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     SMS Radetzky                               Schlachtschiff der k.u.k - Marine Österreich - Ungarn
     Beschreibung der Baumotivation und der Beschaffung der Bauunterlagen

   . Baubeginn, Rumpf- Antriebs- und Steuerungseinbau, technische Daten und Historie
   . Deckbau, Stevenrohr-Lagertausch, Kasematten, Geschütztürme  (Seite 2)
   . Beginn Aufbauten, Brücke, Reling, Maste, Details, Rumpflackierung (Seite 3)
 
 . Weiterbau der Aufbauten, Schornsteine, Maste, Kräne, etc. (Seite 4)
   . Fertigbau der Brücke, Kasematten Deck, Schornsteine, Lackierung, Bretter Furnier (Seite 5) 
   . Fertigbau und Vorbereitung zur Erprobung, Rauchgenerator (Seite 6)
   . Endarbeiten bis zur Fertigstellung (Seite 7)
   . Bauteilzeichnungen (Seite 8)
   . Fahr- und Detailbilder vom fertigen Schiff
 
 
 
 Anmerkung zur Handhabung der Seite der SMS Radetztky:
 Die oberste Zeile im Seitentitel beschreibt den Inhalt dieser Seite.
 Die Zeilen darunter sind mit den jeweiligen anderen Seiten verlinkt, 
 z.B: Zur Seite 3 gelangt man, wenn die Zeile 3 angeklickt wird, usw.

 
 
Vorweg eine Darstellung meiner Baumotivation samt historischem Bezug

 Bedauerlicher Weise hatte ich während meiner Schulzeit in der Mittelschule
 und danach, sehr wenig über die ehemalige österreichische Marine, der fort-
 schrittlichen Luftfahrt, dem Automobil- und Lokomotivbau etc .etc. gehört.
 Durch den Modellbau von naturähnlichen Flugmodellen, erkannte ich, dass
 über technische Entwicklungen während der Monarchie im Unterricht nichts
 berichtet wurde. Erst durch Besuche im HGM (Heeresgeschichtlichen Museum
 in Wien)  begriff ich ein wenig, was die Österreichisch-Ungarische Monarchie
 einmal war, sowohl in geografischer Größe des Staatenbundes, als auch mit
 den damaligen Technik-Entwicklungen und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung.
 
 Da ich mich erst seit 2019 mich mit Modellschiffen anfreundete, war das
 Modell eine Herausforderung, die ich zuvor nicht gesehen hatte, die aber
 doch mit einem brauchbaren Ergebnis endete.

 Meine laienhaften historischen Betrachtungen zur k.u.k. Marine: 

 Ganz wesentlich für den ex Großstaat war der Zugang zum Meer, der in
 Triest als wichtiger Handelshafen, gegeben war. In Pula lag die Kriegsmarine
 in ihrem Heimathafen. Da die alliierten Staaten der Entente, darunter auch
 das politisch unstete Italien, der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn scha-
 den wollten, versuchten sie die Zufahrt zu den österreichischen Häfen im
 Mittelmeer zu blockieren (Straße von Otranto).
 Damit die Häfen erreichbar blieben und andererseits später die Transport-
 wege der Italiener am Beginn des Weltkrieges in Richtung Norden, zerstört
 werden konnten, wurden Seestreitkräfte eingesetzt. Diese zerstörten von See
 aus zB. Bahnanlagen, Straßen, Gebäude (Ascona) und diverse Küstenbatte-
 rien in der Region, jedoch mit nicht gerade überwältigender Auswirkung. Es
 wurde gespart und jeder Schuss wurde gezählt und verbucht. Es sollen ins-
 gesamt kaum mehr als 1000 schwere Schiffskaliber (30,5cm und 24cm) 
 von den eingesetzten Einheiten verschossen worden sein.
 Vorher, um 1900, galt die k.u.k. Marine immerhin als achtstärkste Marine der
 Welt und sie war auf den Weltmeeren auch in einigen militärischen Aktionen
 im Verbund mit dem deutschen Staatenbund (Preußen) aktiv. Obige Auf-
 zählung ist jedoch eher oberflächlich und unvollständig zu verstehen.

 Bei meinen Nachforschungen über die drei gebauten Schiffe der Radetzky-
 Klasse (Radetzky, Zrinyi, Erzherzog Franz Ferdinand) stieß ich auf eine Be-
 schreibung des Schiffstyps und deren Einsätze etc. Dabei wird erwähnt, dass
 der Schiffstyp eine Vorgängertype des damals bereits international modern-
 sten englischen Schlachtschiffstyps (Dreadnought) war, also beim Stapellauf
 bekannter Weise schon eine überholte Konstruktion war. Das tat der Feuer-
 kraft zwar keinen Abbruch, jedoch die Einsparungen bei diversen Anlagen
 ermöglichten keine effektivere Ausführung.

