebaut

 Eingangs möchte ich festhalten, dass der Bau des Schiffes, nur mit  Ansichts- und Grundrissplan,
 die Zeichnung aller Einzelteile für den Bau erfordert, weil die nicht im Plan dargestellt sind. Weiters
 ist der Bau von Baugruppen unbedingt dem Baufortschritt anzupassen. MancheTeile / Baugruppen
 müssen vorher hergestellt werden, da man später dort keinen Zugriff mehr hat. Mein Baubericht ist
 daher sehr lange ausgefallen, denn es gab wesentlich mehr zu überlegen und zu bauen, als ich vor
 dem Beginn erwartet hatte.

 Mit Blauäugigkeit eines lange aktiven, heute alten Modellfliegers, wagte ich mich an ein Projekt,
 dessen Umfang ich am Beginn vollig unterschätzt hatte. Schiffbau ist eine wesentlich universellere
 Aufgabe als Flugmodellbau, selbst wenn es sich um Scale-Flugmodelle handelt. Zum Glück fand
 ich in einem Forum Freude, die mir erheblich halfen, da ich vom Schiffbau und von Schiffstechnik
 so gut wie keine Ahnung hatte. Inzwischen weiß ich (nur) ein wenig besser Bescheid.

 Die in den vielen folgenden Seiten beschriebene und bebilderte Baubeschreibung zeigt den tat-
 sächlichen Baufortschritt und Bauaufwand. Damit kann interessierten Schiffmodellbau Anfängern
 an solchen Projekten aufgezeigt werden, was bis zur Fertigstellung des Modells alles notwendig ist.

 Nach der langen Einführung zu meinem neuen Projekt, kann es mit der Arbeitsbeschreibung losgehen.
 Die erste Arbeit begann im August 2022 und bestand darin, einen Ständer für das entstehende Schiff
 und den dafür angekauften Schiffsrumpf zu bauen. Dazu ist der Spantenrissplan des polnischen Her-
 stellers sehr hilfreich gewesen, den ich mir von M 1:250 auf M 1:100 vergrößern ließ.
 Der empfehlenswerte polnischeHersteller lieferte einen perfekt gefertigten Rumpf samt DVD mit den 
 Planansichten des italienischen Schlachtschiffs. Mit dem auf Modellmaß vergrößerten Rumpfplan konnte
 ich erstmals die Dimensionen und das Aussehen des künftigen Modells sehen. - Jetzt erkannte ich, wie
 "zart" mein 11cm kürzerer Zerstörer Surcouf (Steingräber) im Verhältnis zum künftigen Schlachtschiff ist.

 Als Motivation für Interessierte folgen vor dem Baubericht Bilder vom Vorbild bis hin zum fertigen Modell.

 Bilder vom Vorbild für den Bau ...
       
Prasky-Plan (M1:200), vom polnischen Ausschneidebogen   Teilansicht vergrößert Teilansicht vergrößert Plan vom verwendeten GFK-Rumpf
Radetzky      Kohle bunkern 
      Ausrüstungs-Appell 
       Zrinyi (ebenfalls Radetzky-Klasse)
  Bilder vom fertigen Modell
       
SMS Radetzky ist fertig      
ohne Rettungsboote      
  Der Fahrtag im Werfthafen 28.9.2023
 
Transport  beim Ausladen  Rauchgenerator Test  Rauchrohre werden eingeschoben 
Funktionsprobe  Verladung auf die Sackrodel am Weg zum Wasser   Fahrvideo Werfthafen
die Fahrt im Werfthafen beginnt       
    Zuschauer beobachtet Abschaltung   Fachsimpeln mit Zuschauer 
  Erste Fahrten im Waldteich,  1., 26., und 30. 5. 2023
       
Fahrbilder Waldteich. am 30.5.23     Fahrvideo
Bauzustand 30.5.23 
Fahrbilder mit Reling, vom 26.5.23  Fahrvideo ohne Rettungsboote
Fahrbilder Erstfahrt, vom  1.5.23 
 Der Bau beginnt
 
 Der Bau eines Modells von einem in der Öffentlichkeit eher unbekannten Vorbildschiffs, stellt eine
 besondere Herausforderung dar. Noch dazu, weil ich die letzten 45 Jahre lang nur Erfahrung nur beim
 Bau und Flug von Flugmodellen gesammelt hatte und jetzt merke, dass es einen erheblichen Unter-
 schied zum Schiffbau gibt. Erschwerend ist der Umstand, dass es kaum Pläne für das Schiff gibt
 und die Zahl der aussagekräftigen Fotoansichten gering ist. - Diese Erschwernisse machten das Pro-
 jekt interessant aber sehr schwierig zu verwirklichen. 

 Der Projektbeginn bestand im Ankauf eines Rumpfes in meinem Wunschmaßstab M 1:100, der weit-
 gehend der Form des nachzubauenden Schiffstyps entspricht. Der Rumpf eines italienischen Schlacht-
 schiffs aus dieser Zeit, dessen Form für ein Pre Dreadnought-Schiff wie mein Schlachtschiff-Projekt
 passt, wurde gekauft.
 Hat man den Rumpf und einen brauchbaren Plan, möglichst M 1:100, dann kann man mit den Überlegun-
 gen beginnen, wie man das Projekt startet und schrittweise fortsetzt. Hat man Glück, wie ich, bekommt
 man aus dem Forum > rc-modellbau-schiffe.de < wesentliche Hilfe betreffend z.B. die Wahl der Motore,
 Propeller, Steven Rohre, aber auch zur Verwendung von diversen Werkstoffen. Ohne diese Hilfe wäre
 schon der Baubeginn chaotisch angelaufen.

 Planbeschaffung für den Weiterbau - schwierig
 Bei meinen unergiebigen Kontakten zur Kennern der k.u.k. österr. Marine blieb mir nur das Internet, um
 zu sehen, wie und wo ich einen Plan auftreiben könnte. Die Beschaffung eines als legendär beschriebe-
 nen Planes von Hr. Ing. Prasky (Wien, verstorben), im Maßstab 1:100, schien umnmöglich, geheimnis-
 voll, vor allem aber teuer (Harhaus-Plan),
 Da fand ich ein Modell der Radetzky, welches aus einem Papier Ausschneidebogen M 1:250 gefertigt
 werden kann. Aus den auszuschneidenden Teilen lässt sich erkennen, wie die Aufbauten etc. ausge-
 sehen haben. Zufällig enthält der Bogen auf der Innenseite des Umschlages den Auf- und Grundriss der
 Radetzky vom M 1:200 Plan (ebenfalls Ing. Prasky). Er zeigt das Schiff jedoch nur über der Wasserlinie. 
 Um den Plan verwenden zu können, konnte ich ihn auf den Modell-Maßstab  M 1:100 ( Rumpflänge ist
 1390mm)  vergrößern lassen und arbeitete fortan damit.

 Der 200er-Plan ist eine abgespeckte und nicht immer vollständig und genau durchgezeichnete Dar-
 stellung, die wegen der Vergrößerung natürlich nicht genauer geworden ist. Das bedeutet, dass zB.
 flache Neigungen in diesem Plan nicht zur Geltung kommen. Erst durch den Kauf eines Buches über
 die "Radetzky.Klasse" bemerkte ich, dass es kleine Abweichungen des Planes gibt. - Nachdem ich
 mich beim Bau mit der Ausführung "Semiscale" zufrieden gebe, genügt mein Plan. Soll das Schiff
 genau nachgebaut werden, muss man die Harhaus-Pläne kaufen und etliche Bücher dazu, um diverse
 Details und die Beschaffenheit der Aufbauten etc. genauer sehen, erkennen und abmessen zu können.