 Erkundet man, worin die militärischen Einsätze des seit ~1910 in Dienst be-
 findlichen Schlachtschiffs Radetzky bestanden, ist das Ergebnis enttäuschend.
 Die erste Ausfahrt war zu königlichen Feierlichkeiten in London, im Rahmen
 einer internationalen Flottenparade. Bei zwei nenneswerten kriegerischen
 Einsätzen war sie dabei, wobei man auf italienischen Küstenstellungen be-
 findliche französiche Marinegeschützstellungen bei Lovren eliminierte.
 Die Radetzky erhielt dafür Lob vom Flottenkommando. Ein zweiter Einsatz
 soll noch vor dem Erreichen des Kampfgebietes abgebrochen worden sein.
 Irgendwie unklar erscheint mir, dass in den Kriegsjahren vor 1918 das
 Schlachtschiff von Pola nach Cattaro überstellt wurde, wo es untätig etwa
 zwei Jahre lang, bis zum Kriegsende, im Hafen lag. In Seeschlachten war
 die Radetzky nie eingebunden.

 Der Ausgang des ersten Weltkriegs beendete den Bestand der österrei-
 chisch- ungarischen Marine. Deren noch vorhandene Schiffe der Radetzky-
 Klasse (und viele andere) fielen zuerst in den Besitz der ehemaligen Kron-
 länder (später Jugoslavien). Sie wurden danach als Wiedergutmachung an
 die Siegerstaaten des ertsen Weltkriegs, an England, Frankreich, Italien und
 USA (!) übergeben. Zwei Schiffe der Radetzky-Klasse wurden den US-Alli-
 ierten zugesprochen, die sie aber nicht haben wollten. Mit einem Trick
 wurden sie von der im Mittelmeer vertretenen alliierten US-Marine (außerhalb
 der 3 Meilen Zone) an Italien übergeben, wo sie später abgewrackt und zu
 Geld gemacht.wurden.

 Nicht unerwähnt soll hier bleiben, dass es auch zivile Hochseeschiffahrt in der
 Monarchie gab. Die größte Reederei war Austro-Americana (Fa. Schenker)
 mit Sitz in Triest. - Traurig:  In den Kriegswirren bekam das voll mit Zivilisten
 besetzte Reiseschiff LINZ einen Torpedotreffer und sank. Auch Handelsschiffe
 wurden am Kriegsende konfisziert und an diverse Siegerstaaten verteilt.

 Heute sorgt der Österreichische Marine Verband (Ö.M.V.) für den Erhalt der
 Erinnerungen an die Marine Österreich-Ungarns. - Bedauerlicher Weise hatte
 ich bei dem Versuch an Unterlagen für mein Projekt zu kommen keine Antwort
 erhalten außer: "Tut uns leid, dass wir erst nach drei Monaten antworten, aber
 der Kollege ist/war im Urlaub" ...... leider bis heute.
 
 Um den historischen Hoirizont meiner Enkel zu erweitern, und im Hinblick auf
 die Globalisierung und die schleichende Auslöschung nationaler Werte ihnen
 ein Erinnerungsstück daran zu hinterlassen, bemühte ich mich, ihnen ein 
 Schlachtschiff der k.u.k. österreichischen Marine, die "Radetzky", zu bauen.

 Es ist mir wichtig, an dieser Stelle zu sagen, dass Krieg etwas Schreckliches
 ist und dieses entstehende und andere meiner "Kriegsschiffe", nicht zur Ver-
 herrlichung von Kriegen angedacht sind. Im Gegenteil, sie mögen zeigen,
 dass Krieg schließlich all diese Schiffe, Flugzeuge und Waffen zerstört und
 Millionen von Menschen großes Leid bereitet, und auf Dauer kelnen Frieden
 bringt. - Jetzt gerade (2022), ist im Ukraine-Krieg traurig mitzuerleben,
 welches Leid und welche Verwüstungen ein Krieg mit sich bringt.

 Das Motto des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien war und ist zurecht:
 "Kriege gehören ins Museum".


 Vor dem Start des Baues der SMS Radetzky

 Zum Modell ist zu sagen, dass es der Nachbau eines Schlachtschiffes (Linien-
 schiffes) der Radetzky-Klasse ist und von mir im Betriebszustand zwischen
 1915 bis 1917 nachempfunden wurde. Die Bauausführung als Museumsstück
 war bei meinem ersten Schiffsprojekt nicht angestrebt worden, Semi Scale
 wurde angestrebt und erreicht.

 Betreffend Baudurchjführung kann ich sagen, dass mir aus Zeitgründen der
 Bau eines Rumpfes nicht möglich war. Daher verwende ich einen, dem Schiffs-
 rumpf der Radetzky-Klasse weitgehend und maßstäblich entsprechenden
 Rumpf eines ähnlichen (feindlichen) italienischen Schlachtschiffes aus 
 dieser Epoche. Der Rumpf musste aufwändig an die Gegebenheiten des
 nachzubauenden Schiffstyps angepasst und mit den Aufbauten der Redetzky-
 Klasse-Schlachtschiffe versehen werden. - Mit dem geplanten Schiffsmodell-
 bau sah ich zufireden einem mit Arbeit ausgefüllten Winter 22/23 entgegen.

 Zuvor mussten Pläne und Ansichten des österreichischen Schiffstyps beschafft
 und zu Arbeitszeichnungen umgearbeitet werden. Im August 22, war ich noch
 auf der Suche, konnte mich aber nicht dazu entschließen 140.-€ für zwei Plan-
 seiten im Maßstab M 1:100 (Fa. Harhaus.de) zu  bezahlen. Rückblickend ist zu
 sagen, dass diese Pläne mehr Details gezeigt hätten und das Geld wert ge-
 wesen wären.

 Technische Daten SMS Radetzky:
 Stapellauf in Triest 1909, Inbetriebnahme ~1911. ~1919 den USA zugespro-
 chen (als alliierte der Entente) und von diesen an Italien übergeben, wo sie
 1920 abgewrackt wurde.
 Länge: 139m, Breite: 25m, Tiefgang: max. 8,1m, Verdrängung: 14.700t,
 Besatzung: 890 Mann,
 Maschinenleistung: 20.000PS, 3-fach-Verbundmaschinen. 2 Propeller,
 Höchstgeschwindigkeit: 20kn (37km/h)

 Technische Daten fertiges Modell M 1:100:
 Nachbau-Schiffszustand: nach 1915 - 1917 (also ohne Torpedonetze)
 Länge: 1390mm, Breite: 240mm,  fahrbereit Tiefgang: ~80mm,
 Fahrgewicht: 12.600g,  Fahrgeschwindigkeit: nicht gemessen,
 Motore: 2 x Bühler Motor 12V Typ 1.13.055.267, Laststrom 1,5A / 2,5Ncm,
 Propeller: 2 x 3 Blatt MS 55 DM /49 H,
 Leerlaufdrehzahl  Propeller bei 12,6V  ~3800U/Min, im Sender programmierte
 Betriebsdrehzahl vorw.: ~1850U/Min, rückw: ~750U/Min, 
 Doppel-Kardangelenke, Kugelgelagerte Wellen 450mm,
 ein Regler: New Rain 60A,  Fahr Akkus: 4 x 3S 3300 Lipo  parallel (13200mAh),
 Rauchgenerator Akku: 2S 3000 Lipo
 
Stromverbrauch:

 Nach einer Stunde durchgehender Fahrt mit erhöhter mittlerer Fahrge-
 schwindigkeit wurden 1090 mAh verbraucht. Die 3S-Akkuspannung sank von
 12,5V auf 12,2V ab.
 
 Fernsteuerung:
 Flysky FS-i6X  2,4Ghz, Funktionen: Vorwärts-Stop-Retour, Ruder, Positions-
 lampen, Rauchgenerator, sowie Telemetriesensoren für Akkuspannung und
 Motor-Gehäusetemperatur

 Farbgebung (in Annäherung an den Bauzustand nach 1915):
 Aufbauten, Geschütztürme, oberer Rumpf: RAL 7001, Silbergrau,
 Ebene Flächen, ausgenommen Deck: RAL 7043, Verkehrsgrau B,
 Unterwasserrumpf: RAL 6035, Perlgrün, Wasserpass: dunkelgrau

 Gewichtsangaben:
 Rumpf mit Bleizuladung und 4 Lipo Fahrakkus:                                   4765g
 Einbauten wie Motore, Steuerung, Akkus, Rauchgenerator, etc:         1325g
 fertig gebautes, abnehmbares Mitteldeck:                                            1450g 
 restlische Auf- und andere Einbauten                                                   4953g
 Gesamtgewicht fahrbereites Schiff:                                                     12493g

 Modell-Baubeginn:  August 2022,  Bauende: Mai 2023,  Baustunden: ~810.