 Meine folgende Baubeschreibung enthält alle meine Methoden, Hemmnisse und Erfolge beim Bau,
 um künftig nachlesen zu können, ob und weshalb manches so geworden ist. Das könnte auch ande-
 ren Modellbauern eine kleine Hilfe sein.

 Überlegungen wie der Italiener-Rumpf dem  Rumpf der Radetzky-Klasse angepasst werden kann:
 Nach langem Studium vieler Fotos von den Vorbildschiffen und einer Fotoserie eines Modells wie
 meinem, ebenfalls M 1:100, wurde mir klar, dass mein Schiff (für mich) quasi ein fast ebenes Deck
 hat, auf dem diverse Aufbauten stehen. Die Überlegung ergab, dass das mitgeformte Deck des GFK-
 Rumpfes abgetrennt werden muss. Daher wurde mit dem Absägen der oberen Deck-Fläche, genau
 entlang der Rumpfoberkanten, begonnen. Eine heikle Arbeit, da später die Rumpfwände im  Deckbe-
 reich sauber geschliffen und gerade sein müssen. Darüber hinaus müssen die beidseitigen Wandbe-
 reiche der "Schusskanäle" (seitliche Einengungen am vordern und hinteren Deck) ausgesägt werden,
 damit sie später weiterverwendet werden können.

 Weitere Überlegungen betrafen die anstelle des Einzelruders des Italieners notwendige Doppel-
 ruderanlage einbauen und anlenken zu können. Die nächste Frage war, wie das Deck künftig am
 Rumpf befestigt wird und wie groß und wo werden Deckausschnitte sein, die den Zugang zu den 
 Motoren und Akkus etc. ermöglichen. Sinnvoll wäre eine Lösung wie beim Surcouf, wo der gesamte
 Aufbau samt den Masten mit ihren Abspannungen und Antennen abgenommen wird. Doch die Form
 der Aufbauten der Radetzky-Klasse lassen die Surcouf-Variante nicht zu, weshalb eine Dreiteilung
 des Decks erforderlich wurde. Daraus folgte, dass das Mittelteil mit den dort befindlichen Aufbauten
 und den Masten, als ganzes Teil abgenommen werden muss.

 Der Modellständer
 Um für den Bau und später den Schiffsrumpf in geordneter Position zu haben, wurde ein Schiffständer
 gebaut.  Aus dem angepasst vergrößerten Spantenriss Plan konnte die Rumpfform bzw Ständerform
 auf eine Plastikfolie übertragen werden. Die Folien der zwei Spanten wurden auf einem Karton aufge-
 klebt und ausgeschnitten. Danach konnte die jeweilige Form der Spanten bzw der Ständerfüße auf
 Holz übertragen und ausgesägt werden. Mit der Stichsäge wurden  aus 2cm dickem Leimholz ausge-
 sägt. und noch kleine Schleifarbeiten zur Verbesserung des Aussehens vorgenommen. Anschließend
 konnten die Steher auf einer Platte aufgeleimt und angeschraubt werden. Mehrfacher Anstrich mit
 Porenfüller und einige Schleifdurchgänge folgten nach. -  Zuletzt wurden Filzstreifen am Holz angeklebt,
 damit der Rumpf geschützt aufliegt.

 Arbeiten an Rumpf und Spanten
  Am Beginn  musste, wie schon angekündigt, das zu entfernende Deck vom Rumpf abgesägt und
 entfernt werden. Dazu wählte ich einen kühlen Tag, da ich wegen des dabei entstehenden unange-
 nehmen GFK-Staubes, die Arbeit im Freien machte. Nach der Abtrennung des Oberdecks konnte
 die Anpassung der etwas anderen Kielkontur am Bug und Heck erfolgen. Der Bugsporn musste ver-
 ändert werden, da er bei der Radetzky keinen Spitz aufweist. Die durch die Konturanpassung ent-
 standenen Öffnungen am Heck und am Bug, wurden vorerst mit Filler und Sekundenkleber verschlos-
 sen und später mit  Epoxydharz und Glasmatte verschlossen.
 
 Als nächste Arbeit wurden nach dem Spantenriss des Rumpfes die Spanten aus 4mm Pappel-Sperr-
 holz ausgesägt. Nachdem der Rumpfoberteil abgesägt und das Deck entfernt war, konnte überprüft
 werden, wie gut die nach Spantenriss gearbeiteten Spanten tatsächlich im Rumpf passen. Dazu wurde
 im Rumpf lt. Plan die Sollposition jedes (zweiten) Spants markiert. Dann wurden die Spanten an deren
 Position angehalten, wonach sichtbar wurde, wie gut jeder passt und wo nachgearbeitet werden muss. 
 
 Schließlich konnte nach dem Absägen des Oberdecks die Oberseite der Rumpfwände auf Decklänge
 an die Form der Decklage im Bug- und Heckbereich angepasst werden. Diese steigt gemäß Plan
 ein wenig nach oben an. 

 Ganz heikel war dann das Einpassen der Schiffschaubenwellen und Motore. Deren Lage musste
 gefunden und auf die Spanten übertragen werden. Nach den im Spantenriss eingezeichneten Wellen,
 Motore und den Rudern, konnten diese Ausschnitte und Formen auf die Spanten übertragen und her-
 gestellt werden.

 Stevenrohre einbauen
 Der Einbau der Stevenrohre war eine Herausforderung, da der empfohlene Propeller 55 Dm, aus
 meiner laienhaften Sicht, eigentlich zu groß sein dürfte, leistungsgemäß aber nötig zu sein scheint. Er
 reicht sehr nahe an den Rumpf heran. Dennoch wurde versucht mit den 55Dm-Props weiterzuarbeiten.
 Um die Wellen richtig zu positionieren wurde die Einhaltung der im Spantenriss eingezeichneten Lage
 angestrebt. Verglichen mit einem Bild des Originals scheinen dort die Props etwas näher zueinander
 angeordnet zu sein. Das würde mir entgegen kommen, doch wandern dadurch die Props wegen deren
 Durchmesser etwas weiter  nach hinten,in Richtung Heck. Es musste also ein Kompromiss getroffen
 werden und eine zum Plan der Radetzky annähernd passende Positíon gefunden werden. - Es erga-
 ben sich 45mm beidseits der Mittelachse, die auch dem Plan des GFK-Rumpfes entsprechen.

 Danach musste eine Hilfskonstruktion mit den zwei Stevenrohren in der gewünschten Einbauhöhe und
 dem Abstand zueinander angefertigt werden. Damit war möglich, am eingerichtet aufliegenden Rumpf
 die Bohrungen für die Stevenrohre markieren zu können. - Nach Herstellung der Durchbrüche für die
 Stevenrohre mussten die im Bereich der Motorwelle liegenden zwei Spanten mit Bohrungen versehen
 werden, um die Rohre durchschieben zu können.
 Um beim Einbauversuch die richtige Wellenlage zu erreichen, musste ein Motor mit einer fixen Wellen-
 kupplung provisorisch montiert werden. Nun wurde mit Unterlegeholz die fast horizontale Lage der
 Wellen und zusätzlich die Wellen im Abstand von 45mm parallel zur Rumpfachse eingerichtet. Die Lage
 der Welle wurde vermessen und markiert. Nachdem die Bohrungen fertig waren wurden die jetzt noch
 losen  Spanten mit Stabilit angeheftet, damit bei einem Fehler später die Position noch korrigiert wer-
 den kann. Die empirisch ermittelten definitiven Abstände von Bohrungen und Rumpfdurchdringungen
 wurden im Plan für eine allfällige spätere Nachschau eingezeichnet.