SMS Radetzky  (30.5.2023)
Fahrvideo Waldteich







Radetzky im Werfthafen  (29.9.2023)
Fahrvideo Werfthafen


meine Wissensquelle









Vorbild:
Schlachtschiff Radetzky (1909)












Ansicht Radetzky 1910






mein Vorbildscxhiff, Zustand nach 1915

















Plan Radetzky/Praszky





 
Plan zum gekauften Rumpf des Schlachtschiffes aus Italien






Plan für meinen Bau








Radetzky   Modell  M 1:1250 (Navis)
 Stückliste                            Verwendten Werkstoffe und Einbauteile etc.     
 Arbeitenliste Rumpf           
Arbeitsliste Rumpf
 Arbeitenliste Fertigbau      
Arbeitsschritte und ungefährer Zeitaufwand
 Baubericht                          Der Bau der Radtzky in kurzer Form
 Aufbewahrungsbox           Bau derTransort. und Aufbewahrungsbox

 Für Eilige:
 Detailaufnahmen und Fahrfotos


 Ein Schlachtschiff der k.u.k österreichisch-ungarischen Marine wird gebaut

 Eingangs möchte ich festhalten, dass der Bau des Schiffes nur mit Ansichts- und Grundrissplan
 die Zeichnung aller Einzelteile erfordert, weil die nicht im Plan dargestellt sind. Weiters ist der Bau
 von Baugruppen unbedingt dem Baufortschritt anzupassen. MancheTeile / Baugruppen müssen
 vorher hergestellt werden, da man später dort keinen Zugriff mehr hat. Mein Baubericht ist daher
 sehr lange ausgefallen, denn es gab wesentlich mehr zu überlegen und zu bauen, als ich vor dem
 Beginn erwartet hatte.

 Mit Blauäugigkeit eines lange aktiven, heute alten Modellfliegers, wagte ich mich an ein Projekt,
 dessen Umfang ich am Beginn vollig unterschätzt hatte. Schiffbau ist eine wesentlich universellere
 Aufgabe als Flugmodellbau, selbst wenn es sich um Scale-Flugmodelle handelt. Zum Glück fand
 ich in einem Forum Freude, die mir erheblich halfen, da ich vom Schiffbau und von Schiffstechnik
 so gut wei keine Ahnung hatte. Inzwischen weiß ich (nur) ein wenig besser Bescheid.

 Die in den vielen folgenden Seiten beschriebene und bebilderte Baubeschreibung zeigt den tat-
 sächlichen Baufortschritt und Bauaufwand. Damit kann interessierten Schiffmodellbau Anfängern
 an solchen Projekten aufgezeigt werden, was bis zur Fertigstellung des Modells alles notwendig ist.

 Nach der langen Einführung zu meinem neuen Projekt, kann es mit der Arbeitsbeschreibung losgehen.
 Die erste Arbeit begann im August 2022 und bestand darin, einen Ständer für das entstehende Schiff
 und den dafür angekauften Schiffsrumpf zu bauen. Dazu ist der Spantenrissplan des polnischen Her-
 stellers sehr hilfreich gewesen, den ich mir von M 1:250 auf M 1:100 vergrößern ließ.
 Der empfehlenswerte polnischeHersteller lieferte einen perfekt gefertigten Rumpf samt DVD mit den 
 Planansichten des italienischen Schlachtschiffs. Mit dem auf Modellmaß vergrößerten Rumpfplan konnte
 ich erstmals die Dimensionen und das Aussehen des künftigen Modells sehen. - Jetzt erkannte ich, wie
 "zart" mein 11cm kürzerer Zerstörer Surcouf (Steingräber) im Verhältnis zum künftigen Schlachtschiff ist.

 Zum Baubeginn kommt man im Seitenkopf mit dem Link:
 Baubeginn, Rumpf- Antriebs- und Steuerungseinbau, technische Daten und Historie

 Bilder vom Vorbild für den Bau .., und vom fertigen Modell
       
Prasky-Plan (M1:200), Ausschneidebog.  Teilansicht vergrößert Teilansicht vergrößert Plan zum polnischen Rumpf
Radetzky      Kohle bunkern 
      Ausrüstungs-Appell 
       Zrinyi (ebenfalls Radetzky-Klasse)
  Bilder vom fertigen Modell
       
SMS Radetzky ist fertig      
ohne Rettungsboote