 Aus der nun fixen Lage der Stevenrohre entstand die Idee, die beiden Motore mit einer kurzen starren
 Messing-Wellenkupplung 4 Dm zu verbinden. Es wurden aber, um einen ruhigen Lauf der Motore und
 Wellen zu erzielen, später Kunststoff-Kardankupplungen eingebaut. Damit konnten die Motore mit ihren
 Dreipunkt-Stirnbefestigungsbohrungen an ihrem Ende an einem 7mm Sperrholzspant angeschrschraubt
 werden. Damit ist eine Feinjustierung der Laufachse möglich.
 Der Motorspant ist am verstärkten Motor-Rumpfspant angeschraubt, damit die Motore leicht aus- und
 eingebaut werden können. Um die Lage der Wellen bei den Rumpfdurchbrüchen zu fixieren, wurden
 sie mit Stabilitklebepunkten befestigt. Die endgültige Verklebung der Wellen und der verbliebenen
 Öffnungen bei den Durchbrüchen, wurde mit Epoxydharz und GFK-Mattenstücken vorgenommen.
 
 Danach erfolgte das Anheften aller anderen Spanten im Bodenbereich mit Stabilit. Da der Rumpf im
 oberen Deckbereich ein wenig eingezogen ist, musste er mit Zwingen an die U-förmigen Spanten an-
 gepresst werden. Um diese dabei nicht zu brechen, wurden provisorisch Querstreben auf den Spanten
 angeschraubt. Die Streben wurden nach der Aushärtung der Klebestellen wieder entfernt, um bei den
 Arbeiten im Rumpf mehr Platz zu haben.
 Damit die Rumpfwand ideal am Spantenverlauf anliegt, wurden beidseitig Kiefernleisten befestigt, die
 durch drei Zwingen die Wand an die Spanten gebracht haben. Jetzt konnten die Spanten mit Stabilit
 Klebepunkten am Rumpf angeklebt werden. Bei den Spanten die nicht genau anlagen wurden kleine
 Holzkeile eingeschoben und danach die Klebung vorgenommen. Schließlich ergab sich ein zufrie-
 denstellendes Bild vom Verlauf der Rumpfwände.

 Nun konnten die Spanten an einer Seite zur Rumpfwand hin mit Klebeband abgeklebt werden, damit
 das auf der anderen Seite aufgebrachte Dickharz nicht ablaufen kann. Zur Einbringung des Harzes
 musste der Rumpf vertikal stehen, damit das Harz eine gute Verbindung mit dem Holzspant und dem
 Rumpf bilden kann. Dieser Art konnten auch Spalten zwischen Spanten und Rumpfwand verschlossen
 werden.  Damit ist eine ausreichend gute Verbindung zwischen Spanten und Rumpf gegeben.
 
 Motoreneinbau
 Als nächtser Arbeitsvorgang konnte der Motorträger-Spant angefertigt werden. Am festen 7mm-Sperr-
 holz wurden beide Motore mit ihrem hinteren Stirnende angeschraubt. Die genaue Position der Motore
 musste von den Schiffschraubenwellen mittels übergeschobenem Messingrohr am provisorisch befestig-
 ten Motorspant übertragen werden. Nach Anpassung der Motore wurden sie erstmals angeschraubt. Die
 montierten Motore sahen gut aus, doch wird sich beim Testlauf zeigen, ob sie auch ruhig laufen. - Nein!
 Der nachfolgende Probelauf jedes Motors zeigte, dass die verwendeten Kardangelenke, trotz gestreck-
 tem Einbau, erhebliche Geräusche verursachen. Es liegt an den Metalleinsätzen der Gelenke, die trotz
 schrittweiser Verdrehung der Wellen-Mitnehmer keinen genauen zentrischen Lauf erreichen lassen und
 daher immer Vibrationen mit Geräuschen entstehen. Mit nur lose angeschraubten Motoren ließ sich ein
 fürs erste annehmbares Laufgeräusch einstellen. Doch ist das keine brauchbare Lösung.

 Daher musste der Motoreinbau abgeändert werden, wobei der Motorträger um drei  4mm dicke Sperr-
 holz Zwischenstücke und eine Lage Gummi (Ex Autoschlauch, ~ 1mm dick) weiter vom Wellenende weg-
 gerückt wurde. Durch entsprechende Einstellung der Dreipunkt- Motorhalerungen konnte die Geräusch-
 entwicklung deutlich verringert werden. Die Motor-Probeläufe mit Lipos von 3S und 2S verliefen danach
 problemlos und leise.

 Eine Erprobung der Motore und Schiffschraubenwellen wurde gleichzeitig auch für eine Drehzahlmes-
 sung genützt. Beide Motore laufen bei 12,16V mit konstanter Leerlauf Drehzahl vorwärts von 3820 U/Min
 und bei auf 80% reduziertem Retourlauf mit 2640 U/Min. Der Drehzahlunterschied zwischen den  Moto-
 ren beträgt nur 40 U/Min - Nach dem Schwimmbadtest waren Lagertäusche infolge Rostbildung  erfor-
 derlich geworden.

 Um künftig nach Erneuerung der Kugellager den Wassereintritt zu verhindern, wurde jede Schrauben-
 welle mit einer Stopfbuchse versehen. Der abdichtende Simmerering verringerte die Drehzahl um unge-
 fähr 100 U/Min.

 Ruderanlage 
 Nach den Arbeiten für den Einbau der Stevenrohre und der Einharzung aller Spanten etc. konnte die
 Positionierung der Doppelruder beginnen. Zum Zweck der Orientierung wurde auf dem Spantenriss die
 Lager der Schiffschrauben und Wellen eingezeichnet. Anschließend konnten auf einem, über den Plan
 gelegten Blatt Transparentpapier, das Ruder und die anderen notwendigen Dinge eingezeichnet werden.
 Gegenüber der Konstruktion ergab sich, dass die mögliche Lage der beiden Ruderwellen nicht einge-
 halten werden konnte und die Ruderführungen näher zu einander gerückt werden mussten.

 Die Ruder wurden durch Verklebung je zweier 2mm Sperrholz-Ruderscheiben direkt an den mit Einker-
 bungen versehenen 3mm Messing-Ruderwellen mit Stabilit angeklebt. Anschließend wurden sie zurecht-
 geschliffen, damit sie lackierfähig wurden.

 Zur Führung und Befestigung der Ruderführungsrohre wurde der Spant 1 zusätzlich angefertigt. Nach
 Anpassung der Einbaulage des Spants an die Ruderform und den Einschlagwinkel, konnte der Spant
 schließlich mit Stabilit eingeklebt werden. Um ausreichend Einschlag zu erhalten, mussten die Rudewel-
 len etwa 10mm näher zu einander gerückt werden. Jetzt konnten die Bohrungen für die Rohre im Rumpf
 gebohrt werden. Danach wurden die Führungsrohre angeklebt. Anschließend konnten die ausserhalb
 des Rumpfes befindlichen Stützverkleidungen der aus dem Rumpf herausstehenden Rohre hergestellt
 und angeklebt werden. - Trotzdem gleicht die Ruderanordnung doch sehr der von der Radetzky.

 Zur Steuerung der Ruder wurden Ruderhebel aus GFK-Abfallstücken hergestellt. Für die Anlenkung
 wird ein  3,5kgcm-Servo verwendet, welches auf einer zwischen Spant 1 und 2 einzupassenden Sperr-
 holzplatte befestigt wird. Das Servo soll leichtgängig sein, damit beim Anstoß an den Rudern deren Be-
 schädigung vermieden wird. Zuletzt wurde ein Servobrett für das Ruderservo eingebaut. Der Test der
 Ruderfunktion verlief erfolgreich.

 Regler-, Akku- und Empfängersituierung
 Für den Einbau des Reglers (vorläufig nur einer) und des Empfängers wurde zwischen den Spanten
 eine Sperrholzplatte für dessen Montage eingebaut. Zwischen den Spanten vor den Motoren werden
 die vier Lipo-Akkus untergebracht. (Wegen des geringen Stronmerbrauchs genügen auch zwei Akkus)
 
 Um bei einer demnächst vorgesehenen ersten Wasserung (Stapellauf) die Ruder und Spanten aus
 Sperrholz gegen Wassereintritt zu schützen wurden sie mehrfach mit Porenfüller gestrichen. Der inzwi-
 schen mit Bleiplatten belegte Rumpfboden wiegt inzwischen über 5 kg. und man wird sehen, wie weit
 die Soll Wasserlinie von der derzeitigen entfernt ist.
 Nach dem Wassern zeigte sich, dass der Bug viel zu  hoch liegt und daher wurden vorhandene 600g
 Bleiplatten eingebracht. Das brachte eine Absenkung des Bugs. In Summe wird wohl nochmal so viel
 Blei eingebracht werden müssen, um mit den noch anzufertigenden Aufbauten die Wasserlinie
 zu erreichen.

 Der erste Fahrtest, 1. 9 2022
 Der "Stapellauf" verlief überraschend gut, denn man sah, dass die Berechnungen des Experten Jörg
 stimmten. Das Modell wird kein "Schleicher" sein, insbesondere, wenn die Props tief genug im Wasser
 laufen werden. Die Dimensionierung und Anordnung der Ruder passt ebenfalls hervorragend; steuerbare
 Rückwärtsfahrten sind auch ohne zweiten Regler problemlos möglich. Nach der ersten Testfahrt wurde
 der Rumpf am Heck und am Bug gewogen, um die Gewichtsverteilung zu sehen. Klar war, dass noch
 mehr Gewicht in den Rumpf muss. Insgesamt wurden noch ca. 2kg Blei im Rumpf verteilt, wobei die
 Gewichtsverhältnisse wie zuvor aufgeteilt worden sind. Außerdem wurden die Telemetriesensoren für
 Motortemperatur und Akkuspannung nachgerüstet, damit beim künftigen Fahrbetrieb die Erwärmung
 der Motore überwacht werden kann.
 Nach einigen Tagen mit unbewegten Wellen enstand bei einem Testlauf lautes Laufgeräusch bei den
 Kugellagern. Das bedurfte deren Tausch, der sich als nicht einfach herausstellte. Darüber wird später
 gesondert berichtet.

 Der nächste Fahrtest im Pool
 erfolgte bald danach und war sofort ersichtlich, dass die neu zugegebenen Bleiplatten anders verteilt
 werden müssen, um den Rumpf in eine waagrechte Position zu bekommen. Zuletzt waren vom Bug
 weg die Zusatzgewichte wie folgt verteilt: Zwischen Bug und Spant 20 1200g, zwischen 20 und 18   0g,
 zwischen 18 und 16  120g, zwischen 16 und 14   240g, zwischen 14 und 12  1420g, zwischen 12 und
 10   260g, zwischen 10 und 8   600g , zwischen 8 und 6   480g, zwischen 6 und 4   600g und zwischen
 4 und 2  720g. Insgesamt wurden bisher 4800g (60 Walzblei Platten) Gewicht im Rumpf untergebracht.
 Zuzüglich des früher gemessenen Gewichts des mit Motoren, Regler, 4 x 3S 3000 Lipos, Empfänger
 und Ruderservo ausgerüsteten Rumpfes mit 2800g, hat der Rumpf nun 10kg erreicht! 
 Beim nächsten Fahrtest wird man sehen, wie weit der Rumpf noch über der Wasserlinie liegt.

 Die ersten Fahrten am Waldteich am 1, 5 2023 und danach
 
Bei wunderbarem Wetter schleppte ich die gewichtige Radetztky im fast Fertigzustand zum Waldteich.
 Lediglich die 6 Rettungsboote über den Bordwänden fehlten noch, doch zur Erprobung der Wasserlinie
 und der Feintrimmung des Schiffs war die Fahrt sehr erfolgreich.
 Leider hatte ich nach Hause zurückgekehrt das Problem, dass ich einen Herzschrittmacher eingepflanzt
 bekommen musste.
 Wieder arbeitsfähig wurden die letzten Details am Schiff ergänzt und folgten zwei weitere Testfahrten
 am Waldteich, die dazu dienten, die Lage des Schiffs zu optimieren.
 Als Tupfen am "i" wünschte ich mir eine Fahrt im Werfthafen, bei der die andere Kulisse das Schiff
 realistischer erscheinen lassen könnte.

 Die Fahrt im Werfthafen am 28. 9. 2023
 Nachdem die Wetterlage ideales Wetter bot, wurde die Radetzky aus der Schutzbox entnommen und für
 den Betrieb vorbereitet. Alles passte und Freund Peter half beim Anfertigen von Bildern und dem Video
 aus stehender Position.
 Der Zusammenbau des Schiffs war getan, sodass der Transport zum Wasser beginnen konnte. Anders
 als beim Teich ist der Weg zum Wasser mit dem Schiff am Slipwagerl länger und mit dem vorhandenen
 Slipwagen eine Qual. Das mit 13 kg doch schwere Schiffsmodell auf der schmalen Aufstandsfläche war
 für mich eine Belastung, doch schaffte ich es. Das Wassern war spannend, da das zu Wasser bringen
 durch das nach vorne Bücken, in den Bandscheiben bemerkbar wurde. Doch es gelang und die Fahrt
 konnte beginnen.
 Nach etwa einer halben Stunde endete der Fahrtag. Das Schiff wurde aus dem Wasser gehoben und
 der nun noch beschwerlichere Weg auf der Slipanlage nach oben, wurde wirklich zur Qual. Besonders die
 Sorge wegen der Abkippgefahr des Modells vom schmalen Wagen, erhöhte die Belastung zusätzlich. Mit
 vier eingelegten Schnaufpausen konnte das Schiff oben beim Auto abgestellt werden.
 Für die nächsten Fahrten muss unbedingt muss ein anderer Slipwagen mit größerer Auflagefläche und
 größeren Rädern beschafft werden, damit das Modell gerollt und nicht getragen werden muss.
 
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Vorarbeit für Bau des Mpdellständers  Spantzenriss mit Einbautensituierung der angekaufte GFK-Rumpf Ständer rohbaufertig 
 Bühler Motor 12V, 4750 U/Min Leerl. Stevenrohr 450mm lang Propeller 55Dm/49H Regler New Rain 480A 
das Deck abgetrennt  Heck abgeändert  entstandene Öffnung   nun mit Matte und Harz verschlossen
Bugänderung mit Matte und Harz  Test der Propelleranordnung  so ist sie beim Original   
die rohen Spanten  markieren mit Spezialgerät  pro9beweise Spanten eingesteckt   
Vorrichtung zum Anzeichnen der Wellen     Welln eingerichtet und angeheftet
  Spanten provisorisch angeklebt    Ansicht der Position der Motore 
markieren der Motormitte der eingebaute Motorspant Ansicht auf Motore und Kupplungen Motorbefestigung neu mit Gummidämpfer, neue Kardean Kupplungen
Konstruktrion der Ruderform der Ruderspant das Heck mit den Ruderrohren beide Ruder in Rohform
Ansicht der prov. montierten Ruder Ruderservo und Anlenkunegn eingebaut  Heckansicht Modell  eckansicht  
Blick auf die Motore Einbauten fürFahrbetrieb eingebaut Rumpf mit 2600g Bleiplatten belegt erster Schwimmtest
provisorische Beladung Testfahrt 2 mit zusätzlichem Gewicht und Sensoren im Heckberciht kam etwas dazu auch am Heck Zusatzblei